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Glasgow: Zehntausende Schotten demonstrieren für Unabhängigkeit
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Schottland nimmt die Unabhängigkeitsbewegung Fahrt auf. Ein erstes Referendum für eine Abspaltung von Großbritannien war 2014 knapp gescheitert, jetzt gab es in Glasgow eine beeindruckende Demonstration für ein zweites.

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allesmir 04.05.2019, 23:44
20. @#9

krachend? Irgendwie eine sinnfreie Wortwahl, höre ich meist neu den populustisch orientierten.
Da ist dann 49% krachend gescheitert ... nun ja.
Liegt vielleicht an einem eingeschränkten Wortschatz?

Wieviel der 4mio Wahlberechtigten sollen es denn sein damit es aus iherer Sicht relevant ist?
In der Regel gehen ja immer nur ein Bruchteil auf die Straße.

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edds 04.05.2019, 23:53
21. Schwaches Argument

Zitat von florian29
9. Zehntausende demonstrieren Millionen demonstrieren nicht. Die Unabhängigkeit wird wieder krachend scheitern.
Nicht demonstrieren heißt nicht automatisch, dass man nicht die meinung der Demonstranten teilen darf.

Die Demonstranten sprechen natürlich nicht für alle, aber daraus zu folgern, dass die, die nicht demonstrieren, deswegen gegenteiliger Ansicht sind, ist nicht sonderlich überzeugend.

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edds 05.05.2019, 00:08
22.

Zitat von next
... sagte die EU sinngemäß: "Wenn Ihr Euch vom UK trennt, müßt Ihr Euch beim EU-Eintritt ganz hinten anstellen. Denn Ihr seit neue Antragsteller. Hinter Serbien, der Türkei." ... sagte der IWF, Frau Lagarde: "Ihr habt keine Währung. Ihr werdet am Tag des Austritts arm. " Die Drohungen wirkten. Das Ergebnis war, wie auch in IRL und NL, entsprechend der EU-Erwartungen. Nun, ein halbes Jahrzehnt später, sind die Voraussetzungen für Schottland viel, viel schlechter. Die Öl-Reserven in der Nordsee sind 'überschaubar'. Die Touristenströme lassen nach. Drastisch. Wer nun nach einem neuen Referendum für Schottland ruft, hat entweder die letzten 5-15 Jahre politisch vergessen, die letzen 350 Jahre geschichtlich vergessen - oder verhöhnt bewußt jede Art der Demokratie.
Es gibt in der EU wohl kaum eine Schlange, so dass die Bewerber nur in der Reihenfolge eintreten dürfen, in der sie sich beworben haben. Niemand wird doch ernsthaft glauben, dass ein aussichtsreicher Bewerber warten muss, bis Serbien und die Türkei EU-Mitglieder sind oder final abgelehnt wurden.

Das Lagarde-Zitat habe ich mal gegoogelt, leider kein Treffer. Haben Sie das Zitat vielleicht im Original oder einen Link zu Ihrer Quelle?

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paysdoufs 05.05.2019, 00:18
23.

Ich bin mir noch nicht sicher ob es sich um echte EU-Begeisterung handelt oder nicht doch eher um eine “recupération politique” der aktuellen Stimmungslage durch die Separatisten. Anyway - es bleibt spannend...

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geotie1 05.05.2019, 00:30
24.

Zitat von Klarstellung
Dann spaltet sich Katalonien von Spanien ab, das Baskenland ebenfalls, dann folgt die Bretagne und das Elsaß sowie Korsika, ich vergaß Sardinien. Dann wollen die Bayern sich abspalten, aber halt, die Franken wollen und wollten nie zu Bayern gehören und verlassen das Altbayern und die Wirtschaftskraft ist dahin....in Polen gibt es Polen A und B, die separieren sich dann ebenfalls und Schlesien wird selbständig. Die Arlberger wollen zur Schweiz und Skane in Südschweden wird wieder dänisch, wobei die Wallonen sich selber verwalten wollen und ...genau..alles Bullshit....Wir zerlegen uns komplett und die USA, Rußland und China lachen sich über uns kaputt und fahren uns ökonomisch an die Wand.
Ich bin mir sicher, wenn das GB auf sich alleine gestellt die ersten Einbußen zu verzeichnen hat, und da werden diese aufgezählten kleinen Ländereien genau hinschauen, dann werden die es sich schon überlegen. Es hat schon seinen Grund, weshalb wir uns Ungarn und Polen nicht so einfach entledigen können, weil die die EU auf keinen Fall verlassen wollen. De wäre nämlich genau wieder da, wo die vor Jahren waren und nicht wieder sein wollen. Weshalb die die EU aber immer provozieren müssen, das will in keinen klugen Kopf gehen!

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Atheist_Crusader 05.05.2019, 01:58
25.

Zitat von Jasro
Wäre Schottland 2014 unabhängig vom damaligen EU-Mitglied Vereinigtes Königreich geworden, wäre es dadurch erst einmal automatisch auch aus der EU ausgetreten und hätte als eigenständiger Staat die langwierige und aufwändige Wiederaufnahme in die EU beantragen müssen - und den Schotten ist ja u.a. von der EU genau deshalb nahegelegt worden, daher besser für einen Verbleib im UK zu stimmen. Jetzt aber, nachdem der Brexit vor der Tür steht, ist es ja [i}genau umgekehrt[/i], jetzt muss Schottland zusammen mit dem Rest des Vereinigten Königreiches aus der EU austreten, gerade weil Schottland Teil des UK ist. Da liegt es natürlich nahe, dass Schottland jetzt doch wieder unabhängig werden will, u.a. um dann als eigenständiger Staat wieder EU-Mitglied werden zu können.
Gut zusammengefasst. Muss nur noch um den Punkt ergänzt werden, dass das UK auch mehr oder weniger offen damit gedroht hat, nach einem Austritt der Schotten deren Weg zurück in die EU zu blockieren. Mit anderen Worten: die Schotten hätten dann überhaupt keine Weg zurück in die EU gehabt - auch keinen langsamen.

