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Gesundheitsminister: Spahn will Personalmangel mit ausländischen Pflegekräften lösen
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In Deutschlands Pflegeheimen sind 17.000 Stellen unbesetzt. Gesundheitsminister Spahn will andernorts nach Personal suchen.

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Freidenker10 31.03.2018, 18:02
70. Streik!

Ist schon absurd was derzeit in den Altenheimen abgeht. Da drückt man die Löhne für die Angestellten wo es nur geht, findet aufgrund dessen keine neuen MA mehr und muss für das dreifache Geld Zeitarbeitsfirmen ins Haus holen weil sonst alles zusammenbrechen würde. Die meisten Träger wie Kirchen und private ( stellen die Mehrzahl der Einrichtungen ) geben noch nicht mal die ohnehin schon lausigen Verdi Abschlüsse an ihre Mitarbeiter weiter wundern sich aber wieso keiner mehr dort anfangen will. Das Gehalt in einer Großstadt wie Stuttgart mit seinem extrem teueren Wohnungsmarkt liegt derzeit für MA mit langjähriger Berufserfahrung ( höchste Alterseinstufung ) bei BRUTTO (!) zwischen 2800-3100 Euro/Monat. Und das für einen Job mit der Verantwortung, dem Stress mit Wochenendarbeit, Nachtschicht, ständigem Einspringen müssen und den Anforderungen ist lächerlich und das wissen auch diejenigen die ins Berufsleben starten und sich gleich was anderes suchen! Nein Herr Spahn, man kommt bei allem Geiz einfach nicht drumherum diesen Job deutlich besser zu bezahlen und das kostet eben Geld, da wird Ihr Versuch des Lohndumpings durch ausländische Pflegekräfte nichts ändern! Mittlerweile denke ich sogar das die Pflegekräfte auch mal streiken sollten, auch wenn dann die Bewohner/Patienten nicht mehr versorgt wären, denn sonst ändert sich augenscheinlich gar nichts!

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kaltschale 31.03.2018, 19:13
71. Gehaltsvorstellung bei Bewerbung sagen

Man sollte seine Gehaltsvorstellung bei der Bewerbung oder im Gespräch ruhig sagen und auch nicht darunter anfangen. Das ist in der Wirtschaft sonst auch völlig normal. Die Tarifverträge sind nur Ausflüchte, denn außer Tarif kann man immer bezahlen.

Das Problem ist, dass sich die Leute zu billig verkaufen. Ansonsten in private Heime gehen oder ins Ausland.

Ich würde nicht unter 3500? anfangen und auch Überstunden aufschreiben und Ausgleich einfordern.

Man bekommt nur etwas, wenn man es einfordert. Wie kommen sonst die ganzen "Top"-Leute zu ihrem Geld? In dem sie es aushandeln.

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LeontineAmalia 31.03.2018, 19:16
72.

Ausländische Pflegekräfte gehen nach Anerkennung ihres Abschlusses ganz sicher nicht in die Provinz. Sie gehen sofort in die großen Städte oder dorthin, wo sie mehr verdienen. Somit kann man das Problem so vieleicht in den Grosstädten lösen, nicht jedoch auf dem Land und in der Fläche. Zahlreiche Projekte mit Tschechen, Polen und Spaniern hab es in meiner Region schon... und alle gingen sie gleich aus... es blieb niemand. „ Strafzahlungen“ bei Nichteinhaltung des Bindungsvertrages an das Krankenhaus halfen nichts, sie sind einfach gegangen ohne die 5000 EUR zu zahlen und man hat keine Handhabe.
Zum Thema Leiharbeiter: die Pflegekräfte reduzieren im Krankenhaus ihre Arbeitszeit und lassen sich dann die restlichen Prozent von einer Leiharbeitsfirma an dasselbe Krankenhaus zurückhielten. So ist es beispielsweise in der Charité ( wäre mal eine Recherche/ Beitrag wert) sie verdienen so mehr und haben sichere Arbeitszeiten und nicht wie bei einer 100% Anstellung im Krankenhaus ständiges Einspringen, keine sicheren freien Tage etc..

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From7000islands 31.03.2018, 19:32
73. Korrektur @ darthmax

Zitat von darthmax
wurden schon vor 30 Jahren aus den phillipinen geholt, nix neues also.
Wenn Sie das "schon" weglassen, treffen Sie den Kern der Sache. Denn heute, nach dem Korruptions Skandal unter Aussenminister Fischer in Manila und Kiev nach 2000, und der Flüchtlingsinvasion nach 2014 von der unsere Regierung sich Pflegekräfte erhofft hat, werden Arbeits Visa für philippinische Pflegekräfte so häufig wie Lotto 6er vergeben.
Vor 30 Jahren und länger waren Arbeits Visa für Filipinas kein Problem. Das hat sich radikal geändert.

