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Gegen Einwände des Pentagons: CIA will eigenen Drohnenkrieg starten
REUTERS

"Wenn ich sie wäre, würde ich meine Tage zählen": CIA-Chef Mike Pompeo droht Terroristen in Afghanistan - und will sie offenbar erstmals mit eigenen Drohnen jagen. US-Präsident Trump soll dafür sein.

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jowitt 16.09.2017, 14:32
10. Man sollte da differenzieren

Der Einsatz von Kampfdrohnen ansich in einem Krieg ansich ist nicht verwerflicher als der Einsatz von Kampfflugzeugen. Wenn man z.B. ein Ausbildungslager der Taliban mit einer Drohne entdeckt, hat man vier Optionen: Man marschiert da mit Truppen ein, man schickt Kampfflugzeuge, man bombadiert sofort mit der Drohne oder man läst die halt gewähren und wartet bis die später ausgebildeten einen selbst angreifen.

Das aber nun ein Geheimdienst das tun will, noch dazu wohlmöglich ohne jegliche Kontrolle, halte ich für ein Unding. Wir sollten uns nicht wundern, wenn am Ende auch andere Staaten mit Drohnen unliebsame Menschen in fremden Staaten mit Drohnen atackieren. Hier wird ein geist aus der Flasche gelassen, den wir nicht mehr zurückbekommen.

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Newspeak 16.09.2017, 14:40
11. ...

"Sie bringen den Tod leise - und präzise: bewaffnete Drohnen."

Klingt wie aus dem Werbetext des Pentagon. Ist das noetig, SPON, diese Propaganda zu uebernehmen und unkritisch wiederzugeben?

Drohnen sind fliegende Bomben. Wenn sie einschlagen, explodieren sie mit einem ordentlichen Kawumm. Da ist nichts "leise". Leise ist es nur, wenn ich vor dem Bildschirm sitze, tausende Kilometer entfernt, und die Drohne steuere. Das ist ja das perfide an dieser Methode. Jemand, der im Kriegsgebiet vor Ort unter Beschuss eine Panzerfaust abfeuert, der tut das unter einer ganz anderen Voraussetzung, als jemand, der eine Drohne nur mit einem Falschfarbenvideo ins Ziel steuert, und danach gemuetlich eine Kaffeepause macht.

Und die Praezision ist auch so eine Sache. Waeren Drohnen praezise, dann gaebe es wohl kaum so viele Kollateralschaeden. Eine Explosion, die einen halben Wohnblock wegsprengen kann, sollte man wohl kaum praezise nennen.

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jowitt 16.09.2017, 14:43
12. @lafari

Zitat von lafari
Mit drohnen auf menschenjagd zu gehen ist genauso mutig, wie sich in einen lkw zu setzen und menschen platt zu fahren. Glückwunsch USA.
Na ja. Im Krieg -auch in einem asymetrischen- geht es ja nicht um "Mut" oder nicht "Mut", sondern um Effizienz. Es mag mutig sein, sich mit einem Taschenmesser einem Panzer entgegenzustellen, aber es wird nutzlos sein. Grundsätzlich sind Drohnen -da sie ja , anders als Flugzeuge, stundenlang ein Gebiet absuchen können- ja eine sinnvolle Ergänzuing in einem Krieg. (Sofern man denn überhaupt von "sinnvoll" sprechen kann, wenn es um Krieg geht.)
Auch ist es natürlich logischer, man läst die Drohne gleich selber bombardieren, statt eine Stunde zu warten, bis Kampfflugzeuge vor Ort sind und sich der gegnerische Konvoi unter Umständen schon in Höhlen verzogen hat.

Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist das Bomben in fremden Ländern auf Ziele, bei denen aller Vorraussicht nach auch Zivilisten dem zum Opfer fallen, noch dazu von einem Geheimdienst, den quasi niemand kontrolliert. Das geht gar nicht.

