Forum: Politik
Gefloppte Muslim-Demo: Onkel-Tom-Türken
DPA

Früher hieß es: Ali, mach mal Klo sauber. Heute heißt es: Ali, geh mal demonstrieren. Die Deutschen wollen immer noch, dass ihre Gastarbeiter gehorchen. Aber die Zeit der Onkel-Tom-Türken ist vorbei.

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kevinschmied704 19.06.2017, 16:02
40. @dw13

ja ne eben nicht, bei Erdogan waren es türkische Muslime und es war auch keine predigt sondern ein politischer auftritt. darüber hinaus, können sie die Sunniten nicht für etwas verantwortlich machen, was eher schiitisch geprägt ist. der Terrorismus geht aus der schiitisch- muslimischen Glaubens Richtung aus. als Alawit z.b. würde ich mich nicht davon angesprochen fühlen. warum auch? was die naiven unter uns bisher noch nicht verstanden haben, das ist auch ein interner Zwist zwischen der einen Ausrichtung gegen alle anderen Ausrichtungen des muslimischen Glaubens. wer nicht willens ist das zu kapieren, sollte sich aus dem Thema raus halten.

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von_hintendrop 19.06.2017, 16:02
41.

Ganz klar: nein! Ich gehe auch auf die Straße gegen Pegida, AfD, NPD, Hogesa und wie sie alle heißen. Nicht, weil ich mich irgendwie zugehörig fühle, sondern weil ich ein klares Zeichen setzen will, dass meine Stadt, dieses Land bunt ist. Dass nicht denen das Wort gehört, die es an sich reißen. Und dabei habe ich stets auch das Wort für Türken ergriffen, die sich selbst nie dort haben sehen lassen. Jetzt, wo es an ihnen gewesen wäre, Flagge gegen Intoleranz zu zeigen, da blieben sie fern. Anders, als Erdogan sie rief, um für Auftritte türkischer Politiker im Ausland zu trommeln und dabei die Einführung der Todesstrafe in Aussicht stellte. Da erhoben sich 30.000 Türken von der Couch. Aber so funktioniert Solidarität nicht. So funktioniert Zusammenleben nicht. So schießen sich Türken in Deutschland dahin, wo sie sich stets wähnen - im Abseits.

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Jucken 19.06.2017, 16:03
42. Interessant

Was wurde sich aufgeregt, als behauptet wurde keine Moslems würde gegen Terror demonstrieren und nun lassen sie dieses Vorurteil(?) auch noch bestätigen. Man kann sich natürlich fragen, ob sie das überhaupt tun "müssen", aber in Zukunft bitte keine beleidigte Leberwurst mehr spielen, wenn es dahingehende Anschuldigungen gibt. Und die 2000 sind wohl sehr hoch geschätzt. Ich habe von der Hälfte gelesen und davon waren wohl auch nur die Hälfte erkennbare Moslems. Tja wenn es aber Karikaturen gewesen wären... Nachfrage: Als vor ein paar Jahren der sexuelle Missbrauch an Kindern in der katholischen Kirche bekannt wurde, stieg die Anzahl der Kirchenaustritte extrem an. Der Glaube an den Islam wird durch Terrorismus missbraucht. Gibt es solche Austrittstendenzen auch unter Moslems? Ist es ein Problem der zahlenmäßigen Erfassung, oder gibt es gar keine Austritte?

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GoaSkin 19.06.2017, 16:04
43. der Sinn einer Demonstration ist allgemein Zweifelhaft

Ob sich eine Demonstration gegen islamistischen Terrorismus richtet oder es um ein beliebiges anderes Thema geht: Man kann so oder so nur den Kopf schütteln. Wer auch immer sich von den Demonstranten angesprochen fühlen sollte denkt sich nur "Wie niedlich, dieser Zwergenaufstand" und nimmt es eh nicht ernst, dass Leute auf die Straße gehen. So macht man eben keine Politik und jene Lobby-Gruppen, die wirklich Einfluss haben, gehen im Übrigen auch nicht demonstrieren, sondern verkaufen ihre politischen Interessen auf anderen Wegen. Das mag der kleine Mann aber einfach nicht kapieren und wäscht sich seine Seele rein, in dem er auf die Straße geht, obwohl das niemanden beeindruckt.

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Atheist_Crusader 19.06.2017, 16:05
44.

Zitat von mwroer
Natürlich hat der durchschnittliche Muslim nichts mit Terror zu tun. Nichtsdestotrotz ist es nicht falsch wenn der durchschnittliche Muslim dies auch mal öffentlich und lautstark kund tut. Dort wo der Terror stattfindet und aufgerufen dazu von anderen Muslimen.
Es gibt so etwas wie Grade von Schuld.
Im Dritten Reich waren auch jene Schuld die weder Befehle gegeben noch ausgeführt haben. Jene, die brav dabeistanden, ihren Arm gehoben und sich jede Kritik verkniffen haben. Denn so haben sie dazu beigetragen, die Barbarei zu normalisieren. So haben sie die Verbrecher gewähren lassen, ihnen das Gefühl stillschweigender Zustimmung gegeben.

Ich sehe nicht den geringsten Grund, warum sich das nicht auf Muslime übertragen lassen sollte. Oder grundsätzlich jede Gruppe die eine solche Phase durchlebt.
Wenn man das tut, dann reicht es nicht wenn man einfach nur dagegen ist. Man muss es auch zeigen. Sonst sehen einen die Extremisten als schweigende Unterstützer.

