Forum: Politik
Geistig Behinderte: Warum Pascal, 22, nicht wählen darf
Julian Arke

Behinderte Menschen, die dauerhaft voll betreut werden, dürfen bei der Bundestagswahl nicht abstimmen. Denn die Regierung hat eine rechtzeitige Reform des Wahlrechts verhindert - schon wieder.

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carlitom 01.09.2017, 18:59
70.

Zitat von morkvamork
geht's noch ?
Was passt Ihnen denn nicht an der sehr klaren und vernünftigen Aussage des Foristen, dass wer Hilfe für jede Alltagsentscheidung braucht, nicht zum Wählen geeignet ist?

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Metalhead 01.09.2017, 19:01
71. Wahlrecht, Wahlpflicht oder Parteienfinanzierung?

Wenn ich mich so umgucke, umhöre und die Nachrichten lese... dann kann einem Angst und Bange werden warum jeder Hinz und Kunz wählen darf. Viele verstehen weder das Parteiprogramm, noch wissen Sie was eigentlich die Kernforderungen der betreffenden Partei sind. Am Ende haben wir alles - nur keine Regierung die pragmatisch, im Sinne des Volkes und bürgernah handelt und regiert.

Eigentlich sollte man vor jeder Wahl eine Art "Wahlführerschein" machen oder die Wahl sollte begleitet, von einer Art Wahl-O-Mat stattfinden.

Außerdem, solange man als Mitarbeiter einer Hochschule unterzeichnen muss, weder Mitglied der Linken, noch der AfD (beides legitime, nicht verbotene Parteien) zu sein - so lange zweifele ich an einem wirklich demokratischen und souveränen Deutschland.

Ich denke hier geht es nur um Stimmen, egal wer mich wählt - jede Stimme ist Geld und Macht - ob derjenige wirklich verstanden hat wofür meine Partei steht ist mir dann völlig egal. Dies scheint mir die Einstellung der "großen" Parteien zu sein.

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karl-felix 01.09.2017, 19:07
72. Einerseits

Zitat von ksch091256
Ich weiß nicht, was es darüber zu diskutieren gibt. Dieser Zustand ist schlicht und einfach eine Schweinerei!
gebe ich Ihnen recht. Andererseits denke ich, wenn jemand schon solche Petitessen wie seine private Geldanlage oder einen simplen Vertrag abzuschliessen untersagt ist, aus welchem Grund soll er dann an einer so wichtigen Entscheidung wie den Richtlinien der Politik der grössten Volkswirtschaft Europas beteiligt werden ?

Jeder von uns weiss, wie kompliziert es sich politische Programme nicht nur zu lesen und zu verstehen sondern auch die Sprache der Politiker richtig zu deuten . Das überfordert in der Regel die meisten Bürger mit durchschnittlicher Intelligenz und viele gehen in Erkenntnis Ihrer Überforderung erst gar nicht zur Wahl oder bedienen sich eines Wahl-o-maten . .
Um wieviel schwerer muss das einem Menschen mit unterdurchschnittlichen intellektuellen Fähigkeiten fallen ?
Schwierig auch, einen strafunmündigen ein passive Wahlrecht zuzuerkennen .
Ich persönlich habe Schwierigkeiten in der Unterscheidung einiger Parteien , bei über 30 Parteien bin ich überfordert und bewundere die
Begabung des Behinderten zwischen den Parteien unterscheiden zu können . Das fällt mir schon bei NPD und AfD und Grünen und ÖDP
und der SPD und den Sozialausschüssen der CDU schwer.
Schwieriges Thema. Der Behinderte entscheidet über mein Leben als Citoyen .

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widarr 01.09.2017, 19:10
73. Unmündig

Warum dürfen Jugendliche erst ab 18 Jahren wählen?
Ich denke, man traut ihnen nicht die notwendige Reife zu.
Warum sollte man dann unmündige, auf dem mentalen Stand von Kindern stehende wählen lassen? Auf diese treffen doch dieselben Argumente wie auf Kinder zu?

Man kann ja diskutieren, ob auch unmündige geistig Behinderte wählen können sollen - dann muss man aber auch Kinder wählen lassen.

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KlausMeucht 01.09.2017, 19:13
74. Politik für alle

Zitat von Humatheist
Die einfachste Lösung wäre doch, das Wahlrecht an das Zahlen von Steuern zu koppeln. Wer die Rechnung bezahlt bestimmt auch, wo es lang geht. Wer nicht in der Lage (oder willens) ist, für sich selbst zu sorgen, der hat in meinen Augen auch das Recht verwirkt, über das Geld anderer Leute zu bestimmen.
Wo ist dann der politische Anreiz Politik für die finanziell schwächeren zu machen?

Was sie fordern ist nicht das was ich unter Demokratie verstehe. Demokratie braucht ein gewisses Mass an Bildung. Der Druck auch die Schwächeren mitzunehmen und Ihnen auch Bildung zu geben halte ich für wichtig.

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Actionscript 01.09.2017, 19:26
75. Wahlrecht hat der, der die Staatsbürgerschaft hat.

Zitat von supergrobi123
Sie lleben also seit 25 Jahren im Ausland? Was in aller Welt soll Ihnen das Recht geben, über unser Leben hier in Deutschland mitbestimmen zu dürfen?
Wahlrecht wird nicht mit dem Wohnsitz sondern mit der Staatsbürgerschaft gegeben. Vielleicht will ich ja in Zukunft wieder nach Deutschland zurück. Das Alleine gibt mir das Recht, mitzubestimmen, wer in Deutschland regiert. Die Absprache des Wahlrechts ist eine Bestrafung. Ich habe das Gefühl, dass in bestimmten Dingen Deutschland noch in der Zeit von 33-45 stecken geblieben ist.

