Forum: Politik
Geplatzte Regierung: Hisbollah-Revolte stürzt Libanon ins Chaos

Der Machtkampf im Libanon eskaliert: Im Streit über die Aufklärung des Mordes an dem Politiker Rafik Hariri greift die Schiiten-Partei Hisbollah zum letzten Mittel - und zieht sich aus der Regierung zurück. Das Land steht vor einer ungewissen Zukunft, Beobachter fürchten neue Gewalt auf den Straßen.

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Manfred-M 12.01.2011, 21:30
1. Schade!

Zuerst hatte ich mich gefreut, dass der Spiegel endlich wieder über mein Lieblingsländle im Nahen Osten berichtet. Umso trauriger, dass es wieder so undifferenziert geschehen muss. Nur ein Zitat:

"Im Streit über die Aufklärung des Mordes an dem Politiker Rafik Hariri greift die Schiiten-Partei Hisbollah zum letzten Mittel - und zieht sich aus der Regierung zurück [...] Am Mittwoch verkündeten die Schiiten-Partei Hisbollah und ihre Verbündeten den Rückzug aus dem Kabinett - ein Desaster für den Zedernstaat."

Mal ganz ehrlich, wer von den Lesern, der sich nicht ein bisschen besser als der Durchschnitt auskennt, wusste, dass die Hisbollah von den 11 zurückgetretenen Ministern nur 2 stellt? Und wer wusste, dass unter den Ministern vier Christen sind? Aber nein. Es ist die böse Schiitenpartei. Kann man nicht einmal einen Artikel über den Nahen Osten lesen, ohne dass man sich irgendwelcher Schubladen bedient. Man denke zB auch an die Bias in der Berichterstattung über Irans Einfluss im Zedernstaat (http://tinyurl.com/Iran-Libanon)

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mohsensalakh 12.01.2011, 21:41
2. Immer einseitige Berichterstattung!

Wenn man schon den Vorwurf den Uno-Tribunal (der sich zu dieser Untersuchung schon vor irgendwelche Einladungen, dazu als berufen fühlte) zitiert, dann sollte man in der Lage sein und auch den Vorwurf den Gegnerischen Partei zu Wort kommen zu lassen! Schon bei dem Attentat stand in den westlichen Zeitungen der schuldige im Vorfeld fest: "der größte Feind Israel", der seine Armee im Libanon stationiert hatte und somit einen vom Israel gewünschten Angriff auf Südlibanon unmöglich machte! Der Taz analysierte damals als einzige Zeitung hier, warum eigentlich Mosad als Attentäter in Frage käme. Zugleich erklärte die Taz, dass einen derartigen Attentat würde für Syrien wegen dem schlechten Folgen für Syrien keinen Sinn machen.
Nun zu dem Vorwurf des anderen Seite: Hisbollah hat die Personen, die von der Uno-Tribunal für diesen Fall bestimmt waren (zu sehen bei Aljazeera) für Interessenvertreter des Landes Israel bezeichnet. Diesbezüglich zeigten sie vor dem Fernehen Al-Alam und ALjazeera einige doch vernünftige Dokummente, auf denen sich ihre Vorwurf bestätigte.

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alfredoneuman 12.01.2011, 21:54
3. m

Zitat von Manfred-M
Zuerst hatte ich mich gefreut, dass der Spiegel endlich wieder über mein Lieblingsländle im Nahen Osten berichtet. Umso trauriger, dass es wieder so undifferenziert geschehen muss. Nur ein Zitat: "Im Streit über die Aufklärung des Mordes an dem Politiker Rafik Hariri greift die Schiiten-Partei Hisbollah zum letzten Mittel - und zieht sich aus der Regierung zurück [...] Am Mittwoch verkündeten die Schiiten-Partei Hisbollah und ihre Verbündeten den Rückzug aus dem Kabinett - ein Desaster für den Zedernstaat." Mal ganz ehrlich, wer von den Lesern, der sich nicht ein bisschen besser als der Durchschnitt auskennt, wusste, dass die Hisbollah von den 11 zurückgetretenen Ministern nur 2 stellt? Und wer wusste, dass unter den Ministern vier Christen sind? Aber nein. Es ist die böse Schiitenpartei. Kann man nicht einmal einen Artikel über den Nahen Osten lesen, ohne dass man sich irgendwelcher Schubladen bedient. Man denke zB auch an die Bias in der Berichterstattung über Irans Einfluss im Zedernstaat ()
Der Begriff "böse Schiitenpartei" kommt zwar in dem Artikel nicht vor, ist aber passend. Übrigens, Sie als jemand der sich besser als der Durchschnitt auskennt, weiß bestimmt, ob es in Libanon noch eine Partei gibt, die eine eigene Armee hat, die, nach Auffassung von Experten, schlagkräftiger ist als die des Staates Libanon.

