Forum: Politik
G20-Ausschreitungen: Das Tabu der Gewalt
REUTERS

Nach der Randale von Hamburg sind sich alle einig: Gewalt geht gar nicht. Aber so einfach ist es nicht.

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apfelkorn 18.07.2017, 06:34
180. Elixiere des Teufels. @002614

Denken Sie doch nur an die Rolle des Mönchs Medardus bei E.T.A. Hoffmann. Das war kein freier, sondern ein getriebener Mensch. Außerdem sind Mönche im Regelfall keine Anachoreten, sondern sehr gesellig.
Mag sein, dass Sie mit meiner Denkweise nicht übereinstimmen, aber sie bietet leider auch keinen Schutz vor Autoaggressionen und letztlich doch verdrängter innerer Gewalt, denn die Aggression ist uns leider wie ein neurales Feuer angeboren.

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monopinion 18.07.2017, 07:05
181. Schon der Anfang ist interessant

Herr Augstein, was sind das für Einganssätze:
"Jedes Gespräch über die Gewalt muss mit der Bekräftigung ihrer Ablehnung eingeleitet werden. Wer dieses Ritual verletzt, macht sich verdächtig....Darum hier die Klarstellung: Die Beschreibung eines Sachverhalts kommt nicht seiner Rechtfertigung gleich."
Wenn andere ihre Aussagen mit "Ich bin kein N..., aber man wird ja noch sagen dürfen" beginnen hatte ich bei Ihnen den Eindruck, dass es Ihrer Meinung nach trotzdem ein N... sei und Distanzierung nicht akzeptabel ist.
Bei dem Text geht es mir mit Ihnen genauso.
Ein wenig richtige Gewalt - auch wenn sie im Zweifel von links kommt - klingt so wie ein bisserl schwanger. Ihr Text klingt relativierend, unterschreiben Sie den Inhalt für alle politischen Richtungen?

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squire0815 18.07.2017, 07:07
182. Guter Basisbeitrag zur aktuellen Diskussion

Als interlektueller Hintergrundbeitrag, der zum Nachdenken anregen soll ist dieser Beitrag sehr gut. Es kommt jetzt nur darauf an, was die Öffentlichkeit mit diesen Grundüberlegungen anfängt. Ich hoffe er geht nicht unter.

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kpkuenkele 18.07.2017, 07:16
183. Armseliges politisches Statement

Die Legitimierung der Gewalt als politisches Statement gegen die Ungerechtigkeit der kapitalistischen Weltordnung und die Mächtigen, die sie vertreten, als Zeichen einer unabänderlich notwendigen Revolution, wäre um einiges glaubwürdiger, hätte sie sich nicht gegen den Besitz kleiner Leute gerichtet und pure Zerstörungswut demonstriert. Das war nicht der militante Kampf der Revoluzzer gegen die Mächtigen der Welt, der Ansturm der Unterdrückten gegen die Bollwerke, die die Unterdrücker schützen, Welle über Welle von Aufständischen niedergemäht von den Maschinengewehrsalven des Unterdrückungsapparats, zu welchem Herr Augstein die Vorkommnisse offenbar hochstilisieren möchte. Das war pure Lust auf Krawall, wie wir sie auch am Rande so manchen Fussballspiels erleben. Es entwertet dadurch den friedlichen Protest derjenigen Demonstranten, die wahrhaftig eine neue Weltordnung und Alternativen zum Kapitalismus einfordern.

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neutron76 18.07.2017, 07:27
184. Es gab keine Toten und Schwerstverletzten

Daher maßen sich jetzt viele an etwas Positives für die Gesellschaft heraus interpretieren zu wollen. Mit drei toten Polizisten oder einem toten Demonstranten würde die Lage ganz anders aussehen. Das war aber pures Glück, dass es nicht soweit gekommen ist. Daher bitte keine Kommentare mehr, die irgendetwas Romantisches und Notwendiges in der Gewalt sehen.

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apfelkorn 18.07.2017, 07:30
185. Elixiere des Teufels oder die Kunst der Selbstbeherrschung.

Man denke an die Rolle des Mönchs Medardus bei E.T.A. Hoffmann. Im Regelfall sind Mönche keine Anachoreten.
Leider ist es mit den Aggressionen so, dass man diese wegen der Autoaggressionen auch bekommen kann, denn sie sind wie ein neurales Feuer, wenn man sich selbst kontrolliert. Es ist nur eine Frage, wie man mit der Wut umgeht?!

