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Gerichtsbeschluss: Merkel muss Hintergrundgespräche mit Journalisten offenlegen
DPA

Kanzlerin Merkel soll nach Informationen des SPIEGEL berichten, welche Journalisten sie 2016 zu vertraulichen Gesprächen traf. Auch die Themen müssen laut einem Gerichtsbeschluss veröffentlicht werden.

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Knossos 18.02.2017, 20:07
60.

Ja, Preußens Wachtmeister werden schon noch wissen, was dem Generalstab pläsiert. Die Alternative aufgekündigtem Gleichklang folgenden, unabhängigeren Berichtswesens kommt Ihnen wohl nicht in den Sinn?

Was Sie für informativ zu halten scheinen, ist offenbar eine Art des Quellenbezugs, die dem SPIEGEL z.B. zu eigen geworden scheint, seit er sich als investigatives Blatt aufgab. Heute nimmt es sich aus, als ob ausgegebene Info / Interpretation verwendet würde. Und wenn doch einmal etwas unter der Decke hervorlugt, wird es artig apportiert, um gegen genehme Dreingabe eingetauscht zu werden.
Ob zuletzt genannter Journalismus ergiebiger ist, als der eigenständig recherchierende der Vergangenheit, darüber läßt sich nicht streiten.
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Zitat Dr. König: "Endlich erfahren wir, wer die Claqueure dieser Regierung sind ?" Es sollte wundern, wenn Namen an die Öffentlichkeit gelangten / man erführe, wer unter Reportern verbrannt ist. Dagegen wird es diverse handliche Einwände "zum Schutz" von diesem & jenem Dingsda, außer eben jenem der Transparenz und Integrität, geben. Das berichtende Kollegium selbst wird wohl weiterhin wissen, wer erkorene Hofberichterstatter sind. -Aufmerksame Leserschaft aber auch.

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Nur ein Blog 18.02.2017, 20:44
61. Des einen Freund, des anderen Leid ...

Zitat von pauschalreisend
Mit dieser Klage schneidet sich der Tagesspiegel nicht nur tief ins eigene Fleisch, sondern ins Fleisch der gesamten Presse. In Zukunft wird es noch schwieriger werden für Journalisten über vertrauliche Gespräche verlässliche Hintergrundinformationen zu sammeln. Dieser Mangel kann nur Gerüchten und Fehlinformationen Vorschub leisten. Die Kurzsichtigkeit der Berliner Verwaltungsrichter ist erschreckend. Ein katastrophales Urteil.
Die vierte Gewalt ist eben auch eine und auch da sollte es eine Gewaltentrennung geben, damit die Medien ihren Auftrag erfüllen können.

Vertrauliche Gespräche mit ausgewählten Medienschaffenden. Da wundert es mich nicht mehr, dass man von Mainstrempresse spricht und der investigative Journalismus nicht mehr existiert.

Damit sind wir wieder beim Verlautbarungsjounalismus bis 1980. Nur schlimmer, da hatten wenigsten alle gleich lange Spiesse. Mich interessiert schon, welche Medien einen Vorsprung bekommen, natürlich werden die dann glaubwürdiger mit "Prognosen" über mögliche Handlungen und Ereignisse auf dem politischen Parkett, die auf Insiderkenntnissen beruhen.

Vermutlich regen sich deshalb alle so auf über den unberechenbaren Donald Trump, der eben die Medien nicht füttert.

Ich finde, das ist ein sehr mutiges Urteil - ganz im Sinne des demokratischen Auftrags, zu informieren. Pressesprecher haben die Politiker schon - diese brauchen nicht noch die freie Presse als Verstärker zu missbrauchen.

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Nur ein Blog 18.02.2017, 20:58
62.

Zitat von dr.könig
Endlich erfahren wir, wer die Claqueure dieser Regierung sind ?
Das glaube ich nicht, vgl. 10 - nicht erinnern, irgendwas sagen - war ja vertraulich, da kann nichts überprüft werden, nichts vom Gericht und nichts von uns Bürgern - man kann nur glauben und Glaube ist nicht Wissen.

