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Gegen Spahns Willen: FDP will Suizidhilfe für unheilbar Kranke durchsetzen
DPA

Das Gesundheitsministerium verwehrt Schwerstkranken todbringende Medikamente - obwohl sie laut Urteil "in extremen Notlagen" ein Recht darauf haben. Die FDP will die Behörde nach SPIEGEL-Information nun zwingen.

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LJA 13.10.2018, 08:36
1. Und wer

entscheidet, ob diese extreme Notlage bereits eingetreten ist ? Wer prüft nach, ob der Wunsch tatsächlich von dem Betroffenen selbst kommt oder ihm nicht von den zukünftigen, lachenden Erben eingeredet wurde ?

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zynischereuropäer 13.10.2018, 08:39
2.

Spahn der alte Vorzeigekonservative. Gerichtsurteile ignorieren und Schwerstkranken Hilfe verweigern, sehr sozial. Mit welchem Recht stellt er noch mal seine Meinung über die des Gerichts? Der Staat gibt das Leben nicht, noch geht Ihn das Ende etwas an. Warum gewährt man Todkranken nicht diesen letzten Akt an Selbstbestimmung?

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götzvonberlichingen_2 13.10.2018, 09:02
3. Schmerzen

Zitat von LJA
entscheidet, ob diese extreme Notlage bereits eingetreten ist ? Wer prüft nach, ob der Wunsch tatsächlich von dem Betroffenen selbst kommt oder ihm nicht von den zukünftigen, lachenden Erben eingeredet wurde ?
Es gibt viele Schwerkranke die noch ihre Sinne beisammen haben und das sehr wohl selber entscheiden können. Aber anscheinend lkönnen sich viele Gesunde einfach nicht vorstellen, dass man als schwerstkranker Mensch den Wunsch nach einem selbsgewählten Ende hat, anstatt jeden Tag mit qualvollen Schmerzen zu leben.
Da muss dann das „Argument“ der gierigen Erben herhalten.

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odapiel 13.10.2018, 09:10
4. Kritisch

Das sehe ich kritisch, unter anderem aus dem gleichen Grund wie Poster #1. Zu viele Möglichkeiten, Druck auf den Kranken auszuüben, zu viele in seinem Umfeld, die Interesse am raschen Ableben haben können, zu viele Sterbenskranke, die nur deshalb Suizid begehen wollen, weil sie glauben, den Angehörigen auf den Keks zu gehen.

Stattdessen bitte eine deutliche Änderung des Betäubungsmittelgesetzes, so daß Schmerzpatienten und den Todkranken auch wirklich schmerzfrei gestellt werden. Sollte dort dann irgendwann - und unter Wissen und Zustimmung des Patienten - der Punkt erreicht sein, an dem die Gefahr besteht, daß die Medikation zum Sterben führt, dann gut. Dann ist dies Gevatter Zufall.

Die überragende Mehrheit aller Schwerstkranken dürfte Angst vor Schmerzen, Erniedrigung und mangelnder Pflege haben. Wird das behoben, dann kann ich mir nicht vorstellen, daß noch so viele wie gemutmaßt vorzeitig sterben wollen.

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Zentrist 13.10.2018, 09:11
5. Mit welchem Recht verweigern Sie Selbstbestimmtheit?

Zitat von LJA
entscheidet, ob diese extreme Notlage bereits eingetreten ist ? Wer prüft nach, ob der Wunsch tatsächlich von dem Betroffenen selbst kommt oder ihm nicht von den zukünftigen, lachenden Erben eingeredet wurde ?
Und wer entscheidet, wie ich zu sterben habe und vor allen Dingen: warum glauben Sie, das Recht dazu zu haben?
Der Liberalismus steht für Selbstbestimmtheit, ich kann schon verstehen, dass das viele ablehnen, denn viele Menschen möchten am liebsten die Leben der anderen Menschen bis ins kleinste Detail regulieren.

