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Gesundheitspolitik - ist die Reform gelungen?

Die Große Koalition hat sich in Sachen Gesundheitsreform geeinigt. Wird der Kompromiss die gewünschten Spareffekte bringen? Sind die wichtigsten Probleme der Versorgung gelöst?

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la borsa 05.10.2006, 11:26
1. Rückkehrrecht ausschließen - SPD muss aufpassen

Zitat von sysop
Die Große Koalition hat sich in Sachen Gesundheitsreform geeinigt. Wird der Kompromiss die gewünschten Spareffekte bringen? Sind die wichtigsten Probleme der Versorgung gelöst?
Die Vorbehaltsklausel zu Gunsten der Bayern birgt noch Umsetzungsrisiken. Das Scheingefecht um die 1%-Regelung verbirgt die Niederlage der SPD im Hinblick auf die Privaten Kassen.

Der Bremsklotz "Rücklagenverlust" kann aber auch ein Bumerang für die Privaten Kassen sein.

Es ist doch klar, wenn ich als 32 jähriger Angestellter einen kleinen Beitrag bezahle und als 64 jähriger Mann zu einem recht hohen Beitrag verdonnert werde, dann wollen viele -also auch ich- in die Pflicht- und Ersatzkassen wechseln.

Die SPD muss jetzt zumindestens dafür sorgen, dass diese Leute, die mit 32 Jahren die Folgen fürs Alter nicht bedacht haben, kein Rückkehrrecht bekommen.

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elwu 05.10.2006, 11:28
2. Der sogenannte Kompromiss

ist so unglaublich faul, dass er schon bestialisch stinkt, bevor er überhaupt in Kraft ist. Spareffekte sind nämlich, leider, gar nicht Bestandteil der Regierungspläne - außer bei den Beitragszahlern, da wird gespart. Aber nicht auf der Seite der Leistungserbringer, im Gegenteil, die Ausgaben steigen. Ds Kartell aus Pharmaindustrie, Apotheken, Ärzten und Krankenhäusern hat mal wieder perfekte Lobbyarbeit geleistet. Das ist einer der Missgeburtsfehler dieses unsäglichen Kompromisses. Ein anderer ist die Beibehaltung des völlig hirnrissigen Fonds. Ein nächster die Absage an die weitergehende Steuerfinanzierung, offenbar hat Merkel schon vergessen, was sie selbst vor einigen Tagen erst anbot. Rundum: unter der Fuchter der Sozen ein Sieg für die strassenräuberischen Umverteiler aller interessierten und beteiligten Parteien, ob politische oder wirtschaftliche solche. Und eine Niederlage für Demokratie, Fairness und Vernunft.

Es wäre das beste, die Koalition würde umgehend zerbrechen, dieser Kompromiss somit nie in Kraft treten, und eine neue Regierung, am liebsten schwarz-gelb, etwas vernünftiges aufsetzen.

cya,

elwu

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NilsBoedeker 05.10.2006, 11:34
3. Die Reform ist nicht gelungen

Zitat von sysop
Die Große Koalition hat sich in Sachen Gesundheitsreform geeinigt. Wird der Kompromiss die gewünschten Spareffekte bringen? Sind die wichtigsten Probleme der Versorgung gelöst?
Die Reform (War da noch was?) ist nicht gelungen. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Nils

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mercator 05.10.2006, 11:34
4. Reform ?????