Immerhin wird das jetzt mal offenbar, dass die 2. Gewalt die angeblich unabhängige 4. "vertraulich informiert".

Um einen Bundespräsidenten wegen eines Bobby Cars und 714 € in die Pfanne zu hauen, braucht es mehr als jounalistischen Mut - da muss man wissen, wer den weg haben will und wieso und ob das aufgeht - mit Hilfe der manipulierten öffentlichen Meinung.
Wulff korrupt, Amt beschädigt - ja da stellt man sich eher Millionen als Hundertausende vor - sicher nicht einen Bobby Car und 714€.
Ob Wulff ein guter oder ein schlechter BP gewesen sei, spielt da keine Rolle - das ist mit den Mitteln der Politik und der Justiz und nicht mit Druck der Öffentlichkeit zu lösen.

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max-mustermann 18.02.2017, 21:33
63.

Geheimes Hinterzimmergeklüngel zwischen Regierung und Medienvertretern und dann wundert mann sich über das wachsende Mistrauen gegen die Presse. Das ist zu recht Munition für jene die schon seit langem Systemmedien und Lügenpresse rufen.
So langsam überrascht einen nichts mehr, das politische System in Deutschland unterscheidet sich so gut wie gar nicht mehr von den so viel gescholtenen Zuständen in Südeuropa.

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Ivy79 19.02.2017, 13:52
64. da ging es sicher nur um den Wetterbericht...

ich bin der (naiven) Meinung, daß die Hauptaufgabe des Journalismus die Information der Öffentlichkeit ist. Und somit ist es ein Widerspruch in sich daß Gespräche mit der Staatsführung vertraulich sein dürfen. Anders gesagt, welchen Grund soll es denn geben, den Inhalt vor der Öffentlichkeit geheim zu halten?

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benzle 19.02.2017, 14:26
65.

Zitat von max-mustermann
So langsam überrascht einen nichts mehr ..
So langsam?
Man muss schon einen unerschütterlichen Glauben bzw.
Optimismuss haben, um erst langsam überrascht zu sein.
Ein Untersuchungsausschuss nach dem anderen,
ein Versprechen nach dem anderen und immer wieder
schonungslose Aufklärungen ankündigen, reichen nicht.
Wenn unter dem Strich so gut wie Nichts erreicht wird.
Wer da immer noch nicht den Glauben an unsere
Volksvertreter verloren hat, scheint doch den Kopf
ständig in den Sand zu stecken.
Im Augenblick liegt viel Hoffnung auf Martin Schulz,
doch wird er halten können was er vorhat?
Hat er genug Genossen hinter sich, die ihn unterstützen?
Sollte es nach der Wahl wieder zu einer GroKo kommen,
wird die SPD im politischen Boden versinken.
Darüber hinaus werden die nachfolgenden Wahlbeteiligungen
weit unter 50 % rutschen.

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bs2509 20.02.2017, 17:14
66. Das

hat auch ab und zu einen "Kettenschaden" . . .

Aber das natürlich alle "Brosamen" vom Tisch der Merkel abhaben wollen, ist verständlich.
Die "Schnittchen, die Sektflöte und der Small-Talk" sind eben wichtig und machen manch einen Journalisten wichtig oder lassen ihn das glauben.
Auch DerSpiegel gehört dazu.

Andere Zeitungen und Magazine sind bekannt als "Sprachrohr der Konsservativen", Die Zeit,die FAZ,DerFocus, Der Stern, auch die Süddeutsche Zeitung weist gewisse Tendenzen auf, da hilft auch kein Prantl alleine.

Nur wenn die (Noch)Bundeskanzlerin sich erdreistet, nur bestimmte Medien zu Gespräche einzuladen und mit Infos zu spicken, liegt der Verdacht der Medienbeinflussung nahe.

