Forum: Politik
Gedankenspiele des Juso-Chefs: Kühnert will Kollektivierung von BMW
Kay Nietfeld/ picture alliance/ DPA

Kevin Kühnert hat seine Idee eines "demokratischen Sozialismus" erklärt. Dazu gehöre, Großkonzerne wie BMW zu kollektivieren. Außerdem solle jeder nur noch die selbst genutzte Wohnung besitzen dürfen.

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4711_please 01.05.2019, 22:53
220. BMW kein gutes Beispiel für Kollektivierung

Das Problem ist, lieber Kevin, dass im Automobilbau weder die Beschäftigten noch die Gewerkschaften eine Kollektivierung wünschen, denen ist es lieber, wenn alles geordnet nach Herrschaften und Knechten abläuft. Deshalb ist BMW ein schlechtes Beispiel. Andere Branchen wären da schon nennenswerter. Der Spiegel z. B. hat Strukturen von Kollektivierung und in manchen Branchen gibt's flache Hierarchien, welche Kollektivität reflektieren. Und wenn du Kollektivierung willst, warum nicht beim öffentlichen Dienst anfangen, das ist ja eine Domäne der Politik. So ein DAX-Unternehmen zu kollektivieren, das wäre vielleicht das Ende von so einem Bewusstseinswandel, den selbst du wahrscheinlich nicht mehr erleben wirst, also frühestens in 100 Jahren. Kleine Schritte brauchen Zeit in der Evolution einer demokratischen Freiheitsgesellschaft ;) Aber fang doch mal an den öffentlichen Dienst zu kollektivieren, ich bin gespannt auf deine Ideen.

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theoripp 01.05.2019, 22:54
221. Neues Denken ist gefragt.

Endlich kluge Töne aus der Politik. Die Zeiten haben sich geändert. Den Volkswirtschaften und politischen Systemen der hochindustrialisierten Staaten fällt es immer schwerer, ökonomisches Wachstum und soziale Gerechtigkeit gleichzeitig zu gewährleisten. Mal ganz abgesehen von den ökologischen Gefahren, die den kommenden Generationen drohen. Das bisherige Regulierungssystem schafft es nicht mehr.

Demokratischer Sozialismus birgt sicher die Möglichkeit, Demokratie, ökonomischen Fortschritt, soziale Gerechtigkeit und ökologische Politik zu vereinbaren. Ich freue mich, dass Kevin Kühnert dafür streitet und hoffe, dass so mehr Mensch den Mut entwickeln, neu zu denken.

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Klaus Iffland 01.05.2019, 23:00
222. Kühnert will Kollektivierung von BMW

Herr Kühnert, was haben Sie denn an Erfahrung über kommunistische Planwirtschaft? Die Geschichte zeigt, dass ohne klare Eigentumsverhältnisse die meisten Unternehmen an der Planwirtschaft schiefgehen. Was viel schlimmer ist: Sie schaden zum wiederholten Male der SPD. Was mich persönlich betrifft, so verliert heute die SPD einen treuen Wähler. Zumindest solange, wie Sie noch destruktive Ideen verbreiten. Bitte verlassen Sie einfach die politische Bühne - das ist Demokratie - zersetzend, was Sie tun.

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gerollheimer2 01.05.2019, 23:08
223. Sehr gut

Zitat von meromero
Ich denke die SPD hat ein ernstes Problem. Wo bleibt der Anreiz sich in seinem Leben eine Immobilie zu erarbeiten wenn diese nicht an die Kinder weitervererbt werden kann ohne, dass die darin wohnen müssen? Wieso soll überhaupt vorgeschrieben werden wo man wohnen soll und was man mit seinem Geld machen soll? Der Stammwähler der SPD hat in den 90ern nicht die PDS sondern die SPD gewählt um heute diesen Stuss zu lesen? Was soll heute der ehrlich "kleine" Facharbeiter wählen, der sich ein eigenes "kleines" Vermögen aufbauen will? AFD ???
ich waehle die SPD nicht, da diese mir zu weit weg vom Mittelstand und zu nah bei den Konzernen steht, aber tatsaechlich haben Sie Recht, dass mit solchen Äusserungen eine potentiell sozial ausgleichende Partei komplett unwaehlbar wird. Das ist fatal und treibt die Menschen in die Faenge der rechten Rattenfaenger. Kuehnert zeigt mit seinen statements, dass er es nicht gelernt hat mit seiner Verantwortung fuer die SPD, welche grosse historische Verdienste geleistet hat, umzugehen. Die SPD hatte sich historisch immer von der KPD abgegrenzt.

