Forum: Politik
Gauck-Wahl: Merkels heimlicher Sieg
dapd

Scheitern als Chance: Angela Merkel macht den dritten Versuch, einen geeigneten Kandidaten für das höchste Staatsamt zu finden. Diesmal kommt es darauf an, die Opposition klug einzubinden. Wenn die Kanzlerin alles richtig macht, könnte sie sogar gestärkt aus dem Präsidentendebakel hervorgehen.

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mr_supersonic 26.02.2012, 08:42
90. ...

Zitat von sysop
Scheitern als Chance: Angela Merkel macht den dritten Versuch, einen geeigneten Kandidaten für das höchste Staatsamt zu finden. Diesmal kommt es darauf an, die Opposition klug einzubinden. Wenn die Kanzlerin alles richtig macht, könnte sie sogar gestärkt aus dem Präsidentendebakel hervorgehen.
Natürlich ist Gauck ein Kandidat, der rein taktisch gewählt wurde. Einerseits von FDP-Fipsi, um zu zeigen: "Die FDP gibt es noch!".
Und andererseits von SPD und Grünen, um die Kanzlerin vermeintlich zu schwächen.

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karlv 26.02.2012, 09:14
91. keine Wahl

nachdem die FDP die Öffentlichkeit über ihre Gauck-Unterstützung informiert hatte, hatte Merkel nur noch die Wahl zwischen Ende der Koalition und Gauck. Natürlich ist Gauck das kleine Übel (was er mal sein wird, wird sich noch zeigen).
Merkel und Gauck kennen sich sehr gut. Sie weiß was sie mit ihm bekommen wird.
Ein Bruck der Koalition dagegen hätte uns ins Wahlchaos gestürzt - Regierungsunfähig in Zeiten der EU-Krise. Merkel hatte also gar keine Wahl (sie will natürlich auch die Macht).
Die FDP dagegegen hat sich mal wieder (oder wie immer-siehe Steuersenkungsdebatte) verantwortungslos gezeigt, für einen winzig kleinen Scheintriumpf - Gauck wird nämlich nie ihr Kandidat ein.
Es ist Merkels Pragmatismus, den die Wähler schätzen. Sie ist gerade nicht Parteiideologisch verblendet, sondern trifft mit geradezu wissenschaftlichem Kalkül ihre Entscheidungen. Das kommt besser und nachhaltiger an, als Röslers (und anderer) Bauchgefühlpolitik.

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Kalaschnikowa 26.02.2012, 09:22
92. Mutti kann es!

Zitat von lissy2012
Merkel kann sich gar keinen angenehmeren Präsidenten wünschen als Gauck. Ihr Widerstand gegen ihn wird ihr - wie so vieles - nicht schaden. Wie macht die das bloß?
Man kann es oder man kann es nicht..... so einfach ist das! Mein Eindruck: Mutti kann es! Vielleicht wird es ihr auch recht einfach gemacht, man muss sich nur die "Gegenspieler" angucken: Gabriel, die Stones, Westerwelle, Rösler, Claudi Roth, Trittin oder die beiden Witzfiguren der Linken - ist schon recht traurig, dieser Anblick!
Nur ein Beispiel: wer von den verehrten Mitforistinnen/-en würde denn sein sauer erspartes Geld einem dieser Zwerge anvertrauen?

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Maya2003 26.02.2012, 09:27
93. ...

Zitat von Marita
Vielleicht war alles ja auch nur ein Missverständnis: Merkel meinte aus Rücksicht auf ihre - vor allem katholischen - Parteifreunde, Gauck nicht unterstützen zu können. Und ihre Parteifreunde meinten, man könne Merkel keinen Gesichtsverlust zumuten, wenn man nach Wulff jetzt zu Gauck umschwenken würde. So könnte es sein, dass Merkel insgeheim gar nicht so unglücklich über das Vorpreschen der FDP war. Indizien dafür: Gauck sprach von der "Zuneigung" Merkels für ihn. Ein starkes Wort. Und auch Rösler deutete an, er habe den Eindruck gebabt, Merkel sei gar nicht so sehr gegen Gauck gewesen.
Ja warum hat sie dann nicht den Mut besessen den Vorschlag der SPD sofort anzunehmen ? Sie will doch "Deutschland dienen" und den "besten Kandidaten" für das Amt.
Nein, die Dame hat natürlich nicht das Wohl des Landes im Blick, sie hat ihren Kanzlerstuhl , und nur diesen, bei JEDER politischen Aktion im Blick. Es ging ihr immer nur um IHRE Machtposition - und wenn sie nebenbei den Ruf des Bundespräsidenten und sein Amt ruiniert, wenn sie den Euro vollends versenkt - Angela Merkel liebt nur sich selbst. Die Kanzlerschaft um jeden Preis. Denn ohne deren Aura würde schnell offenbar was die Frau in Wirklichkeit ist - eine machtgeile, eiskalte, menschlich unzugängliche Karrieristin ohne festes moralisches und ethisches Fundament. Der perfekte Wendehals, der geistig in der Bundesrepublik Deutschland, der Bonner Republik, nie angekommen ist. Sie hat das Land und seine westdeutsche Mehrheit nie verstanden, sondern ihre fehlende Empathie mit reiner Machtpolitik zu übertünchen versucht. Daß ein Kanzler mehr ist als nur Anführer der parlamentarischen Mehrheit ist ihr nicht zu vermitteln. Kalter Bürokratismus ersetzt kein Charisma, macht aus einer Machtmaschine noch keine große Politikerin.

