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Germanwings-Absturz : De Maiziere prüft Ausweispflicht auf Schengen-Flügen
DPA

Ein Ticket reicht, um an Bord eines Flugzeugs im Schengen-Raum zu gelangen - bisher. Denn Innenminister de Maizière spricht von einem "riesigen Sicherheitsproblem". Nach dem Germanwings-Unglück wussten die Behörden nicht, wer in dem Flugzeug saß.

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metastabil 02.04.2015, 10:49
240.

Zitat von wesmpipes
erschreckend finde ich bei vielen Kommentatoren wie sie Terroranschlag definieren. Ist eine psychisch labile Person welche andere um sein Interesse durchzusetzen mit in den Tod reisst, kein Terrorist mehr wenn er nicht aus dem Jemen kommt und eine Pilotenuniform trägt? Und was ich mich auch frage: wo ist dieser Flugschreiber? Die Blackboxen sind doch bestens geschützt und per Signal ortbar- das wird zumindest bei jedem Absturz erzählt. Oder kann der Flugschreiber erst nach erfolgreicher Manipulation geortet werden?
Nein, Terrorismus ist nicht von der Herkunft abhängig, sondern vom Motiv. Terrorismus ist die Anwendung von Gewalt gegen politische Ordnungen zur Herbeiführung eines politischen Wandels. Da die exakte Motivation des Flugzeugabsturzes nicht geklärt ist, ist Terrorismus zwar nicht auszuschließen, aber in Anbetracht der depressiven Erkrankung des Copiloten sehr unwahrscheinlich.
Flugschreiber und Stimmrekorder können zwar ein Ortungssignal aussenden, dieses wird aber nur bei Kontakt mit Wasser aktiv. Das Signal dient zur leichteren Auffindung der Boxen, falls diese bei einem Absturz in Wasser gefallen und untergegangen sind. Sind die Boxen nicht unter Wasser, gibt es auch kein Ortungssignal. Der Flugschreiber ist so schwer zu finden, weil aufgrund der hohen Aufschlaggeschwindigkeit die Wrackteile über eine sehr große Fläche verteilt sind und der Flugschreiber beim Aufprall auseinandergebrochen ist. Flugschreiber sind zwar so gebaut, dass sie enormen Belastungen standhalten, für einen Aufschlag mit 800 km/h sind sie aber nicht ausgelegt. Kein Grund eine Verschwörung zu vermuten.

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Liberalitärer 02.04.2015, 10:55
241. Hoheitlich

Zitat von Wildes Herz
Es dürfte aber kaum gegen das Schengenabkommen verstoßen, wenn man das reine Betreten eines Flugzeuges an die Voraussetzung knüpft, einen Personalausweis vorzulegen.
Kommt eben darauf an, wer das macht. Sobald es "hoheitlich" wird, dürfte es dagegen verstoßen. Solange es eine private Selbstverpflichtung ist, solange dürfte es möglich sein. Ob die etwas bringen dürfte. Ich habe meine Bedenken. M.E. sind diese Ausweiskontrollen der Airlines Hokuspokus. Wenn überhaupt ist es eben die hoheitliche Aufgabe des Staates Einreisebedigungen durchzusetzen. Nun begründet das der Innenminister mit der Sicherheit an Board. Naja, da die Kontrolle de facto gleichwohl zu einer massiven Beschränkung der durch den Vertrag gewährten Reisefreiheit führen würde, halte ich das juristisch für nicht sauber, jedenfalls nicht als staatliche Regelkontrolle, Stichproben sind sowieso möglich. Klar kann man den Vertrag auch ändern, dann ist er aber wohl dem Geiste nach erledigt.

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wolfi55 02.04.2015, 10:55
242. andere Ideen kommen den Deppen nicht

Die Idee, dass die Sicherheitstür zum Cockpit das Problem darstellen kann, die kommt den Sicherheitsdeppen im Innenministerium nicht. Und der Oberlaller erzählt brav alles,w as sein Chaoten ihm vorsetzen.

So blöd wie die müsste ich sein, dann wäre ich längst rausgeflogen in der Firma.

