Forum: Politik
G20-Ausschreitungen: Das Tabu der Gewalt
REUTERS

Nach der Randale von Hamburg sind sich alle einig: Gewalt geht gar nicht. Aber so einfach ist es nicht.

Seite 30 von 31
Magentasalex 18.07.2017, 14:27
290. Das ist nicht korrekt!

Zitat von vera gehlkiel
Ihre Einlassung ist rein juristisch gesehen de facto unrichtig. Das staatliche Gewaltmonopol einerseits ist durch die Verpflichtung der Bürger andererseits, in bestimmten Fällen staatlicher Übergriffigkeit, nämlich der Hinwendung zu einer Diktatur, auch aktiven Widerstand zu leisten, abgefedert.
Ihre Einlassung ist rein juristisch gesehen de facto unrichtig; denn:
(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.
Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung - und gemeint ist eindeutig die Ordnung wie sie in Absatz (1) definiert wird - zu beseitigen, darf ein Deutscher widerstehen (Widerstand leisten). Von einer Diktatur ist hier keine Rede. Und was eine Diktatur ist, definieren immer diejenigen, die eine bestehende Regierung bilden.

Beitrag melden
nobody_incognito 18.07.2017, 14:28
291.

Zitat von Robert_Rostock
Mir ist und bleibt es schleierhaft, warum immer wieder nur dieses eine Parole zitiert wird.
Wahrscheinlich weil es doch immer nur um das eine geht. ;-)

Beitrag melden
h-henz 18.07.2017, 14:33
292. Widerstand ist Bürgerpflicht

Unabhängig vom konkreten Fall und von der konkreten Situation gilt:
Werden Grundrechte oder Menschenrechte verletzt, so ist Widerstand nicht nur Bürgerrecht sondern sogar Bürgerpflicht. Auch in einem demokratischen Staat kann eine demokratisch gewählte Regierung Grund- oder Menschenrechte verletzten. Dass dieser berechtigte Widerstand leider nicht immer gewaltfrei sein kann, zeigt die Geschichte. Dies heißt aber nicht, dass Gewalt von Chaoten oder Krawallmachern ohne wirkliche Botschaft zu rechtfertigen ist.

Beitrag melden
spon-facebook-1393188940 18.07.2017, 14:37
293. Komplizierte Dialektik?

"Man kann nur auf Gewalt verzichten, wenn man sie ueber si verfuegt". Da sehe ich keine "komplizierte Dialektik". Es ist die einfache Idee des staatlichen Gewaltmonopols. So feinsinnige, so ueberaus einfuehlsame Ueberlegungen zum Thema Gewalt fallen Herrn Augstein natuerlich nur angesichts linker Gewalt ein. Warum linke Gewalt in seinen Augen aber zumindest eine reflektierte, abwaegende Ablehnung, wenn nicht sogar Zustimmung verdient (so ganz deutlich wird er diesbezueglich nicht, der Sofarevolutionaer), rechte Gewalt aber nicht, wird mir allerdings bei der Lektuere der Kolumne nicht klar.

Beitrag melden
grommeck 18.07.2017, 14:46
294. Das erzählen Sie einmal den Politikern, die jetzt

Zitat von h-henz
Unabhängig vom konkreten Fall und von der konkreten Situation gilt: Werden Grundrechte oder Menschenrechte verletzt, so ist Widerstand nicht nur Bürgerrecht sondern sogar Bürgerpflicht. Auch in einem demokratischen Staat kann eine .....
jegliche Gewalt verteufeln und die Polizisten zu Engeln der Demokratie erheben. Ob einige darunter Nazis sind oder noch schlimmer kriminelle Handlungen begehen oder begingen ist egal. Hauptsache von der eigenen Unfähigkeit ablenken - siehe Scholz und Konsorten. Wenn die so weiter machen, werden wir in Zukunft noch viel öfter über Gewalt, auch der s.g. Exekutive, reden müssen. Gegen die Abschaffung von immer mehr Bürgerrechten bei gleichzeitiger "Bespitzelung" ist natürlich Widerstand angesagt. Ein Ossistaat reicht.

Beitrag melden
780 18.07.2017, 14:51
295.

