Forum: Politik
Gelten für den Bundespräsidenten strengere Regeln als für den Normalbürger?

Ein Kredit mit Folgen für die Glaubwürdigkeit: Bundespräsident Wulff musste sich ernsten Vorwürfen in Sachen Integrität und Amtsführung stellen. Zwar räumte er Versäumnisse ein, doch seine Stellungnahme festigte seine Position in der Öffentlichkeit keineswegs. Gelten für den Bundespräsidenten strengere moralische Regeln als für den Normalbürger?

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klauss53 05.01.2012, 23:05
1300.

Zitat von Morotti
Wer etwas von Wahrscheinlichkeitsrechnung und Stichprobentheorie versteht, weiß, dass bei einer repräsentativen Befragung von die Streubreite laut Bernoulli-Verteilung notwendig 1 bis 2 Prozent beträgt, sodass bei einer globalen Frage, wie z. B. ob die Regierung abgewählt werden wird, zwischen 48 und 52 Prozent jedes Ergebnis annähernd gleich wahrscheinlich ist. So sind alle Umfragen von mehreren Wahrsagern auf der gleichen unsicheren Basis, und es ist schon erstaunlich, welche Bedeutung dem in den Medien ( und gläubigen Foristen ) und bei den Politikern beigemessen wird.
Vollkommen richtig
Ich glaube auch, daß der Anteil bei weit über 57% liegt.

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melaniedelfft 05.01.2012, 23:16
1301. Überhaupt

Ich bin nur ein ferner Zuschauer. Ja, "überhaupt", da ich des "Wulff"-Themas müde bin, stelle ich die Frage, was soll so ein BP eigentlich bedeuten? Das höchste Staatsamt? Das scheint mir eine leere Floskel. Eine moralische Instanz? Da ist doch Herr Ratzinger viel angebrachter. Durch den Bundestag gepeitschte Gesetze unterzeichnen? Eine Symbolfigur, damit die Politiker nach Herzenslust herum wuscheln können, entgegen jeder 'Moral?
Da wird doch ein Holzpferd zu Tode geritten, nur um dringenderen Fragen sich nicht stellen zu müssen.

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Morotti 05.01.2012, 23:22
1302.

Zitat von willige
Die Stimmung gegen Wulff scheint wohl zu kippen. In der ARD soeben eine Umfrage: 57% der Befragten glauben, daß die Medien Wulff kaputt machen wollen.
Wie wäre es denn gewesen wenn Sie hier zu Stellung bezogen hätten?
Zitat von Morotti
Damit war die "Berliner Zeitung" gemeint auf die Anspielungen über die Frau. Blome verwahrte sich dagegen. Ab der 26 Minute wird es spannend, und beweist das Sie die Unwahrheit sagen.

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cikoi 05.01.2012, 23:44
1303. Zu wem soll man da halten...?

2 fragwürdige "Alphatiere" liefern sich da einen quälenden Kampf. Kai Diekmann und Christian Wulff - beide keine Vorbilder für unsere Gesellschaft. Der Spiegel sollte sich da besser eine "eigene Meinung bilden". Das Thema Bestechlichkeit findet doch in Wahrheit auf anderen Ebenen und auf anderen Schauplätzen wesentlich effizienter und gefährlicher statt. Irgenwie gehört für mich diese Nebenschauplatz-Story eher in die "Gala"...oder so.
Einmal davon abgesehen, dass das so hochangesehene Amt des Bundespräsidenten effektiv dem eines gutbezahlten "Frühstücksdirektors" entspricht. Leider. Wenn da mal einer wirklich Klartext sprechen und Stellung nehmen würde zu Themen wie: Soziale Ungleichgewichte, Rohstoff-Plünderung unseres Planeten und ungedeckten Geldmengenwachstums (hat Köhler ansatzweise gewagt...), dann gibt es schnell Ärger. Nämlich von denen, die tatsächlich an der Spitze der Macht stehen.

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berther 05.01.2012, 23:50
1304.

