Forum: Politik
Gewalt gegen Flüchtlinge: Der Faschismus lebt

Enttäuschung, Lüge, Hass, Gewalt - wenn aus diesen Zutaten Politik wird, entsteht Faschismus. In Deutschland ist es wieder so weit. Leider scheut sich die Nation, bei der Ursachenforschung tief genug zu graben.

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patras 26.10.2015, 14:03
60.

Zitat von paulvernica
Die Asylanten sind in der Tat bemitleidenswert. Sie haben viel durchgemacht und haben menschliche Unterstützung verdient. Das ist die eine Seite der Münze. Die andere ist aber die, dass die Menschen die da gerade kommen nicht alle nett sind. Es werden auch Islamisten,Antisemiten,Frauenunterdrücker und Integrationsunwillige dabei sein. Das ist die zweite Seite der Münze. Man muss halt beide Seiten sehen. Sonst geht das schief. Und es geht schief.
Und weil eventuell einige nicht nette Menschen unter den Tausenden Menschen, die Schlimmes elebt haben, die unter Einsatz ihres Lebens einer Hölle entrinnen, all diese Menschen müssen außen vor bleiben, weil es eben ein paar nicht Nette sind? Haben wir hier nicht auch nicht nette Menschen in der Gesellschaft? Diebe, Gewalttätige, Möder, Vergewaltiger - all das gibt es bei uns nicht? Oder prozentual weniger? Und was Frauenunterdrücker angeht - besuchen Sie mal ein Frauenhaus, erkundigen Sie sich mal über häusliche Gewalt in deutschen Haushalten. Das, was Sie hier machen, ist die übliche Schwarz-Weiß-Malerei, um nicht zu helfen.

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spon-facebook-1324034099 26.10.2015, 14:04
61. Ursache, nicht Schuld

Zitat von denn76
Warum der ganze Hass dann gegen Menschen geht, die am wenigsten dafür können und eh schon schlimm dran sind, verstehe ich nicht.
Wenn mir wer auf den Fuß tritt, tut es weh, egal ob absichtlich oder nicht. Wenn also tatsächlich jemand um seinen Arbeitsplatz oder seine soziale Sicherheit bangen muss, dann ist es ihm egal, ob bei denen, die sein Problem verursachen, Absicht vorliegt.

Darum erschließt sich mir die ganze Schlussfolgerung des Artikels nicht. Er begründet eigentlich, warum die Asylgegner gerade eben keine Faschisten sind.

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Helmut75 26.10.2015, 14:04
62. Faschismus entsteht durch Neoliberalismus???

Wenn ich Ihrer kruden Argumentation folgen kann, ist der Neoliberalismus für den Untergang des Abendlandes verantwortlich, dabei ist doch der Neoliberalismus grundsätzlich positiv konnotiert. http://www.welt.de/wirtschaft/article139490348/Neoliberalismus-Viele-verstehen-das-Wort-falsch.html
Ich möchte hier nicht auf Begrifflichkeiten rumreiten, aber wohin sollen Ihre Ausführungen führen? Sie beklagen hauptsächlich die "Schwäche sowohl linker als auch liberaler Politik", die uns den Glauben verlieren lässt.
Sie sprechen von Theorien von Politikwissenschaftlern und Soziologen, aber bleiben bei den Symptomen hängen.
Wo sind Ihre Lösungsansätze? So bleibt doch alles nur Stückwerk.

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donnerkeil 26.10.2015, 14:05
63.

Zitat von denn76
Das Alles erklärt mir trotzdem nicht diesen massiven Hass, die Lügen und die Gewalt gegen Ausländer. Auch wenn man nicht viel hat kann man Menschen, die schlimmes erlebt haben, trotzdem helfen. Warum der ganze Hass dann gegen Menschen geht, die am wenigsten dafür können und eh schon schlimm dran sind, verstehe ich nicht.
Als die "Weissen" nach Amerika gingen waren es auch viele Arme darunter. Schauen Sie hin,
was dort passiert ist.

