Forum: Politik
Geplatzter Auftritt von Erdogan-Minister: Erfolgreich überrumpelt
REUTERS

Der untersagte Besuch des türkischen Justizministers in Gaggenau ist hochbrisant: Der Vorfall zeigt die Unberechenbarkeit des Erdogan-Wahlkampfs in Deutschland - und die Hilflosigkeit der Bundesregierung.

Seite 1 von 8
jens10777 02.03.2017, 21:05
1. Ein kleiner Bürgermeister....

.....traut sich zu Maßnahmen, die man von unserer Regierung erwartet. Respekt vor diesem Mann. Und die Türken die für das Vorhaben von Erdogan die Fähnchen hoch halten in Deutschland....in einem Freien Land leben und über die Lebensweise dort mitbestimmen sollen? Wieso leben die dann hier?

Beitrag melden
neanderspezi 02.03.2017, 21:07
2. Zu was eine deutsche Kleinstadt im Falle eines so bedeutsamen Falles fähig sein kann

Von vielen Bürgern Deutschlands dürfte es angenehm empfunden werden, dass so eine kleine Stadt wie Gaggenau in BaWü mit knapp 30 Tausend Einwohnern sich nicht in der Lage sieht einen so hohen Besuch, den Justizminister der Türkei, Bekir Bozdag, zu einer Wahlkundgebung für die angestrebte Präsidialverfassung zur Erhöhung Erdoğans, in ihrer Stadthalle aus Kapazitätsgründen auftreten zu lassen. Natürlich hat so eine Absage ein Nachspiel in der Türkei, indem der deutsche Botschafter in Ankara ins Außenministerium einbestellt wird, um dort erklären zu dürfen, dass er den Bürgermeister Pfeiffer von Gaggenau beziehungsweise die deutsche Regierung wegen befürchteter Kapazitätsproblemen nicht zu einer Rücknahme der Absage bewegen kann. Irgendwie hat das etwas mit demokratischen Entscheidungen zu tun, die nun der Botschafter in wohlgesetzten Worten der türkischen Seite verklickern kann, in der Hoffnung auf Verständnis zu stoßen.

Beitrag melden
Teile1977 02.03.2017, 21:11
3. Turnhalle

Wenn ein kleines Event in einer Turnhalle für 400 Personen kurzfristig zu einer Wahlveranstaltung mit einem Justizminister umdeklariert wird (der mit Sicherheit einige Tausend Leute anlocken würde) dann ist es Logisch diese Veranstaltung abzusagen. Was wäre geschehen wenn nach genau 400 Leuten der einsame Türsteher den Eingang gesperrt hätte? Wenn sich dann 5000 einfach so reingedrängt hätten?
Loveparade schon vergessen?

Und dafür den Bodschafter einbestellen, während duzende Deutsche in der Türkei im Gefängnis sitzen?

Beitrag melden
dieter_spiegel 02.03.2017, 21:19
4. Läuft wie geplant

Der einzige Zweck dieser Veranstaltung war, dass sie verboten wird und die türkische Führung allen zeigen kann, wie scheinheilig die Welt die Türkei behandelt. Cleverer Schachzug. Alle Achtung.

Beitrag melden
wasistlosnix 02.03.2017, 21:26
5.

Warum sollen deutsche Gemeinden nicht abhängiger sein als türkische Gerichte.

Beitrag melden
Gmorker 02.03.2017, 21:29
6. Inszeniert

Das ganze wirkt auf mich inzwischen doch sehr inszeniert. Ein mini-Veranstaltungsort wird unter falschen Angaben angemietet. Rechtzeitig wird dann ein Gast angekündigt, bei dem relativ sicher mal mindestens das doppelte an möglichen Gästen zu erwarten ist... wahrscheinlich deutlich mehr als das... Damit zwingt man die deutschen Behörden zu einer von zwei Optionen: a) die Veranstaltung wird verboten aus Sicherheitsgründen -> Die Türkei spielt die "Rechtsstaat" Karte und steht bei den eigenen Leuten als der starke Mann da. --- b) Die Veranstaltung findet statt, es passiert etwas, und die Türkei kann auf die bösen Deutschen zeigen und sagen "ihr seid Rassisten, bei Euch kann man nichtmal eine friedliche Kundgebung machen!" ... Wirkt auf mich so geplant wie ein Theaterstück, bei der die Türkei kein anderes Interesse hat, als Deutschland schlecht dastehen zu lassen.... Wirkt auf mich inszeniert wie ein gewisser Putschversuch, an dem ja anscheinend weit über Zehntausend Menschen beteiligt waren, die dafür aber erfreulich wenig Schaden anrichten konnten.

Beitrag melden
brüggebrecht 02.03.2017, 21:29
7.

Ich kann die Entscheidung in Gaggenau nachvollziehen. Aber ich frage mich aber auch, ob Europa-Politik in diesem Ort noch nicht angekommen ist. Es war doch klar, dass es heftige Reaktionen geben wird. So wurde die deutsche Politik tatsächlich überrumpelt - und das absichtlich von Seiten der Türkei.

Beitrag melden
thor771 02.03.2017, 21:36
8.

@jens10777 - exakt meine Gedanken. Was soll die Herumeierei der Bundesregierung? Es ist nur eine Frage der Zeit dass der Flüchtlingsdeal platzt, will man bis dahin weiter den Steigbügelhalter für einen zukünftigen Diktator spielen? Gerade so lange noch bis die Bundestagswahlen geschafft sind? Ich kann von dieser verlogenen Sippe keinen mehr wählen.

Beitrag melden
winlen-bay 02.03.2017, 21:41
9. Türkei

Kein so großes Problem. Die Türkei darf Wahlveranstaltungen abhalten solange deutsche Politiker frei sind, ebenso in der Türkei zu agieren. Das gleiche Prinzip wäre eine passende Doktrin für alle wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen mit anderen Staaten, z.B. bei chinesischen Käufen deutscher Unternehmen.

Beitrag melden
Seite 1 von 8
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!