Und Ihr Link, liefert nichts überraschendes, dass der Libanon langsam aber sicher zum iranischen Brückenkopf am Mittelmeer verkommt, von dem aus Tod und Terror verbreiten werden soll, ist auch unter unterdurchschnittlich Informierten hinlänglich bekannt.

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mbockstette 12.01.2011, 21:57
4. Macht macht sexy

Zitat von Manfred-M
Zuerst hatte ich mich gefreut, dass der Spiegel endlich wieder über mein Lieblingsländle im Nahen Osten berichtet. Umso trauriger, dass es wieder so undifferenziert geschehen muss. Nur ein Zitat: "Im Streit über die Aufklärung des Mordes an dem Politiker Rafik Hariri greift die Schiiten-Partei Hisbollah zum letzten Mittel - und zieht sich aus der Regierung zurück [...] Am Mittwoch verkündeten die Schiiten-Partei Hisbollah und ihre Verbündeten den Rückzug aus dem Kabinett - ein Desaster für den Zedernstaat." Mal ganz ehrlich, wer von den Lesern, der sich nicht ein bisschen besser als der Durchschnitt auskennt, wusste, dass die Hisbollah von den 11 zurückgetretenen Ministern nur 2 stellt? Und wer wusste, dass unter den Ministern vier Christen sind? Aber nein. Es ist die böse Schiitenpartei. Kann man nicht einmal einen Artikel über den Nahen Osten lesen, ohne dass man sich irgendwelcher Schubladen bedient. Man denke zB auch an die Bias in der Berichterstattung über Irans Einfluss im Zedernstaat ()
Die wahre Stärke der Hisbollah wird nicht anhand ihrer zwei Minister oder vierzehn Abgeordneten im Parlament ersichtlich sondern durch ihre militärische Schlagkraft. Auf diesem Gebiet ist sie allen anderen libanesischen Milizen weit überlegen und selbst die nationalen Streit- und Sicherheitskräfte des Libanons können der Hisbollah-Miliz nichts Gleichwertiges an Kampfkraft entgegensetzen. Die Hisbollah regiert ganze Landstriche und stellt einen "Staat im Staate" dar. Im Ränkespiel der ungezählten libanesischen Milizen, Parteien, Glaubensrichtungen und ausländischer Mentoren ist es nicht verwunderlich, dass auch die Hisbollah über Alliierte aus den sunnitischen, drusischen und christlichen Lagern verfügt. Macht macht sexy.

Die Regierung ist gestürtzt, das Internationale Hariri-Tribunals steht kurz bevor Anklage gegen Hisbollah-Mitglieder zu erheben und im Libanon herrscht höchte Arlarmstufe und es graßiert die Angst vor einem neuen Bürgerkrieg. Wer es sich leist3en kann schickt schon mal Frauen und Kinder außer Landes und der Rest bewaffbet sich vorsorglich.

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mardas 12.01.2011, 22:11
5. Vermeidbar?

Solange es keinen Säkularismus im Lande gibt, wird das große Risiko eines Bürgerkriegs in dem vor allem von konfessionellen Problemen geplagten Libanon immer da bleiben.

Ich wünschte, es gäbe keinen Krieg, aber momentan sieht es eher danach aus...

