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Gipfel von Nord- und Südkorea in Pjöngjang: Ein bisschen Abrüstung, ein bisschen Frie
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Mit Wirtschaftsführern und Popstars reist Südkoreas Präsident Moon nach Nordkorea. Er will mit Machthaber Kim verhandeln - und damit ein Signal an US-Präsident Trump senden. Nicht alle Bürger unterstützen das.

neanderspezi 17.09.2018, 21:43
1. Ein Bild für Götter, Kim und Moon im Lachwettstreit

Bei der Handreichung der beiden Chefs von Nord- und Südkorea auf dem Bild bei ihrem Treffen im April 2018 zeigen sie bedeutend mehr als nur ein asiatisches Lächeln, nein sie lachen geradezu lästerlich aneinander vorbei und zeigen dabei ihr Gebiss. Das muss tatsächlich eine selten praktizierte gegenseitig anzuwendende asiatische Lachhaftigkeit in höchster Vollendung sein, da hat ein Trump letztendlich noch viel zu üben, wenn er sich so einmal mit Kim zeigen will. Komisch, aber man fragt sich dabei fast unweigerlich, was hat denn die beiden zu einem solchen Lachen angeregt, muss da nicht der Fotograf einen die Lachmuskeln unwiderstehlich anregenden Witz gemacht haben, so überaus herzlich kann das doch nicht gemeint sein, doch keiner führt den Dolch im Gewande. Wenn jetzt noch Trump ebenfalls dabeistehen und die Zähne blecken würde, sozusagen in diesem Bunde den Dritten darstellend, wäre die Dreiergang sozusagen komplett.

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adieu2000 17.09.2018, 22:07
2. Es geht um viel Geld und Einfluss in der Region

wenn Nordkorea die Region weiter atomar bedroht, muss Südkorea die militärische Unterstützung durch die USA dulden und einschließlich derer Stützpunkte auch bezahlen. Zumal eine wirtschaftliche Annäherung bedeutend lukrativer als der aktuelle Status ist. Bis zu einer Wiedervereinigung wäre es noch ein sehr weiter Weg, doch eine Entwicklung wie in China könnte Nordkorea schon beschreiten.

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Atheist_Crusader 17.09.2018, 23:06
3.

Zitat von adieu2000
Es geht um viel Geld und Einfluss in der Region wenn Nordkorea die Region weiter atomar bedroht, muss Südkorea die militärische Unterstützung durch die USA dulden und einschließlich derer Stützpunkte auch bezahlen. Zumal eine wirtschaftliche Annäherung bedeutend lukrativer als der aktuelle Status ist. Bis zu einer Wiedervereinigung wäre es noch ein sehr weiter Weg, doch eine Entwicklung wie in China könnte Nordkorea schon beschreiten.
Die Entwicklung stand Nordkorea allerdings schon lange offen. Bisher hat man sie nicht gewagt, weil jede Form der wirtschaftliche Öffnung das Wahrheitsmonopol der Regierung gefährden würde. Sobald der Austausch mit dem Ausland steigt und die Leute ein bisschen Ahnung davon bekommen was im Rest der Welt vorgeht, merkt er wie schlecht er es eigentlich im persönlichen Vergnügungspark/Arbeitslager der Kim-Dynastie hat. Allerdings ist das ja zu einem gewissen Grad schon eingetreten - selbst die Gastarbeiter die man ins hochgradig zensurfreudige China schickt bekommen schon mehr mit als ihre daheimgebliebenen Landsleute. Man kann zwar alle Medien zensieren, aber zwischenmenschliche Gespräche kontrollieren kann man nicht (ausreichend).

Was die militärische Seite angeht... ich denke da ist Angst im Moment der größere Motivator. Die US-Präsenz gibt es schon seit Jahrzehnten und bisher war die auch soweit willkommen. Geändert hat sich nur, dass jetzt ein Präsident dahintersteht der weder politische Zusammenhänge noch die Folgen seiner Handlungen versteht und dem seine persönliche Eitelkeit wichtiger ist als die Leben von Millionen. Für mich sieht das ein bisschen aus als hätten sich beide Koreas geeinigt: "Ich mag Dich nicht und Du magst mich nicht - aber versuchen wir es doch nochmal mit Koexistenz, denn der Schwachsinnige im Weißen Haus würde ohne zu zögern uns beide opfern wenn das hieße dass er sich fünf Minuten lang als starker Mann präsentieren kann.".

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HaraldSchicke 18.09.2018, 04:03
4. Die meisten Südkoreaner sehen die Fortschritte positiv

Das kommt in dem Artikel eindeutig zu kurz. Nord- und Südkorea haben gemeinsame Interessen, die sie auch gegen die USA verteidgen werden. Sie haben ein Anrecht auf einen Friedensvertrag. Wenn allerdings die USA weiterhin auf ihrer Maximalforderung bestehen, selbst ohne kleinstes Entgegenkommen, werden Nord- und Südkorea im Kleinen machen, was im Großen nicht geht. Die Situation war selten so günstig wie jetzt. Die beiden letzten Hardliner-Präsidenten, Lee Mjung-bak und Park Gyun-hae sitzen wegen Korruption im Gefängnis.

Deshalb hat es Moon auch eilig, Fakten zu schaffen.

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ph.latundan 18.09.2018, 04:23
5.

"Sein Vater hat auch immer so getan, als ob er Frieden will", meint etwa Choi Eena, 27, über Kim Jong Un. Sie sitzt mit ihrer Freundin in einem Café im Seouler Stadtteil Itaewon. "Aber am Ende wollte er nur Geld, Nahrungsmittel oder Öl. Das wird dieses Mal nicht anders sein.
+++
ich habe 13 jahre in suedkorea gelebt und kann bestaetigen das dies eine sehr weit verbreitete meinung ist. truaen kann man den nordkoreanern nicht. und die suedkoreaner wollen in wirklichkeit keine wiedervereinigung. sie fuerchten sich vor allem vor den wirtschaftlichen folgen. nicht unberechtigt. und die jugend hat keine beziehungen mehr zum norden.

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stefan.p1 18.09.2018, 07:09
6. Es gab da mal eine Rportage bei den Öffentlich-Rechtliche

zu diesem Thema.
Darin ging es um die Skepsis der Südkoreanern vor der Wiedervereinigung. Deutschland war da ein warnendes Beispiel! Die Klufft zwischen Nord und Süd Korea ist um etliches größer als damals zwischen Ost und West Deutschland, Dementsprechend ist auch die Angst der Südkoreaneren vor entstehenden Kosten die Sie im Falle einer Wiedervereinigung zu tragen hätten. Und genau wie in Wetdeutschland damals hält sich die Begeisterung der Südkoreanern da in Grenzen.
einer Wieder

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