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Gibraltar: Polizei nimmt weitere Crewmitglieder von iranischem Öltanker fest
Stringer/ REUTERS

Ein Öltanker, der mutmaßlich in Iran beladen wurde, soll Sanktionen verletzt haben. Nach der Festnahme des Kapitäns und des ersten Offiziers nahm Gibraltars Polizei nun zwei weitere Besatzungsmitglieder in Gewahrsam.

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Gruuber 13.07.2019, 08:31
50. Saddam Hussein hätte ich gefesselt auf dem Boden leben können

und laut "Ich ergebe mich" schreien können, trotzdem hätten die USA und Großbritannien den Irak ohne UNO-Mandat in verbrecherischer Weise angegriffen und besetzt! Das war einfach schon vorher von diesen krieg-lüsternen Länder schon beschlossen worden. Da haben auch nichts die UNO-Abordnungen, die in den Irak geschickt wurden und nichts von den Behauptungen der US-Märchen bestätigt haben, nicht dagegen geholfen.

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adal_ 13.07.2019, 12:05
51. Die merkwürdige Nachsicht mit Kriegsverbrechern

Zitat von bloub
Vor Gibraltar herrscht Rechtsverkehr, der Tanker befand sich also im marokkanischen Hoheitsgebiet
Das spielt in Merrengen eh keine Rolle. An der engsten Stelle ist die Straße von Gibraltar gerade mal 14 km breit.

Worum es geht: Darf die EU auf der Passage EU-Recht durchsetzen? In dem Fall ja, weil es auch dem Völkergewohnheitsrecht entspricht, einen Staat, der Krieg gegen die eigene Bevölkerung führt, zu boykottieren. Ob mit oder ohne Sanktionsbeschluss aus Brüssel.

Drogenschmuggler, Waffenhändler und Schleußer werden übrigens seit jehher in der Straße von Gibraltar verfolgt, ohne dass sich irgendjemand darüber aufregt. Warum nicht auch Kriegsverbrecher?

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mwroer 13.07.2019, 13:28
52.

Zitat von adal_
Soll hat der Skipper, der Eigner, der tatsächliche Eigner, der Flaggenstaat, der Auftraggeber, wer zum Teufel auch immer, vor dem Internationalen Seegerichtshof klagen. Dass es die Richtigen getroffen hat, zeigen schon die Reaktionen Irans, zeigt auch die Route um das Kap der Guten Hoffnung. Ein merkwürdiger Umweg, der nur einen Schluss zulässt: Die Herkunft der Fracht sollte verschleiert werden.
Ersteres ja, letzteres ist Blödsinn in Zeiten wo jeder Privatmann Flugzeug und Schiffsbewegungen quasi in Echtzeit verfolgen kann.

Der Umweg hat mit dem Tiefgang des Tankers zu tun, mit sonst nichts.

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mwroer 13.07.2019, 13:29
53.

Zitat von adal_
Das spielt in Merrengen eh keine Rolle. An der engsten Stelle ist die Straße von Gibraltar gerade mal 14 km breit. Worum es geht: Darf die EU auf der Passage EU-Recht durchsetzen? In dem Fall ja, weil es auch dem Völkergewohnheitsrecht entspricht, einen Staat, der Krieg gegen die eigene Bevölkerung führt, zu boykottieren. Ob mit oder ohne Sanktionsbeschluss aus Brüssel. Drogenschmuggler, Waffenhändler und Schleußer werden übrigens seit jehher in der Straße von Gibraltar verfolgt, ohne dass sich irgendjemand darüber aufregt. Warum nicht auch Kriegsverbrecher?
Lassen wir mal Ihre abenteuerliche Auslegung von Hoheitsgebieten außer Acht ... mit welchem Land der EU führt denn der Iran im Moment Krieg? Mit welchem Land überhaupt?

Außer das die USA den Iran sanktionieren ist alles was Sie schreiben schlicht frei erfunden.

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ein-berliner 13.07.2019, 14:20
54. Schon klar

Zitat von irobot
Meine Güte, das ist 37 Jahre her. Heute gibt es Abwehrsysteme gegen diese Dinger. Willkommen im 21. Jahrhundert.
Die Enterprice hat natürlich einen Schutzschirm, die alten Kähne, die nur auf dem Wasser schwimmen, nicht.

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spiegelneuronen 13.07.2019, 14:29
55. Gegenüberstellung

Zitat von mwroer
Lassen wir mal Ihre abenteuerliche Auslegung von Hoheitsgebieten außer Acht ... mit welchem Land der EU führt denn der Iran im Moment Krieg? Mit welchem Land überhaupt? Außer das die USA den Iran sanktionieren ist alles was Sie schreiben schlicht frei erfunden.
Beim Thema Iran, gehen auch bei SPON die Artikel oder Meldungen sehr durcheinander.

