Forum: Politik
Gelbwesten-Protest in Frankreich: "Wir wollen nicht mehr reden, wir wollen Taten"
AFP

In Paris und anderen Städten Frankreichs protestieren erneut Gelbwesten gegen die Regierung von Emmanuel Macron. Der Präsident hatte am Freitagabend mit einer Äußerung erneut für Empörung gesorgt.

Seite 2 von 8
nomadas 12.01.2019, 16:44
10. La Bresse

Le coq est mort! Macron tut gut, wenn er sich bei france24 TV die gestrige Sendung: "Le gros mot de l`éco - la décroissance, le yoga de l`économie" , moderiert von Myriam Mascarello, anschaut. Wenn er diese Botschaft ernst nimmt, hat er eine echte Chance. La France ist tatsächlich en marche, er sollte es merken. Die dort ausgestrahlte Botschaft macht Hoffnung, nicht nur für Frankreich! Und da die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, haben wir Hoffnung auf den längst überfälligen, notwendigen Paradigmenwechsel. Die Zeit der "Betonköpfe" ist für immer vorbei!
Vive la décroissance! Vive la France! Vive l`Europe!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
laale 12.01.2019, 16:50
11. Nein Nr. 1,

die Franzosen fordern kein Freibier! Die Franzosen, die "komischen", sind nur nicht so strunzdumm und verblendet wie der obrigkeitshörige deutsche Michel, der allergisch gegen soziale Gerechtigkeit, sprich gegen Umverteilung von Oben nach Unten ist, der den Schäuble für seinen neo-liberalen Scheiß mit Inbrunst liebt und dem nichts Besseres einfällt als sich sein lädiertes Selbstwertgefühl mit "uns geht es immer noch besser als denen in Kongo" gegen die Realität zu verteidigen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mhuz 12.01.2019, 16:51
12.

Mit der Angabe tausende sieht wieder so eine Sache - Frankreich hat doch viel mehr wie tausende. Interessant wäre wie viel Prozent ist das von den ganzen Franzosen. Auf jeden fall sind es laute.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ingo.adlung 12.01.2019, 17:03
13. Macron hat mit seinen Aussagen im großen und Ganzen Recht ...

... es gibt kein Recht gegenüber dem Staat (sprich gegenüber der Gesellschaft von uns allen), dass man lebenslang in seinem erlernten oder gar Traumberuf arbeiten kann und das möglicherweise vor der eigenen Haustüre. Ich weiss nicht wie es in Frankreich im Detail ist, aber tatsächlich sieht man bei uns Handwerker, Gastronomie und andere, die händeringend Arbeitskräfte suchen. Das ist die eine Seite der Medaille und da sind wir als Bürger gefragt Flexibilität in der Sache und was den Arbeits-/Wohnort anbelangt zu zeigen. Die andere Seite betrifft tatsächlich den Staat: der muss sicherstellen, dass Menschen von ihrem Gehalt Leben können - sprich: er muss prekäre Beschäftigung zurückdrängen, im Idealfall unmöglich machen. Wo die Grenze dazu liegt kann man streiten, aber ich würde sie so ziehen, dass man bei hinreichender Beitragsdauer auch noch von seiner Rente leben kann. Ansonsten hat tatsächlich das System der sozialen Marktwirtschaft auf ganzer Breite versagt. Und das hat nichts mit Sozialromantik zu tun - das ist der Kitt, der die Gesellschaft zusammen hält und hier müssen der individuelle Bürger, der Staat (die Gesellschaft) und die Arbeitgeber (einschl. der Konzerne) zusammen ihren jeweiligen Teil erbringen. Man muss sich auf diesen gesellschaftlichen Vertrag aber auch verlassen können. Um den Kreis zu schließen: das beinhaltet nicht die Pflicht des Staates oder von Arbeitgebern so viele Jobs in Gärtnreien zu schaffen wie es danach Nachfrage von Bürgern gibt und/oder an dem Ort ihrer Wahl. Bürger müssen auch Flexibilität zeigen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ex_Kamikaze 12.01.2019, 17:09
14. Macron bringt sich