Schade - schon wieder eine vertane Chance zur Veränderung.
M.E. sind bei diesem Reförmchen alle Chancen vertan worden, wirkliche Anreize zum Kostensparen und zum Wettbewerb zu schaffen.
Thema Kostensparen:
Wer kann mir erklären, weshalb ein ansonsten weitestgehend unverändertes System kostengünstiger sein soll, wenn ZUSÄTZLICH noch ein Fonds gescaffen wird, der die Mittel aller Kassen erhebt, verwaltet und verteilt ?
Diese Logik erschliesst sich mir in keiner Weise.
Wieder wurden keine Anreize geschaffen, auch bei den Versicherten Anreize zu kostenbewusstem Verhalten zu schaffen. Es ist immer noch das gleiche undurchsichtige System, bei dem Zahlungen volständig unsichtbar für den Versicherten geleistet werden. Keine Anreize durch Beitragerstattungen (wie bei den Privaten), keine Anrieze durch die Möglichkeit sich ein massgeschneidertes Paket mit Selbstbeteiligung und angepassten Leistungten zusammenstellen zu können (wie bei den Privaten) und natürlich auch keine Kostentransparenz für den Versichertn ....
Und wie bitte soll der Wettbewerb der Kassen funktionieren ?
Es ist doch schon jetzt abzusehen, daß der Wettbewerb vorallem um den Anteil am Fleischtopf (pardon Gesundheitefonds) und nicht auf dem Gebiet Beiträge und Leistungen stattfinden wird. Dafür hat Frau Sch. durch die Deckelung des von den Kassen zu erhebenden Zusatzbeitrages schon gesorgt. Wie soll denn Wettbewerb entstehen, wenn für die Versicherten gar kein Anreiz besteht, sicih eine Versicherung mit besserem Preis/Leistungs Verhältnis zu suchen ? Aus der Sicht des Versicherten wird sich die Landschaft der gesetzlichen Kassen doch nach Einführung dieses Reförmschens jetzt noch mehr als bisher als eine anonyme Zahlungsmaschine darstellen, in die er über den Umweg Fonds kräftig einzahlt, und aus dem seine erhaltenen Leistungen irgendwie bezahlt werden.
Für die Kassen ist es doch bei diesem 'neuen' System weitaus attraktiver, sich um die Optimierung ihres Anteils am Fonds zu bemühen, als tatsächlich unternehmerisch zu optimieren.
Und dann komt ja noch die Absicherung durch den großen Steuertopf dazu ......
Mir scheint diesses REförmchen eher der erste Schritt auf den Weg in den von Staats wegen verordneten Gesundheitskommunismus zu sein, als eine nach Wettbewerb, Eigenverantwortung und Kostendämpfung strebende Reform.

Mein Fazit: Ausschalten des letzten Restes Wettbewerb, Schaffen einer neuen Mammutbehörde, keine Anreize zu kostenbewusstem Verhalten - ein Stück Gedankenmüll aus Berlin - und wir dürfen es ausbaden.

Ich bin zutiefst von der Unfähigkeit dieser Regierung enttäuscht !

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rkinfo 05.10.2006, 11:40
5. NACH der Gesundheitsreform ist VOR der Gesundheitsreform

Wo bleiben die Beamte ? In der Fürsorge, welche immer teurer wird und in der PKV

Wieso Gesundheitsfont, wenn eh ein (verbesserter) Risikostrukturausgleich den Ausgleichsbedarf weitgehend bewältigt ?

Wo der Wettbewerb in der PKV, also Wechselmöglichkeit statt ewige Bindung an eine Kasse ?

Wieso nicht max 7-9% vom Brutto wie in Österreich möglich trotz ähnlichen Kosten je BIP wie bei uns ?

Es ist wie immer ein Reförmchen geworden, was in der lange Reihe der vergangenen und kommenden Reförmchen allenfalls als Randnote taugt.
Ärgerlich zudem 2009 als Startpunkt, was dann wohl die Debatte um die nächste Gesundheitsreform auf die Zeit nach der nächsten Wahl (2009) verschieben soll.

Deutschland hat noch einen langen, langen Weg der Reformen vor sich, nur haben wir dafür die Zeit ?

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Teoem 05.10.2006, 11:40
6.

Zitat von sysop
Die Große Koalition hat sich in Sachen Gesundheitsreform geeinigt. Wird der Kompromiss die gewünschten Spareffekte bringen? Sind die wichtigsten Probleme der Versorgung gelöst?
der Kompromiss wird wie alles, was diese Herrschaften in die Hand nehmen, mal wieder eine gute Lösung für die Lobyisten sein.

