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Getöteter Journalist: Foleys Eltern sollen von US-Regierung unter Druck gesetzt worde
AP

Hat die US-Regierung die Eltern von James Foley davon abgehalten, Lösegeld an die IS-Terroristen zu zahlen? Das behauptet die Mutter des getöteten Journalisten. Ein Sprecher von Präsident Obama weist den Vorwurf zurück.

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wolle0601 13.09.2014, 08:49
1. Den Schmerz kann ich verstehen

aber er macht wohl auch blind. In einem haben die Eltern recht: Es sollte eine weltweit konsistente Politik sein, bei Entführungen nichts oder höchstens mit Kugeln zu zahlen. Alles andere bestätigt nur das Geschäftsmodell und erzeugt neues Leid.

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Linus Haagedam 13.09.2014, 09:12
2. ...und wenn, wäre es sehr bitter für die Eltern - aber richtig

mit jedem Lösegeld können die Terroristen entsprechend ihren Kampf noch ausweiten. Und als Signal, dass so etwas klappt, wäre es verheerend gewesen:
Ergebnis: Noch mehr Entführte, noch mehr Leid, noch mehr Tote.

So bitter es ist: Aus Sicht der Regierung eines Landes müssen solche Zahlungen falsch sein. Zu recht wird in Deutschland noch heute die Regierung Schmidt für ihre harte Position gegenüber den RAF-Terroristen gelobt - in jedem Einzelfall eine Tragödie für die Entführten und die Angehörigen. Für die Allgemeinheit aber die einzig mögliche Vorgehensweise: Keine Verhandlung mit Terroristen, kein Geld für Terroristen.

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schmusel 13.09.2014, 09:13
3. So schlimm der Verlust ist

Und so nachvollziehbar der Schmerz, Wut und Enttäuschung der Familie auch ist, mir kommt es so vor als werfe die Familie mit dem im letzten Absatz zitierten Satz den US-Regierungen die jahrzehntelange Politik des nicht verhandelns mit Geiselnehmern vor - was falsch ist. Wenn man sich nur mal die Zahl der Geiselnahmen US-Bürger anschaut und mit denen Europäischer vergleicht, wo grundsätzlich Lösegeld bezahlt wird, dann sieht man welcher Ansatz der richtige ist. Foley wäre so oder so nicht freigekommen. Diese Monster hatten von Abfang an vor ihn zu ermorden. Es geht hier um Terror nicht um fairness.

Und das es einen militärischen Befreiungsversuch gab, das ist ja wohl klar. Verstehe nicht wieso die Familie was anderes behauptet. Natürlich werden sie nicht konsultiert wenn so eine Aktion durchgeführt wird.

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gneitzel 13.09.2014, 09:26
4. Die Geschichte lehrt uns vieles.

Helmut Schmidt gab die Doktrin aus: "Der Staat bleibt hart!" - Das ist rational betrachtet absolut richtig, auch wenn es hart für die Betroffenen ist. Deswegen ist z.B. HMS gestorben. Nur lehrt uns die Geschichte, dass der Staat nicht rational und auch sehr inkonsiquent handelt, wie ein kleines Kind! - So hat die Bundesregierung später vielfach Lösegeld bezahlt und viele weitere Menschen in Gefahr gebracht, ebenso wie die USA. Es scheint also "darauf anzukommen" welche Linie man gerade vertritt. Ob es z.B. politisch hilfreich ist durch Lösegeldzahlungen als Held dazustehen oder man die Bevölkerung auf kommende Militäraktionen einschwären will! Wurde nicht vor kurzem ein US-Soldat gegen gegen gefangene Taliban ausgetauscht? http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-sergeant-bowe-bergdahl-frei-im-austausch-gegen-taliban-a-972701.html

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Galik 13.09.2014, 09:31
5.

Ich sehe es auch so wie die Poster über mir, dass ein Staat kein Lösegeld zahlen sollte. Die Gründe wurden bereits genannt.

Ich finde es allerdings auch unerhört, wenn es der Staat auch den Angehörigen verbietet, wenn diese das Lösegeld privat bezahlen wollen.
Klar, auch das hat dann die gleichen negativen Effekte, wie wenn der Staat selbst bezahlen würde. Trotzdem halte ich es für ethisch bedenklich, wenn es Eltern verboten sein soll, ihre Kinder zu retten.

In dem Moment werden nämlich die Eltern in eine Schuldsituation gebracht: Sie müssen sich zwischen ihrem Kind und dem Gesetz entscheiden. Entweder sie werden juristisch belangt oder sie müssen sich vorwerfen lassen, ihr Kind nicht gerettet zu haben, weil sie sich ein Verfahren sparen wollten.

Die Eltern in so einer Situation noch unter Druck zu setzen ist unverschämt.