mit seinen unsensiblen und ungeschickten Äußerungen in eine unmögliche Position. Mit der persönlichen Beleidigung von Demonstranten oder öffentlichen Motivations-Deutungen aus einer solchen Positionen heraus und ohne jegliche soziale Erfahrungen heizt er die Stimmung weiter an. Seine angeblichen Angebote sind ja auch nichts wert. Den Paris-Franzosen ist nicht zu verkaufen, das immer nur die unteren Schichten den Gürtel enger schnallen sollen. Bei uns funktioniert das nur, weil wir ohne soziales Gewissen erzogen werden. Wir fühlen uns gut, wenn wir wissen das es anderen noch schlechter geht.
In etwa ist Macron jetzt so beliebt wie Marie Antoinette am Ende des Ancien Regime. Wie das endete ist allen bekannt. Und auch damals war beileibe nicht ganz Frankreich explodiert - eine Revolution ist in einem zentralisierten Land eine Sache der Hauptstadt.
Daran dürfte sich nichts geändert haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
j.geisberger 12.01.2019, 17:13
15.

Also sind die Gelbwesten die Bösen und Macron der Gute?
Das sind normale Bürger aus der Mitte und die haben gute Gründe auf die Straße zu gehen.
Das ist Demokratie. Journalismus als kritisches notwendiges Werkzeug scheint ausgedient zu haben.
Lieber Spiegel es ist so offensichtlich tendenziös das es schon fast wehtut. Wer sich etwas mit dem Thema und der Person Macron auseinandersetzt wird feststellen das die Proteste mehr als berechtigt sind.

Die Menschen wollen keine Geschenke sondern das was Ihnen zusteht. Ist auch schwierig zu vermitteln wenn genau die Leute die in Saus und Braus leben ohne viel zu arbeiten der arbeitenden Bevölkerung immer und immer wieder erklären man müsse den Gürtel enger schnallen. Bei uns werden ohne Scham weiter die Diäten erhöht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Aquifex 12.01.2019, 17:18
16.

Zitat von laale
die Franzosen fordern kein Freibier! Die Franzosen, die "komischen", sind nur nicht so strunzdumm und verblendet wie der obrigkeitshörige deutsche Michel, der allergisch gegen soziale Gerechtigkeit, sprich gegen Umverteilung von Oben nach Unten ist, der den Schäuble für seinen neo-liberalen Scheiß mit Inbrunst liebt und dem nichts Besseres einfällt als sich sein lädiertes Selbstwertgefühl mit "uns geht es immer noch besser als denen in Kongo" gegen die Realität zu verteidigen!
Doch, die Franzosen fordern Freibier. Und Sie wollen, daß die Deutschen auch Freibier fordern, obwohl der Sozialetat Deutschland mittlerweile ein Drittel des BIP ausmacht.
Umverteilung von oben nach unten findet auschließlich(!) statt. Das versteht nur keiner von denen, die genau davon profitieren, weil ihnen das nicht reicht. Was ist denn soziale Gerechtigkeit? Daß der, der mit seiner Arbeit viel Geld verdient, es denen gibt, die nicht arbeiten oder keine Arbeitsleistung anzubieten haben, die gefragt ist? Die Linke Fraktion ist immer der Meinung, hochqualifiziert erarbeitetes Gehalt gehört eigentlich der unteren Lohngruppe - warum, bleibt ein linkes Geheimnis - und wenn der böse Hochqualifizierte es nicht gleich alles freiwillig "nach unten" überweisen will sondern nur die 50% Steuern und Abgaben, dann ist das eine Umverteilung von unten nach oben. So kann man sich die Welt natürlich bequem sehr ungerecht schaffen. ...genau auf der Welle reiten auch die Gelbwesten. Das ist einfach Quatsch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
marialeidenberg 12.01.2019, 17:19
17. Alle wussten es, keiner hat gewagt, es laut auszusprechen.

Frankreich ist aus einer Vielzahl von Gründen ein, wenn nicht der entscheidende Partner in Europa. Das soziale Ungleichgewicht ist in F deutlich explosiver als in D: Die Migrationsbewegung aus Nordafrika brachte außer den pieds noirs auch gut ausgebildete anspruchsvolle Algerier ins Beinahe-Mutterland, anders als in D, wo man quasi zeitgleich eher bildungsferne, brave Industriearbeiter angeworben ('eingeladen') hat.

