Forum: Politik
Gastarbeiterinnen in Kuwait: Das schöne Gesicht der Ausbeutung
instagram.com/sondos_aq

In Kuwait arbeiten 250.000 philippinischen Hausangestellte. Künftig kriegen sie einen Tag in der Woche frei. Instagram-Star Sondos Alqattan passt das gar nicht. Damit hat sie am Golf eine Debatte ausgelöst.

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kajoter 25.07.2018, 08:25
60. Schauen wir auf uns

Derartige, für uns unterirdische Einstellungen sind fast ausschließlich im Kontext der jeweiligen Gesellschaft und der dortigen Bildung zu sehen, auch wenn diese junge Dame ein Extrembeispiiel für die Kuwaitis darstellen mag. Aber schauen wir auf uns: Würde man Menschen in z.B. Südamerika Aussagen deutscher Reichsbürger präsentieren, könnte man sich die dortigen, sprachlosen Reaktionen sicherlich vorstellen. Aber wenn wir ein oder zwei Stufen in der Wahnsinnsskala nach unten gehen, was begegnet uns dort? Eine schon fast als koordinierte Industrie anzusehene Plattform für bildungsresistente Menschen und Inhalte. Von RTL & Co. bis zu den "Nachrichten", die einen auf der Startseite unseres Email-Providers präsentiert werden, überall wimmelt es von den Dieter Bohlens und Paris Hiltons und deren Kolleginnen und Kollegen. Und die dekadenten Aussagen der Kuwaiterin finden durchaus gewisse Vorstufen auch bei der deutschen Mode- und Kosmetikindustrie.
Aber all das wird auch hier überdeckt - nein, quasi überstrahlt von dem allgegenwärtigen Motto, dass das, was erfolgreich ist und dadurch Geld generiert, gut oder richtig sein muss. Auch hier leben und arbeiten bekannte und zugleich dekadente Menschen wie Karl Lagerfeld oder Geisteszwerge wie diverse C-Promis, die aber wissen, wie man in den Schlagzeilen bleibt.
Insofern: Auch unsere Gesellschaft produziert derartige Dummies und es wäre sehr begrüßenswert, wenn dem bislang hohlen Schlagwort von der Bildungsrepublik Deutschland endlich Taten folgen würden.

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markus_wienken 25.07.2018, 09:15
61.

Zitat von jutta_weise
das ist in fast allen Golfstaaten so inkl. Saudi Arabien! Daher habe ich vor ein paar Tagen auch eine internationale Petition unterschrieben, für einen Boycott der WM in Katar!
Hm... auf der einen Seite erkennen Sie, dass Handel und menschliche Kontakte der Wertevermittlung diesen (zu Recht), auf der anderen Seite möchten Sie nicht, dass die WM dort stattfindet?
Soweit ich es aus der Presse entnehmen konnte, hat die WM in Rußland doch deutlich gezeigt, das es sehr viele Kontakten zwischen Fans und Einheimischen gegeben hat, also doch gerade DIE Gelegenheit schlechthin Kontakte/FReundschaften zu knüpfen, die über die WM hinaus Bestand haben können...

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happyrocker 25.07.2018, 09:24
62.

Zitat von lachina
dass auch in ehemals kolonisierten Völkern Herrenmentalität gibt. Ein arrogantes kleines dummes Ding plustert sich auf und kriegt auch noch Publicity, weil es ein hübsches Lärvchen besitzt. Oder was genau wollte mir dieser Artikel sagen? PS: So "schlau " wie die junge Dame ist, soll sie aufpassen mit dem Botox, in größeren Dosen ist das ein Gift....
Die arabische Halbinsel war nie von irgend jemandem kolonialisiert.

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CobCom 25.07.2018, 09:33
63.

Falscher Titel!
Wenn Botox so wichtig ist wie sie selbst sagt, ist das Gesicht nicht schön sondern tot wie z.B. bei einbalsamierten und bemalten Mumien. Das kann nett aussehen, aber schön im Sinne lebendiger Wesen ist es nicht.
Und was tatsächlich hinter der angeblich schönen Maske steckt, tritt ja im Bericht in aller Deutlichkeit zu Tage.

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Ezechiel 25.07.2018, 09:40
64. Was tut man dieser Frau an.

Man stelle sich vor, diese geniale Schminkkünstlerin mit ihrer für die Menschheit unverzichtbaren Gabe, ist nun gezwungen einmal in der Woche selbst die Tür auf zu machen wenn es klingelt. Ich wünsche ihr die aller schlimmste Pickel und Warzen.