Da werden die Festsetzung des Supertankers Grace 1, dann die Vernehmungen und die Untersuchungshaft des Kapitäns und eines Offiziers (alle aus Indien) sowie die wieder separate Untersuchungshaft 2 weiterer Offiziere (ebenfalls aus Indien) zusammen geschrieben.

Alle sind gegen Kaution wieder freigelassen - das geht etwas unter und dass der Grund zwar Sanktionen sind, wird erwähnt, ABER es sind die EU-Sanktionen des EU-Rat gegen Syrien und Assad. Die Untersuchungen laufen weiter und dass die Straße von Hormuz, eine Meeresenge, fast das Planschbecken der Royal Navy des UK zu werden scheint, irritiert angesichts der Erklärungen der EU, dass man als Vertragspartner das JCPOA und die UN-Sicherheitsresolution als Vertragsmantel erhalten möchte. - Allerdings ist es eine EU Syrien - Sanktion und die EU / UK / Gibraltur vermutet. ...

Nachfolgend die Meldung von IRNA 13 Juli 2019 - 10:20 (Nachrichtenagentur Iran - staatlich)
ZITATBEGINN+++Teheran, IRNA - Die Polizei von Gibraltar gab bekannt, dass der Kapitän und die leitende Offiziere des in Gibraltar festgesetzten Supertankers Grace 1 mit iranischem Öl gegen Kaution freigelassen wurden.
Die Polizei von Gibraltar teilte in einer Erklärung mit, dass die Ermittlungen jedoch noch weiter gehen und der Supertanker festgehalten werde.
Die Polizei berichtete gestern auch über die Festnahme von zwei Tanker-Kapitänen, die wegen Verstoßes gegen EU-Sanktionen gegen Syrien in der Region festgenommen wurden.
Am 4. Juli kündigten westliche Medien die Beschlagnahme des Öltankers Grace 1 an, mit der Begründung, dass das Schiff wegen Verstoßes gegen EU-Sanktionen gegen Syrien festgenommen worden sei.
Nachdem der Iran die Anklage bestritten hatte, kündigte er an, dass Syrien nicht das Ziel dieses Tankers sei und die Banjas-Raffinerie in Syrien nicht über die Kapazität solches Tankers verfüge.+++ZITATENDE (Quelle: Link anbei)

https://de.irna.ir/news/83392895/Offiziere-des-festgesetzten-Supertankers-auf-freiem-Fuß

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ulrich-lr. 13.07.2019, 14:36
56. Quellen lesen - und der Untrschied zwischen Ein- und Ausfuhr

Zitat von bambata
Nun, an den nett gemeinten Rat mit dem Hirn einschalten halten Sie sich mal im eigenen Interesse hübsch selber, das erspart Ihnen, sich in aller Öffentlichkeit als ahnungslos zu outen. Selbstverständlich müssen sich weder der Iran noch Syrien an EU-Sanktionen gebunden fühlen, davon war auch nirgendwo die Rede. In dem Moment, in dem ein Transportfahrzeug sich in ein Hoheitsgebiet eines EU-Mitgliedstaates begibt, kann das Transportgut, welches mit Sanktionen belegt ist, so behandelt werden, als sei dieses vom Hoheitsgebiet aus verschifft oder versendet worden oder das Hoheitsgebiet als Transportweg genutzt worden. Auch Letzteres ist für sanktionierte Güter untersagt. Im Klartext: Wenn ein LKW aus einem Drittland durch die Bundesrepublik fährt, um Güter, die unter ein Sanktionsgebot fallen, nach Syrien zu liefern, so muss diese Lieferung unterbunden werden. Gleiches gilt selbstverständlich für Seewege innerhalb der Hoheitsgebiete. "Der Verkauf, die Lieferung, die Weitergabe oder Ausfuhr von Rüstungsgütern und zugehörigen Gütern aller Art, einschließlich Waffen und Munition, Militärfahrzeugen und -ausrüstung, paramilitärischer Ausrüstung und entsprechender Ersatzteile durch Staatsangehörige der Mitgliedstaaten oder vom Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten aus oder durch Schiffe oder Luftfahrzeuge ihrer Flagge sind unabhängig davon, ob diese Güter ihren Ursprung im Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten haben oder nicht, untersagt." (Quelle) Und bevor Sie jetzt zeterm, da stünde aber nix von Öl, ja auch Öllieferungen sind von den Sanktionen betroffen Und vielleicht schauen Sie einfach lieber Pirates of the Carribean, da spielen mehr Piraten mit, als Sie in diese Kausa hineinphantasieren.
Ja, in den EU-Sanktionen steht etwas von Erdöl. Aber was? Lesen Sie denn eigentlich die Quellen, bevor Sie sie angeben? Da steht nämlich klipp und klar:

"Die Einfuhr, der Kauf und die Beförderung von Rohöl oder Erdölerzeugnissen aus Syrien oder mit Ursprung in Syrien sowie die Bereitstellung von Finanzmitteln oder Finanzhilfen in diesem Zusammenhang sind verboten. Die betreffenden Erdölerzeugnisse sind in Anhang IV der Verordnung aufgelistet."

