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Gesetz zur Prostitution in Deutschland: Schwesig im Rotlicht
DPA

Familienministerin Schwesig will ein Gesetz gegen Ausbeutung und Gewalt im Rotlicht-Milieu auf den Weg bringen. Prostituierte und Aktivistinnen ziehen Parallelen zum Nationalsozialismus.

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egoneiermann 22.08.2014, 15:57
30.

Zitat von Kurt Kraus
Die Entscheidung, der Prostitution nachzugehen, ist ungefähr so freiwillig, wie die Entscheidung, unter Brücken zu schlafen, Heroin zu nehmen oder sich die Pulsadern aufzuschneiden.
Eine Bekannte von mir hat sich ihren Unterhalt während des Studiums in einer Bar verdient. Natürlich sucht sich nicht jede Prostituierte diesen Job so freiwillig aus, aber das machen viele andere Menschen auch nicht, die etwas arbeiten, um überleben zu können.
Man muss die Diskussion ohne Moralvorstellungen führen und nur in die einzige Richtung Gewalt in diesem Umfeld zu vermindern. Was aber dann solche Schlagworte wie Gangbang oder die Heraufsetzung des Mindestalters hierbei beitragen soll ist mir nicht klar.

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minsch 22.08.2014, 16:00
31. CDU und CSU sollten einmal zur Abwechslung ehrlich sein

Schwesig sollte einmal ehrlich sein: CDU und CSU wollen doch nur eines, nämlich mit Volldampf zurück in alte Zeiten, als die Ge- und Verbote der Kirche noch allen per Gesetz zur Pflicht gemacht wurden. Und um die Prostituierten geht es ihnen überhaupt nicht, denn dann würden nicht solche Auflagen für die Frauen, wie sie es beabsichtigen, nicht eingeführt. Und die Ausweitung des Strafrechtes (Freierbestrafung) ist alles andere als notwendig, die Gesetze reichen völlig aus. In der Praxis wird dies sogar genau auf das hinauslaufen, worauf es auch in anderen Ländern hinausläuft, nämlich das Prostitution wieder in den Untergrund gedrängt wird, und das ist das letzte, was die Prostituierten gebrauchen können. Schweden ist in soweit ein mahnendes Beispiel. Was Schweswig und ihre christlich-moralinsaure Partei da vorhat ist nicht anders ein Anschlag auf Prostituierte, eine massive Beschneidung ihrer heutigen Rechte unter dem Deckmantel der Menschenfreundlichkeit, also alles andere als menschenfreundlich, sondern schlicht komplett verlogen.

Und zu der vernagelten Steuerhinterzieherin mit dem Gemüt eines Kardinal Meisner sage ich überhaupt erst gar nichts mehr: Beides sind Fanatiker, die meinen, andere hätten ihr Leben genau so zu leben, wie sie es gerne hätten. Gegenüber den beiden sind die beiden Christenparteien mit missionarischen Anspruch direkt noch ein Verein, den man einfach lieb haben muss.

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Thyphon 22.08.2014, 16:03
32. Die Lösung ist Teil des Problems

Ich denke, die im Artikel angesprochene Stigmatisierung der Prostitution ist mit das Hauptproblem. Gäbe es die nicht, würde die gesamte Sex-Branche in der breiten Bevölkerung die Anerkennung erfahren, die sie verdient, dann würde sich ein Teil des Problems von selbst lösen.

Prostituierte könnten offen über ihre Arbeit sprechen und müssten seltener in dunklen Ecken und zwielichtigem Milieu tätig sein. Menschenhandel und Zwangsprostitution wäre schwerer zu betreiben und für Polizei und Zoll wäre es einfacher zu ermitteln.

Leider sind es vor allem die selbsternannten Gutmenschen die das Sex-Geschäft generell als schmutzig betrachten und diejenigen, die dort arbeiten als pauschal als Opfer und Menschen zweiter Klasse betrachten. Da wird dann gerne einmal Prostitution und Menschenhandel gleichgesetzt und nach einem Verbot der Prostitution geschrien.

Auf diese Weise entstehen dann schwachsinnige Gesetzesvorschläge welche am eigentlichen Problem vorbei gehen, weil die Ersteller, die nur wenig Ahnung von der Materie haben in ihrem Wahn, die armen Sex-Sklaven befreien zu wollen, gar nicht merken, das Sie und ihre Einstellung Teil des eigentlichen Problem sind: Die Stigmatisierung der Prostitution.

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seadra 22.08.2014, 16:08
33. Mit wem...

...hat sie denn genau gesprochen? Diese ganzen Pläne und Strafen sind völlig daneben, neben der Wirklichkeit. Wir haben bereits die Pflicht zur Krankenversicherung für JEDEN, da muss man nicht mehr absichern...
Und meiner Info nach will das Finanzamt eine saftige Vorauszahlung am Jahresbeginn, wenn man Prostitution als Gewerbe anmeldet, womit man daran schon wieder gehindert wird. Wer bitte geht denn los mit seinem ersparten Geld um als Prostituierte/r zu arbeiten??? Die Politik und ihre Gesetze treten sich selbst ins Knie...aber Hauptsache mal groß rumgeschwätzt und den guten Willen gezeigt...Blendertum in allen Reihen...

