Forum: Politik
Generationen-Debatte: Es geht uns gut!
JU Bayern

Keine Perspektive, Stress, mies bezahlte Jobs - geht es den jungen Menschen in Deutschland so schlecht wie Piraten-Frau Katharina Nocun öffentlich beklagt? Nein! Jammern und Frust-Twittern hilft nicht gegen Generationenfrust.

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James Agee 24.05.2013, 14:05
290. Talkin' 'bout my Generation.....

Ohne Frau Albsteiger oder Frau Nocum zu nahe treten zu wollen; aber von "meiner Generation" zu sprechen, das konnten sich vielleicht noch "The Who" erlauben. Eine Generation wird nach dem Soziologen Karl Mannheim vor allem durch "gemeinsame Generationserlebnisse" definiert. Da sehe ich indes nichts, was die heute "Thirtysomething" verbinden würde. Sie sind doch eher so vielfältig und aufgesplittert wie eine Facebook-Gruppe. So gibt es denn allenfalls eine Altersgruppe. Für Altersgruppen ist es indes schwer altersgruppengültige Politik zu machen. Herr Gabriel käme ja sicher auch nicht auf die Idee, für seine Altersgruppe der "Fiftysomething" verbindende politische Forderungen aufzustellen - a la "das will meine Altersgruppe nicht". So ist vielleicht das einzige, was die Altersgruppe von Frau Nocum und Frau Albsteiger verbindet, dass sie sich von Medien und Politik immer wieder vor einen Generationen-Karren spannen lassen muss. Gut, dass ich schon etwas älter bin, denn das wäre mir ehrlich gesagt zu dämlich.

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tizian 24.05.2013, 14:05
291. Parteiblatt?

Zitat von sysop
Keine Perspektive, Stress, mies bezahlte Jobs - geht es den jungen Menschen in Deutschland so schlecht wie Piraten-Frau Katharina Nocun öffentlich beklagt? Nein! Jammern und Frust-Twittern hilft nicht gegen Generationenfrust.
Wird Spiegelonline jetzt zum Parteiblatt der CSU?

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sozialminister 24.05.2013, 14:05
292. Verantwortungslos

Ich gehöre selber zu den Mittzwanzigern und will nicht unbedingt sagen, daß es mir schlecht geht. Selbst im europäischen Vergleich habe ich anscheinend sehr viel Glück gehabt in diesem Land geboren worden zu sein.

Dennoch muss man sich auch einen Generationenvergleich gefallen lassen und da stelle ich fest, daß es die Generation meiner Eltern schon einiges besser hatte als unsereins. Mein Vater hatte nur einen Hauptschulabschluss, arbeitete als Bürokaufmann und konnte trotzdem unserer Familie (noch 2 Geschwister) ein Mittelschichtsleben ermöglichen, ohne das meine Mutter noch nebenbei arbeiten musste. Die blieb so lange zu hause, bis wir Kinder alle ausgezogen waren.
Ich selber habe einen Abiturabschluss, bin ausgebildeter Programmierer, also weitaus höher qualifiziert als mein Vater, muss aber mit meiner Freundin (ebenfalls Abiturientin) zusammen ganztags arbeiten gehen um unser Kind ernähren zu können. Einen solchen Luxus wie zu meiner Kindheit ist für uns nicht mehr bezahlbar. Die Wohnung ist weitaus kleiner, ein Auto ist für uns leider nicht mehr drin.

Meiner Meinung nach haben es sich unsere Elterngenerationen zu gut gehen lassen, einen Wohlstand auf Pump finanziert, ohne über die Konsequenzen für ihre Kinder und Enkel nachzudenken. In der Hinsicht sollten die älteren Generationen viel mehr Verantwortung übernehmen. Sie hatten sich zu unseren Lasten ein viel einfacheres Leben ermöglicht, als wir es heute noch haben.

