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Geheime Gesprächsprotokolle: Kohls große Abrechnung
DPA

"Merkel konnte nicht mit Messer und Gabel essen": Äußerst drastisch hat Helmut Kohl mit Parteifreunden abgerechnet. Der Altkanzler sprach Hunderte Stunden mit einem Ghostwriter - der SPIEGEL veröffentlicht Auszüge der Aufzeichnungen.

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georgia.k 06.10.2014, 11:35
360. Es ist viel simpler

Angela Merkel wurde ins Kabinett aufgenommen - wie eine andere ostdeutsche Dame auch - um den Proporz zu wahren. Es mussten Frauen her, in der West-CDU hatte man Frauen gar nicht hochkommen lassen, auch gab es einfach zu wenige emanzipierte Frauen - und dann mussten die neuen Bundesländer auch vertreten sein.
Was lag näher, als ein vermeintlich unbedarftes Mädchen zu fördern. Die CDU hat es stets vermieden, starke, unabhängige Frauen zu unterstützen. In den neuen Bundesländern gab es nicht die traditionellen Bündnisse gegen Frauen. Da konnte Angela Merkel rasch aufsteigen, obwohl sie nicht zu den Bürgerrechtlern gehörte, die Wende nicht miteingeläutet hatte. Obwohl sie den Mauerfall irgendwie verschlafen hat, hat sie sehr schnell die Chancen erkannt. Sie war dann Mitglied der CDU - die Mutter trat der SPD bei, der Bruder dem Bündnis 90. Die Familie hat alle möglichen Optionen schön abgedeckt.. Und dann kam die CDU irgendwie nicht mehr an ihr vorbei - da zog die Frauen- und die Ossi-Quote und Helmut Kohl war es recht so.
Danach war Angela Merkel nicht mehr aufzuhalten - Helmut Kohl war zurückgetreten und mit der Spendenaffäre belastet, beschädigte er noch die CDU und Schäuble. Angela Merkel erschien der CDU als rettender Engel - die äußerst bescheidene, freundlich lächelnde zurückhaltende Angela Merkel mauserte sich - und die CDU-Mannen konnten sich allenfalls retten, indem sie sich devot darboten. Ronald Pofalla ist das beste Beispiel. Alle anderen sog. Hoffnungsträger verschwanden im politischen Abseits oder auf Versorgungsposten. Das hat sie forciert oder durch Zeitablauf erledigt.

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Klönschnack 06.10.2014, 11:44
361. Ich fühle mich nicht als Geisel

Zitat von Georg Caltern
Und das Sie inzwischen ein ausgewachsenes Stockholm-Syndrom entwickelt haben, hilft mir auch nicht weiter.
Ich habe diesen Prozess vor 25 Jahren sehr genau beobachtet und kam zu ähnlichen Schlussfolgerungen wie Lafo. S.#239
Deshalb war ich auch nicht einverstanden, diese historische Angelegenheit so übers Knie zu brechen.
Dass hier nur ein kleines Zeitfenster war, wie immer wieder von 'Birnes' Fans postuliert wird, ist doch dummes Zeug.
Im Gegenteil : Hätte man noch gewartet, wäre uns dieser Pleitestaat nachgeworfen worden.
DM-Umtausch 1:2, ein Witz, eine Frechheit.
Solidarbeitrag bis 2019, eine Sauerei sondergleichen.
Das die durchschnittlichen Renten (besonders der Frauen) höher sind als im Westen und trotzdem jedes Jahr mehr erhöht werden, als im Westen - eine Frechheit sondergleichen.
http://www.bild.de/geld/wirtschaft/renten/renten-irrsinn-deutlich-mehr-geld-fuer-ost-rentner-31644738.bild.html
Das alles ist jedoch nicht die Schuld der Ex-DDR'ler, sondern ist der Kohl-Regierung anzulasten.

Zuletzt : Ihre negativen Erfahrungen mit den 'Ossis', kann ich nicht teilen. Ich habe sehr viele nette Leute kennengelernt und Ar$chlöcher gibt und gab es auch im Westen schon immer genug.

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Katharsis2013 06.10.2014, 12:23
362. Weisheit ...

Weisheit bedeutet auch, einfach mal im entscheidenden Moment die Klappe zu halten! Von diesem Status ist HK Lichtjahre entfernt, ganz im Gegenteil führt er sich gefühlt auf wie ein Dreijähriger, der noch ein Ü- Ei will. Hier watscht ein narzistischer Egomane seine Polit- Ziehkinder ab und versucht sich eine Plattform für geistige Ergüsse und Meinungsäußerungen zu schaffen, die im Prinzip keinen Menschen mehr interessieren. Deshalb: Klappe halten und einfach auf´s Altenteil zurückziehen, Herr Dr. Kohl !!!

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prince62 06.10.2014, 12:53
363. Kein Politiker denkt auch nur ein Sekunde über Rückzahlung der Schulden nach.

