Forum: Politik
Gauck, Klarsfeld und die Stasi: Deutschstunde

Die Kandidaten zur Bundespräsidentenwahl können die Deutschen eine Menge lehren. Hoffentlich nutzt der Kandidat Joachim Gauck die Chance, auch etwas über sich selbst zu lernen. Es wäre höchste Zeit.

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Florian_Geyer 15.03.2012, 17:27
50. KIndergartenspiele

Zitat von sysop
Die Kandidaten zur Bundespräsidentenwahl können die Deutschen eine Menge lehren. Hoffentlich nutzt der Kandidat Joachim Gauck die Chance, auch etwas über sich selbst zu lernen. Es wäre höchste Zeit.
Nach dem Lesen des Komentares kann ich nur sagen, es entbehrt nicht einer gewissen Tragik, dass Söhne immer wieder nur ansatzweise das Format ihres Erzeugers, in diesem Fall Martin Walser, erreichen.

Wir sehen ja auch bei Fritsch, Krüger usw. der Nachwuchs erreicht noch nicht einmal Mittelmaß. Was soll eigentlich dieser Kommentar zum Ausdruck bringen? Das wir in einem Kindergarten leben, im Sandkasten spielen und uns gegenseitig mit Sand bewerfen?

Die Lebensläufe der selbst ernannten Nazijägerin (Dieses Format hatte vielleicht Simon Wiesenthal) Klarsfeld und des protestantischen Pfarrers in einer kommunistischen Diktatur sind so diametral unterschiedlich, dass Sandkastenspiele deplaciert sind und sich ausschließen.

Frau Klarsfeld hat einen einwandfrei exkulpierten Bundeskanzler georhrfeigt, sprich eine strafrechtlich zu würdigende Körperverletzung begangen und wurde dafür von der SED belohnt durch eine finanzielle Zuwendung.

Die jetzt herausgegrabene Causa Gauck im Zusammenhang mit dem Kirchentag 1988 ist einfach nur typisch für die Mentalität und die geistige Verfassung unserer journalistischen Elite. Hafner, Gaus und andere würden sich wohl angewidert abwenden...

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ehrensöldner 15.03.2012, 17:28
51. Peinlich

Der Widerstandskämpfer Joachim Gauck als Bundespräsident, ha ha. Er saß wohl ähnlich wie Frau Merkel 11/89 in der Sauna und hat erst mal abgewartet, was passiert. Die Person Gauck ist mit Sichereheit nicht der BP aller Deutschen. Kein Verständnis für das Aufbegehren der Jugend; Freiheit als verquerter redundanter Begriff der Kapitalfreiheit; undurchsichtige Vergangenheit insbesondere mit Blick auf evtl. "Stasi-Verbindungen etc.
Na ja, ob sich die Grünen mit Gauck auf dem Schild einen Gefallen getan haben, darf bezweifelt werden, ist aber Ausdruck des Losgelöst-Seins von den eigenen Wurzeln und Hinwendung zu einer Öko-FDP der beamteten Besserverdiener.

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flieder2 15.03.2012, 17:42
52. hallo mariobocks

[QUOTE=mariobocks;9829824]Wenn ein ehemaliger Innenminister der CDU (Peter-Michael Diestel) den damaligen Pastor Gauck als Stasi-Begünstigten nennt, wird man hellhörig. Bereits am 23.04.1991 veröffentlichte „DIE WELT“ das Terpe-Papier (nach einem Hauptmann des Ministeriums für

Ihr Beitrag - bitte nicht persoenlich nehmen- verursacht mir Uebelkeit.
Woher haben Sie dieses Wissen?
Wenn das stimmt, damit koennte ich Merkels Aversion gegen Gauck erklaeren, waere das der Hammer!
Ich habe leider nicht die Quellen, bitte machen Sie weiter.

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Spiegelkritikus 15.03.2012, 17:43
53. Auseinandersetzung mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist gefordert

Zitat von sysop
Die Kandidaten zur Bundespräsidentenwahl können die Deutschen eine Menge lehren. Hoffentlich nutzt der Kandidat Joachim Gauck die Chance, auch etwas über sich selbst zu lernen. Es wäre höchste Zeit.
Was der CSU-Kettenhund Dobrindt zu Frau Klarsfeld von sich gibt, ist in etwa so wichtig, wie wenn in China ein Sack Reis umfällt. Es geht ihm natürlich um Diffamierung der Linkspartei, was sonst.

Tatsache ist, dass Klarsfeld in einem Nachkriegsdeutschland, das viele ehemalige Nazileute in Amt und Würden gebracht hatte, mutig gegen ehemalige Täter vorgegangen ist. Die dergestalt unrühmliche Vergangenheit der Bundesrepublik ist bis heute nicht vollständig öffentlich aufgearbeitet.

Ähnliches gilt freilich für einstige SED-Leute, die als Wendehälse von unseren etablierten politischen Parteien aufgenommen und mit Staatsposten versorgt wurden. Darüber wurde in vielen Fällen der Mantel des Schweigens gelegt, so wie einige Jahrzehnte früher über den braunen Sumpf im Staatsapparat.

