Forum: Politik
Gewaltexzess in Kairo: Christen und Muslime gehen aufeinander los

Ägyptens*Diktator ist gestürzt, doch religiöse Konflikte arten erneut in Gewalt aus. In der Nacht zum Sonntag sind in Kairo Muslime und Christen*aufeinander losgegangen, es fielen Schüsse, eine Kirche geriet in Brand. Neun Menschen kamen ums Leben.

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urlaubsabgeltung 08.05.2011, 10:54
50. verquere Auffassung

Zitat von ALG III
Ich hatte den Sachverhalt zuerst auch missverstanden. Nachdem ich eine Weile über die Formulierung des SPIEGEL nachgedacht hatte, wurde mir klar, was gemeint ist: Die Christin will einen Muslim heiraten, wird aber von ihrer Familie gegen ihren Willen festgehalten. Dagegen protestieren die Muslime. Zurecht, wie ich finde. Es ist in der Tat mittelalterlich, wenn eine Religionsgemeinschaft wie z.B. die Christen ihren Frauen nicht erlaubt, nach eigenem Gusto und über religiöse Grenzen hinweg zu heiraten. Es ist an der Zeit, die Rechte der koptischen Frau zu stärken.
genau, dafür kann man ruhig Kirchen anzünden und ein paar Christen umbringen- Ihr Denken ist mittelalterlich

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Rodelkönig 08.05.2011, 10:54
51.

Zitat von mehrlicht
[...] „Die Moslembruderschaft spricht über Demokratie, aber innerhalb….wenn sie die Macht übernehmen, werden es die letzten freien Wahlen sein und eine neue Diktatur beginnen“, erklärte Bishara. [...]
Das ist das größte Problem in vielen Staaten des mittleren Ostens und Afrikas.
Demokratische Wahlen werden gern gesehen, unterstützt und gutgeheißen, so lang man selbst gewählt wird und an der Macht bleibt, aber wenn dann plötzlich irgendwann die Gegenpartei die Wahl gewinnt, zeigt sich erst, wie gut die Demokratie im Lande wirklich funktioniert.
Wenn die Machtübergabe an den politischen Gegner halbwegs gut funktioniert ist alles OK, aber oftmals wird dann das Argument der Wahlfälschung ausgepackt, um die eigene Macht nicht abgeben zu müssen.
Die Regierung weigert sich dann schlicht und einfach, abzutreten. Da werden dann plötzlich Bürgerkriege geführt, das Militär wird zur Verteidigung der eigentlich abgewählten Regierung eingesetzt und und und.

Auch wenn die Demokratie hier in Deutschland auch nicht so hundertprozentig lupenrein ist, wie man sich das wünscht, können wir doch froh sein, dass wenigstens das bei uns funktioniert. Das Problem der westlichen Demokratien besteht eher darin, dass eigentlich nicht die gewählten politischen Vertreter das Land regieren, sondern das Großkapital und die Finanzwirtschaft.

Naja und jetzt mal zum eigentlichen Thema:
Wie es in Ägypten weitergeht und ob die Revolution letztendlich zu mehr Demokratie führt, wird sich erst zeigen, wenn die ersten demokratischen Wahlen und Reformen durchgesetzt werden sollen und vorallem erst, wenn eine dann gewählte Regierung später wieder abgewählt und durch eine andere ersetzt werden soll. Erst wenn eine solche Abwahl in 4 oder 5 Jahren oder wie lang auch immer die Wahlperiode dann sein wird, friedlich funktioniert, kann man sagen, dass die Demokratie in Ägypten Fuß gefasst hat.
Alles andere wäre nur reine Spekulation. Niemand kann zum jetzigen Zeitpunkt vorhersagen, wie das ganze ausgehen wird.

Viele Grüße

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licht_in_der_dunkelheit 08.05.2011, 10:55
52. Die Rechte aller Frauen!

