Forum: Politik
Gelbwesten-Randale in Frankreich: Sie wollen Macron den Marche blasen
AFP

Nationalsymbole beschmiert, die Pariser Innenstadt verwüstet: Worauf gründet sich die Wut der Demonstranten und Randalierer in Frankreich? Im Aufruhr paart sich zweierlei: die Sehnsucht nach einem guten König und der Frust über den wirtschaftlichen Abstieg.

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tomrobert 03.12.2018, 16:13
20. Gut geschrieben!

Zitat von curiosus_
Frankreich ist für seine Bürger zu teuer geworden. Die langen Ferien, Restaurantbesuche, Familienessen, die zum Wesen des französischen Lebensstils gerade in den unteren Schichten gehören, sind nicht mehr zu bezahlen. Wo ein Vereinsfest unter Handwerkern und kleinen Beamten noch vor wenigen Jahren mit Champagner und Austern begangen wurde, werden Bier und Chips serviert. Solche Billigbankette stressen jeden Franzosen, sind Warnzeichen für die Politik. … Das Wohnen ist zumal in Paris für Menschen ohne Vermögen gar nicht mehr zu bezahlen. Die Innenstadt ist längst ein Museum, in vielen Straßen stehen Wohnungen permanent leer, weil die reichen Besitzer ganz woanders auf der Welt residieren. …wenn ich mir das französische BIP pro Kopf so anschaue (z.B. hier), so ist das seit Jahrzehnten stetig am Ansteigen. Warum ist dann "Frankreich … für seine Bürger zu teuer geworden"? Wenn im Mittel jedes Jahr jeder mehr erwirtschaftet? Aber darauf von seinem Präsidenten eine Antwort zu erwarten, das ist natürlich zu viel verlangt. Das arme Würstchen: Aber heute kann Macron keine Notenpresse anwerfen, keine Supermärkte zur Preissenkung verdonnern, er kann nicht einmal den öffentlichen Nahverkehr regeln, denn der untersteht den Regionen und Gemeinden. Soll Macron in gelber Warnweste aus dem Élysée treten und Geschenke verteilen? Mir kommen die Tränen. Wenn er sich wirklich in dieser Beschreibung wiederfindet, dann kann man nur hoffen, dass "seine Bürger" ihn davonjagen.
Sie haben völlig Recht! Der Autor ist völlig von der Rolle mit seinem neoliberalen Geschwafel.

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three-horses 03.12.2018, 16:14
21. Der Scheiterhaufen.

Zitat von whitewisent
Das Problem am französischen Märchen ist leider, nicht der Kaiser ist nackt, die Nation ist es seit Jahrzehnten insgesamt. Und man benimmt sich zwar wie das tapfere Schneiderlein, das auch Hunger hatte, aber prügelt sich mit den 7 Fliegen, während man die Riesen und wilden Bestien unangetastet lässt, welche für das Desaster mitverantwortlich sind. Denn dann müsste man als Jugend eher auf seine Eltern einprügeln, und gemeinsam auf die Rentner, welche über ihre Verhältnisse leben, dafür aber per Lobbyarbeit Bestandsschutz einfordern. Das Macron nur ein Scheinriese ist, konnte man bereits früher ahnen, wenn man nicht so euphorisch gewesen wäre, und die alten Kaiser noch mehr verachtet.
Da wir die gleiche Probleme hier in Germany haben, können Sie ein Beispiel geben. Ihre Eltern windelweich verprügeln. Dem Großvater,
die Großmutter gleich erschlagen. Wofür das Erste keine Ahnung, das Zweite für die Rentenkasse. Und dann noch Jemanden für das Klimawandel. Dan sehen wir uns die Sauerei an.

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capote 03.12.2018, 16:18
22. Falsche Stellschrauben

Macron dreht an den falschen Schrauben ! Statt einen Niedriglohnsektor einzuführen und die dabei schrumpfenden Staatseinnahmen durch Steuererhöhungen zu kompensieren, wäre die Heraufsetzung der Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden und eine spätere Pensionierung die richtige Richtung, dann fehlt niemandem ein Cent und die Lohnstückkosten würden auch gesenkt und Frankreich wieder wettbewerbsfähiger.

