Forum: Politik
"Gelbwesten"-Proteste: Franzosen, Volk der Revolte
AP

Immer wieder leben die Franzosen auf der Straße das Unrechtsbewusstsein einer ganzen Epoche aus. Präsident Macron, Deutschland und der gesamte Westen müssen den Protest der "Gelbwesten" ernstnehmen.

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sven2016 09.12.2018, 06:55
1. Es ist immer der Krieg zwischen

den Armen und den Reichen. Und wie jemand (Soros) so nett gesagt hat: „Wir (die Reichen) haben ihn bereits gewonnen.“

„Stimmungen“ setzen sich anschließend nur dann durch, wenn das Bildungsbürgertum sie filtert und das Ergebnis für gut befindet.

Den Akteuren der Proteste nützt das nicht.

Der erste Anlass, Erhöhung der Steuern auf Benzin“, mag öko sein, wird von denen, die schon jetzt prekär leben, als Angriff empfunden.

Der „liberale“ Banker Macron arbeitet lieber an den internationalen Politik statt sein Haus zu verbessern.

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whitemouse 09.12.2018, 07:07
2. Dauer

Wenn übrig bleibt, dass Ökosteuern Mist sind, hätte diese wenig erfreuliche Bewegung wenigstens etwas Gutes.

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tmhamacher1 09.12.2018, 07:08
3. Grundvernünftig?????

So ist die deutsche Linke: Sie bewundert den Krawall, aber natürlich ist der Anlass nicht commod, soll doch eine CO2-Steuer die Weltenrettung befördern. Wie putzig sie doch ist, die Behème: Immer besoffen von sich selbst und ihrem eigenen Geist.

Die Leute gehen in Frankreich auf die Straße, weil ihnen vom umweltfanatischen Gutmenschentum die Luft zum Leben abgedrückt wird. Für Gutmenschen mag es nicht vorstellbar sein, aber wenn es um das eigene wirtschaftliche Überleben und das der Kinder geht, dann verlieren symbolische Weltenrettungskonzepte dramatisch schnell an Attraktivität!

Die ökologische Linke ist hat vor 20 Jahren den fatalen Holzweg eingeschlagen, durch Verteuerung der Lebenshaltungskosten die Welt retten zu wollen, natürlich unter Vermeidung eigener Einbußen an Lebensqualität. Es ist nachgewiesen, dass Reiche, Etablierte und Kinderlose, die sich die höheren Energiekosten locker leisten können, deutlich mehr CO2 pro Kopf freisetzen als Normalbürger, die durch den permanent steigenden Existenzdruck immer mehr an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.

Wäre vor 20 Jahren konsequent der Weg der technologischen Innovation beschritten worden, anstatt die Welt mit ökologischer Symbol- und Klientelpolitik zu beglücken, dann wäre die Menschheit heute einen guten Schritt weiter. Die Gelbwesten und auch die zunehmende politische Radikalisierung zeigen auf, dass bei der permanenten Verteuerung des Lebens auf Kosten der normal arbeitenden Leistungsträger bald eine Grenze erreicht ist, an der die Gesellschaft zu zerbrechen beginnt.

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RalfHenrichs 09.12.2018, 07:10
4. Es gibt 42 Forderungen der Gelbwesten,

die weder auf SPON noch ansonsten in den deutschen Medien detailliert dargestellt worden sind. Diese Forderungen sind alles andere als unvernünftig und ließen sich durchaus durchsetzen. Sie entsprechen auch eigentlich den Zielen, mit denen Macron angetreten ist. Sie entsprechen aber überhaupt nicht der Politik, die Macron macht. Das ist ja das Problem Macrons: macht er die Politik, die er dem Volk versprochen hat oder macht er die Politik, die er seinen Geldgebern versprochen hat? Leider glaubt niemand, dass er ersteres tun wird und wahrscheinlich auch nicht tun kann, daher kann das Problem nur durch Rücktritt und Neuwahlen gelöst werden.

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segundo 09.12.2018, 07:23
5. Überhebliches Journalistengewäsch

Grundvernünftige CO2 Steuer?

