Forum: Politik
Gauck und Merkel: 2:0 für Luther

Gauck und Merkel - zwei ostdeutsche Protestanten führen jetzt das Land. Adenauer würde sich im Grabe umdrehen. Aber wenn Gauck ein Lehrmeister der Demokratie sein will, muss er selber noch viel lernen.

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M. Michaelis 23.02.2012, 17:05
130.

Zitat von WertPacket
Da wüsste ich auch keine Antwort drauf. Ich finde trotzdem das betreffende Bibelzitat unpassend. Allerdings habe ich auch das Gefühl, dass Herr Gauck sich gern schmeicheln lässt.
Wie im Grunde jeder Mensch.

Es ist langsam ein Trauerspiel dass man in Deutschland mittlerweile zu doof ist einen Präsidenten zu wählen der nicht vorzeitig das Handtuch wirft.

Es geht um den Bundespräsidenten, nicht um einen Säulenheligen, Messias oder Idol.

Gauck ist noch nicht mal im Amt und wird schon zwischen Heilserwartungen und DDR-Erbe zerredet.

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M. Michaelis 23.02.2012, 17:07
131.

Zitat von hxx6102849
Überschuldet haben sich die Banken
Und die Staatshaushalte, die mit dem Füllhorn durch die Welt ziehen und Politik mit der Geldbörse machen.

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physikus_alt 23.02.2012, 17:23
132. Passt so - CSU

Zitat von al2510
Wenn Herr Gauck es nicht einmal schafft seiner Ehefrau mit 4 Kindern treu zu bleiben. Wen oder was kann er dann ein Leben lang ertragen? Was er als Freiheit versteht, ist doch eher Bindungsunfähigkeit, Maßlosigkeit.
Offenbar wissen Sie genau weshalb er getrennt lebt.
Was geht uns sein Privatleben an. Die Medien stochern viel zu viel im Privatleben der Politiker/Stars etc. herum, weil alle so GEIL auf Enthüllungen sind.
Mag sein, wenn einer wie Scharping sein Privatleben instrumentalisiert, dass er dann damit auf die Schnauze fällt. Aber sonst? Wir lassen doch den Schröder, den Seehofer, den Fischer auch in Ruhe oder wollen wir ein Punktesystem für Treue einführen, nachdem ein Politiker zu messen ist? Auch bei Wulff sprach niemand davon, dass er geschieden und wieder verheiratet ist. Es waren andere Dinge, über die er stolperte.

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will-shakespeare 23.02.2012, 17:32
133. Soziale Marktwirtschaft

Zitat von multyy
Ich denke ueber 70 Jahre Sowjetunion, nach dem Krieg Osteuropa und auch viele andere Versuche zeigten doch wohl deutlich, dass diese System(e) nicht funktionieren.
Mit dem Verweis auf diese zu Recht gescheiterten Diktaturen wird leider immer wieder versucht, jegliche politische Ideen, die auf soziale Gerechtigkeit zielen, zu diskreditieren.
Die Gleichung Kapitalismus = Demokratie geht allerdings auch nicht auf, da es immer mehr Verlierer gibt und der Kapitalismus auf Ungleichverteilung basiert. Wie bei Monopoly. Ziel jedes Spielers ist es, reich zu werden (an Geld und Besitz) und die anderen Spieler pleite und abhängig zu machen. Genau das passiert in den USA und wir bewegen uns dank neoliberaler Kräfte in dieselbe Richtung. Die "Soziale Marktwirtschaft" (eine sehr gute Idee) existiert leider nur noch in Ansätzen. Ich nenne das Resultat davon nicht mehr Demokratie (im Sinne von "Herrschaft des Volkes)".

Zitat von multyy
Der Sozialismus funktioniert nur auf dem Papier. Deshalb finde ich so wie es ist in Deutschland eigentlich recht gut, ich stehe weder links noch rechts. Im Sozialismus gehts allen gleich gut oder eher gleich schlecht, in der sozialen Marktwirtschaft hat man wenigstens die Chance sich zu verbessern.
... aber nur unter sehr idealen Bedingungen. Wenn man in dem System erst einmal gescheitert ist - was man nicht einmal selbst verantwortet haben muss, sind die Chancen zumeist passee.
Im Prinzip KANN tatsächlich jeder (aber nicht alle) wohlhabend und reich werden- aber immer nur auf Kosten vieler anderer.
Global gesehen kann es kapitalistischen Staaten nur gut gehen, indem die Ressourcen armer Länder aquiriert werden.

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tollhans 23.02.2012, 17:37
134. Da fehlt doch noch etwas!