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Joachim Petrick 26.10.2015, 14:06
64. Von wegen Schicht- , wir haben ein Leitungsproblem in Berlin

Merkels Appell "Wir schaffen das" kauft Opposition den Schneid ab

Wir sollten weniger im "vorauseilenden Gehorsam" an der abendländischen Kultur in eingebildeter Erschöpfung zweifeln, sondern zur Kenntnis nehmen, das wir ein Leitungsproblem und kein Schichtproblem bei der sogenannten Flüchtlingskrise haben, wie Heinz Bude mit seinen Thesen in der faz nahelegt, die Herbert Grönemeyer jüngst in der ARD nach menschlichen Maßstäben und gegenwärtigem Umfang in Deutschland, angesichts der Not der Menschen in Flüchtlings- Hungerlagern rings um den Kriegsschauplatz Syrien, in Jordanien, Libanon, der Türkei, in Griechenland, Italien, Spanien, für erfunden hält.

Warum haben wir ein Leitungsproblem auf Regierungsebene?, weil Bundeskanzlerin Angela Merkel, mit Blick auf die gegenwärtige Not der Menschen aus dem Syrienkrieg auf der Flucht nach Europa, Deutschland, anders als Bundeskanzler Gerhard Schröder im Zusammenhang der Einführung der Agenda2010/Hartz IV Gesetze 2003 in der Folge 2005 den Bundestag durch den damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler mit der Maßgabe von Neuwahlen zum Deutschen Bundestag auflösen ließ, ihre Kanzlerschaft nicht in die Waagschale wirft, weder im Bundestag, noch im Bundesrat Beschlüsse fassen lässt, wie gestern der CSU- Politiker Peter Gauwieler in der Sendung Günther Jauch meinte, um u. a. Liegenschaften des Bundes, wie dieses der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer seit Wochen fordert, für die Aufnahme von Flüchltingen freigibt.

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Frank63 26.10.2015, 14:09
65. Artikel abgeschrieben

Im Grunde hat er doch nur den Artikel von Prof. Bude abgeschrieben und mit einer abenteuerlichen Überschrift und abenteuerlichen Schlußfolgerungen versehen. Der Mindestlohn sorgt übrigens dafür, daß das gegenwärtige Dienstleistungsproletariat nicht einfach zu verdrängen/wegzudumpen ist.

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symolan 26.10.2015, 14:11
66.

Genozide gab es lange bevor die ersten liberalen Gesellschaften entstanden. Wieso also der Neoliberalismus schuld sein soll an den aktuellen ausländerfeindlichen Tendenzen ist eine Frage, die Herr Augstein nicht beantwortet. Ich zweifle, dass es nur um die Angst um die eigene Arbeit ist. Wenn dem so wäre, müsste dies Rentner ja kalt lassen...
Nicht im Liberalismus steckt die Angst vor Fremden, sondern im Mensch an sich. Aber das der Mensch nicht nur "gut" ist, will ein Linker klar nicht anerkennen. (in ewiger Selbstüberschätzung)

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roadcrew 26.10.2015, 14:13
67. Weihnachten heuer als große Freilichtspiele

Zitat von tobiash
Es gibt eben neben den von Augstein zitierten Menschengruppen noch eine andere Gruppe von ungefähr 20 Millionen Menschen: Diejenigen, die keine Existenzangst haben, die gut ausgebildet sind und mit beiden beinen im Leben stehen. Die eine eigene, sehr gefestigte Wertevorstellung haben und diese Werte jeden Tag aufs neue genießen. Die jeden Tag miterleben, wie andere Gesellschaften eben ganz andere Werte haben und dies auch akzeptieren. Die erkannt haben, dass sich Werte nicht innerhalb von Tagen ändern, dass sich Werte nicht ändern, weil 2.000km zwischen den Gesellschaften liegen. Und, lieber Herr Augstein, innerhalb dieser Gruppe gibt es Menschen, die bereit sind, ihre Werte zu verteidigen. Ich gehöre dazu!
Das mit dem Verteidigen der Werte ist ja schnell hingeschrieben.

Welche Werte meinen Sie denn? Der Inhalt macht Probleme. Ein Kernwert unserer Gesellschaft ist (war?!) Mitmenschlichkeit. Steht sogar im Grundgesetz und zwar in einem von zwei Artikeln, die nicht verändert werden dürfen...

Also, lieber tobiash, wie verteidigen wir diesen Wert?

Oder mal anders ausgedrückt: Wie werden wir dieses Jahr Weihnachten feiern?

Sie wissen schon, dieses Fest der Liebe um den neugeborenen Säugling draußen in der Kälte...

Machen wir daraus jetzt große Freilichtspiele?

Wie viele Kinder sollen draußen frieren?

Wir haben ein Werteproblem...

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cycokan 26.10.2015, 14:16
68. Herr Augstein, auch Sie sind in die Falle gegangen.