Die Frau hat Macht, aber Macht ohne Herz. Deshalb wird sie vielleicht lange Kanzlerin bleiben, eine große wird sie aber ganz sicher nicht.

Vielleicht hat sie "gesiegt". Schade nur daß jeder Sieg dieser Person das Land eine Stufe nach unten führt. Und anscheinend spürt sie das nicht einmal.

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fr.rottenmeier 26.02.2012, 09:42
94. Sie

Zitat von Putinfreund
Das Unbehagen, daß da noch ein paar größere Brocken bekannt werden könnten und BP Nr. 3 ihrer Amtszeit wieder vorzeitig abdanken müßte, was letztendlich ihr selbst politisch die Beine wegschlagen könnte.
vergessen, dass aufgrund der Machtverhältnisse in unserem Land ein BP nicht einfach so abdanken muss. Er wird abgedankt, wenn das gewollt ist.
Verstehen Sie mich nicht falsch, um Wulff war es nicht schade. Aber was auch immer der Grund war, sie wollten ihn weghaben.
Und genauso wird es sich mit Gauck verhalten. Wenn sie ihn loswerden müssen, wird ihnen das gelingen. Und das können sie auch ohne dass Frau Merkel beschadet wird. Ich denke Sie unterschätzen die Politstrategen.
Und wenn Merkel irgendwann mal politisch die Beine weggeschlagen werden sollen, wird auch das gelingen. Aber das wird nicht nötig sein. Sie weiß welche Rolle sie zu spielen hat und sie tut es offensichtlich auch gerne. Und dass Gauck moralische Bedenken entwickelt gegen politische Entscheidungen dieser Regierung, scheint mir auch unwahrscheinlich. Alles andere dürfte wohl egal sein. Der stellt schon nichts an.

Ich bin der Überzeugung, dass in diesen Etagen nichts, aber auch rein gar nichts, einfach mal so passiert. Und weder ein Herr Gauck noch eine Frau Merkel haben da irgendein Mitbestimmungsrecht.

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k.kujau 26.02.2012, 09:47
95. von wegen "wissenschaftliche" Deuter

Zitat von caledonian2010
Das ist TRIVIALSTE Überlebensstrategie und die wissenschaftlichen Deuter mystifizieren und ÜBERHÖHEN auch hier schon wieder diese Politikerin.
Langguth ist Soldat der CDU-Kaderschmiede "Uni" Bonn, die mehr im rheinischen Klüngel steckt als in der Wissenschaft. Was die teilweise jahrzehntealten Plagiatsfälle (Mathiopoulos, Chatzimarkakis et al.) dort zeigen.

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Maya2003 26.02.2012, 09:48
96. ..

Zitat von Dani
... Wirklich bewundernswert. Ich hoffe diese kluge und schlaue Frau wird uns noch lange erhalten bleiben. Mit Gauck jetzt als Präsident und Merkel als Kanzlerin haben wir wirklich wieder ein Führungspaar mit enormem Rückhalt in der gesamten Bevölkerung...durchschnittlich jeweils 75%. Das müssen andere erst mal schaffen. Das freut mich als Ossi besonders... :)

Sie glauben 75% der Mitbürger finden Merkel gut ? Glauben Sie weiter :)