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cycokan 05.10.2006, 11:51
7.

Einmal mehr wird bewiesen, dass unsere Politiker Wirtschaftslobbyisten, aber keine Volksvertreter sind.
Denn: Rund 10% der Bürger sind in einer PKV, 90% in einer GKV.
Die gesamte Gesetzgebung wird aber davon dominiert, die PKVs zu schonen und die GKV Mitglieder zu belasten.

Mehr muss man eigentlich gar nicht wissen.

Oder halt, vielleicht das noch: Es gibt natürlich auch deutlich weniger Arbeitgeber als Arbeitnehmer innerhalb der Gesamtbevölkerung, dennoch wird die paritätische Finanzierung der Gesundheit erneut ausgehebelt, nach den Zuzahlungen und der Praxisgebühr dieses mal mit dem 1% Zuschlag.

Wir, damit meine ich die 90% GKV Versicherten, werden schlicht belogen und betrogen, man möchte einmal erleben, dass die sogenannten Volksvertrer auch nur genau so viel Aufwand für Kostensenkungen für die 90% Versicherten der GKVs betreiben würden, wie sie Bestandswahrung für die 10% in den PKV betreiben.

Bisher fand der Wettbewerb innerhalb der GKVs zwischen rund 12 % und 16 % statt, das ist ungefähr die Spannweite, zu der gesetzliche Versicherungen in Deutschland angeboten werden. Meine Entscheidung für die Versicherung meiner Wahl konnte also durchaus eine Ersparnis von rund 20% erbringen.

In Zukunft wird schlicht ein durchschnittlicher Beitrag erhoben, der auch noch höher liegt als der heutige Durchschnitt.

Die Unternehmer werden um einen weiteren Prozentpunkt aus der Parität entlassen und uns wird ein nur von den Versicherten der GKV zu zahlender zusätzlicher Aufschlag von bis zu 1% als kostensenkende Wettbewerbsförderung verkauft, dabei wird der Wettbewerb der Kassen damit doch auf höchstens 1 Prozentpunkt beschränkt.

Sind wir eigentlich bekloppt, dass wir uns das gefallen lassen? Wobei ich mit "wir" jene 90 % gesetzlich Versicherten meine.

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cRiTiCaL_EyE 05.10.2006, 11:54
8.

andere frage: gibt es eine möglichkeit, den lobbyismus an sich erfolgreich zu bekämpfen oder schafft das nur eine diktatur?

MfG

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baiatul 05.10.2006, 11:55
9. Wer blickt denn durch?

Zitat von sysop
Die Große Koalition hat sich in Sachen Gesundheitsreform geeinigt. Wird der Kompromiss die gewünschten Spareffekte bringen? Sind die wichtigsten Probleme der Versorgung gelöst?
Wer blickt denn da eigentlich noch durch, was da gemacht werden soll? Dieser Fonds: Was für ein Bürokratiemonster ist das und von wem wird es gefüttert?
Kann mir irgendeiner in knappen Worten erkären, was da eigentlich abgeht? Ich kapiere das Ganze überhaupt nicht.
Was ändert sich für mich? Ich bin verheiratet, habe zwei Kinder, meine Frau ist Hausfrau. Ich bin bei der AOK. Was kommt auf mich zu? Was muss (oder sollte ich tunlichst) alles extra versichern? Muss ich für alle vier Personen nun extra Versicherungen abschliessen? Ich habe gehört, dass jetzt die Versicherung im Falle eines Unfalls nichts mehr zahlt? Stimmt das?
Ich denke, so wie mir geht es momentan fast jedem. Niemand weiss eigentlich, was für eine Sache da wieder mal auf den Weg gebracht wurde.
Den Gerüchten nach zu urteilen, wird halt wieder alles sehr viel teuerer. Während die Politiker das Gegenteil behaupten.

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