Es ist nachgerade zynisch, wenn SED-Erben allein bei der Linkspartei verortet werden, um damit legitime und wichtige Anliegen dieser demokratisch gewählten Partei nachhaltig zu diskreditieren. Selbstredend muss die Linke daran arbeiten, den Ballast etwaiger DDR-Nostalgiker los zu werden und sich geschlossen und vollständig auf dem Boden des GG zu bewegen.

Der zukünftige BP Gauck ist mit Sicherheit kein absoluter Saubermann, dazu gibt es zu viele Ungereimtheiten bezüglich seiner tatsächlichen Rolle vor der Wende. Es bleibt abzuwarten, ob bzw. inwiefern er in der Lage ist, ausser einer Freiheitsapologie virulente soziale Themen und Probleme kritisch aufzugreifen - dazu zählt auch ein falsch verstandenes, ökonomisch verengtes und letztlich Unfreiheit generierendes Freiheitsverständnis!

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matz-bam 15.03.2012, 17:44
54. vielleicht falsch verstanden??

Zitat von tthomas
wenn Leute, die im sicheren westen lebten, darüber urteilen wollen, ob jemand in der DDR nun mutig, weniger mutig, feige, weniger feige, aufmüpfig oder zahm, lauwarm oder eiskalt war. Und dieser sichere Platz verführt nun heute einen Journalisten dazu, ..
Es geht, zumindest mir, nicht darum, dass Herr Gauck wie so viele andere sich angepasst hat, dass er auf Bitten der Behörden den 88er Kirchentag zur Zufriedenheit der Behörden entschärft hat:„Wörtlich äußerte Gauck: ‚Der Kirchentag 1988 ist zum Feiern da und nicht zum Demonstrieren!‘ “Es geht letztlich auch nicht um seine Privilegien in der DDr.Alles ok.
Was mir übel austösst ist, dass er das und sich als Widerstand bzw. Widerstandskämpfer uminterpretiert.Es geht nicht um angepasst sein in der DDR , sondern um Ehrlichkeit heute. Ich will einfach nicht schon wieder einen Lügner vorgesetzt bekommen.Mehr nicht.

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berslau 15.03.2012, 17:48
55. Danke rieussec! Sie treffen genau den Punkt. Es wird jetzt viel "gegauckt" nachdem

man den armen Medienkonsumenten erbarmlos "gewullft" hat. Hauptsache, es gibt ein Thema, das man zur nächsten Gelegenheit ausschlachten kann. Diesmal geht es um die Sehnsucht nach einer Erlösergestalt.
P.S. Meine vorige unvollendete Antwort an Sie kam aus Versehen wegen einer falschen Taste, sorry.

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Anton T 15.03.2012, 17:50
56. ganz

Zitat von mariobocks
Wenn ein ehemaliger Innenminister der CDU (Peter-Michael Diestel) den damaligen Pastor Gauck...
Danke für Ihren erhellenden Beitrag und Danke an Jakob Augstein, der noch einmal pointiert zusammengefaßt hat, was seit Wochen in verschiedenen Zeitungen über Joachim Gauck zu lesen war: daß wir nämlich am nächsten Sonntag ein wirklich faules Ei als Bundespräsidenten bekommen. Und die Dorftrottel von CDU und FDP sind ganz begeistert.

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la1402 15.03.2012, 17:55
57.

Zitat von mariobocks
Wenn ein ehemaliger Innenminister der CDU (Peter-Michael Diestel) den damaligen Pastor Gauck als Stasi-Begünstigten nennt, wird man hellhörig.
Nein, das ist doch offensichtlich. Es ist bekannt, dass unter Diestels Leitung als DDR Innenminister Unmengen an Stasi-Unterlagen vernichtet wurden und er auch heute vorwiegend ex-IMs und Stasi Mitarbeiter als Anwalt vertritt. Der Vertritt seine Klientel und als Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde war Gauck natürlich sein Gegener. Der versucht jetzt alles, Gauck ans Bein zu pinkeln.

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own_brain_user 15.03.2012, 18:28
58. Meisterhaft.

"und sich bezahlen läßt", nun das ist Definitionssache.Er hatte eine Menge Vorteile und Privilegien, wie Westreisen, Westauto, seine Söhne konnten problemlos ausreisen etc. Wenn Sie das bezahlt werden nennen wollen.Naja, vielleicht. Meisterhaft missverstanden und daneben beantwortet. Oder auch daneben verstanden und missbeantwortet. Habe mich köstlich amüsiert. Danke!

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Heinrich 15.03.2012, 18:37
59. mir graut's vor dir

Es ist bedauerlicherweise immer dasselbe mit diesem Kolumnisten:
Seine Beiträge beruhen regelmäßig auf einem verklitterten Geschichtsbild, zur Rechtfertigung eines unpassenden Vergleichs - wie hier der Vita der Kandidaten um das Amt des Bundespräsidenten - werden zur Schürung von Verdachtsmomenten journalistisch unaufbereitete Suggestivfragen aufgeworfen, Fakten begradigt und der eigenen These Zuwiderlaufendes verklärt - das alles nur um zu dem Ergebnis gelangen zu können, der Gauck ist eigentlich auch nicht besser als die Klarsfeld.

Dies ist für eine Kolumne prinzipiell in Ordnung, nur sollte sie nicht vorgeben, mehr zu sein als auf der Basis abgeschlossener Weltanschauung basierende Meinungsmache, die sich selbst nie die Möglichkeit einräumen möchte, etwas über sich selbst zu lernen.

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