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brut_dargent 24.05.2013, 14:07
293. @humanomaly

"... Wenn es nur noch Trittbrettfahrer aber keine Fahrer mehr gibt, dann kommt halt niemand mehr irgendwo hin." Zitat Ende - Ich kenne keine Zahlen, aber vermutlich ist das nur ein geringer Bodensatz. Und alle anderen haben das Nachsehen???

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LorenzSTR 24.05.2013, 14:11
294.

Ähm, wissen Sie, das hat mit der Lebensrealität viel zu vieler junger Menschen, die leider nicht wie Sie auf Daddy zählen können (oder wollen), kaum etwas zu tun. Was Sie als "Linke Lebenslügen" bezeichnen, nennt sich Leistungs- und Verteilungsgerechtigkeit, die in zunehmendem Maße absolut nicht mehr gegeben ist. Sie "als Verfechterin der bürgerlichen Jugend" haben daran natürlich kein Interesse, schließlich müsste Daddy dann evt. ein Stückchen vom Kuchen abgeben und Ihre Netzwerkaktivitäten (Stadtwerke und so, Sie wissen schon) würden Ihnen zwar immer noch Vorteile, aber nicht gleich ein gut bezahltes Pöstchen verschaffen. Passend dazu setzten Sie sich vehement für Studiengebühren ein, die Frauenquote passt Ihnen auch nicht. Schön, dass Sie ganz nebenbei das "C" und das "S" in dieser Partei permanent ad absurdum führen (bei den Julis sahen Sie in BY wahrscheinlich weniger Karrieremöglichkeiten, nicht?) vlt. wacht dann auch der letzte CSU-Wähler aus dem geistigen Tiefschlaf auf. Obwohl: Schon Einstein, wie so ziemlich alle intelligenteren Menschen eher bis eindeutig links, hatte bei der Sache mit der menschl. Dummheit ja immer seine berechtigten Zweifel.

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schüler.aus.bremen 24.05.2013, 14:11
295. Die Wahrheit...

Die Wahrheit?
Ich hab vor knapp 3 Monaten ein schulisches Praktikum gemacht.
Ich wollte zu einer hanseatischen, mittelständischen, Firma. Hab mich bei 11 Firmen beworben. Und alle überall Absagen bekommen. Und zwar immer die gleiche : sehr geehrter hr ...,
Blablabla "aufgrund der wirtschaftlich schlechten Situation können wir ihnen leider kein Praktikum anbieten. "
Und ich hab ein 1,7 Durchschnitt und mich mehr als 1 Jahr vorher beworben.
Ich bin nur noch in Deutschland weil meine Eltern mich hier halten.
Ich werd hier in Deutschland studieren und dann auswandern. Dahin wo die Wirtschaft noch halbwegs gut ist...
Mehr als die Hälfte meiner Klassenkameraden sieht keine Zukunft in Deutschland, ich auch nicht. Kommen sie mal klar mit dem demografischen Wandel und Abwanderung junger, kluger Köpfe.
Am Ende hab ich dann noch ein Praktikums Platz bei einen global Player gefunden. Und da war es tierisch langweilig
Wenn sie in Deutschland ihre Zukunft sehen, dann müssen sie aber ganz großer Optimist sein.

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Mamandetravail 24.05.2013, 14:12
296. So viel Aussagekraft wie eine Produktbeschreibung für Shampoo

Sicher sind die Chancen in den letzten Jahren für alle gestiegen, aber genauso die Anzahl der Konkurrenten. Man wird heutzutage trotzdem eher aufgrund guter Verbindungen im Bekanntenkreis eingestellt, oder weil man in ein vorgefertigtes Muster passt - sicher nicht, weil man der qualifizierteste Bewerber war. Natürlich sind staatliche Hilfen keine Lösung für dieses komplexe Problem, und zu dieser Erkenntnis gelangen wir auch ohne Hilfe von Frau Albsteigers Kommentar. Eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen für eine Karriere in der Politik hat sie auf jeden Fall erfüllt - leere Worthülsen aneinanderreihen.