Ist klar.


Wissen Sie wann Umweltschutz funktioniert hat? IN den 1970er und 1980er Jahren. WArum? Weil Ingenieure und Naturwissenschaftler daran gearbeitet haben. Nicht Abmahnanwälte und inkompetente Politiker. Und ganz wichtig: Weil die Arbeitnehmer damals an dem Wohlstand partizipiert haben.


Heute wird bestraft, wer arbeiten geht. Heute wird ausgebeutet, wer arbeiten geht. Und dann kommen sogenannte Sozialdemokraten im grünen Gewand daher und rauben einem den letzten Cent für NOTWENDIGES.

Nein, Autofahren und Heizen ist nicht freiwillig sondern notwendig. Freiwillig sind Ausgaben für Essen gehen oder teure Handys.

Wenn ihr Ökos das verstanden habt, dann schafft ihr es auch mal gescheite Umweltpolitik zu machen

Wer Umweltschutz will, muss alternativen bieten und den Leuten das Geld geben weiterhin ihr Leben bezahlen zu können.

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rabbijakob 09.12.2018, 07:26
6. Da wende ich mich nicht angewiedert ab...

... bravo Franzosen. Und in Deutschland verulken die Politiker Demomstranten, und die Presse schreibt sie zu Vaterlandsverråtern und Nazis. Die Herren die sich da so aufführen in Paris sind übrigens hauptsåchlich Herren mit Migrationshintergrund. Schon mal in den Banlieus von Paris gewesen? Da hat man sich in D ein Eigentor geschossen. Diese Herren werden in Zukunft D ganz schön anheizen... und das ist gut so. Migranten in D, die soziale Gelder rausschlagen... einfach zum Schmunzeln.

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nomadas 09.12.2018, 07:26
7. Indignez-vous

Merci, so ist es, so war, so wird es wohl bleiben. Eigentlich wollen sie nicht viel, nur ein bißchen vom Kuchen, damit sie leben können. Ist das zuviel verlangt? Nein! Jedem Franzosen sein Huhn in der Suppe und er ist zufrieden, Henri IV, Edikt von Nantes. Na also, geht doch, Emmanuel! Es sind nur verletzte Gefühle, Kränkungen, Erniedrigungen, Demütigungen, die -ganz menschlich- in Wut umschlagen. Natürlich ist da auch Angst im Spiel und die ist bekanntlich ein schlechter Ratgeber. Top down kann man keinen Wechsel vom Industriezeitalter ins Digitalzeitalter anordnen. Das muss scheitern. Doch die ENA hat das Thema "Emotionen" nicht im Lehrplan. Solange wir aber noch den homo sapiens haben, solange wird dieser von seinen Emotionen nun mal beherrscht. Also, Emmanuel, je pense donc je suis!

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Der Entsetzte 09.12.2018, 07:35
8. Korrekt dies ist genau meine Meinung

Der ungezügelte Neoliberalismus sollte hinterfragt werden. Die soziale Ordnung ist aufgekündigt worden. Ein Korrektiv von außen scheint unumgänglich. Auch wenn mir diese Gelbwesten vollkommen fremd sind, sollte ihr Anliegen in ganz Europa ernst genommen werden.

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omanolika 09.12.2018, 07:35
9. Vor- und Nachteile der Protestkultur

Der Protest hat eine lange Tradition,
in der großen französischen Nation,
weil man ja gegen jeden Missstand,
als Volk eben gemeinsam aufstand,
und auch heute echt noch aufsteht,
weil man zum Protestieren auf die Straße geht.

Doch bevor ich das jetzt noch vergesse,
richtig schlecht sind die Gewaltexzesse,
weil viele "Unschuldige" leiden müssen,
und kommen zu äußerst fragwürdigen Genüssen,
was einige gar völlig zurecht auch stört,
doch die Proteste werden meist gehört.

Manchmal gibt es dann eine Verwüstungsspur,
was quasi ist ein Nachteil dieser Protestkultur...

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