Der Kommentar ist, für sie selten, völlig inkonsistent, da sie zwar ein Gegner der Neoliberalen sind, aber dann doch wie einer argumentieren, nämlich ökonomisch.

Verkürzt sagen sie: es ist einerseits falsch, die gesamte Gesellschaft ökonomisch zu deuten und zu organisieren, um dann aber selbst die Zustände in Deutschland rein ökonomisch zu erklären.

Das greift doch viel zu kurz und ist, im Prinzip, den Neoliberalen auf den Leim gegangen.
Vor allem birgt es keine Änderungsperspektive, sondern postuliert einfach nur den Status Quo und dass sowieso alles immer nur noch schlimmer werden kann.

Die Ökonomie und die konkrete wirtschaftliche Situation ist schlimm genug und ich teile meistens Ihre berechtigte Kritik, aber sie reicht nicht hin, als Erklärung für Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Unbarmherzigkeit, Größenwahnsinn, Kulturhedonismus.

Es sind weder nur arme, noch ausschließlich dumme Menschen, die da zu Mitläufern werden, von den Anstiftern ganz zu schweigen, die in der Regel äußerst bürgerlich sind.

Mit der ökonomischen Argumentation begeben sie sich gefährliches Glatteis, denn ich sehe da eine übel riechende Parallele der Agitation.
Ob ein Ausländerfeind behauptet, das Boot wäre voll und die Flüchtlinge nähmen uns die Arbeit weg, oder ob ein Gegner des Neoliberalismus behauptet, der Neoliberalismus mache uns arm und deshalb anfällig für solche vorgeschobenen Scheinargumente.

Meiner Meinung nach haben wir ein philosophisch kulturelles Problem, zu dem sicher auch die Durchrationalisierung des Zusammenlebens im Kapitalismus einen Beitrag geleistet hat. Die Erziehung zu funktionierenden Einzelkämpfern im allgegenwärtigen Krieg um Marktanteile ist aber mehr Symptom, denn Ursache.

Es sind unsere Urängste und Urinstinkte, die mangels Herzenserziehung nicht mehr unter Kontrolle gehalten werden.

Trash-TV, als Beispiel, bei dem Verlierer in inhumanen Situationen vorgeführt werden, kommt nicht deshalb so gut an, weil wir im neoliberalen Zeitalter leben, sondern weil uns die Hemmschwelle abhanden gekommen ist, so etwas ungerecht oder ekelig zu finden und uns daran ergötzen. Der Neoliberalismus spielt da doch nur insofern eine Rolle, als er keine Hemmungen hat, auch daraus ein Geschäft zu machen.

Rational, ökonomisch, so braucht man mit Instinkt gesteuerten Rassisten nicht zu argumentieren. Das wurde tausendmal versucht und hat deren Ansichten nie beeinflusst.

Emotional muss man die anpacken, fragen, ob sie sich nicht schämen, mit wem sie sich da gemein machen. Ob sie wirklich so unbarmherzig sein wollen wie die.
Wie sie es denn mit Anstand, Nächstenliebe und Ehre halten.

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secret.007 26.10.2015, 14:17
69. Nun machen Sie ...

... bitte mal halblang, Herr Augstein. Ich würde das was sich derzeit gegen Asylbewerber offen zeigt, niemals als Faschismus definieren. Es sind Ängste, es sind Sorgen, dies kommt z.T. von Menschen die man alleine gelassen hat. Wer mit 50 Jahren sein Arbeit verliert, der ist verloren. Da kümmert sich kein Mensch mehr drum. Gebraucht und weggeworfen! So sieht es leider aus und im Osten eben mehr als im Westen. Von den ehemaligen Mitarbeitern von Opel in Bochum, sind von 3.300 gerademal 300 wieder in Arbeit. Teils mit erheblichen Abstrichen. Da kümmert sich kein Mensch drum. Auch der Mercedes-Manager nicht, der da meint: Flüchtlinge jung und billig, willig sowieso, nur her damit. Darum kümmern sie sich, da organisieren sie, da folgt ein Krisensitzung der nächsten usw.
Um über 50-jährige im Osten kümmern? Warum denn?
Dann kommt noch was weiteres hinzu: 25% Jugendarbeitslosigkeit in der EU. Wäre das nicht auch eine Aufgabe um die man/frau sich "kümmern" kann?
Und wenn sich "gekümmert" wird, dann können wir gerne über Faschismus diskutieren, sofern es dann noch notwendig erscheint ...

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