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G20-Mythen: Vorwürfe, Verschwörungstheorien, Fakten
DPA

Nach den G20-Krawallen sind die Aufräumarbeiten in Hamburg nahezu beendet. Aber der Kampf um die Deutungshoheit geht weiter. Ein Blick auf sechs Mythen - und was an ihnen dran ist.

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Fakler 15.07.2017, 13:54
230. Polizei !

Zitat von Livingston1
l Polizeigewalt hat´s sicherlich gegeben, doch diese war mehr als gerechtfertigt! Nur durch Zufälle wurden auf Seiten der Polizei keine Tote beklagt, der wütende linksextreme Mob hatte aber mit manchen Aktionen solches im Sinn! Es gehört zu einem immer wiederkehrenden Ritual in Deutschland, dass man bei Randalen und vor allem linksextremen Zerstörungen und Agriffen sofort die Polizei beschuldigt! Solch ein Unsinn würde in Frankreich, Großbritannien, Spanien oder Italien nie passieren, dort steht man wie eine Mauer hinter den Gesetzeshütern, was ja in einem Rechtsstaat notwendig und wichtig ist! Extreme und Gewalttätige sind immer abzulehnen, ganz gleich, auf welcher Seite sie sich befinden bzw. welche "Ideologie" ihnen zugrunde liegt! Doch gewalttätiger linker Extremismus, der zerstört, der nach Leib, Gesundheit und Leben trachtet, der ganze Stadtviertel verwüstet und Bürger in Angst und Schrecken versetzt, dieser Extremismus ist genauso mit aller Härte zu ahnden wie Angriffe Rechtsextremer auf Asylantenheime und islamistischer Extremismus! Extremismus ist immer schlecht, wo dieser in Gewalt übergeht, ist er mit Konsequenz zu bekämpfen, links, rechts oder religiös-islamistisch! Aber - man scheint hierzulande auf dem linken Auge blind zu sein, Linksextreme werden sogar als "Autonome", "Alternative" usw. verniedlicht und verharmlost! Und als "Evergreen-Geheimwaffe", wenn alles nichts nützt, kommt die "Polizei-Gewalt-Keule"!
Ich kann sagen, egal wo, es wird immer die Polizei (der Staat) beschuldigt ... oder sagen wir, die politischen Verantwortlichen fuer die Polizei ...

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P.Delalande 15.07.2017, 13:59
231.

Zitat von Maßwerk
1. erfunden
Na so ganz erfunden ist das nicht:

http://www.mopo.de/hamburg/g20/-antifa-schweine--das-ist-euer-fruehstueck---verletzte-beschuldigen-berliner-polizisten-27962202

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andreas13053 15.07.2017, 14:24
232. So, so,

Zitat von uhlmann
Aber so........die AfD lacht sich eins ins Fäustchen,zurecht!.,Und das auch noch zur besten Zeit...
was hat denn die AfD zu lachen? Man hört und liest ja eher, dass innerhalb der AfD nahezu Krieg herrscht.
Wann und wo lachen die denn also und benötigen die eigentlich einen Keller?

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Maßwerk 15.07.2017, 15:09
233. Nach dieser Logik,

Zitat von Little_Nemo
Eine Frage zu ihrem dritten Punkt: Halten Sie das für rechtens? Wäre ja ein Geschenk für die Polizei, die dann bloß ein paar vermummte Beamte unter die Demonstranten mischen müsste um eine lästige Demonstration aufzulösen. Wäre ja auch nicht neu. Provokateure hat die Polizei bekanntlich schon in den 80ern bei den Anti-AKW-Demos benutzt.
könnten auch beliebige Steinewerfer, Brandschatzer, Plünderer
eigentlich Polizisten sein. Na ja - möglich ist alles, siehe erstes
NPD-Verbotsverfahren. Der politische Ansatz um eine linke Demon-
stration zu diskreditieren, scheint mir jedoch momentan nicht gege-
ben. Somit halte ich Ihren Gedankengang, wenn nicht für absolut
ausgeschlossen, dann doch für sehr wenig wahrscheinlich.

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Maßwerk 15.07.2017, 15:16
234. K e i n e offenen Brüche

Zitat von P.Delalande
Na so ganz erfunden ist das nicht: http://www.mopo.de/hamburg/g20/-antifa-schweine--das-ist-euer-fruehstueck---verletzte-beschuldigen-berliner-polizisten-27962202
gabe es bei G20-Inhaftierten. Die MoPo ist in diesem Fakt eine falsche Quelle.