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jdirker 18.07.2017, 07:35
186. Notwehr

Lieber Herr Ausgstein, Sie haben eine wichtigen Aspekt vergessen: Die der legitimen Notwehr.
Sollte ich erkennen, das jemand versucht meine Eigentum zu zerstören oder mich mittels Pflastersteinen und Molis zu töten - natürlich nur zum Zweck seiner politischen Ziele - so werde ich mir das Recht auf Gegengewalt zugestehen - vulgo Notwehr.

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Worldwatch 18.07.2017, 07:39
187. Doch, so einfach ist das!

Von Staats- und Verfassungsrecht völlig ahnungslos, von den geltenden S&O Gesetzen des Bundes und der Länder völlig losgelöst, redet der Autor ansonsten, gewohnt unklar, von APO- und sonstigen Gewaltausnahmen, die es nicht gibt, wenn nicht, lt.StGB/StPO ausnahmsweise Rechtfertigungsgruende vorlägen.
Und die einzige Ausnahme die die Verfassung vorsieht, und für Gewalt über dem Monopol läge, wäre so etwas wie Gefahr f.d. Bestand der FDGO und der demokratischen Bundesrepublik.

Das Problem sind die StA und Strafgerichte der Länder, die den Rechtsstaat seit -insb.- den 70er Jahren sukzessive haben schleifen lassen, mittels falsch verstandenem Kuscheljustizwesen pro Täter, kontra Rechtsstaat und Opfer, plus Justizapparate-Unterfinanzierung wie -Antiqierung. Denn, von einem modernen Justiz- wie auch Polizeiwesen ist der Bund wie auch -fast alle- Bundesländer viel zu weit entfernt, wie wohl stets entfernter.

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jimbofeider 18.07.2017, 07:42
188. Hosen

Mit vollen Hosen ist gut stinken lieber Jakob Augstein, wenn teile der Gesellschaft zu Hab und Gut, zu Macht und Ansehen gekommen sind, das aber auch mit unlauteren Mitteln, und sie weiss das die da nach ihnen kommen genau so sind wie sie, dann sind sie zwangsläufig gg. jede Gewalt, das nennen sie dann "Besitzstand" wahrung. Das ist Demokratisch und wird auch von den Armen unterstützt.m.f.G.

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GinaBe 18.07.2017, 07:44
189. Gewalteskalation aus Machtlosigkeit...

Diese Eskalation von Gewalttätitkeiten um den G20 Gipfel von HH war tatsächlich erschreckend und beängstigend. Wie es dazu kam, wollen Sondergruppe- Spezialisten (neutral) herausarbeiten! Standpunktbefestigte Zuweisungen, "wer angefangen hat" sind etwas kindisch, beachten wir die grundsätzliche Motivation der Demonstraten,diese Zusammenkunft der Weltwirtschaftsmächtigen prinzipiell zu kritisieren! DAS war der Sinn der Veranstaltung unter herrschendem demokratischem Recht.
Mit staatlichem Gewaltmonopol ausgestattet wollten die Sicherheitskräfte angeblich vermummte Demonstranten dazu bringen, die Gesichtsmasken abzulegen, in Folge, diese Gruppierung zersteuen, um sie an einer gemeinsamen Aktion zu hindern. Die Splitter jedoch eskalierten als solche und verbreiteten Randale und Gewalt. Damit schufen sie weitmöglichste Wirkung und mediales Aufsehen.
Was solchen Gewaltexzess von friedlicher Meinungskundgebung unterscheidet, ist deren Unerbittlichkeit -ohne Worte, zu zerstören, aus eigener Empörung auch Empörung auszulösen.
Mit staatlichem Gewaltmonopol in herrschender paralamentarischer Demokratie kann die Bevölkerung gesetzlich zur Akzeptanz aller Dekrete und Gesetze gezwungen werden, auch zu jenen, die eigene lebens- und Arbeitsbedingungen massiv beeinträchtigen. dadurch kann Sinn und Nutzen eines lebens zerstört werden, wenn nichts aufgebaut werden kann von der Händen Arbeit verdientes, wenn es nur mehr zum Überleben reicht.
Nach dem WKII fand in der 1. Wiederaufbauphase der wirtschaftliche Aufschwung naturgemäß statt. Es geschah sogar das "Wirtschaftswunder". Was passierte dann? Alles schioen möglich zu werden in den 60ern/70ern bis zur Ölkrise.
Zunehmend globalisierte Wirtschaftsverträge und technische Errungenschaften verlegten Wirtschaftsstandorte weit weg, wo Produktion billiger war und hinterließ perspektivlose Arbeiterkinder mit ausgepowerten Eltern, die plötzlich gar nichts mehr für das eigene Familienwohl erwirtschaften konnten, weil viele Arbeitsstellen lediglich nur mehr das Überleben gewähren.
Wenn Gewalt eskaliert, hat das schon immer seine Gründe. Machtlosigleit ist ein solcher.

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