Forum: Politik
Gewalt in Jerusalem: Furcht vor der dritten Intifada
REUTERS

Jerusalem kommt nicht zur Ruhe: Das dritte Attentat innerhalb von zwei Wochen erschüttert die Stadt, täglich kommt es zu Protesten. Noch scheut sich Israel, von "Intifada" zu sprechen. Aber der Aufstand hat wohl schon begonnen.

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kuschl 05.11.2014, 19:26
1. Wen wundert's ?

Wundert es tatsächlich, wenn die Enkel und Urenkel der von ihrem Land vertriebenen Palästinenser in der Erkenntnis, daß immer mehr Siedlungen auf ihrem Gebiet gebaut werden, damit die Chance, einmal in einem eigenen Staat leben zu können, systematisch zunichte gemacht wird, ihrem Zorn freien Lauf lassen? Die Zionisten und Befürworter eines Großisrael gehen unbeirrt ihren illegalen Weg, bis sie durch die Besiedlung einen Palästinenserstaat unmöglich gemacht haben. Ich bin gespannt, wie lange diese Diskussion geöffnet bleibt, wenn sie überhaupt geöffnet wird, denn bei Israelbeiträgen hält sich die SPON Redaktion im Forum ja auffällig zurück. Ist das Zufall oder von oben angeordnet?

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m.breitkopf 05.11.2014, 19:32
2. Logischer Schluss

Was will man von Menschen erwarten, die nichts mehr zu verlieren haben, die keine Perspektive haben, die nicht wirklich frei sind und zusehen müssen, wie gleich nebenan eine Parallelwelt existiert, in der man sich frei entfalten kann solange man nur den richtigen Pass hat?

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tonybkk 05.11.2014, 19:32
3. Wie Furcht vor der 3. Intifada?

Also das sollte doch nicht sehr ueberraschend kommen, wenn man bedenkt dass Israel offensiv sein Siedlungsland ausweitet, den Friedensprozess voellig begraben hat und neue Grenzen schafft wie es ihm beliebt.
In Israel ist doch Interesse an einer Zwei-Staaten Loesung laengst eine Randgruppenansicht geworden.
Die Konsequenz aus immer mehr Druck und keinerlei Hoffnung ist eben automatisch ein neuer Aufstand.

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horstu 05.11.2014, 19:42
4. Kuschelberichterstattung

Von einer Kuschelberichterstattung gegenüber Israel kann nicht die Rede sein. In den letzten Tagen wurden u.a. ein israelisches Baby und ein Jude auf dem Tempelberg getötet. Darüber las man kaum in den Medien. Die Reaktion auf palästinensischer Seite kann man sich vorstellen, träfe es jemanden von ihnen. Palästina-Sympathisanten reden gerne von Gerechtigkeit und meinen damit, dass es gerecht ist, wenn Israelis/Juden sterben, nicht aber, wenn es in der Reaktion darauf Palästinenser trifft. Für mich ist so etwas erbärmlicher Populismus und Heuchelei.

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digidoila 05.11.2014, 19:47
5. wen wundert es

Zitat von kuschl
Wundert es tatsächlich, wenn die Enkel und Urenkel der von ihrem Land vertriebenen Palästinenser in der Erkenntnis, daß immer mehr Siedlungen auf ihrem Gebiet gebaut werden, damit die Chance, einmal in einem eigenen Staat leben zu können, systematisch zunichte gemacht wird, ihrem Zorn freien Lauf lassen? Die Zionisten und Befürworter eines Großisrael gehen unbeirrt ihren illegalen Weg, bis sie durch die Besiedlung einen Palästinenserstaat unmöglich gemacht haben. Ich bin gespannt, wie lange diese Diskussion geöffnet bleibt, wenn sie überhaupt geöffnet wird, denn bei Israelbeiträgen hält sich die SPON Redaktion im Forum ja auffällig zurück. Ist das Zufall oder von oben angeordnet?
dass wenn im syrischen Palesinenser Flüchtlingscamp Yarmouk 3000 Menschen getötet werden und keiner findet daran Anstoß, weil die Täter Araber sind.
Dass wenn Ägypten 500 Häuser zerstört um endlich die Hamas-Tunnel zu zerstören kein Aufschrei der Empörung seitens der "Pro Palestina" bewegten zu vernehmen ist.
Die Empörung aber sofort, reflexartig, da ist, wenn israelische Sicherkräfte einen Amokläufer elliminieren.