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neuronensalat 16.09.2017, 15:44
13. Oh Mann

Das klingt nach einem guten Rezept für baldigen Frieden in der Region.
Und wenn die CIA das selbst entscheiden kann, wer den Tod verdient hat, würde es noch gruseliger, furchtbarer und völkerrechtswidriger (ich weiß, kann man eigentlich nicht steigern) sein, als es jetzt schon ist.

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max_muetze1 16.09.2017, 15:45
14. Globaler Terror im Namen der "freien Welt"

Wer den Terror in die Welt trägt, sollte sich in der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts nicht wundern, wenn er einem Boomerang gleich zurück ins eigene Land kommt.

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fred_m 16.09.2017, 15:56
15. Wie lange noch ?

Die USA haben zur Zeit noch (fast) eine Monopolstellung was Kampfdrohnen betrifft. Das wird aber nicht ewig dauern.
Ich bin gespannt was passiert, wenn andere "Schurkenstaaten" ihre Auffassung von "Terrorismusbekämpfung" auf die USA anwenden werden. Wie werden die USA anderen Staaten die Rechte verweigern, die sie für sich selbst in Anspruch nehmen ?
Eine neue Büchse der Pandora, die darauf wartet, geöffnet zu werden.

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epiktet2000 16.09.2017, 16:09
16. Rechtsstaat

In einem demokratischen Rechtsstaat wie den USA werden die vorgesehenen Drohnentote zuvor von einem CIA - Staatsanwalt angeklagt, von einem CIA - Verteidiger vor einer CIA - Jury verteidigt, wenn auch in Abwesenheit des Angeklagten, und schließlich erfolgt das CIA-Urteil durch den CIA - Richter. Die Exekution erfolgt durch eine Drohne, also nicht mit einer Giftspritze. Den Drohnentoten bleibt also die übliche Todesqual von Deliquenten in US - Gefängnissen erspart. Die CIA ist mit Sicherheit daran zu arbeiten, die Anzahl menschlicher Kollateralschäden bei solchen eines demokratischen Rechtsstaates würdigen Verfahrens nach Möglichkeit zu reduzieren.

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Celestine 16.09.2017, 16:16
17.

Die NBC News hat schon im März 2017 gemeldet, dass Trump der CIA weiter gehende Befugrnisse gewähren will, damit sie eigenständig Drohnenangriffe begehen können;
"Trump Admin Ups Drone Strikes, Tolerates More Civilian Deaths: U.S. Officials", Zitat aus dem Artikel:
The Trump administration is moving ahead with plans to make it easier for the CIA and the military to target terrorists with drone strikes, even if it means tolerating more civilian casualties, U.S. officials told NBC News.

Weitere Berichte darüber gab es im Juni 2017 :
"Donald Trump is reckless on Syria. It's his most dangerous foreign policy folly." US Today, 26.6.17.
Zwei Tagespäter meldete The New Yorker: "Trump Doubles Down in Syria's Inten-sifying Proxy War."

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oldman2016 16.09.2017, 16:50
18. Keine gute Idee

Ein Geheimdienst, der eigenmächtig und jenseits parlamentarischer Kontrolle tötet, ist ja schon erschreckend genug. Der Einsatz von Drohnen für dieses schmutzige Handwerk wird bei näherem Hinsehen nur die terroristische Gefahr für die Zivilisten in den westlichen Staaten erhöhen. Sollten den Terrororganisationen die Selbstmörder ausgehen, könnten diese künftig selber Anschläge mit Dröhnen verüben.

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Sumerer 16.09.2017, 17:47
19.

Zitat von mwroer
Ein Geheimdienst mit eigener Luftwaffe ... ja, klasse. Der Staat im Staat traut sich aus der Deckung und fordert seine eigene Armee. Unkontrolliert und quasi nach eigenem Ermessen. Mir wird schlecht.
Neuerdings wird weniger über dass Massakrieren von Beerdigungs- oder Hochzeitsgesellschaften berichtet, bei der auch manchmal zumindest ein Terrorist unter vielen Unschuldigen lebendig in handliche Stücke zerrissen wurde.

Und, es werden weniger Container in der afghanischen Wüste zwischengelagert - mit vorübergehend noch lebenden Koranschülern.

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