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horstenporst 03.12.2018, 16:18
23.

Zitat von curiosus_
wenn ich mir das französische BIP pro Kopf so anschaue (z.B. hier), so ist das seit Jahrzehnten stetig am Ansteigen. Warum ist dann "Frankreich für seine Bürger zu teuer geworden"? Wenn im Mittel jedes Jahr jeder mehr erwirtschaftet?
Weil es auf die Verteilung ankommt. Und die hat sich so entwickelt:
https://wir2018.wid.world/files/part-2/figure-253.png
Und wer hat es verursacht? Die Sozialdemokraten (genau wie in Deutschland).
"The third period, marked by a substantial reduction in income growth rates (1% per year on average), began in 1982–1983 when successive governments decided to end the policy of indexing wages to prices and therefore reduced the rate of wage increases for the low-paid. This was initially part of an austerity program known as the tournant de la rigueur (austerity turn), introduced by President Mitterrand’s then newly elected left-wing government."
https://wir2018.wid.world/part-2.html

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hattuscha 03.12.2018, 16:22
24. Headlines - aber richtig

Wirklich, SPON? Wollen den Marche blasen? Das ist mal so richtig schlimme Wortspielerei.

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ththt 03.12.2018, 16:22
25. Viel Glück

Der Lebensstandard der Franzosen sinkt immer weiter, mehr und mehr Menschen können ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen, während sich die Bourgeoisie auf Kosten des Volkes die Taschen vollstopft und der Spiegel schreibt, sie wünschten sich einen neuen König.
Ich kann den Demonstranten nur alles Gute wünschen. Aber um wirklich etwas zu erreichen, brauchen die Gelbwesten eine starke, revolutionäre Führung. Sonst wird das ganze durch Scheinzugeständnisse der Politiker nur im Sande verlaufen.

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TheFunk 03.12.2018, 16:24
26. Sarkozy, Hollande...

...abgewählt. Letzterer weil er Reformen angegangen ist. Macron wird leider hart bleiben müssen. Übergriffe auf Arc de Triomphe gehen gar nicht!

Die Franzosen sollten Fußballspiele Boykott. zb von PSG.

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klaus.mokinski 03.12.2018, 16:24
27. Sprache als geistiger Fingerabdruck

Es ist für Nils Minkmar typisch, dass er bei den Krawallen in Paris letztendlich nur den Mob am Werk sieht ... und schon ist die eigene Gartenlaube wieder gemütlich eingerichtet. immer noch ein Spiegel-Leser.

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biesi61 03.12.2018, 16:26
28. Mit Gewalt und Zerstörung ist nichts zu rechtfertigen, gar nichts!

Wer einen ernsthaften Gestaltungsanspruch an die Gesellschaft erhebt und damit ernst genommen werden will, muss das zwingend friedlich tun! Grundsätzlich ist Macrons Reformtätigkeit ja richtig. Er muss es aber endlich schaffen, auch die Reichen und Superreichen sowie die internationalen Konzerne in ihre gesellschaftliche Verantwortung zu zwingen. Eine Aufgabe, die auch in Deutschland unerledigt ist, (was auch hier zu schlimmen Konsequenzen führt.) Und der Schlüssel um endlich wieder für mehr gesellschaftliche Gerechtigkeit zu sorgen, liegt in Brüssel. Leider schaffen es mit Deutschland und Frankreich nicht einmal 2 EU-Mitglieder, ihre diesbezüglichen Aktivitäten zur Überwindung der Fehlentwicklungen in der Steuer-, Wirtschafts- und Sozialpolitik auf Ebene der EU vernünftig zu koordinieren. Eine Frage fehlenden Willens!

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jan07 03.12.2018, 16:28
29. ... in Europa etwas mehr Tempo zu machen.

Viele Bürger einer absteigenden Mittelklasse fühlen sich degradiert und vom Zentralstaat vergessen. Aber ob da ausgerechnet 'mehr Europa', also größerer und noch fernerer Zentralstaat das richtige Heilmittel ist, wage ich doch zu bezweifeln. Insofern ist es richtig, mehr Tempo zu machen, aber mehr Tempo in Sachen Subsidiarität, die in Frankreich traditionsgemäß eher schwach ausgebildet ist.

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