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mbockstette 12.01.2011, 22:22
6. Fauler Zauber

Zitat von mohsensalakh
Wenn man schon den Vorwurf den Uno-Tribunal (der sich zu dieser Untersuchung schon vor irgendwelche Einladungen, dazu als berufen fühlte) zitiert, dann sollte man in der Lage sein und auch den Vorwurf den Gegnerischen Partei zu Wort kommen zu lassen! Schon bei dem Attentat stand in den westlichen Zeitungen der schuldige im Vorfeld fest: "der größte Feind Israel", der seine Armee im Libanon stationiert hatte und somit einen vom Israel gewünschten Angriff auf Südlibanon unmöglich machte! Der Taz analysierte damals als einzige Zeitung hier, warum eigentlich Mosad als Attentäter in Frage käme. Zugleich erklärte die Taz, dass einen derartigen Attentat würde für Syrien wegen dem schlechten Folgen für Syrien keinen Sinn machen. Nun zu dem Vorwurf des anderen Seite: Hisbollah hat die Personen, die von der Uno-Tribunal für diesen Fall bestimmt waren (zu sehen bei Aljazeera) für Interessenvertreter des Landes Israel bezeichnet. Diesbezüglich zeigten sie vor dem Fernehen Al-Alam und ALjazeera einige doch vernünftige Dokummente, auf denen sich ihre Vorwurf bestätigte.
Was die Hisbollah als Belege für eine israelische Urheberschaft an dem Attentat auf Hariri sen. vorzuweisen hat ist nichts anderes als fauler Zauber. Zur Entgegennahme von Informationen, Hinweisen, Indizien und Belege, die auf die Täter hinweisen, ist das STL die richtige Adresse. Dem Gericht hat die Hisbollahs nichts vorgelegt, dass einer Prüfung hätte standhalten können.
Das ist auch der Grund dafür, dass Sie sich nur in Andeutungen ergehen, aber auf die angeblichen Belege der Hisbollah nicht mit einem Wort eingehen. Das Hariri-Tribunal ist für das Ansehen und die Glaubwürdigkeit der Hisbollah von großer Bedeutung. Im Falle einer Verurteilung von Hisbollah-Mitgliedern droht der schiitischen Bewegung ein schmachvoller Ansehens- und Bedeutungsverlust und das bitttere Stigma als arabische Henker in Teherans Auftrag.

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sunset2009 12.01.2011, 22:23
7. endlich einer mit kenntnissen

Zitat von Manfred-M
Zuerst hatte ich mich gefreut, dass der Spiegel endlich wieder über mein Lieblingsländle im Nahen Osten berichtet. Umso trauriger, dass es wieder so undifferenziert geschehen muss. Nur ein Zitat: "Im Streit über die Aufklärung des Mordes an dem Politiker Rafik Hariri greift die Schiiten-Partei Hisbollah zum letzten Mittel - und zieht sich aus der Regierung zurück [...] Am Mittwoch verkündeten die Schiiten-Partei Hisbollah und ihre Verbündeten den Rückzug aus dem Kabinett - ein Desaster für den Zedernstaat." Mal ganz ehrlich, wer von den Lesern, der sich nicht ein bisschen besser als der Durchschnitt auskennt, wusste, dass die Hisbollah von den 11 zurückgetretenen Ministern nur 2 stellt? Und wer wusste, dass unter den Ministern vier Christen sind? Aber nein. Es ist die böse Schiitenpartei. Kann man nicht einmal einen Artikel über den Nahen Osten lesen, ohne dass man sich irgendwelcher Schubladen bedient. Man denke zB auch an die Bias in der Berichterstattung über Irans Einfluss im Zedernstaat ()

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claudia82 12.01.2011, 23:14
8. super timing

Wir fliegen nächsten Mittwoch, mein Mann ist Libanese und wir haben schon vor Monaten gebucht.
Ich bin gespannt was uns erwartet. Ich hoffe kein Bürgerkrieg :(

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cris0010 12.01.2011, 23:17
9. Ihre Quelle

Zitat von Manfred-M
Es ist die böse Schiitenpartei. Kann man nicht einmal einen Artikel über den Nahen Osten lesen, ohne dass man sich irgendwelcher Schubladen bedient. Man denke zB auch an die Bias in der Berichterstattung über Irans Einfluss im Zedernstaat ()
Interessante Seite.

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