Forum: Politik
Gesetz zur Prostitution in Deutschland: Schwesig im Rotlicht
DPA

Familienministerin Schwesig will ein Gesetz gegen Ausbeutung und Gewalt im Rotlicht-Milieu auf den Weg bringen. Prostituierte und Aktivistinnen ziehen Parallelen zum Nationalsozialismus.

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FocusTurnier 22.08.2014, 16:46
50. @hors-ansgar Pauschal

Zitat von hors-ansgar
Bei Prostituierten, insbesondere z.B. bei den angesprochen Gangbangs, dürfte der Spaßfaktor eher ausschließlich auf Seiten der zahlenden Herren liegen.
Das ist ausschliesslich Ihre persönliche Sichtweise, aber nicht die aller in Deutschland tätigen Prostituierten. Wenn es zum Angebotsumfang dieses Dienstleistungsgewerbes gehört, dann ist damit zu rechnen, dass dieses Angebot auch in Anspruch genommen wird. Und wie bereits beschrieben: Was ist mit anderen sexuellen Praktiken? BDSM, Anal, Oral, Lesben- oder Schwulensex? Wer maßt sich an, das alles als menschenunwürdig zu deklarieren und zu verbieten? Eine Zwangsprostituierte wird nicht nur einen Gangbang abstoßend finden, sondern höchstwahrscheinlich auch Oralsex oder Anderes. Wollen Sie das dann auch verbieten? Und nochmal die Frage: Wer soll das wie kontrollieren? Ist sichergestellt, dass es nach einem Verbot nicht zu einem Schwarzmarktangebot kommt?
Man kann eine bestimmte Sexualpraktik nicht verbieten, nur weil sie einem ideologisch nicht in den Kram passt (und nichts anderes ist dieser Vorstoß: Ideologie, zur Abwertung von (männlicher) Sexualität). Wenn, dann muss man Prostitution schon ganz verbieten. Aber das würde alles noch viel schlimmer machen. Im Prostitutionsgewerbe sind auch viele Amateure unterwegs, die sich mit Sex nebenbei etwas dazu verdienen. Nicht, weil sie es finanziell nötig haben, sondern weil sie sexuelles Verlangen und Spaß und Finanzen miteinander verbinden.

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gerald246 22.08.2014, 16:48
51. Familienmisisterin, oder Ministerin für politisch korrekte Themen?

Zitat von StefanXX
Danke für die Antwort, verstehe ich aber trotzdem nicht. Müllmann ist auch kein angesehener Beruf und man muss sich trotzdem anmelden. Jeder, der einer Arbeit nachgeht, muss sich anmelden, ansonsten nennt man sowas doch Schwarzarbeit. Warum sollte es für Prostituierte anders sein? Und nur weil man sich anmeldet weiß es deshalb der Nachbar doch noch lange nicht. Der weiß es eher dadurch dass er mich mal am Straßenrand stehen sieht. Genauso wundere ich mich dass offenbar Bordelle noch nicht meldepflichtig sind?? Das sind doch Gewerbebetriebe in denen Geld verdient wird.
Im Prinzip stimme ich Ihnen ja zu, wenn Geld verdient wird dann sollte es besteuert werden. Aber, wäre das nicht die Sache des Finanzamtes? Mir ist aber immer noch völlig unklar was die Familienministerin mit Prostitution zu tun hat. Ich habe schon länger den Eindruck dass Frau Scheswig mit dem für das wir sie eingestellt haben und bezahlen nicht viel zu tun haben will, und lieber politisch korrekte Randthemen sucht.

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dr.w 22.08.2014, 16:49
52. alles scheinheilig...

was die Politiker dazu sagen!
Werden Banken verboten, weil viele Banker korrupt sind? Oder Polizisten? Müssen Verkäuferin aufhören, weil die meisten nicht gerne bei C%A, P&C etc. arbeiten? Viele Menschen machen ihre Arbeit nicht gerne, sind das Zwangsarbeiter? Der besten Kommentar dazu ist wohl von kumi-ori, Glückwunsch!