Und bitte, auch wenn sie im Osten leben, der lieber Herr Gauck hat NICHTS zu führen. Er darf seine salbungsvollen Reden halten - am liebsten vor Bankern - aber "führen" wird der Mann mich und viele Mitbürger garantiert nicht.
Als Ex-Pfaffe kann er ja die Ungerechtigkeit der Welt besonders schön mit Worten zukleistern - Gottes Wille offenbart sich dann eben in Steuerleichterungen für Millionäre uns Sozialkürzungen beim Pöbel.
Ganz in protestantischer Tradition wird er dem Kaiser geben was des Kaisers ist; Respekt vor der Obrigkeit fordern und ab und zu auf die Kommunisten einprügeln. Alles nicht neu; aber bitte erwarten Sie nicht von allen Deutschen dieses heuchlerische Gerede mit geistiger Führung zu verwechseln.
Manche Bürger versuchen eben hinter die Fassade zu blicken. Auch wenn es anstrengender ist als Jubelmeldungen bei BLÖD zu lesen. Der Demokratie kann es nur zum Vorteil gereichen nicht zu den 75% zu zählen. Etwas mehr kritische Distanz zu den "Oberen" täte dem Lande gut.

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drehrumbum 26.02.2012, 09:50
97.

Schlimm genug, daß die Medien die Parteien und diese sich selbst nach einer Kandidatenkür in Gewinner und Verlierer einteilen, wobei nicht einmal die Positionen und Schwerpunkte des Kandidaten eine Rolle spielen, sondern der Verlauf der Kandidatensuche, eventueller Erfolg/ Mißerfolg, ja sogar gefühlte Diskussionen bei einem einem eventuellen dritten Scheitern eines BP. Das alles, obwohl es sich diesmal nicht um einen Kandidaten handelt, dessen Parteimitgliedschaft während der Amtszeit ruhen wird, sondern um einen parteilosen Kandidaten.
Also hier merkt wirklich niemand mehr irgend etwas! Das Amt des BP ist verkommen, weil die Politik verkommen ist!

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belohorizonte 26.02.2012, 09:52
98. Schönrederei

... eines politischen Hofberichterstatters...

Merkel kriegte mit ihrer torkelnden Politentourage gerade noch die Kurve. Wenn die von GR ausgehende Finanzkrise ausbricht, ist es doch voellig egal, ob Gauck oder ein anderer im PR-Amt sitzt.

Wo die Umfragekäuflinge die Popularitaetswerte von Merkel hernehmen, ist mir voellig schleierhaft. Jeder, den ich kenne, flucht gewaltig-abfaellig ueber die CDU Dame.

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ironrider 26.02.2012, 09:59
99. gute analyse der bundeskanzlerin

Zitat von Maya2003
Ja warum hat sie dann nicht den Mut besessen den Vorschlag der SPD sofort anzunehmen ? Sie will doch "Deutschland dienen" und den "besten Kandidaten" für das Amt. Nein, die Dame hat natürlich nicht das Wohl des Landes im Blick, sie hat ihren Kanzlerstuhl , und nur diesen, bei JEDER politischen Aktion im Blick. Es ging ihr immer nur um IHRE Machtposition - und wenn sie nebenbei den Ruf des Bundespräsidenten und sein Amt ruiniert, wenn sie den Euro vollends versenkt - Angela Merkel liebt nur sich selbst. Die Kanzlerschaft um jeden Preis. Denn ohne deren Aura würde schnell offenbar was die Frau in Wirklichkeit ist - eine machtgeile, eiskalte, menschlich unzugängliche Karrieristin ohne festes moralisches und ethisches Fundament. Der perfekte Wendehals, der geistig in der Bundesrepublik Deutschland, der Bonner Republik, nie angekommen ist. Sie hat das Land und seine westdeutsche Mehrheit nie verstanden, sondern ihre fehlende Empathie mit reiner Machtpolitik zu übertünchen versucht. Daß ein Kanzler mehr ist als nur Anführer der parlamentarischen Mehrheit ist ihr nicht zu vermitteln. Kalter Bürokratismus ersetzt kein Charisma, macht aus einer Machtmaschine noch keine große Politikerin. Die Frau hat Macht, aber Macht ohne Herz. Deshalb wird sie vielleicht lange Kanzlerin bleiben, eine große wird sie aber ganz sicher nicht. Vielleicht hat sie "gesiegt". Schade nur daß jeder Sieg dieser Person das Land eine Stufe nach unten führt. Und anscheinend spürt sie das nicht einmal.
ich möchte mich dieser analyse von frau merkel voll anschliessen. diese frau interessiert nur IHRE MACHT. es geht nie um themen wie "griechenland" oder "atomkraft"... überzeugungen werden in der not zum machterhalt einfach um 180 grad gedreht. was soll man von so einer person halten? es ist mir ein rätsel, warum sie in umfragen immer so gut abschneidet. aber das war bei berlusconi auch nicht anders - und plötzlich war er weg... :)

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