Zitat von ALG III
Die Christin will einen Muslim heiraten, wird aber von ihrer Familie gegen ihren Willen festgehalten. Dagegen protestieren die Muslime. Zurecht, wie ich finde. Es ist in der Tat mittelalterlich, wenn eine Religionsgemeinschaft wie z.B. die Christen ihren Frauen nicht erlaubt, nach eigenem Gusto und über religiöse Grenzen hinweg zu heiraten. Es ist an der Zeit, die Rechte der koptischen Frau zu stärken.
Ich würde sagen, es ist an der Zeit, die Rechte aller Frauen zu stärken!!!

Im Artikel steht es anders herum als Sie beschreiben:
1) Wenn eine koptische Christin einen Moslem heiratet, wird sie aus ihrer Kirche ausgeschlossen - es gibt aber kein Heiratsverbot.
2) Eine Muslima dagegen darf überhaupt keinen Christen heiraten.
3) Der Übertritt vom kopt.-christlichen zum moslemischen Glauben ist die einzige Möglichkeit für eine Frau, sich scheiden zu lassen. Vom Regen in die Traufe!
4) Man hat hier wohl versucht, diese Scheidung auf dem Umweg über den Übertritt zum Islam zu verhindern und deshalb die Frau zurückgehalten.
5) Die Muslime sind nicht der Frau um ihrer selbst willen zu Hilfe gekommen, das fiele denen nicht im Traum ein. Ihnen ging es einzig und allein um den Islam, die Frau ist nur Mittel zum Zweck.

Und alle Religionen, die sich irgendwelche bärtigen Männer ausgedacht haben, um ihren pathologischen Frauenhass ungehindert auszuleben, gehören abgeschafft.

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austromir 08.05.2011, 11:00
53. Ahnungslos?

Zitat von sysop
Ägyptens*Diktator ist gestürzt, doch religiöse Konflikte arten erneut in Gewalt aus. In der Nacht zum Sonntag sind in Kairo Muslime und Christen*aufeinander losgegangen, es fielen Schüsse, eine Kirche geriet in Brand. Neun Menschen kamen ums Leben.
Der Westen erstaunt immer wieder. Dass nach dem Ende einer Diktatur die unterdrückten Radikalen ihre Chance sehen ist ein normaler Vorgang. Mubarak hat die Radikalen auf vielen Seiten unter der Knute gehalten. Das war uns allen lange bekannt. Es war fahrlässig dieses Land abzuhaken und zu sagen "jetzt gibt es dort bald Demokratie. Thema erledigt". Ohne Unterstützung ist Ägypten auf dem Weg in Richtung Irak oder Iran. Man darf sich fragen, welches die bessere Variante ist.

Zu beklagen ist die politische Dummheit in den Staatskanzleien des Westens, die immer wieder mit leuchtenden Augden den "Sieg der Demokratie" verkünden und immer wieder überrascht vor den Leichen der Opfer dieser vermeintlichen "Demokraten" stehen.

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Pnin 08.05.2011, 11:04
54. .

Zitat von ALG III
Die Christin will einen Muslim heiraten, wird aber von ihrer Familie gegen ihren Willen festgehalten. Dagegen protestieren die Muslime. Zurecht, wie ich finde.
Jo, aber umgekehrt machen sie es doch ebenso. Verlogene Doppelmoral auf allen Seiten.

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D50 08.05.2011, 11:05
55. ...

Zitat von NeoTiger
Wer zu Gewalt greift ist weder Christ noch Muslim.
Schön gesagt, entbehrt aber jeglicher praktischer Relevanz.

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gaga007 08.05.2011, 11:05
56. Revolutionen sind nie erfolgreich !

Zitat von kundennummer
Wäre der SPON bereit ENDLICH zur Kenntnis zu nehmen daß in Ägypten "die Diktatur" nicht gestürzt ist sondern fester im Sattel sitzt als vorher? Es hat sich NICHTS zum besseren gewandelt sondern zum schlechteren, genausowenig fand eine Neubesetzung der Schaltstellen der Macht statt. Es regiert der Geheimdienstchef Mubaraks, der Mann welcher für dessen Regime die DRECKSARBEIT erledigt hat und jetzt auf eigene Rechnung handelt.
Womit bewiesen wäre, was ich mehrfach zum Ausdruck brachte - die Strasse wird niemals die Richtlinienkompetenz der Politik übernehmen !