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wauz 22.08.2014, 16:58
53. Viele halbe Wahrheiten

ergeben noch keine ganze. Im Bereich der Prostitution gibt es ALLES, was man sich nur vorstellen kann. Also genauso Männer und Frauen, die sich freiwillig (und vielleicht auch mit einem gewissen Genuss daran) prostituieren, welche, die das aus eigenem Zwang ("jung und braucht die Kohle", Drogensucht) oder fremden Zwang machen. Dazu kommt noch: in die Prostitution hineinzugehen, ist einfach, wieder herauszukommen, nicht. Es ist noch nicht einmal klar, ab wann man von Prostitution sprechen kann oder muss. Sex gegen Gefälligkeiten aller Art gibt ziemlich viel.
Mit dem Thema umzugehen, kann also nicht heißen, sich einen Idealfall vorzustellen. Letztendlich muss man sich zu einer Entscheidung durchringen: will man Prostitution oder nicht?
Wer sich gegen die Prostitution entscheidet, muss sich allerdings darüber klar sein, dass Dinge nicht einfach verschwinden, bloß weil man sie nicht haben will.
Meine Meinung: man sollte Prsotitution grundsätzlich verbieten und für alle Beteiligten strafbar machen. Und einige Ausnahmen schaffen, unter denen Prostitution straffrei bleibt. Klare Regeln. Dazu gehören auch vom Staat betriebene Bordelle, die keinen Profit erzeugen müssen. Alles was außerhalb ist, kann man dann verfolgen.
Und wird feststellen, dass immer ein Grenzbereich bleibt, wo die Schlafzimmerschnüffelei sich verbietet.
Heißt: wir können die Situation vielleicht etwas verbessern, aber nicht wirklich gut machen.

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brille000 22.08.2014, 16:58
54. Null Ahnung

Die Schwesig befasst sich hier mit Sachen, von denen sie spürbar null Ahnung hat. Die Basis für ein derart weltfremdes Verhalten bildet diese "abendländische" Scheinmoral, die diesbezüglich nun schon seit Jahrhunderten von den jeweils Herrschenden geprägt wurde. Prostitution gab es schon immer und wird es auch immer geben und sei es in der Illegalität. Man kann eigentlich nur den Prostituierten das Leben erleichtern, indem man deren Verhältnisse verbessert. Damit muss aber vornehmlich eine Anerkennung und Legalisierung dieses Gewerbes einhergehen. Natürlich würde dies eine gewerbliche Anmeldung zur Folge haben, weil es ja ein Gewerbe ist, dies aber dann auch mit allen Rechten. Wenn man die sogenannte Zwangsprostitution abschaffen will, so sollte man erst einmal diesen Begriff definieren. Freiwillige Prostitution aus einer finanziellen Zwangslage heraus stellt nämlich eine solche nicht dar und in wieweit die gängigen "Tatort-Geschichten" über dieses Thema die Realität widerspiegeln, da habe ich so meine Zweifel. Schwesig go home und versuche Dich erst einmal schlau zu machen, falls dies überhaupt möglich ist.

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minsch 22.08.2014, 17:00
55.

Zitat von markus_mueller
Wenn Sie denken, dass die Prostituierten das alle freiwillig machen, dann haben Sie mit der Wirklichkeit nix zu tun und sind unrealistisch. Ich bin keine Frau die das schreibt! Bestimmt gibt es die eine oder andere die es macht, da man ordentlich Geld verdient, aber Sie glauben ja wohl nicht ernsthaft, daß 18-jährige Rumäninnen oder Bulgarinnen so einfach hier ohne Sprachkenntnisse nach Deutschland kommen um auf den Strich zu gehen. Da stecken kriminielle Organisationen hinter.
Was die Freiwilligkeit betrifft: Ja und nein, natürlich gibt es konkrete, persönliche Gründe, warum eine Frau Prostituierte wird und nicht etwas anderes beruflich macht, aber von Zwangsprostitution kann man da trotzdem nicht sprechen, denn es fehlt an einer Person, die sie zwingt, als Prostituierte zu arbeiten. Allenfalls sind das die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse, die sie "zwingen" Prostituierte zu werden, anders ausgedrückt, die Folgen der Wirtschafts- und Sozialpolitik von CDU, CSU, FDP, SPD und Grüne, denn die haben ja die Weichen so gestellt, dass die Situation für viele heute so ist, wie sie ist. Nur dagegen hilft kein verschärftes Prostitutionsgesetz sondern nur eine gerechtere Wirtschafts- und Sozialpolitik. Hart ausgedrückt: Die, die sich über diese Art der "Zwangsprostitution", wie sie sie nennen, am lautesten beklagen sind hier die, welche den Zwang letztlich ausüben.

