Forum: Politik
Gabriel und die Rüstungsgeschäfte: Arbeit schaffen ohne Waffen

Irrsinn Rüstungsindustrie: Sigmar Gabriel will den Todes-Export reduzieren. Aber Betriebsräte und IG Metall sorgen sich um die Arbeitsplätze. Mut, Herr Wirtschaftsminister! Deutschland muss endlich aufhören, die Welt mit Waffen zu beliefern.

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garfield 17.07.2014, 20:28
70.

Zitat von kommentator0815
An diesen 200.000 Arbeitsplätzen hängen mit Sicherheit noch einmal 400.000 Arbeitsplätze dran.
Mindestens, ich würde sagen 4 Millionen.
Zitat von kommentator0815
Auch schon mal daran gedacht, dass andere Nationen gerne unsere Waffenlieferungen übernehmen würden?
Ja, das wurde hier schon ausgiebig diskutiert.
Zitat von kommentator0815
An Waffen kommen die LEute immer heran, egal wie arm oder reich Sie sind!.
Genau, zur Not schenken wir sie ihnen. "Anfixen", damit sie weitere kaufen, wenn sie sich woanders die Mittel dafür "erballert" haben.
Zitat von kommentator0815
Natürlich sollte man auf der anderen Seite nicht gerade in Krisengebiete liefern.
Genau, nichts leichter als zu verhindern, dass die Waffen mit einem "kleinen Umweg" doch dorthin gelangen. Hat bestimmt einen Vorteil, wenn unsere Truppen am Hindukusch - oder wo sonst noch jemand meint, unsere "Freiheit" verteidigen zu müssen - in einen bekannten geladenen Gewehrlauf blicken. Das erleichtert die Ersatzteilversorgung - für beide Seiten.
Zitat von kommentator0815
Und woher sollen die Waffen für die eigene Verteidigung/Armee kommen?
Wie wäre es mit kaufen? Machen andere doch auch. Und wir sind nicht gerade so arm, dass wir uns keine Waffen kaufen könnten.
Zitat von kommentator0815
Ökonomisch gesehen sinkt der Stückpreis gewaltig jemehr von dem Gut/Maschine verkauft werden.
Äh, Moment mal, hier geht es doch gerade darum, unsere Waffenexporte zu vermindern oder gar einzustellen - nicht, sie auszuweiten. Ja ich weiß schon, das Geschäft machen dann andere. Siehe oben.
Zitat von kommentator0815
Es ist immer noch der Mensch der die Waffen bedient, wer sie liefert ist dabei nicht wichtig, da man es unbergrenzt Waffen gibt, egal ob D ausscheidet oder nicht.
Wunderbar. Gutes Argument zur Einstellung unserer Waffenexporte.

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LeBigMacke 17.07.2014, 20:28
71.

Zitat von sysop
Irrsinn Rüstungsindustrie: Sigmar Gabriel will den Todes-Export reduzieren. Aber Betriebsräte und IG Metall sorgen sich um die Arbeitsplätze. Mut, Herr Wirtschaftsminister! Deutschland muss endlich aufhören, die Welt mit Waffen zu beliefern.
Zitat von sysop
Irrsinn Rüstungsindustrie: Sigmar Gabriel will den Todes-Export reduzieren. Aber Betriebsräte und IG Metall sorgen sich um die Arbeitsplätze. Mut, Herr Wirtschaftsminister! Deutschland muss endlich aufhören, die Welt mit Waffen zu beliefern.
Ja so ist sie, die Doppelmoral, mit der wir zu recht die Missstände in der Welt beklagen, aber die uns die notwendigen Schritte nicht unternehmen lässt. Die andere Seite der Medaille ist nämlich geprägt durch die Dogmen der 'einen' Weltreligion schlechthin - dem Kapitalismus. Wirtschaftswachstum um jeden Preis lautet die Devise.

Angesichts dessen wundert es mich schon, dass Sie, Herr Augstein, sich gerade diese Thematik herauspicken. Wenn irgendwo auf der Welt jemand durch deutsche Waffentechnologie ums Leben kommt, ist das zwar traurig, aber unsere Gesellschaft bleibt davon, realistisch betrachtet, zumindest bisher unberührt. Daher stellt sich mir die Frage, ob es nicht mit Hinblick auf unsere eigene, bereits zutiefst zerrüttete Gesellschaft nicht angebracht wäre, den Rotstift erst einmal da anzusetzen, wo 'Wir' in Folge profitieren.