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viersen 31.03.2018, 19:40
74. Pflegekräfte

Konzeptloser Aktionismus von Spahn. Anstatt die bestehenden Strukturen zu verbessern startet Spahn hier ein weiteres sinnloses Ablenkungsmanöver. Huer warten viele Pflegekräfte in Deutschland auf bessere Arbeitsbedingungen. Aber woher wollen dass unsere Politiker wissen. Für die ist ja bei einem Pflegefall bestens gesorgt. Armes Deutschland.

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wollipößneck 31.03.2018, 21:38
75. falsch

Fachkräfte aus anderen Ländern zu holen schafft unverantwortliche Probleme in deren Länder. Meine Kinder wurden nach der Wende in den Westen gelockt. Das schafft langfristig Probleme für die Familien. Das Problem wird man erst mittelfristig lösen können, wenn auch die Tarifparteien, private Betreiber oder Diakonien bereit für bessere Entlohnung sind. Spahn hobelt nur Späne für ein Strohfeuer.

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kodu 31.03.2018, 21:55
76. Die Antwort des Neoliberalen Spahn...

... ist natürlich, die schlecht bezahlten Arbeitnehmer in der Pflege durch noch schlechter bezahlte Konkurrenz aus dem (osteuropäischen) Ausland unter Druck zu setzen. Man schließt Verträge mit dort ansässigen Firmen und kommt somit, wenn man es clever anstellt, auch um den deutschen Mindestlohn herum.
Bravo, Herr Spahn ... nachdem es die FDP nicht in die Regierung schaffte, liefern wenigstens Sie...!

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Gelber Rabe 31.03.2018, 22:13
77. Ich fürchte

Sie haben falsche Vorstellungen darüber was in Ausbildungsberufen gezahlt wird,
wenn Sie der Meinung sind, 3100 Euro sind lächerlich.
Daß man die Gehälter der Angestellten drückt um sehr viel teurere Leiharbeiter und Freiberufler zu beschäftigen, macht überhaupt keinen Sinn,warum sollte irgendein Arbeitgeber das machen? In kirchlichen Heimen wird nach Tarif bezahlt, der gilt auch für Ausländer.
Lohndumping scheint zur Zeit ein beliebtes Schlagwort zu sein, dürft aber auf die Situation in der Pflege kaum zutreffen.

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wahrscheinlichwahr3 01.04.2018, 09:35
78. Ach Herr Spahn

warum suchen Sie nicht nach dem Kern des Problems im eigenen Land und entwerfen einen Plan, der das Problem in Deutschland nachhaltiger löst? Gibt es denn überhaupt keine Ideen, wie man es schaffen kann, die 17000 Stellen in den nächsten Jahren mit deutschen Pflegern zu besetzen? Wahrscheinlich ist diese suboptimale Lösung von Ihnen ein Ausdruck von Resignation vor der scheinbar unlösbaren Aufgabe des Pflegenotstandes.

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instant feedback 01.04.2018, 11:34
79. Der Kern des Problems

Zitat von wahrscheinlichwahr3
warum suchen Sie nicht nach dem Kern des Problems im eigenen Land und entwerfen einen Plan, der das Problem in Deutschland nachhaltiger löst? Gibt es denn überhaupt keine Ideen, wie man es schaffen kann, die 17000 Stellen in den nächsten Jahren mit deutschen Pflegern zu besetzen? Wahrscheinlich ist diese suboptimale Lösung von Ihnen ein Ausdruck von Resignation vor der scheinbar unlösbaren Aufgabe des Pflegenotstandes.
Was ist denn der Kern des Problems? Es ist aufgrund der Arbeitszeiten (Wochenend- und Schichtarbeit), der großen körperlichen Belastung besonders für Frauen (schweres Heben der Patienten), teilweise unangenehmer Tätigkeiten (Waschen kotverschmierter Körper bei Windelträgern) und der schlechten Bezahlung für die meisten Menschen einfach kein attraktiver Beruf. Die einzige Variable, an der man als Politiker ansetzen kann, ist die Bezahlung. Eine deutlich höhere Entlohnung führt aber zu höheren Kranken- und Pflegekassenbeiträgen für alle sowie zu einer höheren Kostenbeteiligung an den Pflegeheimkosten für Angehörige. Dann müsste der erwachsene Sohn für die Mutter im Heim nicht mehr 1500 Euro im Monat dazuzahlen sondern vielleicht 2500 Euro. Massive Proteste wären vorprogrammiert. Mit Ihrem letzten Satz haben Sie daher recht. Der hiesige Pflegenotstand ist eine unlösbare Aufgabe, der beste Lösungsversuch scheint aber immer noch der von Spahn vorgeschlagene zu sein.

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