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Little_Nemo 15.07.2017, 16:50
235. Gegebenheiten

Zitat von Maßwerk
Nach dieser Logik könnten auch beliebige Steinewerfer, Brandschatzer, Plünderer eigentlich Polizisten sein. Na ja - möglich ist alles, siehe erstes NPD-Verbotsverfahren. Der politische Ansatz um eine linke Demon- stration zu diskreditieren, scheint mir jedoch momentan nicht gege- ben. Somit halte ich Ihren Gedankengang, wenn nicht für absolut ausgeschlossen, dann doch für sehr wenig wahrscheinlich.
Das hatte ich in Bezug auf diese konkreten Demonstrationen nicht unbedingt unterstellen wollen. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass es durchaus sein könnte, dass die Polizei sich generell versucht fühlen könnte, sich das Leben zu erleichtern und dafür das Recht ein bisschen zu beugen oder gar zu brechen. Das könnte dann gängige polizeiliche Praxis werden. Darf es aber nicht. Vorgekommen ist so was, wie gesagt, schon, weshalb blindes Vertrauen in die Behörden fahrlässig wäre.

Davon abgesehen halte ich den Gedankengang ansich auch nicht für so abwegig. Selbst Wolfgang Bosbach merkte zu Beginn der denkwürdigen Maischberger-Sendung, die er so divenhaft verließ, an, dass die Krawalle vorhersehbar waren. Er wollte das sicher anders verstanden wissen, aber er gab damit doch ungewollt den Kritikern recht, die meinen, dass der Gipfel so und unter diesen Umständen in Hamburg gar nicht hätte stattfinden dürfen. Und angesichts der Tatsache, dass er wider besseres Wissen dennoch stattfand, wird die Frage aufgeworfen, warum eigentlich, und ob damit vielleicht sogar weiter gehende Absichten verbunden waren. Die lästige Flora endlich loszuwerden beispielsweise. Oder um, was mir wahrscheinlicher erscheint, im Hinblick auf den Wahlkampf das linke politische Lager in ein schlechtes Licht zu rücken. Ich bin kein Anhänger der Flora oder des schwarzen Blocks, ja, würde mich nicht mal als Linken bezeichnen, aber solche Gedanken kamen mir schon im Vorfeld des Gipfels, zumal ich da eine Doku über das Schanzenviertel im TV gesehen habe und die Anwohner und Geschäftsleute des Viertels durchweg diesen Gipfel fürchteten. Wie also kann es sein, dass die Politik über diese Ängste einfach hinweg ging und die Polizei das Viertel so wenig sicherte, während man sich den Luxus gönnte einen Konzertbesuch der Staatsgäste mit vollem Polizeieinsatz abzusichern? Sind das gesunde Prioritäten in einem demokratischen Rechtsstaat?

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schwaebischehausfrau 15.07.2017, 20:29
236. @pero_hero: Angemessen?

Zitat von pero_hero
Sie demonstriert. Runterschubsen wäre natürlich so wenig gut, wie mit Wasserwerfern runtergespült zu werden - oder wollen Sie etwa, dass sie sich verletzt? Ich denke allenfalls erwartet sie von der Polizei eine angemessene Behandlung.
Sorry, wer während einer Demo ein Einsatz-Fahrzeug der Polizei "besetzt" und dieses Fahrzeug nicht sofort nach Aufforderung verlässt (Sie dürfen davon ausgehen, dass die vorher Dame nett aufgefordert wurde), der darf natürlich eine "angemessene Behanlung" durch die Polizei erfahren. Pfefferspray ist in diesem Kontext dann extremst "angemessen". Sorry, aber für so ne Aktion werden sie in anderen westlichen "Muster-Demokratien" ohne Vorwarnung mit nem Wasser-Werfer weggekärchert. Und zwar meterweit. Der Polizei ist doch eher eine viel zu lasche Gangart vorzuwerfen. Ist wie bei nem Fußballspiel: Wenn der Schiedsrichter zu viele Fouls durchgehen lässt, ohne gelbe und rote Karten zu zeigen, dann signalisiert dass den Spielern, dass sie ungestraft zutreten dürfen und die Sache eskaliert.

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Maßwerk 15.07.2017, 22:31
237. Die Probleme