D. h. die EU verbietet ihren Mitgliedsstaaten die Einfuhr(!) von Erdöl aus(!) Syrien. Nun kann das Erdöl des Supertankers aber gar nicht aus(!) Syrien stammen. Es soll ja nach britischen Verlautbarungen ev. nach(!) Syrien geschafft werden. Damit würde jedoch gar keine EU-Sanktion verletzt.

Die Briten müssen sich jetzt ganz schnell eine andere Ausrede für das Festsetzen des Tankers ausdenken. Sicherheitsbedenken, Artenschutz - oder ihre neue Idee mit Rüstungsgütern. Vielleicht finden sie ja auch verbotene Pornos an Bord. Oder einen tote Maus in einer nicht in der EU zugelassenen Mausfalle. Oder Gurken, deren Krümmungsradius die EU-Vorschriften verletzt.

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ulrich-lr. 13.07.2019, 14:45
57. Warum nur, warum?

Zitat von lilioceris
sicherlich auch erklären, warum es überhaupt Sanktionen gegen Syrien gibt. Soweit ich weiss, haben die Syrer gegen den IS gekämpft. Durften sie das nicht?
Diese Frage stellte sich auch der UN-Sonderberichterstatter zu den Sanktionen gegen Syrien und schrieb im September 2018 dazu, dass von den Sanktionen besonders die Bevölkerung negativ betroffen ist und humanitäre Hilfe behindert wird. Mit dieser Meinung tritt er auch heute noch öffentlich auf.

Die EU hat die Sanktionen verhängt und gerade erst wieder verlängert, um der syrischen Wirtschaft die Luft abzuschnüren. Denn dadurch wird der Erdöl-Export, als wichtiges Standbein, nahezu vollständig verhindert. Sie hofft offenbar, dass dann das Regime zusammenbricht. Für dieses Ziel nimmt sie die negativen Auswirkungen der Sanktionen auf die Lebensverhältnisse der syrischen Bevölkerung in Kauf.

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Promethium 13.07.2019, 14:52
58.

In den Fall hat die EU die Sanktionen verhängt! Und die Mitgliedsstaaten sind verpflichtet diese durchzusetzen!

Genau das hat Gibraltar gemacht!

Unsere Gewässer! Unsere Regeln!

Und gerade der Iran soll die Klappe halten!

Ein Beispiel:

"Klein, Steinmetz aus der Nähe von Ludwigshafen, war beim Angeln im November 2005 in iranische Gewässer geraten und zusammen mit seinem Begleiter, dem Franzosen Stephane Lherbier, zu 18 Monaten Haft wegen illegalen Grenzübertritts verhaftet worden."

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/donald-klein-abgemagert-und-gealtert-endlich-wieder-zu-hause-a-471749.html

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spiegelneuronen 13.07.2019, 15:13
59. Wo soll das enden?

Zitat von Promethium
In den Fall hat die EU die Sanktionen verhängt! Und die Mitgliedsstaaten sind verpflichtet diese durchzusetzen! Genau das hat Gibraltar gemacht! Unsere Gewässer! Unsere Regeln! Und gerade der Iran soll die Klappe halten! Ein Beispiel: "Klein, Steinmetz aus der Nähe von Ludwigshafen, war beim Angeln im November 2005 in iranische Gewässer geraten und zusammen mit seinem Begleiter, dem Franzosen Stephane Lherbier, zu 18 Monaten Haft wegen illegalen Grenzübertritts verhaftet worden." https://www.spiegel.de/politik/deutschland/donald-klein-abgemagert-und-gealtert-endlich-wieder-zu-hause-a-471749.html
Ja, 2005 - Angeln mit einem befreundeten französischen Rechtsanwalt vor militärischem Sperrgebiet und illegalem Grenzübertritt. - Dabei schrieben sie doch, "unsere Gewässer - unsere Regeln" - Erkennen sie bei aller Empörung nicht auch, dass es sich hier um einen Widerspruch handelt? Glauben sie in Iran ist die Empörung geringer, wenn keine Medikamente ankommen, die aus dem Ausland benötigt werden und darum Menschen sogar sterben?

Wollen sie jetzt, während die Fragwürdigkeiten sich hochschrauben, den Wert von Leben und Gesundheit von Iranern, die im eigenen Land sind und Deutschen, die im Urlaub an militärischen Sperrgebiet im Mittleren Osten angeln, aufrechnen?

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