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Gesetz zur Prostitution in Deutschland: Schwesig im Rotlicht
DPA

Familienministerin Schwesig will ein Gesetz gegen Ausbeutung und Gewalt im Rotlicht-Milieu auf den Weg bringen. Prostituierte und Aktivistinnen ziehen Parallelen zum Nationalsozialismus.

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Vielfaltiger 22.08.2014, 18:49
80.

Zitat von Bondurant
das sind verschiedene Paar Schuhe. Natürlich könnte man auch den Drogenverkauf mit dem Argument legalisieren, die verbundene Kriminalität zu beseitigen. Gesünder wird Crystal Meth davon aber nicht.
Richtig, es wird davon nicht gesünder, aber daran ändert ein Verbot nichts. Deshalb bin ich für die Legalisierung von Drogen (das war ich früher nicht). Solang etwas für die Gesellschaft besser ist etwas zu legalisieren, sollte man es auch tun. (egal wie schädlich etwas ist) Man sollte 2 Dinge tun, es legalisieren und gleichzeitig nicht müde werden zu erwähnen, wie schädlich Drogen sind.

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Vielfaltiger 22.08.2014, 18:51
81.

Man kann darauf sicher verzichten, aber man darf doch wohl im Rahmen der Gesetze handeln.


Man weiß es ja nicht wirklich. Es bringt auch nichts auf Sex mit Prostituierten zu verzichten, die nicht darunter leiden, wenn andere mit Prostituierten schlafen, die darunter leiden.


Ich denke, dass es eher der Gesellschaft nutzt. Mal ein theoretisches Beispiel: Ich bin sexuell nicht ausgelastet, weil man mir Sex mit Prostituierten verbietet. Sie und ich laufen uns im Supermarkt über den Weg. Wegen des Sexmangel schiebe ich Frust und vergreife mich deswegen im Ton. Dies wäre so nicht gekommen, wenn ich vorher käuflichen Sex gehabt hätte und grinsend durch die Gegend laufe und Sie sich an meinem Lächeln auch noch erfreuen. Sie haben sicher auch keine Lust mit Steuergeldern die ganzen Folgen von zu wenig Sex zu bezahlen bzw. der schlechteren Stimmung der Männer, denen Sie ausgesetzt wären.

Organisierte Kriminalität würde zunehmen, wenn man es verbieten würde. Sie würden das Gegenteil von dem erreichen, was Sie sich erwünschen.

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JaguarCat 22.08.2014, 18:53
82. Verdienst

Zitat von Indigo76
... dann bleiben drei Freier pro Tag. Das Land wäre voller verhungerter Prostituierter!
Warum sollten Prostituierte mit (nur) drei Freiern am Tag verhungern? Schauen Sie sich doch mal die Preisliste von Escort-Diensten an. Bei 500 Euro aufwärts reicht den dort tätigen Frauen sogar ein Date pro Woche, um gut bis sehr gut über die Runden zu kommen! Aber selbst, wenn ein Escort mehr arbeiten will: Mehr als ein Date pro Tag wird es selten machen können, das wollen schon die Kunden in diesem Bereich meist nicht.

Dafür müssen am anderen Ende der Preisliste um so mehr Freier "abgefertigt" werden, damit die Prostituierten insgesamt auf den von Ihnen berechneten Schnitt von drei Männern am Tag kommen.

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Thyphon 22.08.2014, 18:53
83. @karin.becker

Zitat von karin.becker
Wenn man(n) - wie Sie schreiben - aufs Haare-schneiden verzichten könnte, warum kann man(n) dann nicht auf den Kauf eines (meist weiblichen) Körpers verzichten?
Man kann und darf keinen Menschen kaufen. Egal ob männlich oder weiblich. Ein Freier erwirbt sich die Dienstleistung einer Prostituierten. Nicht mehr und nicht weniger.