Zitat von Little_Nemo
Das hatte ich in Bezug auf diese konkreten Demonstrationen nicht unbedingt unterstellen wollen. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass es durchaus sein könnte, dass die Polizei sich generell versucht fühlen könnte, sich das Leben zu erleichtern und dafür das Recht ein bisschen zu beugen oder gar zu brechen. Das könnte dann gängige polizeiliche Praxis werden. Darf es aber nicht. Vorgekommen ist so was, wie gesagt, schon, weshalb blindes Vertrauen in die Behörden fahrlässig wäre. Davon abgesehen halte ich den Gedankengang ansich auch nicht für so abwegig. Selbst Wolfgang Bosbach merkte zu Beginn der denkwürdigen Maischberger-Sendung, die er so divenhaft verließ, an, dass die Krawalle vorhersehbar waren. Er wollte das sicher anders verstanden wissen, aber er gab damit doch ungewollt den Kritikern recht, die meinen, dass der Gipfel so und unter diesen Umständen in Hamburg gar nicht hätte stattfinden dürfen. Und angesichts der Tatsache, dass er wider besseres Wissen dennoch stattfand, wird die Frage aufgeworfen, warum eigentlich, und ob damit vielleicht sogar weiter gehende Absichten verbunden waren. Die lästige Flora endlich loszuwerden beispielsweise. Oder um, was mir wahrscheinlicher erscheint, im Hinblick auf den Wahlkampf das linke politische Lager in ein schlechtes Licht zu rücken. Ich bin kein Anhänger der Flora oder des schwarzen Blocks, ja, würde mich nicht mal als Linken bezeichnen, aber solche Gedanken kamen mir schon im Vorfeld des Gipfels, zumal ich da eine Doku über das Schanzenviertel im TV gesehen habe und die Anwohner und Geschäftsleute des Viertels durchweg diesen Gipfel fürchteten. Wie also kann es sein, dass die Politik über diese Ängste einfach hinweg ging und die Polizei das Viertel so wenig sicherte, während man sich den Luxus gönnte einen Konzertbesuch der Staatsgäste mit vollem Polizeieinsatz abzusichern? Sind das gesunde Prioritäten in einem demokratischen Rechtsstaat?
die mit dem G20 und den Protesten dagegen in Hamburg kamen, hatte ich befürchtet. Als EB Scholz kurz vor Beginn, im Radio, mit Pathos in der Stimme, die Sicherheit während G20 sogar garantierte, wunderte ich mich - wie kann e r das? Dann war auf die Garantie kein
Verlass, trotzdem werden persönl. Konsequenzen zurück gewiesen.
Hinter der Steuerung/Manipulation von Rechtfertigungsgründen für
polizeiliches Handeln steht m.E., wenn es dazu kommt, politischer
Wille. Polizei, aber auch Militär, (hitzköpfige Ausnahmen gibt
es immer) wünscht/provoziert aus sich heraus den harten Einsatz und Ernstfall eher nicht. Ich möchte mich da etwas outen und auf eigene
Erfahrungen aus beiden Bereichen verweisen.

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t dog 15.07.2017, 23:49
238. Klein Klein

Fakt ist das 25000 Polizisten gegenüber 1000 Gewalttätern gescheitert sind. Das Vorgehen der Polizei hätte entschieden schneller und energischer sein müssen. Punkt. 25 Polizisten kamen auf einen Kriminellen. Und das am Rande einer Veranstaltung die von allen deutschen und vielen ausländischen Geheimdiensten geschützt und aufgeklärt wurde. Das ausführende Organ, die deutsche Polizei, hat sich weltweit blamiert. Leider. Da gibt es nichts schön zu reden. Entweder war die Einsatzleitung völlig daneben, oder die Polizei war nicht Willens und oder nicht körperlich in Form. Jetzt mit irgendwelchen Verschwörungstheorien um die Ecke zu kommen macht es nur noch schlimmer. Man kann nur aus Fehlern lernen, wenn man sie sich eingesteht.

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Flugor 16.07.2017, 01:50
239.

Zitat von Maßwerk
könnten auch beliebige Steinewerfer, Brandschatzer, Plünderer eigentlich Polizisten sein. Na ja - möglich ist alles, siehe erstes NPD-Verbotsverfahren. Der politische Ansatz um eine linke Demon- stration zu diskreditieren, scheint mir jedoch momentan nicht gege- ben. Somit halte ich Ihren Gedankengang, wenn nicht für absolut ausgeschlossen, dann doch für sehr wenig wahrscheinlich.
Versuchen Sie doch einmal, sich jene Videos möglichst neutral anzuschauen:

Ich sehe dort zwei "Schwarze Blöcke":
Jene als Polizei gekennzeichneten Personen und eine Gruppe jüngerer Menschen, welche schnell zwischen "schwarz" und "bunt" zu wechseln weiß.

Beide erscheinen mir gewalttätig zu handeln, d.h. gegen geltende Gesetze zu verstoßen.

Ob jene Straftäter jetzt zwischen "bunt" oder "Polizei" wechseln (oder selbst Polizisten sind), kann ich nicht beurteilen, aber mir erscheint es nachvollziehbar, dass die Polizei ihre "U-Boote" auch im Umfeld der "echten" Straftäter haben sollte, welche sich in jenem Umfeld "unauffällig" verhalten müssten, d.h. selbst Straftaten begehen müssten, (umgekehrt genauso) was bei Aufdeckung derselben ein ernstes Problem aufwirft:

Trennt man strafrechtlich jene "polizeilichen Straftäter" vom Rest (behandelt diese also wie die von ihnen ausspionierten Personen und vermeidet so ihre Offenbarung als Spione), so muss man sich mit dem Problem auseinander setzen, dass jene "polizeilichen Straftäter" zu Doppelagenten werden und sagen: "Ich habe gute Kumpels bei der Polizei: Macht es so wie ich und ich kann euch raus-hauen.
Schließlich kann man nicht ausschließen, dass Polizisten Straftaten begehen...
Was macht man dann?

Alle freilassen?
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/g20-in-hamburg-verdaechtige-von-hinterhalt-auf-schanzendach-wieder-frei-a-1157280.html

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