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hors-ansgar 22.08.2014, 16:10
34. @FocusTurnier

Zitat von FocusTurnier
Inwiefern hat der Gesetzgeber eigentlich das Recht, sich in Details der ausgeübten Sexualpraktiken zwischen Prostituierter und Freier einzumischen? Wer entscheidet, ob Gruppensex menschenunwürdig ist? Die SPD? Frau Schwesig persönlich? In jedem Swinger-Club werden solche Praktiken ausgeübt.....ist das dann auch "menschenunwürdig"? Und würde nach einem Gangbang-Verbot nicht auch ein Gangbang-Schwarzmarkt entstehen? Was kommt als nächstes? Oral nur noch in der 69er? Vaginal nur in der Missionarsstellung? Anal gar nicht mehr? Und wie kontrolliert man die sach- und fachgerechte Umsetzung der angestrebten Kondompflicht?
Es gibt einen ganz entscheidenden Unterschied. In einem Swingerclub erhält niemand Geld dafür, sondern er oder sie macht es, weil er Spaß daran hat. Bei Prostituierten, insbesondere z.B. bei den angesprochen Gangbangs, dürfte der Spaßfaktor eher ausschließlich auf Seiten der zahlenden Herren liegen.

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craan 22.08.2014, 16:11
35.

"Wir müssen sie erfassen, um sie schützen zu können", so Schwesig.

Auf Latein übersetzt würde sich das bestens im Wappen von BND und NSA machen.

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StefanXX 22.08.2014, 16:12
36. Frage zur Meldepflicht

Haha sehr schöner Beitrag, ich stimme voll zu. Aber eine Frage habe ich zu dieser Meldepflicht, auch wenn ich mich jetzt als Unwissender oute: Warum ist das so schlimm wenn man sich als Prostituierte melden muss bzw. warum ist das nicht schon längst so? Als Freiberufler muss ich mein Gewerbe doch auch anmelden und als normaler Angestellter bin ich auch gemeldet und werde von staatlicher Stelle erfasst und es gibt einen Arbeitsvertrag in dem festgehalten wird was ich mache. Kann mir das bitte mal jemand erklären.

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ghanima23 22.08.2014, 16:17
37.

Zitat von Leser02
Ich bin Ordnungsbeamter und arbeite in einer Gruppe mit, die das neue Recht begleitet. Zu dieser Gruppe gehören auch Opfer-Hilfsorganisationen, die Gesundheitsverwaltung, Polizei, Staatsanwaltschaft, Frauenbeauftragte usw. In dieser Gruppe ist man sich übergreifend einig, dass eine Regulierung der Bordelle kommen muss.
Wieso muss jeder gesellschaftliche Bereich staatlich reguliert werden? Arbeitsbeschaffung für Ordnungsbeamte?

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pom_muc 22.08.2014, 16:19
38.

Zitat von Leser02
Ich bin Ordnungsbeamter und arbeite in einer Gruppe mit, die das neue Recht begleitet. Zu dieser Gruppe gehören auch Opfer-Hilfsorganisationen, die Gesundheitsverwaltung, Polizei, Staatsanwaltschaft, Frauenbeauftragte usw. In dieser Gruppe......
Der Menschenhandel ist schon heute verboten. Allerdings interessieren sich Kriminelle kaum für Gesetze sondern allenfalls für das Strafmaß.
Man kann aus der Kriminalisierung der Freier in Schweden einiges lernen. Die Prostitution findet heute nicht mehr offen sondern in Netzwerken statt. Sie ist von gewerblichen Etablissements in die private Wohnung verlagert worden.

Der Gesetzgeber reagiert darauf indem er schneller Durchsuchungsbefehle für Privatwohnungen ausstellt.

Findet sich dort nach Interpretation des Richters übermäßig viel Zubehör handelt es sich um Prostitution.
Promiskuitive Frauen haben das Problem der Beweislastumkehr. Was kann eine Frau die in die Wohnungen von verschiedenen Männern geht schon anderes sein als eine Prostituierte?
Da hilft es im Zweifelsfall auch nicht sich als Reinigungskraft auszugeben die gerade den Monatslohn in Empfang genommen hat.

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rudig 22.08.2014, 16:20
39. naja,

Zitat von Checkker
die nächste "tolle" Idee einer SPD Mnisterin. Nach Hasenhirn Maas meldet sich auch noch seine Parteikollegin zu Wort, um den Anspruch, dass die SPD- Politiker NICHTS können, zum Wochenende hin zu untermauern. Sie sind einfach nur Dumm.
Ihre ideologische Sichtweise ist kaum noch zu ertragen.Das Politiker Entscheidungen treffen, die mit der
Realität wenig zu tun haben, kommt in jeder Parteivor. Ich denke da an die PKW-Maut des Hr. Dobrindtvon der CSU.

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