Vielleicht sollten wir mit dem Arbeitsplatzabbau lieber da beginnen, wo der Abbau den Menschen hierzulande zum Vorteil gereicht. So könnten wir zum Beispiel 95% der Steuerberater arbeitslos werden lassen, weil ein stark simplifiziertes Steuersystem längst überfällig ist. Oder wir setzen die Belegschaften der ganzen völlig unnötigen privaten und überzähligen gesetzlichen Krankenkassen auf die Straße, für die das zwar schade, der Gewinn für die Gesellschaft als Ganzes aber ungleich wichtiger wäre. Fragen Sie irgendjemanden auf der Straße, ob er es gut heißt, dass die Gesundheit eines jeden Menschen in dieser Gesellschaft nicht die gleiche Priorität genießt. Jeder wird es verneinen, aber keiner hat den Mut, unpopuläre Konsequenzen zu ziehen und, vor allem anderen, auch nur ein Quäntchen BIP aufzugeben.

Ich würde es wirklich begrüßen, wenn Sie sich für das Wohl der Menschen hier, für das langfristige Wohl unserer Gesellschaft, auch mal so einsetzen würden, Herr Augstein.

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Leser1000 17.07.2014, 20:46
72. Vision

Lieber Herr Augstein. Die Vision von einer waffenfreien Welt ist - leider- nur eine Illusion. Wir pflegen in Deutschland seit Jahrzehnten und richtigerweise das Bild von einer wehrhaften Demokratie, weil wir wissen, dass man leider nicht allen Menschen trauen kann. Ich möchte deshalb diejenigen Kompetenzen, die uns helfen uns zu behaupten, nicht verlieren. Deshalb sollte man auch die Arbeitnehmer der Rüstungsindustrie nicht pauschal in die unmoralische Ecke schieben. Jeden Diktator - da gebe ich Ihnen recht - muss man aber natürlich nicht beliefern

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veritas31 17.07.2014, 21:08
73.

Zitat von gerald246
Ach, Ihre Naivitaet bezueglich wirtschaftlicher und technischer Zusammenhänge ist wirklich bewundernswert, sie macht das Leben soo viel einfacher... Tatsache ist: 1. Waffentechnik ist hochspezialisiert und man kann nicht einfach sagen "bis heute haben wir Panzer gebaut, ab morgen machen wir Motorroller" (wobei auch der Bau von Motorrollern wiederum hochspezialisiert ist). 2. Der Markt für Waffen ist ein realer Markt auf dem Gewinn gemacht wird (nicht so wie beim Bau von KKWs, die immer ein Zuschussgeschäft waren). Diesen Markt zu verlassen bedeutet auf viel Umsatz, Gewinn, Steuern und Einkommen zu verzichten. Welcher "normale Dreher" wird sein Einkommen aufgrund moralischer Erwägungen reduzieren? 3. Einen neuen Markt für neue Produkte zu schaffen ist sehr schwer und dauert eine Menge Zeit / würde eine Menge Geld kosten. Wie stellen Sie sich das denn vor? Die Arbeitsplätze gehen dabei mit Sicherheit zum grossen Teil verloren und neue können wahrscheinlich auch nicht geschaffen nwerden, da muss der Staat also dafür aufkommen. 4. Was passiert mit den Steuergeldern die nicht mehr gezahlt werden? Ich lese immer nur dass neue Ansrüche an den Steuerzahler geschaffen werden (Zunahme der Migration, Unterbruingung der Abschiebehäftlinge usw). Sind Sie bereit, freiwillig 10% mehr Steuern zu zahlen um den Rüstungsexport bzw dessen Aufgabe zu finanzieren? Ich finde wir sollten verantwortungsvoll Rüstungsgüter exportieren. Das Argument dass wenn wirs nicht tun die Aufträge von anderen übernommen werden schenke ich mir. Wenn Deutschland nichts mehr exportiert, schneiden wir uns lediglich ins eigene Fleisch (und die anderen halten uns noch mehr für die Idioten die wir ja teilweise schon sind). Die Leute die hierfür argumentieren erinnern mich ein bisschen an die alten Flagellanten, die sich gerne für das allgemeine Wohl gerne selbst ausgepeitscht haben. Geholfen hats nicht... Aber, ich schätze mal dass Herr Gabriel gegen die IGM nicht anstinken kann und freue mich auf diese Auseinandersetzung...
Meine wirtschaftliche Naivität finden Sie bewundernswert? Na dann, Sie sind der Experte...ich habe ja nur einen Abschluss einer Eliteuni im Fach Wirtschaft aber lassen wir das.

OK... Das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands betrug im Jahr 2013 3.635.959 Mio US-Dollar.
Der gesamte Rüstungsexport betrug im Jahr 2013 ganze 972 Mio US-Dollar.
Können Sie noch Prozentrechnen? Also dann los.
Und Sie wollen mir erzählen, die Rüstungsindustrie wäre sooooo unglaublich wichtig?

Und Ihr "Totschlagarument" von wegen, wie schwierig und langwierig es sei, einen neuen Wirtschaftszweig zu etablieren ist nun wirklich unterstes Stammtischniveau.
Wenn dem so wäre, hätten wir überhaupt keine Innovationen geschweige denn eine funktionierende Industrie.
Eine Volkswirtschaft lebt davon, sich an verändernde Rahmenbedingungen anzupassen.

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kdshp 17.07.2014, 21:28
74.