Zitat von sebastian.hechler@gmx.de
Oh uns allen hat er geschadet der böse Bub. Aber naja bezüglich des "demokratischen verständnis"....Da wir ja nur alle 4 Jahre gefragt werden welche Pfeifen wir wieder im Parlament haben wollen und die dann im Prinzip machen was sie wollen und sich ab und an auch mal selbst zerfleischen und uns links liegen lassen hat das ja eigentlich auch nichts mit Demokratie zu tun. Denn den ganzen Müll den die beschließen machen die unter sich aus aber uns fragt man ja nicht.... Und dann ist es im Prinzip auch wurschd ob Herr Wulff das Amt des BP zerfleischt....Wir wurden ja schließlich auch nicht gefragt ob wir den als BP wollen.....
Ich finde es immer wieder amüsant wenn Menschen , die wie Sie offen zugeben , daß sie kein Interesse und kein Verständnis an Politik und Demokratie haben , sich berufen fühlen , ihre völlig unsinnigen Bewertungen dazu abzugeben.
ich las einmal einen interessanten SF-Roman , in dem die Bewohner einer Republik sich das wahlrecht erst durch Dienst an der gemeinschaft verdienen mussten. Der Autor ging davon aus , daß ein so hohes und schwer erkämpftes Gut wie das Wahlrecht nur verantwortungsbewussten Bürgern gegeben werden sollte , die auch wirklich bereit wären für die Gemeinschaft tätig zu sein.
Wenn ich Verbalinjurien wie die Ihren lese neige ich dazu , diesem Autor zuzustimmen.
Falls Sie es nie gelernt haben : Politik ist alles , was diese menschliche Gemeinschaft , in der wir leben , am laufen und funktionieren hält , von Verhalten des BP bis zu der Frage , ob Sie nach der täglichen Arbeit noch einkaufen gehen können , weil die Ladenschlußzeiten entsprechend gelegt wurden. Jede kleinigkeit des täglichen sozialen Zusammenlebens wird durch Politische Entschlüsse geregelt , ob im Bundestag oder in einem kleinen Gemeinderat, ob durch einen Gewerkschaftsbeschluß oder einen privaten Hausarbeitsvertag. Zu meinen daß es einem , wie wir Bayern sagen " am Oarsch vorbeigeht " ist zwar bequem , aber auch bemitleidenswert dumm. Durch solches antipolitisches Verhalten wird man zum dumben Untertan degradiert und ist ein mehr oder weniger williges und billiges Spielzeug der Mächtigen.
Demokratie braucht mündige Bürger und vor allem deren ständige Wachsamkeit gegen die Angriffe derer für die Demokratie nur eine Worthülse und eine Mittel zur persönlichen Bereicherung ist. Leider gehören ein Großteil unserer Politiker dazu.
Aber es ist Ihre Entscheidung , ob Sie als Schaf oder als Löwe leben wollen.

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cikoi 05.01.2012, 23:59
1305. Ja, das Ausland....

Zitat von Dengar
Und hier noch mehr: Wenn das unsere Republik im Ausland nicht lächerlich macht; unserer Kanzlerin Chancen schwächt, was dann???
Das ist inzwischen wohl ein wichtiger Aspekt. Denn welcher Normalo weiß im Ausland schon, dass der Bundespräsident derart machtlos in Deutschland ist und letztlich nur zum Präsentieren eingestellt ist. Auf Messen nennt man das Hostessen...während die Deals im Messebüro von den Managern gemacht werden. Man könnte dem BP vergleichsweise auch noch die Rolle des Pastors beim Weihnachtsgottesdienst zuweisen. Vielmehr nicht!

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-Philipp- 06.01.2012, 00:42
1306. (normal)bürger

Zitat von sysop
Ein Kredit mit Folgen für die Glaubwürdigkeit: Bundespräsident Wulff musste sich ernsten Vorwürfen in Sachen Integrität und Amtsführung stellen. Zwar räumte er Versäumnisse ein, doch seine Stellungnahme festigte seine Position in der Öffentlichkeit keineswegs. Gelten für den Bundespräsidenten strengere moralische Regeln als für den Normalbürger?
nein. deshalb sollte wulff "gehen". der "normalbürger" hätte diesbezüglich schon gehen müssen. kein mitleid.

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El Plagiator 06.01.2012, 00:57
1307. "Der Staat bin ich"

Strengere Regeln als für Normalbürger sind nicht mehr nötig um einen Rücktritt als unausweichlich zu erkennen. Ein Stalker der jemandem am Telefon beleigt und bedroht hat sich künftig von seinem Opfer fern zu halten. Ein Bundespräsident der sich von den Medien fernhalten muss kann sein Amt nicht ausführen. Sollte er im Amt bleiben hält Wulff die Regeln für Normalbürger für sich selbst nicht für gültig.

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aat 06.01.2012, 01:20
1308.