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studentforever 05.11.2014, 19:56
6. @horstu

Was ist mit den Kindern, die in Gaza gestorben sind als ihre Häuser bombardiert wurden? Tausende Kinder! Haben sie die auch mal erwähnt? Ich finde es traurig, dass überhaupt auf beiden Seiten Menschen sterben müssen. Aber ich finde es wiederlich, dass die Pälestinensische Opfer immer damit gerechtfertigt werden, dass doch zuvor Israelis verletzt oder getötet wurden. Bisschen realistisch sein wäre besser

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speedy 05.11.2014, 19:59
7. Ich bin verwundert???

Die Berichterstattung in Deutschland ist immer einseitig zulasten der Palästinensern.Das in der Israelischen Bevölkerung sich eine Radikale Rechtsreligiöse Gesellschaft breit gemacht hat,die mit ihren dumpfen Parolen bis in die Mitte der Gesellschaft Unterstützung findet wird nicht erwähnt oder thematisiert.Der Jüdische Weltkongress in New York ist immer schnell mit Verurteilungen und auch Diffamierungen (wie bei Herrn Augstein) zur Stelle.Es wäre demokratisch und zeugt von einer offenen Gesellschaft wenn man auch Selbstkritik und eigene Verfehlungen öffentlich hart und schonungslos äussert.Von Deutschland und anderen erwartet man das permanent,Israel selbst ist dazu weder bereit noch reden die USA oder auch Deutschland deutlich und offen mit der Israelischen Regierung.Das Verschweigen von Problemen hat noch nie etwas aufgeklärt und es hat einen solchen Konflikt noch nie gelöst schon gar nicht friedlich.

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jeansprisoner 05.11.2014, 20:00
8.

die Palastinenser haben nichts zu verlieren? what a nonsense. Ich garantiere, dass , falls es zum Schwur kommt, die meisten Palis lieber den israelischen Staat einem korrupten Staat Palästina vorziehen würden.
zu kuschl: haben Sie sich schon mal gefragt, warum die deutschen Enkel und Urenkel der Vertiebenen nach dem 2. Weltkrieg nie einen Aufstand gegenden die Vertreiber unternommen haben? Weil Deutschland sich um die Bürger gekümmert hat! Können Sie sich vorstellen, dass es in der WestBank , die von der PA regiert wird, immer noch Flüchtlingslager gibt? Sollte es zu einer 3. Intifada kommen, wird es leider noch mehr Blut geben, aber gewinnen werden die Palis nicht.

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joki81 05.11.2014, 20:00
9.

Zitat von kuschl
Wundert es tatsächlich, wenn die Enkel und Urenkel der von ihrem Land vertriebenen Palästinenser in der Erkenntnis, daß immer mehr Siedlungen auf ihrem Gebiet gebaut werden, damit die Chance, einmal in einem eigenen Staat leben zu können, systematisch zunichte gemacht wird, ihrem Zorn freien Lauf lassen? Die Zionisten und Befürworter eines Großisrael gehen unbeirrt ihren illegalen Weg, bis sie durch die Besiedlung einen Palästinenserstaat unmöglich gemacht haben. Ich bin gespannt, wie lange diese Diskussion geöffnet bleibt, wenn sie überhaupt geöffnet wird, denn bei Israelbeiträgen hält sich die SPON Redaktion im Forum ja auffällig zurück. Ist das Zufall oder von oben angeordnet?
Ja, das wundert mich... Bei allem berechtigten Ärger über den Siedlungsbau müssten die Palästinenser so langsam wissen, dass sich der bewaffnete Widerstand für sie nicht auszahlt. Die zwei bisherigen Intifadas haben jedenfalls zu einem drastischen Einbruch der Lebensqualität für die Palästinenser geführt.

Wesentlich zielführender wäre jedenfalls ein strikter Verzicht auf jegliche politische Gewalt, verbunden mit Generalstreiks bei konkreten Anlässen und Dokumentierung von Siederübergriffen für die internationalen Medien. Das mag zwar schwer fallen, aber ein palästinensischer Gewaltverzicht ist die einzige Möglichkeit, in Israel wieder irgendwelche Akzeptanz für Kompromisse zu erzeugen.

Der israelische Rückzug aus Gaza war ein Testballon, und die Palästinenser haben diesen auf die dümmstmögliche Art beantwortet, nämlich mit Raketen. Jetzt sieht es natürlich aus israelischer Sicht so aus, dass Siedlungsräumungen mit Terror beantwortet werden. Das hilft auch, die aktuelle Siedlungspolitik zu versehen.

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