Zitat von sysop
Irrsinn Rüstungsindustrie: Sigmar Gabriel will den Todes-Export reduzieren. Aber Betriebsräte und IG Metall sorgen sich um die Arbeitsplätze. Mut, Herr Wirtschaftsminister! Deutschland muss endlich aufhören, die Welt mit Waffen zu beliefern.
Hallo! Wir haben eine fachkräfte mangel und ich wette das 99% der leute da ruck zuck nen job kriegen und wenns erstmal über zeitarbeit ist. Es geht nicht um einen arbeitsplatz sondern um extra privilegien. NEIN sucht euch nen neuen job so ist das nun mal in der wirtschaft. Viele andere verlieren auch ihren job weil die firma dicht macht und die jammern nicht sondern suchen sich was neues.

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Whitejack 17.07.2014, 21:39
75.

Die Sache ist recht einfach: Entweder die deutsche Wirtschaft hängt nicht von Rüstungsexporten in Krisenländer und autoritäre Staaten ab. Dann kann man den Mist auch einstellen. Oder sie hängt davon ab. Dann müssen wir uns eingestehen, dass unser Wohlstand nicht auf harter deutscher Arbeit, sondern auf Blut und Leichen aufgebaut ist und Menschenrechte einen Dreck wert sind.

Also: Was darfs sein?

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M. Michaelis 17.07.2014, 21:46
76.

Zitat von muellerthomas
Aber sicher spielt Geld eine wesentliche Rolle.
Überhaupt nicht, die Warlords dieser Welt haben keine Finanzierungsprobleme.

Zitat von muellerthomas
Wenn Deutschland diese Waffen nicht mehr in alle Welt exportiert, müssen sich die Krisenregionen andere Lieferanten suchen, Lieferanten, die bisher offenbar teurer/schlechter/ oder aus anderen Gründen nicht erste Wahl waren. Die Situation für die Warlords verschlechtert sich also.
Nicht wirklich, denn auch mit russischen, chinesischen oder sonstwelcher Herkunft Waffen kann man hervorragend Menschen totschiessen.

Ausserdem hat der Völkermord in Ruanda gezeigt man kann einen Völkermord mit Knüppeln, Macheten und Autoreifen begehen. Die Welt wird weder friedlicher noch sicherer wenn Deutschland keine Waffen mehr exportiert. Für diesen Glauben gibt es nicht den kleinsten Anlasse.

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eudaf_hen 17.07.2014, 22:09
77.

Zitat von casparman
... ein Beispiel für die absolute Weltfremdheit von Herrn Augstein! Sie werden der erste sein der ganz ganz laut nach sozialer Gerechtigkeit schreit, wenn die Arbeitsplätze der Rüstungsindustrie wegfallen. Hier reden wir dann nämlich nicht über 2000 Angestellte von Karstadt, sondern hier reden wir über Hundertausende! Fragen Sie mal die Amerikaner, deren Wirtschaft zu über 50% auf der Rüstungsindustrie basiert. Ich gebe Ihnen ja moralisch recht, aber technisch und wirtschaftlich steht nun mal leider leider jeglicher Fortschritt "wehrtechnischen" Beinen!

Aber wie hören sich dann Steinmeiers Worte zu Kriegsgebieten auf dieser Welt an? Deutsche Waffen gegen deutsche Waffen - wer sie hält und abfeuert ist egal - Hauptsache sie werden gekauft!? Wer nicht ....... DER muss fliehen! Kolumbien stellt schon lang Waffen unter deutscher Lizenz her und frei. Ein Aberwitz diese TV-Berichte über Gewalt in jenen Staaten. Regierungen sorgen dafür.

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grünbeck,harald 17.07.2014, 22:15
78. Rolle der Gewerkschafter

Schon zu DDR-Zeiten wurde mit gesagt, die Gewerkschaften der BRD handeln nicht im Interessse der Arbeitnehmer sondern der Industrie. Es ist nicht hinnehmbar, das Gewerkschaftler im Interesse von Arbeitplätzen in Deutschland hinnehmen, das Kriegsmaterial welche ja zum Töten von Menschen entwickelt wird, dies unterstützt ohne Alternativen aufzuzeigen. Diese Funktionäre sind gesteuert und sollten zum Teufel gejagt werden, Vielleicht überlegen mal einige Mitglieder, wen sie mit ihren Beiträgen bezahlen.

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king_pakal 17.07.2014, 22:33
79. --

Zitat von Zeitwesen
...und ein guter Artikel von Herrn Augstein. Diejenigen Personen die jetzt wieder mit dem Totschlagargument "Wenn wirs nicht tun tuts ein anderer" aufwarten sind zum Glück in der Geschichte der Menschheit immer wieder vernichtend zerschlagen worden, sonst hätten wir nach dem gleichen Motto heute noch die Sklaverei
Na Sklaverei haben wir immer noch, wenn auch nicht so offensichtlich.

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