Genau deswegen ist das Unabhängigkeitsreferendum (knapp) für Remain ausgefallen. Und genau deswegen ist es jetzt obwohl es erst ein paar Jahre her ist legitim ein zweites Referendum durchzuführen.
Den Schotten wünsche ich dafür alles Gute. Und was die Brexiter angeht, freue ich mich schon wie die jetzt die gleichen Argumente benutzen werden werden, die die Remainer während des brexit-Referendums benutzt haben: "Zusammen sind wir stärker!", "Ihr habt doch eine Stimme in London!", "Unter dem UK geht's euch doch gut!"... die Ironie dabei wird ihnen aber entgehen.

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Post-postfaktisch 05.05.2019, 01:59
26. Europa der Regionen

Zitat von Klarstellung
Dann spaltet sich Katalonien von Spanien ab, das Baskenland ebenfalls, dann folgt die Bretagne und das Elsaß sowie Korsika, ich vergaß Sardinien. Dann wollen die Bayern sich abspalten, aber halt, die Franken wollen und wollten nie zu Bayern gehören und verlassen das Altbayern und die Wirtschaftskraft ist dahin....in Polen gibt es Polen A und B, die separieren sich dann ebenfalls und Schlesien wird selbständig. Die Arlberger wollen zur Schweiz und Skane in Südschweden wird wieder dänisch, wobei die Wallonen sich selber verwalten wollen und ...genau..alles Bullshit....Wir zerlegen uns komplett und die USA, Rußland und China lachen sich über uns kaputt und fahren uns ökonomisch an die Wand.
So war es mal gedacht, bevor der neue Nationalismus aufkam. Friesen, egal ob in D oder NL, Elsässer, egal ob in D oder FR usw. gemeinsam Tradition, Kultur und Vielfalt leben in Frieden und Wohlstand und ohne Grenzen mit gegenseitiger Unterstützung. Von den Nationalstaaten würde ich höchstens die Fußballverbände bestehen lassen.

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joachimpeter 05.05.2019, 02:00
27. Ich weiß nicht,

wie mein schottischer Freund Bob, mit dem ich etliche Radtouren in Europa unternommen habe, und der stets eine schottische Flagge an seinem Fahrrad mitführt, bei einer erneuten Abstimmung entscheiden würde. Er war damals gegen die Abspaltung Schottlands, aber noch viel entschiedener gegen den Brexshit. Leider würde ihn nun eine Abspaltung Schottlands mehr von seiner Heimat trennen, als in die EU zurückführen, denn er lebt in Wales. Ein Schicksal vieler Einwohner von Staaten mir mehreren Nationen, denen ihre Nationalität nicht egal ist, ohne dass sie Nationalisten sind.

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Atheist_Crusader 05.05.2019, 02:03
28.

Zitat von florian29
Millionen demonstrieren nicht. Die Unabhängigkeit wird wieder krachend scheitern.
"wieder krachend"?

Beim letzten Mal stand es 55:45 für Remain. Das ist eine Niederlage, aber keine krachende. Zumal ausgiebige Erpressung vonseiten Londons betrieben wurde: Schottland mag die EU sehr viel mehr als es England tut. Hätten die das VK verlassen, hätten sie auch die EU verlassen müssen - und die rachsüchtigen Briten hätten ihren Wiedereintritt blockiert. Dann hätte Schottland ganz allein gestanden.

In den Jahren seitdem ist eine Menge passiert. Ich wäre also mit solchen Vorhersagen sehr vorsichtig.

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astat 05.05.2019, 02:23
29.

Zitat von MagittaW
es ist schon erstaunlich, wie opportunistisch die EU Beführworter sein können: Einerseits gegen Nationalismus, andererseits für Schottlands Unabhängigkeit, als Druckmittel gegen England. Bei Katalonien gilt das allerdings nicht: da heißt es: Keine Chance für eine Unabhängigkeit - ist das nicht Heuchelei? Spanien - also Madrid - hat übrigens immer betont, dass ein unabhängiges Schottland NIEMALS EU-Mitgliedsland werden würde - siehe Katalonien! Im Gegensatz zum Rest der EU hat Großbritannien seinen Landesteilen Referenden über die Unabhängigkeit und den Verbleib in der EU erlaubt! Und hier kommt meine These: SO VIEL direkte Demokratie finde nicht nur die EU-Zentrale bedrohlich, auch die Mitgliedsländer sind strikt gegen mehr Volksbefragungen, weil die oft anders ausgehen, als sich eine abhobene Elite wünscht!
Abgehobene Elite? Das ist nur eine der neuerdings modern gewordenen Parolen. Inhalt: Null. Die Wahrheit ist: Volksbefragungen sind ein ungeeignetes Instrument und führen nicht zu mehr Demokratie sondern zu weniger. Wer das anders sieht, hat noch nicht wirklich darüber nachgedacht.

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