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NixAlsVerdruss 01.05.2019, 23:42
224. Provokation

in einer wirtschaftsliberal angepassten Umgebung tut manchmal gut. Auch wenn er sich damit nicht einmal ansatzweise durchsetzen wird, kann er damit erwirken, dass das herumgetrampel in der ominösen Mitte aufhört und die Partei etwas auf ihren ursprünglichen Kurs zurückkehrt und sich mehr um die kleine Leute konzentriert als um die Bonzen zu kümmern.

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trueffelschwein 01.05.2019, 23:45
225. Ökonomisches Prinzip

Wer das ökonomische Grundprinzip, das kapitalismus ermöglicht abschafft, schafft auch Investitionen ab und fordert nur Umverteilung der Substanz. Kein Wunder dass es aus der Ecke kuhnert kommt, der damit noch nie in Berührung gekommen ist. Man muss halt für die Meinungsfreiheit auch Kuhnerts in Kauf nehmen.

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loom_de 01.05.2019, 23:50
226. Veb?

Volkseigene Betriebe gab es doch schon mal - war ein absolutes Erfolgsmodell. Deswegen gibt es heute noch so viele davon. Und die Anteilseigner sind mächtig wohlhabend damit geworden :-)
Für die SPD ist der verwöhnte Wohlstands-hobby-Marxist KK der aktuelle Hauptgewinn.

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der_anonyme_schreiber 01.05.2019, 23:57
227.

Zitat von Abel Frühstück
Von Vermietern liest man hier im Forum immer, dass sich Vermietung wegen zu geringer Rendite hierzulande nicht mehr lohnt. Scheint ja dann doch anders zu sein.
Das Ziel ist es, durch die Miete und Steuerersparnis im Tagesbetrieb in der Finanzierung auf Null zu kommen, bis man bei Renteneintritt das Ding verscherbelt und dann von dem Geld lebt bzw das zuschiesst. Von der Miete kann man nicht leben, und als Zubrot bei einzelnen Wohnungen viel zu riskant.
Glauben Sie es, oder auch nicht: Um von der Miete sicher leben zu können benötigen Sie ca. 10-15 Wohnungen.
Das sind 1-2Mio Euro Kapital.
Wenn Sie über 65 sind, wollen sie sich die Verwaltung der Wohnungen sicher nicht mehr selber antun.
Das ist nämlich echt Arbeit.
Probieren sie es doch aus, kaufen Sie sich eine, zahlen sie ab, und sie werden ziemlich schnell verstehen was ich meine.

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jim73 02.05.2019, 00:11
228. Tolle Idee...

Kollektivierung der Gewinne. Hört sich ja auf den ersten Blick gut an. Aber wie lange würde ein kollektivierter Betrieb noch Gewinne machen? Und genau hierin liegt der Grund, warum solche System nicht funktionieren. Am Ende ist immer weniger zu verteilen, weshalb letztendlich ALLE verlieren.

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zehbulon 02.05.2019, 00:14
229. Neues Denken ist kein Wert an sich

Und schon gar nicht, wenn man auf Rezepte setzt, die schon einmal krachen gescheitert sind.
Das Problem der Linken besteht darin, dass die nur statisch denken und eine Torte in gleich große Stücke teilen können.
Die Folgen ihrer undurchdachten Vorschläge überblicken sie nicht und auch Ideen, wie man die Torte größer macht, sind nicht so ihr Ding, wahrscheinlich zu neoliberal

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