Zitat von Spiegelkritikus
Nun wird also eine neuer, teurer BP im Schloss Bellevue installiert. Er wird voraussichtlich nicht so ausdauernd grinsen wie sein Vorgänger, aber damit können wir leben.. Viel wichtiger sind die Worte, die er an ein andächtig lauschendes Publikum richtet. Und da ist Gauck in seinem Element: Er liebt es, seinen Schäfchen ins Gewissen zu reden! Die obligatorische Kanzel sollte umgehend hoch im Schloss angebracht werden. Was wird er einer nach Halt, Führung und Orientierung lechzenden deutschen Öffentlichkeit bald wortgewaltig verkünden? Na klar, sein Evangelium! Er wird sein zwar einziges, dafür aber zeitloses Thema "Freiheit" in den höchsten Tönen preisen und immer neuen Schattierungen präsentieren. Er wird allen klarmachen, dass sie sich mehr als glücklich schätzen dürfen, in einem Hort der Freiheit jenseits von Zwang und Unrecht zu leben. Unsere Bürger werden von einem bisher nicht gekannten, heftigen Stolz auf ihr Land erfasst werden und lernen, dass ökonomische und bürgerliche Freiheit untrennbar zusammengehören .... Die Deutschen werden dankbar dafür sein, dass ihnen endlich einer die Augen geöffnet hat, der weiss, wovon er spricht und worauf es wirklich ankommt: Absolute Freiheit für alles und jeden! Vielleicht können sogar die Republikaner in den USA noch etwas von ihm lernen, wer weiss.
Der Schwenk zu den Republikanern ist genial, denn er weist auf ein
Wesenselement, das all diese Freiheitsfetischisten hoch schätzen: das
so-tun-als-ob, brutaler: die Heuchelei.

Von seiner imaginären Kanzel aus müsste Gauck an und für sich verkünden, dass zu den unschätzbaren Freiheitswerten die Trennung der Partner in einer bestehenden Ehe gehört, wobei die finanziellen Vorteile der nunmehr papiernen Ehepartner bestehen bleiben (Steuer, Versicherung usw. usf.).

Vielleicht wäre es auch gradlinig, für die Abschaffung der kirchlichen Trauung einzutreten (schließlich gibt es auch keine kirchliche Scheidung). Vielleicht fühlt er sich seiner Kirche gar nicht mehr verbunden. Das wäre ein Beweis seiner Lernfähigkeit: heraus damit!

Wohlgemerkt, die zitierten Punkte sind Privatsache Gaucks und sollen hier nicht moralisierend aufgegriffen werden. Doch können wir davon ausgehen, dass Gauck innerlich dazu steht. Dann ist es angesichts seiner vielgerühmten Gradlinigkeit seine Pflicht als BP, entsprechend Stellung zu beziehen.

Richtig interessant wäre es, die finanziellen Vorteile der Nicht-Scheidung auszuloten. Natürlich ist ein derartiges Verhalten legal und legitim. Aber ist es vorbildlich? Die Parallelen zu Wulff treten hervor. Dessen mutmaßliche Verfehlungen (juristisch relevant oder irrelevant) ereigneten sich vor seiner Präsidentschaft. So auch hier.

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kuac 23.02.2012, 17:44
135. Weiter ausbeuten...

Zitat von Ossi Ostborn2.0
Die Bankenrettung ist Vorzeigesozialismus par excellence...wie hätten denn die sozialistischen Volksrepubliken Europas sonst weiterhin ihre 50% Staatsquote finanzieren wollen? Kapitalismus hätte bedeutet: Pech, verspekuliert, Pleite gegangen. Alle zusammen. Hedgefonds, Banken, Versicherungen, Pensionskassen, Landesbanken...tschüssikofski und machts gut...
Diese Form von Kapitalismus, der Ihnen vorschwebt, ist längst von den Betreibern (mit Hilfe der Lobby-abhängigen Politiker) abgeschafft worden. Stattdessen, haben wir eine Art Kapitalismus, wobei die Gewinne privatisiert und die Verluste von Steuerzahlern getragen wird. Deshalb, die Bankenrettung ist und war kein Vorzeigesozialismus, sondern eine abartige Form des Kapitalismus, um die Menschen unter allen Umständen weiter auszubeuten.

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Ossi Ostborn2.0 23.02.2012, 17:47
136. Titel für heute aus...