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Michel 03121964 13.09.2014, 09:33
6. Korrekt

Zitat von wolle0601
aber er macht wohl auch blind. In einem haben die Eltern recht: Es sollte eine weltweit konsistente Politik sein, bei Entführungen nichts oder höchstens mit Kugeln zu zahlen. Alles andere bestätigt nur das Geschäftsmodell und erzeugt neues Leid.
Ich sehe das genauso. Selbst wenn die Familie ihr gesamtes Vermögen denen gegeben hätte, würde ihr Sohn jetzt nicht mehr leben. Dass die Eltern jetzt ihre Regierung verantwortlich machen, kann man nur dem schmerz zuschreiben, den die Familie derzeit erleidet.
Die amerikanische Regierung versucht viel, um Landleute zu befreien, die ich in Geiselhaft befinden. Solche Anschuldigungen sind nicht gerechtfertigt. Mit den Terroristen kann niemand verhandeln. Lösegeldzahlungen treiben die Spirale nur weiter nach oben

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gneitzel 13.09.2014, 09:39
7.

Zitat von schmusel
Und so nachvollziehbar der Schmerz, Wut und Enttäuschung der Familie auch ist, mir kommt es so vor als werfe die Familie mit dem im letzten Absatz zitierten Satz den US-Regierungen die jahrzehntelange Politik des nicht verhandelns mit Geiselnehmern vor - was falsch ist. Wenn man sich nur mal die Zahl der Geiselnahmen US-Bürger anschaut und mit denen Europäischer vergleicht, wo grundsätzlich Lösegeld bezahlt wird, dann sieht man welcher Ansatz der richtige ist. Foley wäre so oder so nicht freigekommen. Diese Monster hatten von Abfang an vor ihn zu ermorden. Es geht hier um Terror nicht um fairness. Und das es einen militärischen Befreiungsversuch gab, das ist ja wohl klar. Verstehe nicht wieso die Familie was anderes behauptet. Natürlich werden sie nicht konsultiert wenn so eine Aktion durchgeführt wird.
Das ist falsch, die USA zahlt auch. - Nur eben nicht immer, sodnern dann wenn es im politischen Interesse liegt.
Helmut Schmidt hat als Kanzler z.B. wirklich niemals nachgegeben. - Seine nachfolgr haben die Opfer dei gebracht wurden dann Sinnloss werden lassen.

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spon72 13.09.2014, 09:39
8. Vielleicht...

Zitat von wolle0601
aber er macht wohl auch blind. In einem haben die Eltern recht: Es sollte eine weltweit konsistente Politik sein, bei Entführungen nichts oder höchstens mit Kugeln zu zahlen. Alles andere bestätigt nur das Geschäftsmodell und erzeugt neues Leid.
...denken Sie anders darüber, wenn Ihnen eine Machete an den Hals gehalten wird und Sie aus dieser Lage nur gezahltes Lösegeld befreit.
Nein, das Problem liegt woanders und nicht bei den paar, verzichtbaren, von westlichen Medien zu Märtyrergeld hochstylisierten Lösegeldforderungen. Der Kampf muss der Grundlage dieser aktuellen Situation im Irak gelten und der ist nunmal, dass diese IS-Terrosristen nur an die Macht gelangen konnten, weil der Westen, allen voran die USA, gierig und amateurhaft ihre geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen mit militärischen Mitteln im Irak und drumherum durchgesetzt und so eine ganze Region destabilisiert haben. In dieses von uns erzeugte Machtvakuum, welches keine korrupten Marionettenregierungen wie die im Irak oder Afghanistan jemals füllen können, stoßen genau diese Extremisten. Der Westen muss endlich begreifen, dass unsere Auffassung von Demokratie eben nicht überall durchzusetzen ist und der Spatz in der Hand (dem Westen höriger Autokratismus in Form von Marionetten-Diktatoren wie Saddam & Co) immer der Taube auf dem Dach vorzuziehen ist. Die Welt ist auf Gewalt und Ausbeutung aufgebaut, daran tragen wir alle Mitschuld, entweder wir merzen diese aus oder machen es für die Menschen in den Krisengebieten halbwegs erträglich, im Moment funktioniert nichts von beidem.

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gneitzel 13.09.2014, 09:43
9.

Zitat von Linus Haagedam
mit jedem Lösegeld können die Terroristen entsprechend ihren Kampf noch ausweiten. Und als Signal, dass so etwas klappt, wäre es verheerend gewesen: Ergebnis: Noch mehr Entführte, noch mehr Leid, noch mehr Tote. So bitter es ist: Aus Sicht der Regierung eines Landes müssen solche Zahlungen falsch sein. Zu recht wird in Deutschland noch heute die Regierung Schmidt für ihre harte Position gegenüber den RAF-Terroristen gelobt - in jedem Einzelfall eine Tragödie für die Entführten und die Angehörigen. Für die Allgemeinheit aber die einzig mögliche Vorgehensweise: Keine Verhandlung mit Terroristen, kein Geld für Terroristen.
Das mit Helmut Schmidt ist richtig, aber das war einmal... - die Opfer wurden als umsonst gebracht.
Das was die Eltern fordern ist konsistenz und das ist eine sehr berechtigte Forderung. Würde die USA und auch jede andere Regierung niemals verhandeln, wären Geiselnamen wenig Erfolg versprechend!

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