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quercusuevus 25.07.2018, 10:03
65.

Zitat von kajoter
... Eine schon fast als koordinierte Industrie anzusehene Plattform für bildungsresistente Menschen und Inhalte. Von RTL & Co. bis zu den "Nachrichten", die einen auf der Startseite unseres Email-Providers präsentiert werden, überall wimmelt es von den Dieter Bohlens und Paris Hiltons und deren Kolleginnen und Kollegen. Und die dekadenten Aussagen der Kuwaiterin finden durchaus gewisse Vorstufen auch bei der deutschen Mode- und Kosmetikindustrie. ...
Sie setzen Sklaverei und Ausbeutung von Abhängigen mit der seichten Unterhaltungsindustrie in Deutschland gleich ? Mein Rat an Sie: viel trinken, sich im Schatten aufhalten und vielleicht einmal dieses Dokument aufmerksam durchlesen:
https://www.amnesty.de/alle-30-artikel-der-allgemeinen-erklaerung-der-menschenrechte

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Fxxx 25.07.2018, 10:09
66. Das tolle Mindset im Nahen Osten!

Die Moralkeule wird geschwungen gegen Karikaturen, Juden und die Amis. Aber gegen die menschenverachtenden Zustände, die in fast der ganzen Region Normalität sind hat anscheinend kaum einer etwas einzuwenden.

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quercusuevus 25.07.2018, 10:14
67.

Zitat von ridr
Durch den Verbrauch fossiler Brennstoffe werden solche Staaten und Gesellschaften am Leben erhalten. Ein konsequente Elektrifizierung von Haushalt und Verkehr kann den mittelalterlichen Spuck nachhaltig beenden.
Nein. Mauretanien hatte z.B. nie Öl, dennoch ist die Sklaverei dort de facto immer noch existent:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sklaverei_in_Mauretanien

Sklavenhaltung (vor allem von schwarzafrikanischen Menschen) ist und war in islamischen Ländern weit verbreitet und akzeptiert, es gibt im islamischen Recht zahlreiche Regelungen zum Umgang mit Sklaven:

https://de.wikipedia.org/wiki/Sklaverei_im_Islam

Da helfen nur Aufklärung und Säkularisierung, nicht Elektrifizierung.

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Edgard 25.07.2018, 12:38
68. Nein, ein schönes Gesicht...

ist es nicht; Schönheit drückt sich bekanntlich (und das kann man u.a. bei Friedrich Schiller nachlesen) auch und vor Allem in der Haltung und der Persönlichkeit aus.
In diesem Fall eben nur eine hübsche Fassade vor einem hässlichen Charakter.
Aber - vielleicht kommt der Hochmut auch hier vor ebendiesem Fall.
Ich würde es der "Dame" gönnen und wünschen - zwecks Einsicht und Besserung.

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slartibartfass2 25.07.2018, 14:02
69. Na klar. Wer es glaubt?!

Zitat von satissa
Hausangestellte wie Fahrer und Dienstmädchen in den Golfstaaten unterliegen bilateralen Abkommen. Es wird ein standardisierter Vertag zwischen z. B. Kuwait und den Philippinen ausgehandelt, der alles genau regelt, von der Arbeitszeit über die Vergütung bis hin zu Urlaub und Heimreise. Insofern wissen die Entsendestaaten, was auf ihre Mitbürger zukommt. Ein Arbeitgeber muss 2 Agenturen bezahlen, die im Entsendeland und die im Empfangsland, muss das Hin- und Rückflugticket hinterlegen und die Krankenversicherung im Voraus bezahlen. Die Abnahme des Passes ist eine Art Schutzmaßnahme des Arbeitgebers für seine Vorabinvestition, denn auch in Kuwait gibt es einen Schleppermarkt, die Neuankömmlinge werden mit falschen Versprechungen zum Fortlaufen animieren. Diese werden dann richtig ausgebeutet oder in die Prostitution gezwungen. Das große Dilemma ist, dass die Botschaften der Entsendeländer sich nicht für ihre Mitbürger einsetzen, so wie es eine deutsche Botschaft tut, denn diese Länder sind auf die Petrodollars, die diese Hausangestellten in die Heimatländer überweisen, angewiesen.
Genau! Die Abnahme des Reisepasses ist also 'Schutz vor möglicher Prostitution'. Ich habe selten so einen argumentativ schwachmatischen Kram gelesen.

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