[QUOTE=will-shakespeare;9699004]Mit dem Verweis auf diese zu Recht gescheiterten Diktaturen wird leider immer wieder versucht, jegliche politische Ideen, die auf soziale Gerechtigkeit zielen, zu diskreditieren.
Die Gleichung Kapitalismus = Demokratie geht allerdings auch nicht auf, da es immer mehr Verlierer gibt und der Kapitalismus auf Ungleichverteilung basiert. Wie bei Monopoly. Ziel jedes Spielers ist es, reich zu werden (an Geld und Besitz) und die anderen Spieler pleite und abhängig zu machen. Genau das passiert in den USA und wir bewegen uns dank neoliberaler Kräfte in dieselbe Richtung. Die "Soziale Marktwirtschaft" (eine sehr gute Idee) existiert leider nur noch in Ansätzen. Ich nenne das Resultat davon nicht mehr Demokratie (im Sinne von "Herrschaft des Volkes)".


Zitat von will-shakespeare
... aber nur unter sehr idealen Bedingungen. Wenn man in dem System erst einmal gescheitert ist - was man nicht einmal selbst verantwortet haben muss, sind die Chancen zumeist passee.
An dieser Stelle gebe ich Ihnen Recht. Das liegt aber zumeist an zu viel Regulierung und Verkrustung. Wenn Sie als junger Ingeneur bei einer Firma anklopfen, die gerade keine Stelle frei hat, aber gern einen unfähigen Mitarbeiter freistellen würde und dafür Ihnen eine Chance geben würde, ist es einfach nicht möglich. Der Faule bleibt drin, sie als junger motivierter draussen. Danke liebes Kündigungsschutzgesetzt. Fragen Sie mal die Jugend in Spanien, Frankreich, Italien. Das ist deren Problem. Das ist ein Problem von gewollter sozialer Gerechtigkeit, die aber auch nur Ungerechtigkeiten schafft.

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Peter Uhlemann 23.02.2012, 17:51
137. Zerredet

Zitat von M. Michaelis
Gauck ist noch nicht mal im Amt und wird schon zwischen Heilserwartungen und DDR-Erbe zerredet.
Es gehört zum Wesen der Demokratie, dass man über die Vor- und Nachteile eines Kandidaten für das höchste Staatsamt diskutiert, und zwar bevor er gewählt wird.

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Ossi Ostborn2.0 23.02.2012, 17:52
138. Titel für heute aus...

Zitat von kuac
Diese Form von Kapitalismus, der Ihnen vorschwebt, ist längst von den Betreibern (mit Hilfe der Lobby-abhängigen Politiker) abgeschafft worden. Stattdessen, haben wir eine Art Kapitalismus, wobei die Gewinne privatisiert und die Verluste von Steuerzahlern getragen wird. Deshalb, die Bankenrettung ist und war kein Vorzeigesozialismus, sondern eine abartige Form des Kapitalismus, um die Menschen unter allen Umständen weiter auszubeuten.
Dieses Revoluzzer-Gewäsch geht mir tierisch auf die E*er...die "ausgebeuteten" Menschen hatten noch nie einen so hohen Lebensstandard und Lebenderwartung wie heute.

Wenn Ihnen das alles so zuwieder ist und Sie sich nicht mehr ausbeuten lassen wollen, geben Sie ihren Wohnungsschlüssel ab und ziehen Sie in den Wald.

Diese hohlen Phrasen infantiler Theken-Revoluzzer sind wirklich unerträglich.

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zur-zeit 23.02.2012, 17:54
139. Mut, Mass & Glück !

Es ist richtig, dass Gauck VOR der Wahl genau durchleuchtet wird. Was man bei Wulff offensichtlich versäumt hat. Ergebnis bekannt (aber ermutigend).
Wenn er - ich finde zu Recht - Sarazzin Mut attestiert hat, weil der es gewagt hat, einige unbequeme und überhaupt nicht zeitkonforme Gedanken zu den Ausländern, insbesondere den Muslimen in Deutschland zwischen Buchdeckel zu klemmen und dafür in Kauf zu nehmen, seinen Job bei der Deutschen Bundesbank zu verlieren, den SPD-Parteiausschluss zu riskieren und zum allgemeinen Buhmann der Politikerzunft zu werden, so hoffe ich, dass er denselben Mut aufbringt, das, was da über Jahre hinweg an rechtsextremen Morden gegenüber Türken passiert ist, deutlich als das zu bezeichnen, was es ist, nämlich ein scheussliches Verbrechen. Das Gleiche würde ich übrigens von Sarrazin selbst erwarten.

Und im übrigen wünsche ich ihm, dass er der Versuchung widersteht, sich selbt einen Heilgenschein aufzusetzen, was seine Vergangenheit und die neue Rolle betrifft - er hat es selbst in der Hand, ob seine Worte in Zukunft Ehrlichkeit, Mut und Gewicht haben, oder als Schönwetterreden eines abgehobenen Sonntagspredigers wahrgenommen werden.

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