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Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus: KZ-Gedenkstätte Buchenwald untersagt
DPA

Die AfD will am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus in Buchenwald einen Kranz niederlegen. Die KZ-Gedenkstätte erteilt der Partei eine klare Absage: Das wäre für die Überlebenden ein Schlag ins Gesicht.

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spon_2702564 21.01.2015, 22:40
20.

Meiner Meinung nach sollte keine Partei auf dem Rücken der Geschichte Werbung machen dürfen. Um nichts anderes geht es der AfD wohl, insofern halte ich die Entscheidung für richtig. Wenn die Partei wirklich Gedenken möchte, dann soll sie das doch auf einer durch die durchgeführten Veranstaltung machen und sich nicht mit einem schäbigen Kranz ins ' rechte' Licht rücken

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pepe83 21.01.2015, 22:40
21.

Wenn es um die Sache gehen würde hätte man der AfD erlaubt, einen Kranz mit einer anderen Aufschrift niederzulegen. Es scheint aber sachfremde Beweggründe zu geben. Außerdem wurden an diesem Ort soweit ich weiß nach dem Krieg nicht nur Nazis eingesperrt.

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alexschäfer 21.01.2015, 22:50
22. Supernett

Hier soll doch nur der Rechtsaußen- Schimmer vernebelt werden. Das ist ja doch ne gaaanz nette Partei...

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EiligeIntuition 21.01.2015, 22:54
23.

Chapeau!

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DerBlicker 21.01.2015, 22:54
24. so nicht

Zitat von bachanwohner
Waren es denn ausschließlich Naziverbrecher, die in dem nach Kriegsende von den Kommunisten weiterbetriebenen KZ Buchenwald ums Leben kamen? Es waren doch auch Sozialdemokraten, die sich gegen die Zwangsvereinigung der SPD mit der KPD zur Wehr gesetzt hatten, Bauern, "Junker" und sonstige Leute drin, die sich bei den Kommunisten unbeliebt gemacht hatten. Soll man denen nicht gedenken dürfen?
Denen kann und muss man getrennt gedenken.

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Herr_Jeh 21.01.2015, 23:00
25. der lange Arm der SED

Es kann nicht sein, was nicht sein darf und jeder der etwas anderes behauptet, wird (mund-)tot gemacht...
Natürlich gab es auch von Seiten der Roten Armee Kriegsverbrechen und natürlich gab es auch innerhalb des Besatzungsaparates Ungerechtigkeiten.
Nicht jeder der dagegen aufbegehrte war ein Nazi. Teilweise reichte bereits eine schriftliche Eingabe um weggesperrt zu werden. Unter den Opfern des Speziallagers waren auch tief überzeugte Kommunisten, die an das System glaubten und es mitgestalten wollten.

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Luscinia007 21.01.2015, 23:04
26.

Zitat von freemind2010
Wenn ich den "Opfer des Konzentrations- und Speziallagers Buchenwald" einen Kranz widme, sind logischerweise die dort später internierten NS-Verbrecher ausgeschlossen, weil sie eben keine Opfer sondern Täter waren. Alles andere ist dümmliche Auslegung. Man könnte auch schreiben "Opfer des Konzentrations- und Speziallagers Buchenwald zwischen dem ... und dem..." aber ich fürchte, das passt nicht mehr auf die Schleife.
Dann verzichtet man eben freiwillig darauf, am Tag der Opfer des Nationalsozialismus an der Gedenkstätte, die vorrangig den Opfern des Nationalsozialismus gedenkt, einen Kranz niederzulegen, in dessen Inschrift auch den Tätern des Nationalsozialismus gedacht werden soll.

Wenn man nun nicht freiwillig so viel Anstand für Deutschland aufbringen kann, ist die Alternative eben ein völlig gerechtfertigtes Verbot.

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btraven 21.01.2015, 23:07
27.

Zitat von segellatte
Eben nicht. Wenn ein Mensch, der zuvor Täter war, ohne ordentliches Gerichtsverfahren hingerichtet wird oder bspw. durch unmenschliche Behandlung dessen, in dessen Obhut er sich befindet, stirbt, ist er Opfer. (...grob, aber, wie ich denke, im Kern korrekt.) Sie sollten, wenn sie ein "menschlicher" Mensch sein wollen, jeglichen Rache- bzw. "Geschieht-ihnen-recht"-Gedanken" abschwören. Das fällt bisweilen recht schwer, ich weiß.
Unrecht wird nicht zu Recht,weil es dem widerfährt, der Unrecht getan hat.

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Pelchrzim 21.01.2015, 23:08
28. Nach dem Krieg internierte NS-Täter

Nach dem Krieg wurden in Buchenwald nicht nur NS-Verbrecher interniert. Zu den Internierten zählten neben Angehörigen des Adels auch Grundbesitzer, Unternehmer und sonstige nicht genehme Bevölkerungsgruppen. Wieso darf man derer nicht gedenken?

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x+n 21.01.2015, 23:14
29.

Zitat von john_doe_iii.
Viele Foristen hier scheinen die Inschrift nicht zu verstehen: bis 1945 handelte es sich um das Konzentrationslager Buchenwald. Ab 1945 internierten die Sowjets auf dem dann Speziallager Buchenwald genannten Gelände eben auch Kriegsverbrecher. Und eben jenen gedenkt die AfD mit dieser Inschrift ausdrücklich... Bezeichnenderweise. Der Aufschluss ist also mehr als gerechtfertigt.
Wie einige foristen bereits richtig stellten internierten die soviets eben nicht nur NS Kriegsverbrecher sondern alle, die gegen die neue Diktatur waren. Das waren zum teil genau die gleichen Leute wie vorher.
Jeder sollte toten gedenken dürfen. Btw, es soll aufgeklärte Menschen geben, die die Todesstrafe generell ablehnen; selbst für die schlimmsten Verbrecher.

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