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Giftanschlag auf Ex-Spion Skripal: Auch Deutschland, Frankreich und USA sehen Verantw
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Keine Zweifel mehr: Frankreich, Deutschland und die USA schließen sich im Fall Skripal Großbritannien an - und sehen Russland als verantwortlich für die Gift-Attacke. Die Länder gaben eine gemeinsame Erklärung ab.

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Björn L 15.03.2018, 15:48
30. Eine Botschaft an die Nachahmer

Einen übergelaufenen Agenten zu elliminieren ist eine Sache, die Tochter als Kollateralschaden mit einzubeziehen kann nur eine Botschaft an alle Agenten sein, es dem nicht gleich zu tun. Das perverse hieran, Skripal saß bereits wegen Verrats zig Jahre in einem russischen Knast, bevor er ausgetauscht wurde. Gleichfalls fragwürdig ist der Tot seiner Frau und seinem Sohn. Während einst das Polonium von RU nach GB überall Spuren hinterlassen hat, bedient sich RU nun einem Kampfstoff, den es vergeblich geheim zu halten versucht hat. Pech, dass die Briten in der Lage waren, die Ursache ermitteln zu können. Für mich ist ganz klar, dass ein Kampfstoff wie dieser nur mit Segen des FSB (=Putin) beschafft und verwendet werden kann.
Auch dieses Event wird für RU folgenlos bleiben. Seinem Wahl-Stadl kommt es gelegen, auch wenn Putin andere Wege hat um sich weiterhin im Amt zu wissen. So kann er den westlichen Aufschrei dazu nutzen, seinem Volk einmal mehr seine Unabdingbarkeit mimen. Sanktionen in Form einer Ausweisung ist sinnlos, das einfrieren von diplomatischen Kontakten auch. Die einzige Sprache die die Russen verstehen (aber auch zu umgehen wissen) sind wirtschaftliche Folgen und Einbußen geldlicher Natur. Wie gut das bislang funktioniert sehen wir alle an der Krim, die russisch bleiben wird und der damilge Aufschrei ist verhallt.

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HerrPeterlein 15.03.2018, 15:51
31. Beweise?

Russland hat die Krim besetzt und dieses ewig geleugnet, obwohl jedem klar war, dass es russische Soldaten waren. Also haben Sie einmal gelogen, jetzt glauben wir Russland gar nichts mehr, oder?
Problem, auch die USA, GB und Deutschland lügen sehr oft. Für Trump sind persönliche Wahrnehmungen Fakten, die Briten feiern den Brexit und Deutschland verhält sich gegenüber der Türkei alles andere als an ethische Maßstäbe.
Bei dem Maidan damals waren die Russen sofort die Bösen, alle anderen die Guten, der Westen legte sich sofort fest. Mit etwas Abstand fällt es schwer zu sagen, dass es dort überhaupt Gute gab.

Ich bin einfach sehr skeptisch, wenn gerade GB so schnell klare Beweise hat, bei sehr unklaren Fakten.

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Leser1000 15.03.2018, 15:54
32. Tödliche Zufälle

Zitat von helmud
Sind unsere Politiker denn nun ganz von der Rolle. Verurteilt wird nachdem bewiesen ist. So ist die Rechtslage in unserem Rechtsstaat. Diejenigen die das nicht wissen oder wissen und nicht beachten, gehören abgewählt. Ein ehemaliger Justizminister, der entgegen dieser Maxime handelt, sollte sofort wieder seinen Koffer nehmen und gehen. Von der Kanzlerin erwarte ich schon lange keine Politik die auf Wahrheit setzt, die ist nichts anderes als der verlängerte Arm der westlichen Falken und eine Schande bezogen auf die Einhaltung von Regel und Gesetze. Den gestern abgelegten Eid hätte man sich sparen können, sie beachtet ihn schon seit Amtsantritt vor mehr als 12 Jahren nicht. Die Medien, wo bleibt eine klare Analyse und Darstellung der Tatsachen?
Finden Sie nicht, dass sich (tödliche) Merkwürdigkeiten an (tödliche) Merkwürdigkeiten reihen, Litvinenko, Lesin, Nemzow und und und …. Die Liste lässt sich ja schon fast beliebig fortsetzen. Dabei ist es immer dasselbe Szenario. Dem Kreml unstreitig missliebige Personen kommen unter merkwürdigen Umständen um und der Kreml weiß von nichts; so wie er auch in der Ostukraine von nichts weiß. Natürlich ist häufig nichts bewiesen. Sonst wäre der russische Geheimdienst ja auch einfach nur „blöd“ und unprofessionell. Davon gehe ich einmal nicht aus. Richtig ist sicherlich, dass eine juristische Beweisführung im Einzelfall schwierig sein mag. Nur eine Merkwürdigkeit kann einmal vielleicht auch zweimal passieren. Wenn jedoch zwei Hände schon langsam nicht mehr ausreichen um alle Merkwürdigkeiten abzählen zu können, dann stellen sich naturgemäß dringende Fragen. Denn so viele Zufälle kann es eigentlich gar nicht geben. Es verwundert schon, dass der Kreml es dann jeweils im Wesentlichen bei einem schlichten Bestreiten belässt. Mindestens letzteres ist unprofessionell und ist kaum geeignet selbst einen Naivling noch zu überzeugen; nein das pauschale Bestreiten hat ja noch nicht einmal die Qualität einer Schutzbehauptung. Nun gut man wird sehen. Aus meiner Sicht lehren die ganzen Ereignisse nur eins. Moskau scheint im Zweifel überhaupt keine Grenzen mehr zu kennen, wenn es darum geht eigene Interessen durchzusetzen. Dies ist auf der einen Seite beunruhigend. Auf der anderen Seite gilt es ist dies gefasst zur Kenntnis zu nehmen und sich darauf einzustellen. Offenbar drohen (noch?) schwierigere Zeiten. Moskau ist zu signalisieren, dass man sich nicht (ABC Waffen hin oder her) wird einschüchtern lassen. Gleichzeitig muss weiterhin das selbstbewusste Gespräch mit Moskau gesucht werden. Ach ja und der hier viel zitierte Richter könnte bei so vielen Merkwürdigkeiten glatt auf den Gedanken kommen, einen Indizienprozess zu führen.

