Forum: Politik
Geistig Behinderte: Warum Pascal, 22, nicht wählen darf
Julian Arke

Behinderte Menschen, die dauerhaft voll betreut werden, dürfen bei der Bundestagswahl nicht abstimmen. Denn die Regierung hat eine rechtzeitige Reform des Wahlrechts verhindert - schon wieder.

Seite 10 von 10
isikat 02.09.2017, 10:42
90. Wer nicht in der Lage ist,

Zusammenhänge zu erkennen und selbst für die persönlichen Belange in jeder Hinsicht Hilfe benötigt - und damit meine ich nicht die körperliche Hilfe - der sollte auf keinen Fall wählen dürfen. Denn dann wählt nicht er, sondern der, der am meisten Einfluss auf ihn hat und ihm eintrichtern kann, was er zu wählen hat. Das gilt für geistig Behinderte genauso wie für Demenzkranke.
Es ist abolut unverständlich, warum Demenzkranke wählen dürfen, wenn sie geistig nicht einmal mehr erreichbar sind.

Beitrag melden
radioactiveman80 02.09.2017, 11:48
91. Ein Artikel mit - gelinde gesagt - Schwächen

ZITAT: "Doch darum geht es auch nicht. Es spielt auch keine Rolle, dass die allermeisten Behinderten, die bisher nicht wählen durften, viel schlechter dran sind als Pascal K. - und tatsächlich oft weder sprechen noch laufen oder Kreuze malen können. Es geht ums Prinzip." --- Journalismus at it's best. Man pickt sich einen raus, der am stärksten Benachteiligt wird, und nimmt das als repräsentativ für tausende Menschen her. So wie es also aussieht, ist Pascal ein Teil einer ganz kleinen Gruppe, nämlich derer die durchaus wählen könnten, es aber aufgrund unglücklicher Gutachten nicht dürfen. Also soll "aus Prinzip" ein ganzes Gesetz gekippt werden, obwohl "die allermeisten" es wirklich nicht könnten - ergo auch nichts davon hätten? So malt der Betreuer halt das Kreuz, hurra, alle freuen sich, es lebe das Prinzip. Nur blöd dass dann 99,9% aller Betreuer faktisch einen 2. Wahlgang bekommen, diesen für die selbst favorisierten Parteien (berufsbedingt eher links/grün) nutzen werden und das nennt sich - Trommelwirbel - Wahlmanipulation! Und das ist für mich auch ein Prinzip.

Beitrag melden
cordularegina.wendel 02.09.2017, 17:24
92. Seltsam

wir wohnen in Baden-Württemberg. Ich bin in allen Bereichen die Betreuerin meines schwerstmehrfachbehinderten Sohnes und wir hatten noch nie ein Problem mit den Wahlen:
Er kriegt eine wahlbenachrichtigung, ich schieb ihn am Wahltag in die Kabine, lese ihm vor, welche Parteien auf dem Wahlzettel stehen, er deutet auf seinen favoriten und ich kreuz das dann kommentarlos an.
Das war bisher bei jeder (Gemeinde,Landtag,Bundestag,Europaparlaments) Wahl!!
Im Übrigen werden sind seine 47 Mitbewohner alle schwerbehindert, dass sie in allen Bereichen betreut werden und nur ein Einziger ist von der Wahl ausgeschlossen.
Dieser Bewohner ist nicht in der Lage seinen Willen verbal oder nonverbal auszudrücken. Das wurde von den Betreuern im Heim über eine längeren Zeitraum beobachtet und begründet.
Jeder andre geht selbstverständlich an die Urne, ob mit oder ohne Begleitung hängt von der Art der Behinderung ab.
Ich habe den entsprechenden Passus zwar auch Wahlgesetz gelesen, er spielt aber in unsrem Alltag keine Rolle.
Ich gebe Ihrem Mitarbeiter recht, dass dieser Passus gestrichen werden sollte, aber dich halte den Artikel trotzdem für sehr schlecht recherchiert und zu plakativ formuliert.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man hier jedem Behinderten, der seinen Willen äussern kann, auch die Möglichkeit gibt an Wahlen teilzunehmen.
So eine schlechte Recherche dient dem Sachverhalt einfach nicht und fährt auf einer Mitleidsschiene die einfach ärgerlich und unsachlich ist.

Gruss
Regina Wendel

Beitrag melden
Seite 10 von 10
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!