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Giftanschlag auf Ex-Agent Skripal: Viel Wirbel, wenig Wissen
MIKHAIL KLIMENTYEV/ SPUTNIK/ KREMLIN/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Vor einem Monat wurde der Ex-Agent Skripal vergiftet - London wirft Moskau vor, verantwortlich zu sein. Die Belege sind dünn. Beide Länder geraten immer heftiger aneinander. Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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erichheini 04.04.2018, 21:58
1. Nix

Mit dem Staatsdoping hatten die Russen ja auch nichts zu tun. Und auch nicht mit den Giftgaseinsätzen in Syrien.

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trex#1 04.04.2018, 22:01
2.

Es wird immer berichtet, dass das Gift in der Sowjetunion hergestellt wurde. Das sind aber nun 15 souveräne Staaten, das ist nicht identisch mit Russland. Gibt es da genauere Informationen? Bisher habe ich nur von Usbekistan gelesen. Dort sollen die USA das Labor entsorgt haben. Haben mehrere ehemalige Sowjetrepubliken das Gift im Besitz? Und in welchen sonstigen Staaten hat man Vorräte dieses Giftes?

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keinputintroll 04.04.2018, 22:02
3. moderate Töne

Das sind ja mal moderate und auf der zwar dünnen aber immerhin Faktenlage basierende Töne von Frau Hebel. Es scheint sich eine Wende in diesem Fall anzubahnen. Bin gespannt, wie die ach so geschlossene EU aus diesem Fall ohne Schaden rauskommt. Wie kann man mit einer Brexit-Antreiberin bloss so blind hinterherlaufen. Es bleibt spannend. Wenn sich die Anschuldigungen gegen Russland als falsch herausstellen, können einige westliche Politiker schon mal ihre Sachen packen, auch aus der Groko.

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unky 04.04.2018, 22:02
4. Keine Beweise

Der Erkenntnisstand ist auch wie schon vor vier Wochen dürftig. Aber das hat die britische Regierung nicht davon abgehalten,schon wenige Stunden nach dem Anschlag Russland zu beschuldigen und mit aller Macht eine Allianz gegen Russland zu schmieden. Wer wohl daran das größte Interesse hatte?

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Ein_denkender_Querulant 04.04.2018, 22:03
5. Reine Politik

Was wir hier erleben ist reine Politk, von beiden Seiten. Denkt man an den Uranskandal, ist es durchaus möglich, dass westliche Geheimdienste etwas fingiert haben und es Russland unterschieben wollen. Denk man an die zig Auftragsmorde der Geheimdienste, ist es auch etwas ganz normales, Verräter zu töten, auch viel später, damit sich niemand in Sicherheit wägen kann.

Möglich ist vieles, die Russen waren es auf höchste Anweisung und spielen jetzt die Karte des "Wir waren das doch nicht" Unschuldslamm, wollen Zugang zu allen "Beweisen", um Methoden und Fähigkeiten unserer Geheimdienste zu beleuchten und parallel wollen Sie Unfrieden stiften, im besten Fall die britische Regierung zum Rücktritt bringen. Warum auch immer. Vermutlich, um den Brexit zu stoppen und die mögliche europäische Armee.

Ebenso ist genau das Gegenteil möglich, Natürlich kann es fingiert gewesen sein, mit dem Ziel, es den Russen in die Schuhe zu schieben. Die Russen haben bewiesenermaßen soviele Lügen in den letzten Jahren erzählt, es gab soviele massive Angriffe auf elektronischem Wege, dass es nur ein kleiner Baustein wäre. Und man zeigt der russischen Regierung, dass der Westen weiterhin eng zusammen hält.

Es kann auch eine dritte Macht im Spiel sein, die Zwietracht sähen will, wer weiß, der Entwickler des Stoffes kann selber verantwortlich sein, weil er in seinem Labor weiter forschte. Wir werden die "Wahrheit" nie heraus bekommen. Denn selbst Geständnisse von Schuldigen wären immer politische Geständnisse.

Ich mache es mir da ganz einfach. Wahr ist für mich, was ich mir vorstellen kann und ich kann mir in diesem Fall sehr viel vorstellen. Besonnen zu reagieren erscheint mir darum am sinnvollsten.

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herwescher 04.04.2018, 22:05
6. Viel Wirbel, wenig Wissen ...

Da kann man der besonnenen Autorin nur beipflichten ...

Gottseidank haben unsere Medien in den vergangenen Wochen äußerst zurückhaltend berichtet und keine vorschnellen Schuldzuweisungen getroffen.

Gut: Der Artikel in der ZEIT "Man braucht keine Beweise!" war fast grenzwertig, aber ansonsten konnte man sich auf die neutrale Berichterstattung verlassen ...

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x+n 04.04.2018, 22:05
7.

Zitat von erichheini
Mit dem Staatsdoping hatten die Russen ja auch nichts zu tun. Und auch nicht mit den Giftgaseinsätzen in Syrien.
Weniger als die Briten mit der Sache im Iran damals und mit den Massenvernichtungswaffen im Irak zum Beispiel.

Bonus durch Glaubwürdigkeit hat hier keine Seite.

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gerd.lt 04.04.2018, 22:07
8. zurück zur Normalität

Gute Zusammenstellung der Ereignisse. Was auffällt, Der Spiegel schreibt differenzierter als bisher, setzt sich langsam von der offiziellen Briten/EU/Nato Einheitsmeinung ab. Einen Der Spiegel wie vor einem halben Jahrhundert, als das gerade beschriebene Normalität war.

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Raisti1 04.04.2018, 22:08
9.

"Die Regierung wähnt sich unschuldig, legt aber nicht offen, was sie über Nowitschok weiß. Wieso wandte sie sich erst spät an die OPCW?"

Interessante Sichtweise.
Erst einmal wäre es die Aufgabe der Britischen Regierung gewesen die OPCW nicht nur zu benachrichten sondern auch für die Ermittlungen heranzuziehen. Letzteres haben die Briten aber abgelehnt zu tun. Von daher gibt es auch derzeit nur die Analyse der Briten das es sich um ein Nowitschok handelt. Ein Land dessen Parteien bereits bewiesen haben ganze Kriege aufgrund von Lügen vom Zaun zu brechen. Ich sehe nicht warum Russland deshalb nun irgendeine Bringschuld für Informationen über das Gift hat. Jeder der das anzweifelt soll sich einfach mal Fragen wie seine Erwartungen an die jeweiligen Regierungen wären wen die Rollen vertauscht wären.

Russland hat diesem Kasperletheater nun durch die Einschaltung des OPCW ein Ende bereitet, was die britische Regierung ja bisher verweigert hat. Wie sich nun die Briten und die Russen verhalten werden bei einer Internationalen Untersuchung durch die OPCW wird auf jedenfall spannend werden.

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