Und ja, in sehr seltenen Fällen gibt es auch echte Zwangsprostitution, wo Frauen dazu gezwungen werden, und es ist eine Schande, dass SPD- und CDU-Innenminister dagegen so wenig unternehmen, was eigentlich ihre Pflicht ist. Da wird eher wie in Sachen NSU ermittelt, nämlich so gut wie gar nicht, und wenn ein Fall bekannt wird, hat sehr häufig erst einmal das Opfer ein Problem mit Polizei und Ordnungsamt; manchen Fälle können nicht einmal bestraft werden, selbst wenn man die Täter hat, weil man das Opfer, die Zeugin, vor der Gerichtsverhandlung ins Heimatland abgeschoben hat. Klar, wir brauchen schärfere Gesetze. Wenn die Polizei ihre Arbeit nicht macht, brauchen wir nicht schärfer Gesetze sondern andere Innenminister!!!

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Kurt Kraus 22.08.2014, 17:09
56. Überall diese Leichtgläubigkeit

Welcher Mensch sieht schon seinen Lebenslügen ins Gesicht? Aber wenn eine Prostituierte, die davon lebt, Männern etwas vorzumachen, erklärt, wie schön sie ihre Beschäftigung findet, wird ihr das abgenommen.

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matze1958 22.08.2014, 17:11
57. Frau Schwarzer...

sollten sie besser nicht zitieren, denn die hat sich ins absolute Abseits gestellt und kommt als moralische oder wie auch immer geartete Institution gar nicht mehr in Frage. Im Gegensatz zu ihr zahlen Prostituierte ihre Steuern.

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genugistgenug 22.08.2014, 17:13
58. Planwirtschaft

Zitat von hatmeistensrecht
An der Realität vorbei Ich will nicht wissen, welche Vorstellung der Welt in Frau Schwesigs Kopf herrscht. Es sind Modelle, die nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben. Diese Frau ist unrealistisch. Eine typische Politikerin.
ist das statt Realitätsferne einfach nur Planwirtschaft oder will die nur wissen wo ihr Persona stecken könnte, bzw. brauchen die in den Behörden neue Adressen?

Es sieht aber so aus, als wären sonst alle Probleme gelöst - oder ist das wieder nur blinder Aktionismus?

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der_c 22.08.2014, 17:13
59. Was kann man gegen Zwangsprostitution und Ausbeutung tun?

Diese frage ist wirklich nicht leicht zu beantworten. Registrierung mit Pass und Kontrollen der zugelassenen Bordelle, so dass einige Misstände eben nicht mehr auftreten, sind mehr als nötig. Wie sensibel diese Daten sind und das die eben nicht für belange wie "Hartz4" oder anderes genutzt werden dürfen, sollte jedem Klar sein.
Das ist bei den zumindest gut gemeinten Vorschlägen von Schwesig bei der CDU aber nicht der Fall. Wenn man mal die Prostituierte da hat wo man sie will, dann will man die Daten nutzen und sie nebenbei noch zwangsweise zum Artz schicken, wie eine Küchenhilfe zum Gesundheitsamt. Damit und dem alter von 21 ist man auf CDU-Seite bei einem Täterschutz, weil die Prosituierte das eher AIDS-frei und nie unmündig oder nach Jugendrecht zu behandeln, was beides ein Freier ausnutzen kann. Die CDU will also ein Freier-Schutz-Recht, die SPD ein Prostituierten-Schutz, der aber noch nicht ganz ausgegoren ist. So einfach ist die sachlage. Trotzdem wirde auch der reisserische Titel und Titeltext von den wenigen Demoteilnehmerinnen inspiriert, die unpassende Nazi-Vergleiche ziehen. Bei Massenregistrieung und -überwachung aus allen Straßen via PKW-Maut-Gesetz wünsche ich mir mindestens die selbe Aufregung vom Spiegel.

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