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viceman 15.03.2018, 15:55
33. es gibt ein klares procedere bei chemiewaffenvorfällen,

nach dem entsprechendem un -abkommen, dem fast alle länder zugestimmt haben. dieser ablauf sollte von den briten mal ein gang gesetzt werden, dann würde es mit der aufklärung einfacher werden. ein paar hinweise, der erfinder von nowitschok lebt seid über 25 jahren in den usa, das labor in nukus-usbekistan wurde angang der 90-er jahre durch us-spedzialisten demontiert und dekontaminiert. wer jetzt nur noch die eine russische spur verfolgt, dem ist nicht mehr zu helfen...

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Skifahrer 15.03.2018, 15:57
34. Wer eskaliert hier?

Zitat von adal_
Die Konfrontation mit dem Westen ist schon lange Putins wichtigstes "Standbein" zur Sicherung seiner Macht im Innern. Viel mehr als überhebliches Weltmachtgetue und notorisch beleidigte Wagenburgmentalität hat das mafiöse System Putin den Russen nun mal nicht zu bieten. Der Westen sollte daher beherzigen, was die russische Präsidentschaftsbewerberin Xenija Sobtschak empfiehlt: Strafmaßnahmen, die sich gezielt gegen Freunde von Staatschef Wladimir Putin und korrupte Eliten richten. Auch Konzerne wie die Energieriesen Rosneft oder Gazprom müssten ins Visier genommen werden. „Die Sanktionen, die nur wieder das einfache russische Volk treffen, darf es nicht geben. Diese müssten im Gegenzug zur Verschärfung des Vorgehens gegen die Putin-Eliten gelockert werden“, forderte Sobtschak. Wo sie Recht hat, hat sie Recht. Man sollte den russischen Bürgern klipp und klar signalisieren, dass man nicht sie, sondern die korrupte Elite meint.
Die Reaktion des Westens lässt darauf schließen, dass mit Eifer nach Konflikten mit Russland gesucht wird, um mittels eines gemeinsamen Gegners von eigenen Fehlern abzulenken.
So kommen solche Provokationen vielleicht gerade recht, um den kaum vermeidbaren EURO-Crash irgendwann mit einem notwendigen Krieg gegen die bösen Russen zu begründen.

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Actionscript 15.03.2018, 15:58
35. Warum nicht?

Zitat von fht
Ich traue den russischen Geheimdiensten eine Menge Gemeinheiten zu. Aber, dass sie ein Nervengift wählen, dass auf Russland zurückzuführen ist, kann ich mir nicht vorstellen. FSB und GRU hätten sicher bessere professionelle Wege gewählt
Angenommen es war der russische Geheimdienst. Die Tatsache, dass russisches Nervengift benutzt wurde, kann doch auch eine Warnung an Andere sein, dass sie jeden russischen Spion kriegen auch im Ausland und dass sie sich nicht scheuen, sogar chemische Kampfstoffe einzusetzen.

Man sehe doch die Reaktion der Briten, Soldaten gegen Anthrax zu impfen. Bedrohung ist die Waffe, die hier eingesetzt wird.

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STimOv 15.03.2018, 16:04
36. also doch keine unabhängige Untersuchung mehr?

hat nicht vor kurzem noch Frau von der Leyen eine unabhängige Untersuchung gefordert?
Erstaunlich, wie schnell sich alle - auch ohne eine solche - einig sind, wer der Schuldige ist. Natürlich kann Russland damit etwas zu tun haben, doch es gibt eine ausreichende Anzahl an politischen Akteuren auf internationalem Parkett, die ein großes Interesse daran haben, dass das Verhältnis zwischn Russland und Europa nicht zu gut wird. Dazu gehören die (West-)Ukraine, die USA und seit beschlossenem Brexit womöglich auch GB.
Das Thema ist ja auch an anderer Stelle schon äußerst ausführlich debattiert worden. In dem Zusammenhang finde ich auch interessant, wie schnell sich in Köpfen von Menschen festsetzt, dass angeblich nur Russland über dieses Nervengift verfüge oder etwas darüber wisse wie es herzustellen sei. Viele Kapfstoffe ließen sich mit Leichtigkeit herstellen - auch ohne Chemiestudium. Natürlich ist das weder ratsam, noch erlaubt.