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was..soll..das?? 02.04.2015, 10:57
243. hmmm

..was heisst denn "zunächst wussten wir es nicht"? Jetzt wissen wir es aber, richtig? wenn ein Ticket "abgetreten" wird muss die Fluggesellschaft dafür sorgen dass die Passagierliste stimmt, denn selbst die Ausweispflicht hilft nicht wenn die liste bei der Fluggesellschaft nicht stimmt. Übrigens dachte ich dass Tickets nicht übertragen werden können. Auch mit Ausweispflicht kann es ein terroristischer Anschlag sein. Ich bin mir nicht sicher, ob dass nicht nur Aktionismus ist. Es stürzt ein Flugzeug in Jahrzehnten ab, sehr tragisch!!! und mein Beileid, und jetzt muss man an den richtigen knöpfen drehen damit dies passiert.

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MS2000 02.04.2015, 10:58
244. Was für eine Aufregung

Es geht hier um die Identitätsfindung der Opfer. Wenn man nicht weiß wer in dem Flieger saß, kann man fast unmöglich die Identität der Opfer nachweisen. Schrecklich für die Angehörigen.
Schrecklich auch die Panik der meisten Foristen: Was der Innenminister nur will ist, dass beim Boarding der Namen des Passagiers auf der Bordkarte visuell mit dem Namen auf dem Ausweis abgeglichen wird - so werden definitiv keine Daten elektronisch erhoben. Die Fluggastdaten sind sowieso bei der Airline hinterlegt, war schon immer so. Nur bisher konnte die durch die gängige Praxis evtl von der der tatsächlichen Passagiere abweichen, da dies niemand cross-gecheckt hat.
Aber ich habe die Vermutung, dass 99% der Foristen nicht kapieren worum es hier geht...

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farbraum 02.04.2015, 11:00
245.

Lächerlich was der Innenminister hier fordert.
Was spielt es für eine Rolle wer in einem abgestürzten Flieger saß und warum sollte das ein Sicherheitsrisiko sein? Es ist verachtenswert dieses Unglück jetzt für solche populistischen Feldzüge zu mißbrauchen!

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ClausWunderlich 02.04.2015, 11:02
246.

Was hat der Absturz mit Terrorsicherheit zu tuen? Herr De Maiziere redet mal wieder wirres zeug.

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kenzino 02.04.2015, 11:03
247. 150 Menschen sterben *wegen* einer

150 Menschen sterben hier leider *wegen* einer eigentlich gut gemeinten Anti-Terror-Maßnahme, und das nutzt de Maiziere zum Anlass, *weitere* Anti-Terror-Maßnahmen zu fordern?

Wie hoch ist die Notwendigkeit? Schengen gibt es seit 30 Jahren. Pro Tag gibt es (konservativ geschätzt) 20.000 Flüge innerhalb des Schengen-Raums. Macht über 200 Mio. Flüge. Wie viele davon wurden von Terroristen gekapert?

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kibawue 02.04.2015, 11:06
248. Ohne Ausweis?

Selbst innerdeutsche Flüge sind doch mit Ausweiskontrolle. Musste 2010 für mein mitfliegendes Kind (unter 2 Jahre) einen Kinderreisepass vorzeigen. Ich glaube, dass es Germanwings war....

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ruediger 02.04.2015, 11:09
249.

Wir könnten auch jedem Menschen bei der Geburt einen Barcode auf die Stirn tätätowieren, Fingerabdrücke und DNA Proben nehmen, einen RFID Chip impmantieren und ihn so immer und überall "sicher" identifizieren.
Die Frage ist nur, ob wir in einer solchen Gesellschaft auch auch Leben wollen.
Die Tragödie hat aber eigentlich, zumindest nach jetztigem Ermitlungsstand nur gezeigt, dass die in Histerie nach dem 11. September gepanzerte Cockpittür, den Massenmord in dieser Form erst ermöglicht hat.

Wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass einem Piloten auch noch andere Wege einfallen, ein Flugzeug zum Absturz zu bringen, die selbst der daneben sitzende Pilot nicht verhindern kann (und schon gar nicht die Stewardess ohne Flugausbildung).

Also gibt es keine absolute Sicherheit. Und wir müssen immer zwischen der Freiheit aller (Stichworte wie Flüssigkeiten, Fluggastdaten, Vorratsdatenspeicherung) und einer möglichen Gefährdung sehr weniger abwägen. Leider geht diese Abwägung derzeit meist zuungusten der Freiheit aller aus.

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