Forum: Politik
Gefahren für die Demokratie: Trump ist ein Faschist
AP

Alle Reden von Rechtspopulismus. Das ist eine Verharmlosung. Wir erleben die Rückkehr des Faschismus. Die Demokratie hat die Gefahr verschlafen. Jetzt ist es zu spät.

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keery 17.11.2016, 17:56
40. Abstand

Es ist wohl eher eine Mischung aus mangelndem Abstand zur momentanen Situation und zuviel Abstand von der Geschichte. "Wehret den Anfängen" verpufft, wenn keiner die Anfänge als solches wahrnimmt, weil keiner sich an die Anfänge "von damals" wirklich erinnert.

Was ich so höre ist, dass ja jetzt alles ganz anders ist, und es bestimmt nicht so schlimm werden wird. Aber genau das ist der Punkt, die Geschichte wiederholt sich nicht im Detail "genau so", sondern in ihren Mustern, angepasst an die jeweiligen Gegebenheiten. Wer erst darauf wartet, dass in einer einzigen Nacht tausende von Scheiben eingeschlagen und Geschäfte zerstört werden, dass sich Staatsbürger allein aufgrund ihrer persönlichen Merkmale wie Religion, Herkunft, etc. bei wohlwollenden Nachbarn verstecken müssen, wer darauf wartet, dass uniformierte paramilitärische Einheiten prügelnd und plündernd durch die Straßen ziehen, bevor er ein Problem erkennt, der ist Teil des Problems.

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zufälligfan 17.11.2016, 17:57
41. Kopf und Bauch

Also, ich möchte hier an dieser Stelle einmal etwas zu den gescheiten und noch gescheiteren Herren sagen, ganz jenseits jeglicher Intellektualität: Wann immer ich Typen wie Trump, Berlusconi, Strache oder Erdogan sehe und höre, krampft sich in meinem Bauch etwas zusammen. Weil ich spüre, dass diese Art von Männern mich nach meiner sexuellen Benutzbarkeit taxieren würden; weil sie sich über mich lustig machen würden, wenn ich Falten oder einen fetten Hintern hätte, weil sie kein Mitleid mit mir hätten, wenn ich als Arbeitstier zu schwach wäre, und weil sie auch kein Mitleid mit meinen Kindern hätten, wenn die nicht stromlinienförmig funktionieren würden. Man kann hier 1000 Jahre über die Intellektuellen und den kleinen Mann diskutieren - für mich als "kleine Frau" fühlen sich diese Männer auf allen Ebenen bedrohlich an. Ihr Mimik und Körpersprache sagt alles, da brauche ich nicht einmal ihre Worte, Strategien und Lügen zu analysieren.

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thrifter 17.11.2016, 17:57
42. Der Kapitalismus hat den Kommunismus besiegt...

.... und alle Demokraten haben gefeiert.
Jetzt, wo der Kapitalismus langsam auch die Demokratie besiegt, wundern sie sich und lamentieren.
Wer weiß, vielleicht wird der Kapitalismus ja erst mit dem Faschismus wieder wirklich effektiv?
Und ungezügelten, hocheffizienten Kapitalismus habt Ihr doch alle gewollt, oder etwa nicht?

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rambo2012 17.11.2016, 17:57
43.

Bei Herrn Augstein ist immer sofort Weltuntergang :D Ich gebe auf solche Untertitel schon lange nichts mehr..

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pansatyr 17.11.2016, 17:57
44. Aber, aber

"Demokraten aller Länder: vereinigt euch! Aber dafür ist es schon zu spät."
Dafür ist es nie zu spät.

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Baal 17.11.2016, 17:58
45. Treffend beschrieben

Ich habe aber kaum Hoffnung dass die meisten der Menschen die den Faschisten erlegen sind und ihren Heilsversprechen vertrauen diesen Artikel überhaupt verstehen würden falls sie ihn denn lesen.
Für den Rest ist er einfach nur "Lügenpresse".
Und natürlich sind tätowierte "Demonstranten" die am Tag der Reichspogromnacht mit Fackeln und Reichskriegsflaggen durch Jena das was sie sind: NAZIS
Nach denen kommt lange nichts mehr.
Nur der Wiederaufbau.

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Faldor17 17.11.2016, 17:58
46. Soso, welch Weisheit

Trump ein Faschist und sowieso ist alles zu spät - da hat Jakob Augstein ja mal wieder alle Register gezogen. Aber zum einen fehlt Trump eines der wichtigsten Merkmale des Faschisten, nämlich das klare Ziel zur Überwindung des Parlamentarismus (er hat nie angekündigt, den Kongress abschaffen zu wollen), und zum zweiten ist die Aussage, es gäbe keinen menschenverachtenden Populismus von links, schlicht falsch: Die Forderung nach extrem hohen Vermögens- oder Einkommenssteuern für Wohlhabende, das Verächtlichmachen der sogenannten "Reichen" (die sich kein Linker wirklich mal glasklar zu definieren traut) ist mindestens genauso populistisch und menschenverachtend wie der Fremdenhass der Rechten. Es gibt nur weniger Betroffene, die sich meist auch nicht wehren.
Ohnehin fehlt mir mal wieder eines: Die Analyse des Wahlerfolges von Trump. Und zwar eine ehrliche, kein simples Kapitalismusbashing a la "Trump profitiert von den Verlierern der Globalisierung". Denn die Wähler dieses Alptraums der liberalen gesellschaft haben auch von anderen Dingen genug, nicht nur vom ungezügelten Kapitalismus: Von Denkverboten im Sinne der Political Correctness, von völlig sinnbefreiten Diskussionen um gendergerechte Schreibweisen (am besten mit -* oder -ix), von Gerichtsurteilen die jegliche vernünftige Gewichtung verloren haben (3,5 Jahre für Steuerhinterziehung, aber 18 Monate auf Bewährung für einen Totraser in der innenstadt) und vielem anderen mehr. Die Leute wollen Arbeit, ein Dach über dem Kopf, vernünftige Bildungsbedingungen für ihre Kinder und vor allem: Sicherheit. Wenn ihnen dass ein Rechtspopulist ansatzweise glaubhaft bietet, dann wird der gewählt. Ob der gegen die Homoehe, gegen Gender-Mainstreaming oder gegen Bob den Baumeister ist bleibt absolute Nebensache. Bis die Linke und vor allem die politische Mitte das begreift haben die Rechten eine Chance.

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rothenq 17.11.2016, 17:59
47. Saustarker Artikel,

der letzte Absatz ist der beste, den ich je auf SPON gelesen habe!

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accademico 17.11.2016, 18:00
48. Eine Verharmlosung des echten Faschismus

Ich möchte daran erinnern, dass Herr Augstein in dieser Kolumne eine Lanze für einen möglichen Präsidenten gebrochen hatte, indem er darauf hinwies, dass er möglicherweise eine bessere Wahl in Bezug auf den Weltfrieden sei im Gegensatz zur Interventionistin Clinton. Man sollte den Faschismusbegriff nicht überstrapazieren er steht für eine historische Epoche im frühen 20. Jahrhundert. Ähnlich verhält es sich mit dem Rassismusbegriff, der mittlerweile schon auf Islamkritiker Anwendung findet. Der historische Faschismus hat Millionen von Opfern hervorgebracht. Was hat das mit Trump, Le Pen oder Petry zu tun?

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Schlumperli 17.11.2016, 18:01
49. Ganz einfach

Wenn sich so viele Menschen rechten Parteien zuwenden, haben linke Parteien was falsch gemacht.

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