Wenn ich eine Probe vermeintlich sogar einer Produktionsstätte zuordnen kann, dann muss ich sowohl die Substanz als auch das Herstellungsverfahren kennen. (die Identifikation findet i.d.R. über die Analyse der Verunreinigungen beim Produktionsprozess statt). Die Substanz wurde in der ehemaligen Sowjetunion entwickelt. Diese zerfiel in viele Einzelstaaten. Das fand keinesfalls immer geordnet statt. Russland ist nur einer dieser Staaten. Die Ukraine ist z.B. auch einer. Auch die DDR hat früher zum Ostblock gehört. Auf dem Gebiet der ehemaligen UdSSR verrotten noch heute alte Atom-U-Boote samt Reaktoren. Es ist unwahrscheinlich, dass sämtliche Bestände an chemischen Kampfstoffen beim Zerfall der UdSSR nach Russland verbracht wurden. Auch haben andere Staaten (USA) bei der Dekontaminierung ehemaliger C-Waffen-Produktionsstätten geholfen. Ob das immer ganz uneigennützig geschah kann bezweifelt werden.

Ich denke mit der Schuldzuweisung ist man hier viel zu schnell. Natürlich kann Russland damit zu tun haben. Ein extrem knappes Ultimatum zu setzen und keine Probe der Substanz zu Analysezwecken zu übersenden finde ich von GB extrem fragwürdig. Das Ultimatum war scheinbar überhaupt nicht zu erfüllen. Es erweckt den Eindruck als sei dies auch gar nicht gewünscht gewesen.

Es ist doch nicht die Frage, wer etwas irgendwann erfunden hat. Und auch die Frage, wie die verantwortlichen an das Nervengift kamen ist zweitrangig. Die wichtigste Frage ist: Wer hat es denn jetzt wirklich eingesetzt?
Und die ist nach wie vor nicht Zweifelsfrei geklärt.

Alle Staaten dieser Welt einschließlich Ihrer Geheimdienste haben irgendwo Dreck am Stecken. Das Hollywoodmärchen von wegen "Wir sind die guten" ist eine Lüge.Auch wir haben keine weiße Weste. Woher stammen denn die Panzer in der Türkei, die heute unschuldige töten? die Kommen aus deutscher Produktion mit dem Segen unserer Regierung. Die Einstellung, dass wir und unsere Verbündeten immer nur die Guten und die Anderen die Bösen seien, ist Unsinn.

Ich höre in den Medien immer nur von russischen Provokationen. Klar davon gab es einige, aber es gab und gibt Provokationen auf beiden Seiten.

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zid 15.03.2018, 16:05
37. Das einzig positive...

...an der SPON Berichterstattung, ist das sie die Kommentarspalte nicht deaktivieren. Wenn man die Kommentare liest, dann sieht man, dass solche Kampagnen gegen vermeintliche "Schurken-Regierungen" von den Lesern kritisch beäugt werden. Das ist auch gut so, wäre nicht das erste mal, das westliche Regierungen, im Zusammenspiel mit ihren Geheimdiensten, Kampagnenpolitik machen. Die Regierungen Europas und der USA haben schon lange ihre Glaubwürdigkeit verspielt, gehen ihren Weg aber unbehelligt weiter, traurig ist das...

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STimOv 15.03.2018, 16:06
38. also doch keine unabhängige Untersuchung mehr?(Teil 2)

Der alte Ost-West-Konflikt muss beendet werden. Unblutig und so schnell wie möglich. Auf beiden Seiten existierten zu Zeiten des kalten Krieges Invasionspläne. Die schlossen, wie man heute weiß, auch ein, Mitteleuropa zu einer nuklearen Wüste zu machen. Dann kann uns auch völlig egal sein, wer nun wen zuerst provoziert hat und wer wann nur reagierte.

Solange die Vorgänge nicht vollständig aufgeklärt wurden, machen Schuldzuweisungen keinerlei Sinn. Sie führen nur zur Eskalation eines extrem gefährlichen und uralten Konfliktes. Falls Russland nichts damit zu tun haben sollte, wäre es nicht der erste Krieg der mit einer Lüge gerechtfertigt wurde (2. Weltkrieg, Irak-Krieg,...). Wenn das weiter so geht wie in den letzten Jahren, dann läuft es vermutlich auf einen solchen hinaus.

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fredderfarmer 15.03.2018, 16:06
39. "Fuck the EU"

Oder wie war das!? Wer und warum hat eigentlich ein so starkes Interesse daran, einen Keil zwischen EU und Russland zu treiben, oder am Ende schlimmeres zu provozieren?
Man sollte nicht vergessen, daß wir geografisch gesehen hier wie auf dem Präsentierteller sitzen und bei einem militärischen Konflikt zweier Großmächte wohl höchstens die Rolle eines "Spielballes" übernehmen dürften.

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