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Geheimdienst-Akten: Eichmann-Prozess löste Panik in Adenauers Regierung aus

Israel machte dem Nazi-Verbrecher Adolf Eichmann den Prozess - und die Regierung Adenauer zitterte. Geheimdienstunterlagen zeigen: Das Auswärtige Amt befürchtete, in dem Verfahren könne für "Bedienstete der Verwaltung des Bundes und der Länder" belastendes Material auftauchen.

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cash machine victim 27.03.2011, 09:44
1.

Warum wir der Hans Globke im Artikel nicht erwähnt?

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pudel_ohne_mütze 27.03.2011, 09:55
2. Diese Sorge war mehr als begründet.

Zitat von sysop
Israel machte dem Nazi-Verbrecher Adolf Eichmann den Prozess - und die Regierung Adenauer zitterte. Geheimdienstunterlagen zeigen: Das Auswärtige Amt befürchtete, in dem Verfahren könne für "Bedienstete der Verwaltung des Bundes und der Länder" belastendes Material auftauchen.
Wieviele "Entnazifizierte" oder als "Mitläufer" bagatellisierte Ex-Nazis in der neuen Bundesrepublik wieder an den Schalthebeln sassen geht auf keine Kuhhaut.

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Brand-Redner 27.03.2011, 09:56
3. Kameraden

Zitat von sysop
Israel machte dem Nazi-Verbrecher Adolf Eichmann den Prozess - und die Regierung Adenauer zitterte. Geheimdienstunterlagen zeigen: Das Auswärtige Amt befürchtete, in dem Verfahren könne für "Bedienstete der Verwaltung des Bundes und der Länder" belastendes Material auftauchen.
Es ist richtig, auch hin und wieder mal über solche zweifelhaften "Sternstunden" bundesdeutscher Demokratie zu reden. Auch wenn das Ganze den aufmerksamen Beobachter der Zeitgeschichte ebenso wenig erstaunt wie die Existenz von Nazis im Auswärtigen Amt zwischen 1933 und 1945.

Zitat von
(Ebenda)
Wenn diese Einschätzung zutrifft, dann fragt man sich allerdings, warum damals Adenauer höchstselbst gegen die "Verschleppung" Eichmanns nach Israel protestierte und seine Herausgabe forderte! Offensichtlich gab es in dieser Nachkriegsrepublik etwas, das schwerer wog als der gute Ruf: die Solidarität mit "alten Kameraden". Mehr ist dazu nicht zu sagen.

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ratem 27.03.2011, 10:53
4. Ein Schelm ...

Zitat -- "Die Festnahme Adolf Eichmanns, Cheflogistiker des Holocaust, löste Panik in der Bundesregierung von Konrad Adenauer (CDU) aus."

... wer sich seinen Teil dazu denkt ... offenkundig war der Adenauer-Regierung durchaus klar, wo "braune Socken" in hohen Positionen saßen. Daß man sie nicht entfernt hat, läßt tief auf die Gesinnung der Herren blicken.

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derandersdenkende 27.03.2011, 11:00
5. Aufklärung unerwünscht !

Zitat von sysop
Israel machte dem Nazi-Verbrecher Adolf Eichmann den Prozess - und die Regierung Adenauer zitterte. Geheimdienstunterlagen zeigen: Das Auswärtige Amt befürchtete, in dem Verfahren könne für "Bedienstete der Verwaltung des Bundes und der Länder" belastendes Material auftauchen.
Nazis an den Schalthebeln der Macht verhinderten die Aufarbeitung des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik Deutschland. Man bediente sich eines Tricks um doch Aktivitäten nachzuweisen. Man ließ einfach das National weg und hatte einen neuen Gegner und ein neues Feindbild gefunden.
Richter an Volksgerichtshöfen, Nazi-Lehrer, Nazi-Diplomaten und Journalisten mit nationalsozialistischem Gedankengut konnten nach 1945 fast ungehindert ihrem Handwerk nachgehen.

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bomdia 27.03.2011, 11:12
6. "Braune Socken"

waren damals selbstveständlich noch
im ganzen Land vertreten.

Nachkriegskinder, besonders die der
fünfziger Jahre, wuchsen in einer
von Lügen und Vertuschung geprägten
Gemeinschaft auf.