Sogenannte Revolutionen sind sinn- und erfolglos, das haben die Ostdeutschen von 1989 gelernt, das hat das tunesische Volk gelernt, das wird gerade in Libyen und Syrien den sogenannten Freiheitskämpfern vermittelt ... und schön, dass es auch in Ägypten begriffen wurde.

Kapital und Politik haben sich noch nie durch das Volk fremd-bestimmen lassen. Selbst nach der französischen Revolution haben sich die Machtverhältnisse im laufe der Zeit wieder stabilisiert.

Manchmal tut es eben weh, wenn das Volk eine Lehrstunde in Demokratie erhalten muß.

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dasoe 08.05.2011, 11:05
57. Ableitung ins übliche

Jetzt is die Diskussion ein wenig warmeglaufen, es ist nicht mehr sooo früh am Morgen und schon finden sich die üblichen Beiträge, die die schlechten Seiten des Islam - nicht des Christentums - aufzählen. Einfach mal nur so erwähnen, "wieso, stimmt doch, wird man doch wohl sagen dürfen, wenn es wahr ist".

Zum Glück hatten wir ja die Aufklärung (die dem Islam fehlt). Da haben wir gelernt alles gerecht anzuschauen und zu beurteilen. Jetzt wissen wir endlich ganz sicher, dass wir die Guten sind und die anderen die Barbaren.

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47/11 08.05.2011, 11:05
58. Aberglaube

Zitat von walterli
Schade, dass man Religionen nicht einfach verbieten kann. Die armen Irren, die irgend einem Popanz, den sie Gott nennen, ihre Gesundheit, ja sogar ihr Leben opfern, tun mir Leid. Sie sind aber zugleich auch Täter, die unsägliches Leid über ihre Mitmenschen bringen. Verbieten kann man so einen Irrsinn leider nicht. Aufklärung tut Not. Götter sind Erfindungen von Menschen. Einige profitieren am Geschäft mit der Religion, den Meisten aber gereicht es zum Nachteil. Man möchte ihnen zurufen: Hört doch endlich auf mit dem Scheiß und lebt glücklich!
verbieten ist sinnlos, aber den Religionen die Privilegien und den Nährboden entziehen, geht, wenn man will ." Religion ist Opium fürs Volk " , wie wahr sieht man jetzt .Höchste Zeit für denkende Menschen, mit diesem mittelalterlichen Unfug aufzuräumen .Die Wahrheit ist niemals im Glauben sondern nur im Wissen . Wer glaubt, ist nur zu faul oder zu dumm, nach der Wahrheit zu suchen und kritische Fragen zu stellen .

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Holledauer 08.05.2011, 11:05
59. Dann kennen Sie sich ziemlich wenig in der Geschichte aus!

Zitat von NeoTiger
Wer zu Gewalt greift ist weder Christ noch Muslim.
Zwar waren sehr viele Kriege der Vergangenheit religiös verbrämt (Kreuzzüge, Islamisierung)und dienten nur dem Machtzugewinn, aber viele Kriege wurden auch mit Religion als Begründung geführt.
Sobald eine Religion den Alleinvertretungsanspruch als Glaubensgrundsatz hat, führen deren Anhänger auch Kriege! Um die Angelegenheit "gottgefälliger" zu machen, nennt man das dann Missionierung. Die Indios Südamerikas sind darüber noch heute sehr erfreut!

Zum Fall Ägypten: Mubarak war zweifelsohne ein Diktator. Ich fürchte aber, dass jetzt der Mob der Straßen für einige Jahre die Herrschaft übernimmt. Außer das Militär begründet eine neue Diktatur, mit dem Ziel, die Ägypter in die Demokratie zu führen.

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