Zitat von Ontologix II
Um Himmels Willen, sagen Sie das bloß nicht zu laut. sonst merkt die Welt, dass Kaiser Obama nackt und pleite ist. Die immer noch steigenden Schulden werden die USA nie zurückzahlen können.
Über die Rückzahlung der Schulden macht sich doch überhaupt kein Politiker auch nur einen Gedanken, denn die werden nie zurückgezahlt, das steht schon bei Aufnahme fest,

das wirklich verheerende ist jedoch die stetig steigende Zinsbelastung, denn Zinsen müssen bezahlt werden, jedes Jahr und jedes Jahr mehr, weil auch die Schulden jedes Jahr ansteigen,

darüber wird aber von den Politikermarionetten und ihren devonten Medienleuten nichts berichtet, stattdessen wird immer über Schwarze Null und Schuldenrückzahlung am St. Nimmerleinstag schwadroniert, dabei ist die immer so hochgetragene Schwarze Null der Deutschen, wenn sie wirklich kommen sollte nichts weiter als eine weitere große Verarschung der Wähler durch die Politiker, denn siehe Infrstruktur, die Schwarze Null wird nur durch das verschieben notwendiger Investitionen in die Zukunft herbeigelogen.

Auch hierüber wird durch die devoten Regierungsmedien nichts berichtet!

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Klönschnack 06.10.2014, 13:22
364. Sie haben ja Sorgen ...

Zitat von prince62
das wirklich verheerende ist jedoch die stetig steigende Zinsbelastung, denn Zinsen müssen bezahlt werden, jedes Jahr und jedes Jahr mehr, weil auch die Schulden jedes Jahr ansteigen.
Also Herr Ndraghi und ich, haben die nicht.

Dieses Problem wurde schon 1440 von einem Herrn Gutenberg gelöst.
Und unser aller italienischer Goldman-sucks Mitarbeiter, bedient sich eifrig daran.
http://www.youtube.com/watch?v=13lkdkXzPFs&feature=related

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kloroslav_mise 06.10.2014, 13:56
365. Darf ich raten?

Zitat von Georg Caltern
Es ist kein Frust sondern unverhohlene Abneigung. Und zwar nicht gegen die neuen Länder (die sind landschaftlich ja ganz nett) sondern gegen deren Bewohner bzw. ehemalige Bewohner. 1989 fand ich deren unverhohlene Habsucht in Kombination mit dem nahezu vollständigen Fehlen anderer Motive abstoßend. Dass nach dem Geld dann das große Gejammere über den "kalten" Kapitalismus und den angeblichen Ausverkauf der angeblich blühenden DDR-Wirtschaft kam, hat es nicht besser gemacht. Inzwischen haben Merkel, Gauck, de Maiziere sowie jene Ossis, deren persönliche Bekanntschaft mir nicht erspart geblieben ist, mein Urteil verfestigt. Und das Sie inzwischen ein ausgewachsenes Stockholm-Syndrom entwickelt haben, hilft mir auch nicht weiter.
Sie sind einer der Jahrgänge zwischen 1945-60 (+/- drei Jahre) in Westdeutschland geboren?! Im Wohlstand aufgewachsen von "postmaterialistischen" Werten beseelt und am schnöden Mammon, dem Mutti, Vati und die Nachbarn (also die, die das (Nach-)Kriegselend noch erleben durften) nachjagten, desinteressiert (aber sehr wohl davon profitierend)?

Tja, wenn die Made im Speck über ihren dicken Wanst glotzt und albern gekleidete Ossis mit Vokuhila erblickt, die sich über ein Auto aus Blech freuen, als wären sie dem Heiland persönlich begegnet, dann kann es schon mal zu Beiträgen wie Ihrem kommen. Ich nenne das abgehoben und es ist exakt diese Arroganz, die den Ossis aufgestoßen ist und heute das Verhältnis zu Leuten aus Entwicklungsländern kennzeichnet. Problematisch und ein bißchen widerlich...

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kloroslav_mise 06.10.2014, 14:02
366. Quatsch

Zitat von Klönschnack
Dass hier nur ein kleines Zeitfenster war, wie immer wieder von 'Birnes' Fans postuliert wird, ist doch dummes Zeug. Im Gegenteil : Hätte man noch gewartet, wäre uns dieser Pleitestaat nachgeworfen worden. DM-Umtausch 1:2, ein Witz, eine Frechheit. Solidarbeitrag bis 2019, eine Sauerei sondergleichen. Das die durchschnittlichen Renten (besonders der Frauen) höher sind als im Westen und trotzdem jedes Jahr mehr erhöht werden, als im Westen - eine Frechheit sondergleichen. http://www.bild.de/geld/wirtschaft/renten/renten-irrsinn-deutlich-mehr-geld-fuer-ost-rentner-31644738.bild.html Das alles ist jedoch nicht die Schuld der Ex-DDR'ler, sondern ist der Kohl-Regierung anzulasten.
Das mit dem "ein bißchen warten" war aus vielerlei Gründen nicht möglich.

1. Wie Birne schon sagt: Was aus den Russen wird, war nicht abzusehen, daher lieber Fakten schaffen.

2. Im Osten wollten die Leute ziemlich bald die Einheit, weil es die einzige Garantie war, dass ihre idealistischen oder materialistischen Ziele verwirklicht würden. Die eigene Führung konnte diesem Verlangen nichts mehr entgegensetzen.