Das hat tiefe Spuren hinterlassen und
unser Land nachhaltig geprägt.

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MonaM 27.03.2011, 12:10
7. Die Angst ums Ansehen...

Zitat von sysop
...und die Regierung Adenauer zitterte.
"...stand die Bundesregierung "am Rande der Hysterie", weil sie um das Ansehen Bonns in der Welt fürchtete"

Das "Ansehen Bonns"... Man müsste lachen, wenn der Hintergrund nicht so furchtbar wäre. Bis zum damaligen Zeitpunkt hatte Deutschland (West wie Ost übrigens) alles unterlassen, was nach einer ehrlichen und gründlichen Aufarbeitung der NS-Verbrechen hätte aussehen können. Dadurch war schon genügend Grund für die Angst ums Ansehen gegeben - nur wollte das von den politisch Verantwortlichen niemand wahrhaben.

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erwin777sti 27.03.2011, 12:14
8. Nun, was soll man da machen ? emotional: ewige Rache. rational: aufklären, NIE WIEDER

Zitat von derandersdenkende
Nazis an den Schalthebeln der Macht verhinderten die Aufarbeitung des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik Deutschland. Man bediente sich eines Tricks um doch Aktivitäten nachzuweisen. Man ließ einfach das National weg und hatte einen neuen Gegner und ein neues Feindbild gefunden. Richter an Volksgerichtshöfen, Nazi-Lehrer, Nazi-Diplomaten und Journalisten mit nationalsozialistischem Gedankengut konnten nach 1945 fast ungehindert ihrem Handwerk nachgehen.
Ich hatte glücklicherweise einen Deutschlehrer, der uns im Unterricht versuchte, das von den Nazis angerichtete Unheil aufzuzeigen, und mittels Tondokumenten - u.a. "wollt Ihr den totalen Krieg ? Heil, heil, heil !!!" - die perfide Agitation und Propaganda der Nazis aufzuzeigen.

Ich habe daher eine abgrundtiefe Verachtung gegenüber brauner Verharmlosung, und allem, was mit Agitation und Propaganda zusammenhängt auch in anderen totalitären Systemen (Gaddafi, A.M. in FDJ).

Ich denke, nachdem man jahrzehntelang zum Schutz der PGs Gras über die braune Scheisse hat wachsen lassen, sollte man die schlussendlich die Enkelgeneration, die meines Erachtens absolut schuldlos ist, aufklären:
1. vermitteln, was da war, mit Verdeutlichung der Greuel
2. erklären, dass Betroffene und ihre Nachkommen, das Recht haben, zu erschrecken oder sich zu mokieren, wenn sich Deutsche gerieren, "als ob nichts gewesen wäre ..."
3. ergründen, warum dem "Volk der Denker und Dichter" ein solcher Irrweg "passieren" konnte ?
4. Verhinderungsmechanismen gegen Totalitarismus planen: NIE WIEDER !!!

Wenn ich die Macht hätte, würde ich gerne 'SOLLTE' in 'MÜSSTE' steigern, ... aber vielleicht hilft mir jemand dabei, wobei auf 'Schwarz-Gelb' würde ich nach den letzten Glaubwürdigkeits-Eskapaden nicht gerade setzen .. aber wer weiss, vielleicht gibt's bei denen nach Allem doch noch eine 'fundamental-moralische Wende'

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HolF 27.03.2011, 12:22
9. Natürlich

Natürlich waren im Nachkriegsdeutschland ehemalige NSDAP-Mitglieder in Regierungspositionen. Wer sollte es auch sonst tun? Waren ja leider nicht viele andere da die den Job übernehmen könnten. Alles was nicht Parteimitglied war (und dennoch Ahnung von der Materie) ist schon Jahre vorher abserviert worden. Es blieb ja nicht viel anderes übrig als auf "entnazifizierte" zurückzugreifen.

Andererseits haben sie es geschafft aus dem Trümmerhaufen des Krieges einen funktionierenden Staat aufzubauen. Wären sie wirklich noch aktiv ihrer ehemaligen Gesinnung nachgehangen hätte es wohl bald ein "viertes Reich" gegeben.

Und für die, die gleich nach Marshall-Plan schreien: Wieviel Millionen sind beispielsweise nach Afrika geflossen und wieviele funktionierende Staaten gibt es dort?

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