Forum: Politik
"Gelbwesten"-Proteste: Franzosen, Volk der Revolte
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Immer wieder leben die Franzosen auf der Straße das Unrechtsbewusstsein einer ganzen Epoche aus. Präsident Macron, Deutschland und der gesamte Westen müssen den Protest der "Gelbwesten" ernstnehmen.

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mrs_smith 09.12.2018, 08:08
20. Unglaublich

Nachdem ich sehr lange nicht mehr bei Spiegel gelesen habe, bin ich mehr als erstaunt über diese Anmerkungen im Kommentar. Gestern konnte man in vielen Livestreams sehen, von wem die Gewalt ausgeht. Es ist die Gewalt Macrons, wer Kinder schlägt, der hat verloren! Adieu Macron.

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siri_paibun 09.12.2018, 08:08
21. Es ist erschreckend, wieviele....

..hier im Forum und somit offensichtlich auch in der Gesellschaft eine derartiges Vorgehen gutheißen. Dieser dümmliche "die da oben"-Hass in Frankreich gesellt sich für mich gedanklich in die "Folggsfarääda" Brüller in den östlichen Teilen der Republik, und den Akteuren, welche linke oder rechte Gesinnung fetischisieren, um ihren aus Unfähigkeit gespeisten Frust anderen umzuhängen. Weil die Welt ist nun mal kompliziert. Und um diese Probleme zu lösen, braucht man schlaue Leute. Mit Stammtischparolen und Neid kann man kein Land regieren. Dazu sind komplexe Vorgänge notwendig, die sich leider für viele als undurchsichtig und sinister anfühlen. Genau hier grätschen die Trumps und Le Pens, die AFD und der Rest der Einfachmacher rein, und erzählen dem gierigen Ohr, dass sie bestohlen und betrogen werden. Dass ihre 8 Stunden Arbeit für Immobilien, zwei Autos und drei Kinder reicht. Egal was an Wertschöpfung tatsächlich generiert wird. DAs "die da oben" sich die Taschen füllen, weil geheime Mächte sie unterstützen. Ich kann mit meinem beschränkten Wissen nicht mal ausschließen, dass es so was gibt. Aber wir in Deutschland, in Frankreich und im Rest von Europa haben wir eine sehr gute Waffe gegen "die da oben". Eine funktionierende Demokratie. Die funktioniert ohne Randale, ohne Tränengas eigentlich sehr gut. Aber sie funktioniert nicht mit Faulheit, Vorwürfen und Selbstüberschätzung. Und allen die hier nach Volksabstimmungen schreien, sollen mir erst mal fehlerfrei den Gang der Gesetzgebung hier in Deutschland erzählen. Dann können sie loslaufen, und mit ihrem absolut beschränktem Wissen versuchen, komplexe Probleme ohne Experten, Ausschüsse und Fachgremien, Beratern und Sachkundigen zu lösen und dann mit einen einfachen JA oder nein zu entscheiden.

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halasz 09.12.2018, 08:11
22. Revolutionäre Stimmung in Frankreich? Jain

Sehe ich nicht so. Die Unzufriedenheit ist klar da, aber die Ziele der Einzelnen weit gestreut. Herr Georg Blume macht es sich zu einfach.
Ja, es gibt überall Unzufriedene. Zu allen Zeiten! Aber selbstverständlich müssen die Politiker sie ernst nehmen! Und, man sollte weiter die Lebensbedingungen aller Menschen verbessern. Allerdings tun es die Politiker, in Europa wenigsten, nach Kräften. Geht es nicht schnell genug? Nein. Und warum geht es trotzdem allen Menschen in Europa viel besser, als früher? Weil die Politiker es als Ziel ernst nehmen.
Michael Halasz

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apfeldroid 09.12.2018, 08:16
23.

Heute ist sozial das, was Reiche reicher macht. Wirtschaftswunder? Die Gehälter steigen langsamer als die Inflation, Immobilien werden zu Spekulationsobjekten, Rentner verarmen. Normalerweise müssten die Gehälter steigen, die steigen aber nur bei den Reichen. Und damit sie nicht steigen, laden wir die billigen Fachkräfte aus dem Ausland ein, um den Lohndruck weiter zu erhöhen. Und obendrauf die Willkommenspolitik, die eine einzige Frau in Europa zu verantworten hat und deren Nachfolgerin die Linie ganz konsequent fortsetzen wird. Gebt mir eine Bewegung, dann ziehe ich auch die gelbe Weste an!

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Bibe 09.12.2018, 08:16
24. Wundert mich nicht,

dass die einschlägigen deutschen Redaktionsstubenrevoluzzer auf die französischen Gelbwesten-Bewegung abfahren. So wie man auch den G-20-Chaoten zu Hamburg applaudierte. Für mich ist allein interessant, dass ein französischer Präsident, den man hierzulande im linken Lager schon als den Heilsbringer für die Fortentwicklung der EU feierte, noch nicht mal sein eigenes Land reformieren kann.

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scratchpatch 09.12.2018, 08:19
25. Wir haben Wahlen

Das finde ich erstaunlich, wie man Volksbewegungen, die sich gegen autoritäre Regime richteten, mit gewalttätigen Auseinandersetzungen gegen einen demokratisch gewählten Präsidenten vergleichen kann. Natürlich kann jeder in einer Demokratie Forderungen stellen, dafür demonstrieren, aber eben auch in Parteien aktiv werden, ehrenamtlich tätig werden etc.. Auf die Straße zu gehen und zu rufen "Ich will mehr Geld!" ist zwar ohne gewalttätige Begleiterscheinungen völlig legitim, aber daraus eine Zeiterscheinung zu machen, die nun in ganz Europa zu einer anderen Politik führen soll, finde ich ziemlich gewagt.

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rosskal 09.12.2018, 08:19
26. Die Gewalt

ist ungeheuerlich! Es gibt bereits Tote! Warum sind die Medien in ihrer Berichterstattung derart zurückhaltens? Maidan und Salisbury haben die deutschen Schreiberlinge wesentlich mehr aufgeschreckt. Doch diese "Revolution" ist tiefgreifender, ernster und viel unberechenbarer. Es sind gleichwohl Unzufriedenheiten und Gewalt, die sich gegen unser eigenes System richten. Unehrlichkeit im Aufzeigen der Hintergründe kann selbstzerstörerisch sein.

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baeckervoellmecke 09.12.2018, 08:20
27. Verständliche Proteste

Täglich wohlfeile Worte sind noch lange krine gute Politik für eine ins Abseits geschobene Bevölkerungsgruppe. Konzerne und ihre Vorstände, z.B. VW, steht für viele, viele andere, ersticken in ihren Gehältern und Boni und verschiedene Bevölkerungsgruppen kommen mehr schlecht wie recht über die Runden. Dazu unentwegt noch mehr arme unqualifizierte Menschen ins Land zu holen, muss zwangsläufig zu solchen Protesten führen. Wie heißt es so schön, dass Maß ist voll.

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graf koks 09.12.2018, 08:26
29. Macron?

Ob ausgerechnet Macron derjenige ist, der die sozialen Spannungen überbrücken kann, darf bezweifelt werden. Er kam wie Kai aus der Kiste, wurde den Franzosen von den bürgerlichen Medien als Messias verkauft und nun wird hinter der adretten Maske die neoliberale Fratze sichtbar. Die Franzosen fühlen sich betrogen und sind wütend.
Wenn staatliche Gewalt zur Unterdrückung von Protest eine Option sein soll, wird man konsequenterweise irgendwann auch Wahlen abschaffen müssen.

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