Auf verschlungenen Wegen, z.B. durch Solidarisierung mit GR, EU-Finanzministerium etc., arbeitet sich unser wichtigster Nachbar an die EU-Stütze heran. Wird aber nicht funktionieren, Geld hilft nur vorübergehend. Reformen und Einschnitte sind angesagt, aber kaum durchzusetzen.

Keine tollen QAussichten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
legaulois82 12.01.2019, 17:20
18. gute beschreibung der lage in frankreich

spiegel hat es zum ersten mal korrekt beschrieben.
für die leser die es immer noch nicht verstanden haben. in frankreich geht es jetzt um eine änderung der gesamte politik. die überbezahlten, korrupten politiker sollen fern von unseren entscheidungen bleiben. das volk will mitspracherecht und wird es bekommen. GJ

Beitrag melden Antworten / Zitieren
erfolg32 12.01.2019, 17:22
19. Eine Bitte an die angestellten und freien Jounalisten (m/w) im Spiegel

Ich persönlich finde es sehr gut, dass die Gelbwestenbewegung sich intensiv für die bessere Situation
für viele Menschen einsetzt. Das hierbei Menschen verletzt werden und auch die Sachbeschädigungen finde ich weiger gut, es zeigt aber auch deutlich die über Jahre angestaute Wut der Menschen auf Politiker und Politikerinnen. Ich vermisse hier - wie übrigens leider immer wieder von seiten der Journalisten im Spiegel - eine sorgfältige Aufbereitung von allen Fakten und eine Aufbereitung PRO und CONTRA bei diesen Fakten, damit sich jeder ein eigenes Bild machen kann. Leider sind in den Redaktionen vom Spiegel und vielen anderen Medien diese vernünftigen Charaktere anscheinend nicht mehr vorhanden, sondern nur noch Lämmer die brav und nur noch karriereorientiert der Redaktionslinie folgen. Ich würde jetzt nicht von Lügenpresse sprechen, die Presse hat nur seit Jahren erheblich an Qualität verloren, neutral und objektiv für die Menschen zu berichten und dafür sauber zu recherchieren. Ich bin mir auch sicher, das einige Redakteure (m/w) gerne sorgfältiger prüfen und berichten würden, aber aus Sorge Verlust der Reputation und äußeren durch weitere diverse Zwänge einfach Ja und Amen zur einseitigen Darstellungen sagen.

Man könnte das Chaos in Frankreich einfach und schnell lösen:
Sofortiger finanzieller Einschnitt Punkt 1 - 3 bei Politikern und Politikerinnen:
1. Politiker und Politikerinnen werden bei den Bezügen auf das Durchschnittseinkommen der Menschen in Frankreich reduziert (Vorteil das schafft sofort eine deutliche Bürgernähe und bringt die Damen und Herren in der Politik sofort dazu, ihr eigenes Leben sofort entsprechend anzupassen. Das Luxusleben wäre dann mal weg und damit sofort auch der Narzismus und die Arroganz.
2. Keine eigene Altersversorgung für Politiker und Politikerinnen (es kann nicht sein, das die sogenannten
Volksvertreter sich auf Kosten des Volkes auch im Rentenalter besser stellen lassen. Die Damen und Herren
müssen aus ihren Bezügen wie jeder andere selbst ihre Altersversorgung aufbauen.
3. Es gibt also im Prinzip nur das monatliche Einkommen (Durchschnittsverdienst) und keine weiteren Vorteile.
Lediglich bei 100% dienstlichen Auswärtsterminen werden die Reisekosten für -WICHTIG- normaler Standard (II.Klasse) übernommen.
Entscheidungen in der Politik NUR gemeinsam mit den Menschen (Punkt 4-6)
4. In jeder Stadt in Frankreich werden alle Entscheidungen IMMER mit den Menschen in der Stadt abgestimmt
5. Jede Entscheidung ist komplett transparent zu führen
6. Beschränkung der Amtszeit auf nur vier Jahre

Diese sofort umsetzbaren Schritte werden dafür sorgen, das ignorante Politiker/innen die Politik sofort verlassen werden (das Luxusleben wäre ja wann weg) und es kommen dann Menschen die mit Wort Empathie
für die Bevölkerung wirklich etwas anfangen kann. Die gleichen Ansätze gelten auch für Deutschland.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 8