Zitat von sysop
Ein Kredit mit Folgen für die Glaubwürdigkeit: Bundespräsident Wulff musste sich ernsten Vorwürfen in Sachen Integrität und Amtsführung stellen. Zwar räumte er Versäumnisse ein, doch seine Stellungnahme festigte seine Position in der Öffentlichkeit keineswegs. Gelten für den Bundespräsidenten strengere moralische Regeln als für den Normalbürger?
Natürlich gelten für einen BP strengere Regelen als für "Otto-Normalverbraucher", immerhin repräsentiert er die Menschen in Deutschland und er genießt auch nicht wenige Privilegien - selbst nach seiner Amtszeit -. Die aktuelle Debatte über seinen Kredit halte ich jedoch für mehr als flüssig, nämlich für überflüsssig. Muß es uns interessieren, wie er seine Hütte finanziert hat ? Wie kam es überhaupt zu dieser Information ? Da muß doch irgendein schmutziger Informant im Spiel sein. Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein Journalist sich denkt, "was mache ich denn heute mal - vielleicht die Hypothek von Herr Wullf untersuchen !?" Das VIPs besondere Konditionen erhalten ist doch auch nichts so wahnsinnig Neues. Und wenn sie das über wohlhabende Freunde machen ist das auch nicht das Problem. Nur weil ich diese Möglichkeit bei meinem Hauskauf nicht hatte, heißt das noch lange nicht, daß der Weg von Herrn Wullf der falsche Weg war. Lediglich der Umgang mit dem Problem ist Herrn Wullf vorzuwerfen, genauso wie seine Salamitaktik und die Ablehnung der Veröffentlichung seiner Mailbox-Nachricht. Das wirft ein schlechtes Licht auf ihn und wird ihn wohl das Amt kosten. Das aber wirft wiederrum ein schlechtes Licht auf Deutschland, denn innerhalb kurzer Zeit gleich zwei BP verschlissen ist auf der Weltbühne ein schlechtes Signal. Insofern sollte er wohl an seinem Amt festhalten, auch wenn uns Steuerzahler das eine weitere, zusätzliche "Ehrenpension" kostet.
Tja, wäre doch nur Herr Gauck durchgekommen ...

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06.01.2012, 09:10
1309.

Zitat von berther
Ich finde es immer wieder amüsant wenn Menschen, die wie Sie offen zugeben, daß sie kein Interesse und kein Verständnis an Politik und Demokratie haben, sich berufen fühlen, ihre völlig unsinnigen Bewertungen dazu abzugeben. Ich las einmal einen interessanten SF-Roman, in dem die Bewohner einer Republik sich das Wahlrecht ........
Ja das ist alles vollkommen richtig was Sie sagen und ich stimme mit Ihnen überein.
Aber irgendwann wenn man von politischer Ebene nur noch Müll mitbekommt dann verlässt einen wirklich die Lust. Wenn man wirklich alle 4 Jahre zur Wahl gehen darf, und vor jeder Wahl werden jede Menge Versprechen gemacht, die dann nicht oder nur teilweise eingehalten werden, dann kommt man sich dermaßen verarscht vor, dass sich dann eine gewisse Gleichgültigkeit einschleicht. Denn nach der Wahl wird man doch nicht mehr gefragt ob einem Dies oder Jenes gefällt. Die machen einfach. Und ob das Volk, das sie vertreten damit klar kommt oder nicht ist denen doch egal. Die streichen alle ihre Diäten ein, machen sich einen schönen Lenz und denken sich joa super wie man die alle so schön an der Nase herum führen kann.

Und wenn dann mal jemand was von Volksabstimmung sagt, dann schrillen sofort sämtliche Alarmglocken bei den sogenannten Volksvertretern, die in meinen Augen nur sich selbst und ihre eigenen Interessen und die der Lobbyisten vertreten, und haben dann Angst, dass das Volk gänzlich anders abstimmen könnte, als die sich das gerne wünschen.

Geben Sie mir doch einen guten und vernünftigen Grund, warum es sich lohnt, trotz des ganzen Mülls, den unsere Politiker den lieben langen Tag verzapfen, sich noch am politischen Geschehen zu beteiligen? Das Interesse des Volkes steht doch weit hinten an.

Und nicht nur das. Eine Koalition aus 3 Parteien, da in dem Fall CDU/CSU im prinzip separat gerechnet werden. Denn wenn die CDU und FDP sich mal einig sind, kommt die CSU quer geschossen und macht wieder alles zunichte. Dass das nicht gut geht, merken wir doch schon seitdem diese Koalition besteht, die sich nur selbst zerfleischt und ständig Streitereien öffentlich auslebt, dass es kein Wunder ist, wenn in Deutschland nichts Vernünftiges heraus kommt.

Und dann ist es doch auch klar, dass es dann nur noch BP's gibt, die so sind wie der Herr Wulff. Was Besseres wird sicher nicht nachkommen. Denn unabhängige, neutrale Menschen, die evtl. auch mal anderer Meinung sind und diese kundtun, sind in der Position des BP doch garnicht erwünscht.

Zumindest ist dieser Eindruck bei mir in der letzten Zeit entstanden und ich hoffe, dass Sie meine Gedanken einigermaßen nachvollziehen können und dass sich dadurch niemand auf den Schlips getreten fühlt.

Das hat absolut nichts mit purem Desinteresse zu tun. Es ist einfach Resignation, wenn man so will.....

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