3. Vergessen Sie mir nicht das Wiedervereinigungsgebot des GG. Es war quasi die verfassungsmäßige Pflicht eines jeden bundesdeutschen Politikers, die Herstellung der Einheit zu fördern. Brandt hat es angefangen, Kohl vollendet. Über persönliche Motive und Wege mag man streiten, aber an dem GG-Grundsatz änderte das nichts.

Also erzählen Sie nichts von "warten".

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Weißlicht 06.10.2014, 14:16
367. Ende des Ostblocks

Die Geschichte mit den Bürgerrechtlern ist eine dermaßene Information für Schulabbrecher (in Ermangelung eines anderen hochsprachlichen Wortes), dass es eine Schande ist! Man will uns verkaufen, dass ein paar Leutchen, die Kerzen hochhielten, ein Regime mit tausenden Panzern zu Fall gebracht haben... Aber hallo!

Nachdem in den USA Ronald Reagan Präsident geworden war, kam man dort zu der Auffassung, dass das von ihnen "kommunistisch" genannte System schussreif sei. Gemeinsam mit Großbritannien ersann man Sanktionen, die die ohnehin uneffiziente Wirtschaft zum Zusammenbruch bringen sollten. Wer mit denen Geschäfte machte, bekam Ärger.

Ferner wurde die Aufrüstung weiter getrieben bis zu einem Punkt, an dem der Osten finanziell und technologisch nicht mehr mithalten konnte. Reagan brachte in Moskau (!) das berühmte Zitat: "Wenn wir die Atomwaffen erst im Weltall stationiert haben, brauchen Sie bei einem Alarm nicht mehr in den Bunker zu gehen, weil die Vorwarnzeit nicht mehr ausreicht." Damit fiele auch die Möglichkeit weg, noch zurückzuschießen. Also würde die gegenseitige Abschreckung ausgehebelt werden. Die Sowjetunion selbst war nun nicht mehr in der Lage, gleichzuziehen.

Das - technologisch gesehen zu erwartende - nukleare Disaster von Tschernobyl und die diktatorische Rekrutierung von Hilfskräften diskreditierten das System im Inneren.

Der verlorene Afghanistan-Krieg (islam(ist)ische Aufständische, unterstützt von den USA, Großbritannien und Frankreich) zerstörte den Nimbus der allmächtigen Sowjetarmee. Von Afghanistan ausgehend verbreiteten sich Drogen in der Armee und in den Städten, was die Glaubwürdigkeit des Regimes weiter schmälerte.

In Polen, für das in Jalta eigentlich eine Demokratie ausgehandelt worden war, gründete sich mit amerikanischer Unterstützung eine Arbeiter-Protestbewegung (Solidarnosz), die Unruhe in das gesamte Gefüge des Ostblocks brachte.

Schließlich scheiterte der Reform-Generalsekretär Gorbatschow an "konservativen" Kreisen im Sowjet-Staat. Und mit amerikanischer Hilfe übernahmen bestimmte Leute aus dem Geheimdienst KGB die Führung (mit dem Strohmann Oberst Boris Jelzin als Präsidenten).

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Klönschnack 06.10.2014, 16:18
368. Brandt hat angefangen?

Zitat von kloroslav_mise
Brandt hat es angefangen, Kohl vollendet. Über persönliche Motive und Wege mag man streiten, aber an dem GG-Grundsatz änderte das nichts. Also erzählen Sie nichts von "warten".
Dann hat Birne aber lange gewartet, trotz GG-Auftrag.
Er war immerhin schon 7 Jahre im Amt. Aber nun musste es hopplahopp gehen, egal, was es kostet.
Dieser Pinsel war doch im Gegensatz zu Lafontaine, geistig überhaupt nicht in der Lage abzuschätzen, was er da anrichtet. Siehe seine Bemerkungen über blühende Landschaften, die sich von selbst bezahlen.

Und wenn Sie mir schon Geschichtsunterricht erteilen wollen : Kohl hatte im Rahmen der 2+4 Verhandlungen, die Möglichkeit auf eine eigenständige Verfassung zu bestehen, was er aber nicht für wichtig erachtete.
Aus diesem Grund haben wir immer noch keinen Friedensvertrag mit über 40 Kriegsgegnern und sind weiterhin die Büttel der Alliierten, die mit uns machen, was sie wollen.
Also erzählen Sie mir nicht, was möglich war.

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Drscgk 06.10.2014, 16:19
369. Recht aufschlussreich, was Kohl da sagt!

Nun können mindestens die Bundesbürger in Ost und West, sicher auch die Russen u.a., klar erkennen, von welchen Banausen wir regiert wurden und heute noch regiert werden. Außerdem sehen viele Deutsche, dass sie über etliche ehemalige Kohls und heutige Kohls sowie über die damaligen weltpolitischen Wende-Zustände eine ziemlich kohlähnliche Ansicht hatten und haben.

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