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peterpeterweise 19.06.2017, 16:07
45. Dann dürfte es nie eine Demonstration gegen Fremdenfeindlichkeit geben

Man kann der Argumentation folgen, und sagen, die meisten Moslems sind keine Terroristen und darum macht es keinen Sinn, dass Moslems gegen Terroristen demonstrieren.
Die meisten Deutschen sind auch nicht fremdenfeindlich. Warum rufen dann ständig Politiker die deutsche Bevölkerung zu Demonstrationen gegen Fremdenfeindlichkeit auf? Wenn das nächste Mal Gewerkschaften, Bürgermeister, Parteien und Kirchen zu einer Demonstration gegen Fremdenfeindlichkeit aufrufen was dann? Ob dann auch ein Artikel kommt, in dem steht "die staatliche und weltliche Obrigkeit hat gerufen, Tom-deutscher Untertan geh demonstieren"?

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ichliebeeuchdochalle 19.06.2017, 16:07
46.

Zitat von supergrobi123
Ich habe einen ganz besonderen Bezug zum Antisemitismus zu haben, obwohl ich nicht einen einzigen Juden persönlich kenne. Ganz einfach, weil ich deutsch bin.
Ja, aber einer, der bildungsmäßig Nachhilfe braucht. "Jude" ist kein Staatsbürgerbegriff sondern ein Religionsbegriff. Das Pendant ist also nicht "weil ich deutsch bin". Das Pendant ist dann "Christ" oder "Muslim" oder ... oder "Atheist".

Staatsbürger Israels sind nicht nur Juden, es sind auch Christen, Muslime ... Atheisten. Keine "Gäste", richtige Staatsbürger Israels.

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Ruegenwalder 19.06.2017, 16:08
47.

Dieser Beitrag provoziert in meinen Augen ebenfalls.
Herr Augstein, Ihre Sichtweise ist ein wenig eindimensional, denn ich fühle mich nicht instrumentalisiert bei einer Antifa Demo. Im Gegenteil ich habe dabei das Gefühl für etwas einzustehen, das sich richtig anfühlt. Außerdem solidarisiere ich mich mit den Opfern rechter Gewalt, in welcher Form auch immer. Ich selbst war noch nie davon betroffen, dennoch sehe ich es als richtiges Zeichen in einer Gesellschaft wie der unseren.
Ich müsste da auch nicht hingehen, aber man setzt ein Zeichen gegen Rechts.
Diese Perspektive ist in meinen Augen auf die Demonstration in Köln übertragbar. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn dort (auch zahlenmäßig) eine Form von Solidarität zu spüren gewesen wäre.
Wirklich bedauernswert ist, dass diese Nicht Anwesenheit Wasser auf die Mühlen rechter Propaganda sein wird und der Prozess, dass solche Meinungen immer salonfähiger wird, dadurch neuen Nährboden erhält.
Gerade den Leuten mit Schmalspurdenken, Vorverurteilung und Verallgemeinerungen gegenüber den Mitmenschen mit islamischen Glauben hätte man ein Zeichen senden können. Diese Chance wurde verpasst und die Gräben wieder ein klein wenig tiefer.
Das Ziel Empathie und das Gefühl einer Gemeinsamkeit zu schaffen wurde somit hoffentlich nur zeitlich nach hinten verschoben und nicht abgelehnt.
Für eine solche nonverbale Kommunikation zwischen verschiedenen Kulturen benötigt man Zeichen. Hier war die Gelegenheit dafür.

Grüße

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wolle0601 19.06.2017, 16:10
48. Logiktest

Angenommen, fanatische Christen starten terroristische Mordkampagnen in der und berufen sich auf ihre Auslegung der Bibel - einfach 1:1 das Gleiche.wie das, was wir derzeit erleben, nur eben mit dem Christentum auf der Fahne. Was, lieber Herr Augstein, würde sich da wohl demonstrationtechnisch abspielen?

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superbiti 19.06.2017, 16:10
49.

Zitat von locust
Sehr guter Kommentar der mir aus dem Herz spricht. Es ist ein Wahnsinn welche Forderungen der "Bio-Deutsche" nach einer Reihe von terroristischen Anschlägen stellt, wie er den Kulturrassismus als eine humanistische Grundeinstellung zu verklären versucht und sein eigenes, mickriges und von Angst zerfressenes Leben endlich durch "das muss doch mal gedacht werden" Plattitüden in die richtigen Bahnen zu lenken versucht. Ja, jeder hat das Recht auf sein unzufriedenes Leben hinzuweisen, den Wunsch nach Akzeptanz, Respekt und Teilhabe, auf der Ebene der Vernunft zu artikulieren. Aber niemand hat das Recht auszugrenzen, zu marginalisieren und zu stigmatisieren, schon gar nicht, wenn man scheinbar das identifizierte Opfer selber Haltung darstellt ("...muss mich für die Shoa schuldig fühlen", was nebenbei bemerkt natürlich Blödsinnig ist, oder wer bitte schön fordert dies). Eine Religionsgemeinschaft, die zu mehr als 95% aller Opfer des IS-Terrors zu beklagen hat, muss sich ganz bestimmt nicht rechtfertigen. Oder wo sind die 10.000en "Bio-Deutschen", die gegen den Terror der NSU auf die Straße gingen. Tja, komische Geschichte mit der Schuld, dem Schuldigen und der Logik, die einem als Bumerang gegen die Schläfe knallt.
wann haben sie vom terrorismus der nsu erfahren?
als es die nsu gab? wohl kaum.
die nsu wurde erst im november 2011 mit dem tod zweier hauptbeteiligter bekannt. vorher dagegen zu demonstrieren, wie sie es sich jetzt gerne wünschen, war also kaum möglich.
und ja, man darf demonstrationen von denjenigen gegen den terrorismus erwarten, wenn sich terroristen einer religion bemächtigen - man muss es sogar erwarten!

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