Zitat von spon-facebook-1393188940
"Man kann nur auf Gewalt verzichten, wenn man sie ueber si verfuegt". Da sehe ich keine "komplizierte Dialektik". Es ist die einfache Idee des staatlichen Gewaltmonopols. So feinsinnige, so ueberaus einfuehlsame .....
Na ja, ich weiß nicht, ich finde, dass der Artikel sehr raffiniert gemacht ist. Zunächst einmal, wenn man etwas beschreibt, dann heißt das noch nicht, dass man den Inhalt teilt, sagt der Autor. Ok, es handelt sich aber eben nicht um eine reine Beschreibung, sondern um Wertung.
Hinzu kommt, dass durch den offenen Charakter, der Leser zum Schluß seinen eigenen Schluß ziehen soll, den der Autor aber sehr geschickt vorbereitet.

Das ist auch vermutlich der Grund, warum wir uns so intensiv äußern, sind wir selber Schuld, der Autor lacht sich doch ins Fäustchen, er hat eine ganze Menge erreicht.
Ich finde das Thema für solche Spielchen zu ernst, sorry, aber ich kann mich ja irren.

Beitrag melden
LondoMollari 18.07.2017, 14:52
296. "Aber von plündernden Protestanten hat auch noch niemand gehört."

Sagen Sie das mal den Opfern des "Löwen aus Mitternacht". Ist nur schon ne Weile her das ganz Landstriche mit dem Ruf "Die Schweden kommen!" entvölkert wurden ... ^^

Beitrag melden
tinus226 18.07.2017, 14:58
297. Art. 20 GG!

Zitat von h-henz
Unabhängig vom konkreten Fall und von der konkreten Situation gilt: Werden Grundrechte oder Menschenrechte verletzt, so ist Widerstand nicht nur Bürgerrecht sondern sogar Bürgerpflicht. Auch in einem demokratischen Staat kann eine demokratisch .....
Schon wieder dieses Märchen! Auch Gewalt mit Botschaft ist in der derzeitigen Bundesrepublik Deutschland nicht zu rechtfertigen. Es ist also auch nicht zu rechtfertigen, wenn Autonome mit Botschaft durch Pöseldorf oder Blankenese ziehen und dort Luxusklassewagen in Brand setzen und Bankfilialen zertrümmern. Abgesehen davon, dass sich der Widerstand gegen die richten muss, die die FDGO abschaffen wollen, ist der entscheidende Satz in Art. 20 Abs. 4 GG folgender Halbsatz: "Wenn andere Abhilfe nicht möglich ist." Und in Deutschland ist andere Abhilfge möglich, es existiert ein Rechtsweg auf dem man auch gegen die Gesetze missachtende Vertreter des Staates vorgehen kann und wenn die Regierung/ das Parlament grundgesetzwidrige Gesetze erlässt, kann das Bundesverfassungsgericht angerufen werden.

Beitrag melden
hotgorn 18.07.2017, 15:04
298.

Zitat von LondoMollari
Sagen Sie das mal den Opfern des "Löwen aus Mitternacht". Ist nur schon ne Weile her das ganz Landstriche mit dem Ruf "Die Schweden kommen!" entvölkert wurden ... ^^
Nette Anekdote. Neben den Gustav Adolf gibt es auch noch die Tillys und Wallensteins und wie sie alle heißen mögen die in Bayern immer noch verehrt werden. Die modernen Feldherren heißen Manager und überschätzen sich maßlos die ganzen Tillys, Gustav Adolf und Wallensteins waren schon längst Tod und der Krieg tobte weiter.

Beitrag melden
Bibe 18.07.2017, 15:07
299. Das heißt also:

Zitat von h-henz
Unabhängig vom konkreten Fall und von der konkreten Situation gilt: Werden Grundrechte oder Menschenrechte verletzt, so ist Widerstand nicht nur Bürgerrecht sondern sogar Bürgerpflicht. Auch in einem demokratischen Staat kann ......
Gewalt OHNE Botschaft - böse; Gewalt MIT Botschaft - gut. Oder wie oder was? - Tolle Moral!"

Beitrag melden
Seite 30 von 31
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!