Bitte hören Sie endlich auf, Prostitution und Sklaverei gleichzusetzen. Huren sind nicht automatisch Sklaven. Sie diffamieren damit nicht nur alle ehrlichen Prostituierten, sondern auch diejenigen, die tatsächlich Opfer des Menschenhandels geworden sind.

Wenn Sie zu einem Physiotherapeuten gehen, um sich massieren zu lassen, kaufen sie auch keinen menschlichen Körper damit er Sie massiert, sondern eine Dienstleistung.

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mustafa20 22.08.2014, 19:02
84.

"Das Gesetz möchte Prostituierte nicht nur vor gewalttätigen Zuhältern, sondern auch vor sich selbst schützen. Wie sonst ist es zu erklären, dass es neben Auflagen für Bordelle auch Verbote von bestimmten Praktiken wie Flatrate-Sex und Gang-Bang-Partys geben soll?

(...) Solange sich die Frauen freiwillig bereit erklären, diese Dienstleistungen anzubieten, geht das den Staat nichts an. Der Staat hat die Aufgabe, individuelle Rechte zu schützen und nicht, individuelle Rechte zu verletzen. Verbietet der Staat Frauen, mit mehreren Männern Sex zu haben oder sie eine Nacht lang sexuell zu versorgen, so tritt der Staat in die Rolle eines Zwangszuhälters. Der Staat schreibt Frauen dann vor, mit wie vielen Männern sie wie lange Sex haben dürfen.
http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001671

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JaguarCat 22.08.2014, 20:22
85. Motivation für Swingerclub-Besuch

Zitat von hors-ansgar
Es gibt einen ganz entscheidenden Unterschied. In einem Swingerclub erhält niemand Geld dafür, sondern er oder sie macht es, weil er Spaß daran hat.
Na ja, netter Versuch. Genauso, wie sicher nicht wenige Prostituierte wegen des Geldes anschaffen gehen, da sie in anderen Jobs weniger verdienen und/oder von ihnen als noch hässlicher empfundene Tätigkeiten ausführen müssten (z.B. putzen), genauso gehen etliche Frauen im Swinger-Club, weil der jeweilige Partner sie dazu gedrängt hat, nicht, weil sie das selber möchten. Der Partner, den sie lieben, und nicht verlieren wollen, den sie eigentlich für sich ganz alleine haben wollen, und den sie nicht im Swinger-Club teilen wollen. Mit dem sie aber den Deal machen: "Einmal im Monat einen Abend in den Club, dafür bist Du ansonsten treu".

Ob dieser Kompromiss mit dem Partner bezüglich der Swinger-Club-Besuche jetzt auch schon eine Form der Prostitution ist, entscheiden Sie bitte selber. Und ja, die Grauzone ist riesengroß. Was ist mit dem Laufsteg-Model, das mit dem Modedesigner schläft? Tut sie das, weil sie den Mann bewundert? Oder, weil sie anders nicht den Auftrag kriegt?

Jag

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schluss-strich.org 22.08.2014, 20:26
86.

Wir von SCHLUSS-Strich e.V. schließen uns dem Protest der SexarbeiterInnen gegen die gesamte bisher geplante Änderung des Prostitutionsgesetzes an, wie auch alle anderen uns bekannten Selbsthilfeorganisationen. Dies dann auch noch als zum Schutz der Prostituierten dienend verkaufen zu wollen klingt in unseren Ohren wie blanker Hohn. Keine Entscheidung über Sexworker ohne Beteiligung von Sexworkern. Wichtiger als ein neues Gesetz wäre es flächendeckend Beratungsstellen von und für SexarbeiterInnen zu etablieren und zu fördern. In Thüringen und Sachsen betrug die staatliche Förderung hierfür im Jahr 2013 insgesamt *Trommelwirbel* 0,00 € - ohne Spenden könnten wir z. B. nicht überleben... Und bitte nicht immer Zwangsprostitution und Prostitution vermischen; bei Arbeit und Zwangsarbeit wird das ja auch besser differenziert.

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