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anna_v 24.05.2013, 14:16
297. Enttäuscht.

Ich finde es sehr schade, dass man sich von jungen Politikerinnen in etablierten Parteien nicht vertreten fühlen kann, wenn man solche Kommentare liest.

In Deutschland haben wir eine Leistungsgesellschaft und selbst wenn das Studieren immer mehr Frauen möglich wird, sehe ich noch keine Vereinbarkeit von Kind und Karriere. Das beweist die niedrige Geburtenrate im Ländervergleich und ich persönlich kenne sehr viele Frauen, die nach dem Studium sagen, dass sie sich nun entscheiden müssen. Die Entscheidung hört sich dann auch nachvollziehbar an: "wieso sollte ich meine akademische Laufbahn oder Karriere jetzt abbrechen wo es doch interessant wird? Kinder passen da nicht rein, sonst wird man wieder von den männlichen Kollegen abgehängt und findet den Anschluss nur schlecht wieder."

Auch den Angriff auf K. Nocun finde ich mehr als blass. Ihr und der Netzgemeinde wird vorgeworfen nicht die Ärmel hochzukrempeln? Man müsse im Parlament kämpfen und nicht auf twitter? Gerne doch: K. Nocun ist Bundestagskandidatin, krempelt seit Jahren ehrenamtlich die Ärmel hoch und setzt sich für Bürgerrechte ein. Nun ist ihr Ziel in greifbare Nähe gerückt auch im Parlament anzupacken. Die Vorwürfe kann ich deshalb in keiner Weise nachvollziehen.

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exterminate 24.05.2013, 14:20
298.

Zitat von sozialminister
Meiner Meinung nach haben es sich unsere Elterngenerationen zu gut gehen lassen, einen Wohlstand auf Pump finanziert, ohne über die Konsequenzen für ihre Kinder und Enkel nachzudenken. In der Hinsicht sollten die älteren Generationen viel mehr Verantwortung übernehmen. Sie hatten sich zu unseren Lasten ein viel einfacheres Leben ermöglicht, als wir es heute noch haben.
Was ist denn das für ein Quatsch? Die Ausbeuterkaste presst aus Ihrer Generation viel mehr heraus, als das bei Ihren Eltern aufgrund eines noch existierenden alternativen Wirtschaftssystems möglich und denkbar gewesen wäre. Die hätten sich nämlich gewehrt und zwar nachhaltig. Da war ein soziales Feigenblättchen eben noch nötig, das mit dem Zusammenbruch des Ostblocks ganz schnell fallen gelassen wurde. Wenn Sie die Halbierung Ihres Reallohns jetzt Ihren Eltern in die Schuhe schieben wollen, statt denen, die tatsächlich dafür verantwortlich sind, lassen Sie sich auf das billige Teile-und-Herrsche-Spielchen der Abzocker ein und sind ein williges Rädchen in deren Getriebe.

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chefchen1 24.05.2013, 14:23
299.

Zitat von fox111
Ich stimme Ihnen ja in vielen zu aber das ist absoluter Humbug. Das es in Bayern die meisten Hauptschüler gibt liegt einfach daran das in Bayern nicht jeder Depp Abi machen kann. Was auch gut ist und was leider viele Bundesländer komplett falsch machen, wo praktisch jeder der 1x1 rechnen kann ein Abi kriegt.
Die frühzeitige und restriktive Selektionspolitik Bayerns hat trotzdem zur Folge, daß eine Masse an Schulkosten (sowohl Personal als auch Sachkosten) eingespart werden. In den hochproduktiven Betrieben (bspw. Autoproduktion) werden aber entsprechende Fachkräfte benötigt. Die werden auch eher einen Abiturienten oder Ingeneur aus einem anderen Bundesland nehmen, als einen bayrischen Hauptschüler.
Bayern läßt die ausgebildeten Fachkräfte zuwandern, spart bei der Ausbildung und kassiert die Steuereinnahmen.

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