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Guerilla_77 01.09.2017, 19:30
76. ...

Zitat von carlitom
Was passt Ihnen denn nicht an der sehr klaren und vernünftigen Aussage des Foristen, dass wer Hilfe für jede Alltagsentscheidung braucht, nicht zum Wählen geeignet ist?
Dreisterweise antworte ich jetzt darauf.

Mir passt nicht das man von vornherein die Entscheidung abtut.

Man unterstellt behinderten "leicht manipulierbar" zu sein, das will ich nichtmals abstreiten.

Aber wir ALLE sind manipulirbar.
JEDE Wahl ist manipulation, der eine leichter der Akademiker schwerer - aber auch.

Es ist NICHT die aufgabe der Staates/der Pflege die manipulation zu verhindern.
Es ist deren Aufgabe den behinderten "möglichst" neutral die Wahllandschaft zu erklären, aber die entscheidung nicht zu beeinflussen.

Das "Problem" gibt es aber nicht nur bei Behinderten, man will ja auch der Unterschicht das Wahlrecht absprechen - weil zu dumm.

Wo ist die Grenze? Wer ist "wertvoller" Vertreter der Gesellschaft(vorsicht: euphemismus....)?

NICHT das wahrecht ist entschiedent, weder bei der Unterschicht noch bei den Behinderten, sondern das diese vernünftig augeklärt werden(und nicht auf manipulationen rein fallen).
Im endeffekt ist die Pflege nicht gut - die, neutral "verständlich" vermitteln müsste, aber sicherlich nicht die benachteiligen Menschen (gleich mal mehrere Unterschicht, Migranten, Behinderte, etc. pp.) bevormunden.

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majobo-hg 01.09.2017, 19:32
77. Mir fehlt hier die Perspektive

Warum sollte jemand, der freiwillig oder aufgrund eines gerichtlichen Beschlusses nicht die Entscheidungen über die wesentlichen Themen seines eigenen Lebens entscheiden darf, mit einer Wahlbeteiligung über die wesentlichen Themen des Lebens von uns allen entscheinden dürfen? Das macht für mich keinen Sinn. Ich finde auch das im Artikel verwendete Zitat "Es sei "nicht hinnehmbar, so vielen Menschen pauschal ein elementares Bürgerrecht vorzuenthalten - obwohl gar nicht klar ist, ob sie nicht mit entsprechender Hilfestellung eine Wahlentscheidung treffen könnten", sagte Schmidt im April" eher beschämend. Was bedeutet denn genau "mit Hilfestelung"? Diese Formulierung ist für mich eine grundsätzliche demokratische Desorientierung. "Mit Hilfestellung" kann jeder "richtig" wählen - was das ist, liegt wohl im Auge des Betrachters.
Nur, ist nicht die Definition von Wahlrecht, dass jemand in der Lage ist, seine Wahlentscheidung ohne "Hilfestellung" zu treffen? Nach meinem Demokratieverständnis wäre das so. Denn letztlich könnten wir mit dem Argument der "Hilfestellung" auch Säuglinge wählen lassen.

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Guerilla_77 01.09.2017, 19:55
78. ...

Zitat von Metalhead
Wenn ich mich so umgucke, umhöre und die Nachrichten lese... dann kann einem Angst und Bange werden warum jeder Hinz und Kunz wählen darf. Viele verstehen weder das Parteiprogramm, noch wissen Sie was eigentlich die Kernforderungen der betreffenden Partei sind. Am Ende haben wir alles - nur keine Regierung die pragmatisch, im Sinne des Volkes und bürgernah handelt und regiert. Eigentlich sollte man vor jeder Wahl eine Art "Wahlführerschein" machen oder die Wahl sollte begleitet, von einer Art Wahl-O-Mat stattfinden. Außerdem, solange man als Mitarbeiter einer Hochschule unterzeichnen muss, weder Mitglied der Linken, noch der AfD (beides legitime, nicht verbotene Parteien) zu sein - so lange zweifele ich an einem wirklich demokratischen und souveränen Deutschland. Ich denke hier geht es nur um Stimmen, egal wer mich wählt - jede Stimme ist Geld und Macht - ob derjenige wirklich verstanden hat wofür meine Partei steht ist mir dann völlig egal. Dies scheint mir die Einstellung der "großen" Parteien zu sein.
Korrekt.

Denen ist schei?egal wer wählt, hauptsache der "richtige" wird gewählt.

Wie schonmal beschrieben von mir handelt es sich um Wahlmanipulation, da anzunehmen ist das Pflegebedürftige eher Parteien Wählen die ihre Situation verbessern(also tendenziell eher Linke Parteien).

Würde die Union sich Stimmen von dieser "Klientel" versprechen, dürften die eher Heute-als-Morgen wählen...

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franke08 01.09.2017, 20:00
79. Unsinnige Diskussion

Wer geistig behindert ist und eine Vollbetreuung in allen Angelegenheiten benötigt kann kein Wahlrecht erhalten, verstehe nicht was daran falsch sein soll. Um zu wählen, muss man verstehen worum es geht und in der Regel ist dies sehr komplex. Nächstens fordert man noch ein Wahlrecht für Säuglinge, so langsam gehen mir diese sinnentleerten Diskussionen auf den Nerv.

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