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hamburg 21 20.02.2017, 17:26
67.

Zitat von aleamas
...wenn Sie schon unbedingt Fremdwörter benützen müssen, dann bitte ich um die korrekte Schreibweise. Es heißt, wenn überhaupt, 'embedded' - und ist mitnichten gebräuchlich bei der politischen Berichterstattung. Sie können peinliche Situationen vermeiden, indem Sie den Begriff wo immer möglich meiden. Hier wäre so ein Fall. Journalisten wurden schon immer auch mit Details und Hintergründen versorgt, die dazu dienen, Entscheidungsprozesse zu verdeutlichen und nachvollziehbar zu machen. Das ist völlig legitim, auch und gerade, wenn Sachverhalte teilweise nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Die journalistische Ethik entscheidet hierbei, was der Berichterstattung dient und was gegebenenfalls die Sicherheit der Quelle oder fremder Dritter gefährdet. In einer Vielzahl von Fällen zur Berichterstattung über Verbrechen geschieht dies völlig routinemäßig und ist selbst für den Laien leicht nachvollziehbar. Wovon Sie hier allerdings fantasieren, das scheint offenbar eine merkwürdige Klasse von Pseudo-Staatsgeheimnissen zu sein, die zwar angeblich zwischen Regierung und Medien unter Verschluss gehalten werden, aber dennoch den scharfsinnigen Beobachtern, zu denen Sie sich vermutlich zählen, nicht entgangen sind. Die Logik würde hier die Frage nahelegen, weshalb solche angeblichen Sachverhalte dann vertraulich sind, wenn Sie und so viele andere 'wache Wähler' doch scheinbar ohnehin im Bilde sind?
Ich finde Ihren Beitrag von einer unglaublichen Arroganz geprägt, wie kommen Sie dazu jemanden so zu belehren?
Diesen Frage hatte ich schon mal gestellt, wurde aber nicht als Beitrag zugelassen.
Journalisten haben meiner Meinung nach die Aufgabe zu berichten und zu recherchieren. Letzteres ist natürlich mühsamer, wird aber doch noch gemacht, z.B. der gute Beitrag im Fernsehen zu Cum-Ex und CumCum Geschäften.
Hofberichtserstattung gehört in das Boulevard Geschäft. Hintergrundberichte, die nicht veröffentlicht werden dürfen, bzw. "nicht für die Veröffentlichung bestimmt sind" haben auch ein Ziel, nämlich das der Beeinflussung.
Wenn Sie anderer Meinung sind, dann ist das für mich ok. Frage allerdings, woher Sie Ihre Berechtigung ableiten in diesem Ton zu schreiben und andere niederzumachen,.

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Hans58 21.02.2017, 10:18
68.

Zitat von Nur ein Blog
... Immerhin wird das jetzt mal offenbar, dass die 2. Gewalt die angeblich unabhängige 4. "vertraulich informiert". ...
Das ist eine "uralte Geschichte"!
Und wenn Sie mehr über "Gespräche unter drei" (so der journalistische Fachbegriff) wissen wollen, dann lesen Sie den Spiegel Online Artikel aus dem Jahr 2016: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/medien-was-die-unter-drei-regel-besagt-a-1101548.html

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Hans58 21.02.2017, 10:24
69.

Zitat von Ivy79
ich bin der (naiven) Meinung, daß die Hauptaufgabe des Journalismus die Information der Öffentlichkeit ist. Und somit ist es ein Widerspruch in sich daß Gespräche mit der Staatsführung vertraulich sein dürfen. Anders gesagt, welchen Grund soll es denn geben, den Inhalt vor der Öffentlichkeit geheim zu halten?
Der Inhalt eines derartigen Hintergrundgesprächs wird nicht veröffentlicht. Der Journalist kann jedoch den Inhalt für weitere Recherchen nutzen oder auch in seinen Arbeiten (Artikel / Kommentare) berücksichtigen.

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