Da es aber keine sachlichen Argumente gegen den Liberalismus gibt, wird mit Horrorszenarien gearbeitet. Bei den Linken ist es ein angeblich schädlicher Kapitalismus und bei den Rechten der angebliche Verfall von Sitte und Moral.

Aber um auf Ihr "Argument" einzugehen: man kann mit der Person selbst sprechen.

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skeptikerin007 13.10.2018, 09:12
6. Wer bestimmt die Zeitpunkt ?

Zitat von zynischereuropäer
Spahn der alte Vorzeigekonservative. Gerichtsurteile ignorieren und Schwerstkranken Hilfe verweigern, sehr sozial. Mit welchem Recht stellt er noch mal seine Meinung über die des Gerichts? Der Staat gibt das Leben nicht, noch geht Ihn das Ende etwas an. Warum gewährt man Todkranken nicht diesen letzten Akt an Selbstbestimmung?
Die meisten Sterbekranken kämpfen um ihr Leben. Und wenn die Phase kommt, wo sie nicht mehr selber sich töten kommen, wer soll den Henker abgeben? Der Arzt, die Familie oder eine fremde Organisation?
So, wie sie schreiben, zeigt, dass sie zum Glück, nicht viel Erfahrung mit Todkranken haben. Keiner von uns möchte an Schläuchen angebunden sterben. Ich möchte nicht einmal als dezente Alte vegetieren. Ob ich aber Kraft hätte bei der Diagnose die Tabletten schlucken? Weiß ich nicht.

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mayazi 13.10.2018, 09:35
7. Unabhängig

Unabhängig von Spahns Meinung ist hier von unserem höchsten Gericht Recht gesprochen worden, das hat er zu beachten. Wenn er seine Macht benutzt, um die Umsetzung geltenden Rechts zu verhindern, betreibt er Machtmissbrauch.

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der_rookie 13.10.2018, 09:35
8. Hm

Leider ist der Artikel an entscheidender Stelle unpräzise: War das Gerichtsurteil eine Einzelfallentscheidung oder hat das Gericht generelle Leitlinien definiert?
Das Bundesverwaltungsgericht kann ja nur die Exekutive verpflichten bestehende Gesetze anders anzuwenden. Die Legislative aufzufordern die Gesetzeslage zu ändern (wie von der FDP nun angestrebt) kann nur das Bundesverfassungsgericht.

Unabhängig von Gerichtsurteilen und Gesetzeslage in Deutschland: gibt es eigentlich eine saubere wissenschaftliche (nicht ideologische) Studie, die mal systematisch die Wirkung unterschiedlicher Regelungen in anderen europäischen Ländern vergleicht? Von Schweiz oder Niederlande bis Polen oder Irland?

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doc_x 13.10.2018, 09:37
9. Das eigentliche Problem ...

... ist doch unser Nanny- und Bevormundungsstaat, der betreutes Denken zur Maxime erhebt und den Bürgern konsequent und immer weitergehend den Zugang zu Mitteln verwehrt, die irgendein Gefahrenpotenzial haben. Ob Waffen, Chemikalien, diverse Gerätschaften u.a.m.

Es sei allerdings zu dieser ganzen unehrlichen Sterbehilfediskussion gesagt, dass es selbst in diesem Nanny-Staat erstaunlich einfache, schnelle und schmerzarme Suizidmöglichkeiten mit simplen Hausmitteln gibt - und dabei meine ich ausdrücklich nicht die harten Methoden, die womöglich noch andere mit hinein ziehen. Ein wenig Recherche wird man wohl erwarten dürfen, bevor man andere Menschen, insbesondere die Gesellschaft und Rechtsprechung, mit solch diifizilen Anliegen behelligt.

Also, wer wirklich sterben will, findet auch abseits von Phenobarbital, Strick, Todessturz und Co. Möglichkeiten. Bei dem Medikamenten-Tod kann Ihnen übrigens niemand genau sagen, wie das Sterben damit in den letzten Momenten subjektiv wirklich empfunden wird.

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