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Glasgow: Zehntausende Schotten demonstrieren für Unabhängigkeit
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Schottland nimmt die Unabhängigkeitsbewegung Fahrt auf. Ein erstes Referendum für eine Abspaltung von Großbritannien war 2014 knapp gescheitert, jetzt gab es in Glasgow eine beeindruckende Demonstration für ein zweites.

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Frietjoff 05.05.2019, 02:34
30.

Zitat von Jasro
Wäre Schottland 2014 unabhängig vom damaligen EU-Mitglied Vereinigtes Königreich geworden, wäre es dadurch erst einmal automatisch auch aus der EU ausgetreten und hätte als eigenständiger Staat die langwierige und aufwändige Wiederaufnahme in die EU beantragen müssen - und den Schotten ist ja u.a. von der EU genau deshalb nahegelegt worden, daher besser für einen Verbleib im UK zu stimmen. Jetzt aber, nachdem der Brexit vor der Tür steht, ist es ja genau umgekehrt, jetzt muss Schottland zusammen mit dem Rest des Vereinigten Königreiches aus der EU austreten, gerade weil Schottland Teil des UK ist. Da liegt es natürlich nahe, dass Schottland jetzt doch wieder unabhängig werden will, u.a. um dann als eigenständiger Staat wieder EU-Mitglied werden zu können.
Genau, genau, genau.

Obwohl ich sehr viel Sympathien für (und familiäre Bindungen nach) Schottland habe, war ich 2014 gegen die Unabhängigkeit -- und zwar wegen der dann zwangsläufigen Aufgabe der Unionsbürgerschaft.

Jetzt ist es genau umgekehrt. Nach einem Brexit muss Schottland unabhängig werden, damit die Schotten (nach hoffentlich ganz kurzer Unterbrechung) weiter Europäer bleiben können.

Und das Säbelrasseln aus Madrid können wir getrost ignorieren. Europa wird sich den europafreundlichen Schotten JETZT nicht mehr in den Weg stellen können und wollen. Mehr als ein bisschen (folgenloses) Gemecker wie zu Gibraltar wird da nicht kommen.

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nite_fly 05.05.2019, 03:44
31. Gerade nach den Ergebnissen...

Der aktuellen Kommunal-Wahlen sollte sich die britische Regierung endlich mal eingestehen, dass sie beim Thema Brexit vollkommen versagt hat! Schon beim Referendum wurden die Bürger nach Strich und Faden belogen und manipuliert, ohne dass die diese Perfide Art der Manipulation überhaupt begriffen haben. Da kamen militärische Mittel des Cyber-Kriegs zum Einsatz, möglicherweise sogar, um diese erstmals an einer größeren Bevölkerungsgruppe zu testen! Bei den staatlich finanzierten Kampagnen für das Referendum wurde genauso betrogen und gelogen!! Das Opfer war, und ist, das britische Volk! Und selbst die Remainer, die es immer noch nicht wirklich begriffen haben, sind da die Opfer: Ihnen ist dieser Umstand nur noch nicht in seiner vollen Tragweite klar!
Es muss so schnell, wie möglich, ein zweites Referendum her, in dem die richtigen Fragen gestellt werden!
Dann wird das Ergebnis sicherlich ganz anders aussehen! Denn selbst die einfachsten Briten haben inzwischen wahrscheinlich kapiert, dass sie sich von solch gewissenlosen Leuten, wie Boris Johnson und Nigel Farage (unter massiver finanzieller Mithilfe von Arron Banks: 12 Millionen Pfund) haben belügen und betrügen lassen!
Die haben nur populistische Lügen verbreitet, und das auf eine ganz perfide Art, unter Mithilfe einer Software für die militärische Cyber-Kriegsführung!!
Die letzteren zwei Subjekte hatten übrigens auch ihre Finger im US-Wahlkampf, kurz danach, im Spiel...
Auch da ist das Ergebnis ganz anders ausgefallen, als es der vernünftige Menschenverstand eigentlich hätte erwarten lassen...
Uns steht eine verdammt spannende Zukunft bevor! Wer glaubt dass seine Wahl immer noch allgemein, unmittelbar, frei, gleich und geheim ist, der wird sich noch wundern:
Die Bürger werden mit den perfidesten Mitteln manipuliert, um einem Politiker persönliche Macht, oder wenigstens ein Erfolgserlebnis zu sichern. Die Bürger sind solchen Politikern jedoch vollkommen egal!
Hat es nicht geklappt, sind die von heute auf Morgen weg, und wenden sich anderen Zielen zu... Auch das hat man in GB gesehen...

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Ontologix II 05.05.2019, 03:55
32. So ein Quatsch

Zitat von Klarstellung
Dann wollen die Bayern sich abspalten, aber halt, die Franken wollen und wollten nie zu Bayern gehören und verlassen das Altbayern und die Wirtschaftskraft ist dahin.
Es gibt in Bayern keinen Separatismus. Dass einige Franken ein eigenes Bundesland bilden wollen, hat historische Gründe, da Franken erst 1803 zum Königreich Bayern kam, ohne Volksabstimmung und mit Hilfe von Napoleon. Ministerpräsident Söder ist Mittelfranke. Seien Sie versichert, dass die bayerische Wirtschaftskraft in den Großräumen München, Ingolstadt und Augsburg liegt.

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naklar261 05.05.2019, 06:20
33. Ablehnung von Separatisten

Ich persönlich lehne solche Bestrebungen ab. Was soll den bitte ein Schottland auf der Weltbühne erreichen? Selbst als EU Mitglied wäre den Leuten wenig geholfen

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Taiga_Wutz 05.05.2019, 07:02
34. The charge of the Light Brigade

David Camerons Brexit-Referendum war ein trauriges Musterbeispiel für diese im angelsächsischen Sprachraum verbreitete Redewendung. Und hier steht das Königreich nun - vor dem Auseinanderbrechen. Ich war zweimal in Schottland und dass diese Schotten sich das nicht bieten lassen würden war zu erwarten. Versucht mal einer, in Schottland mit englischen Pfund zu bezahlen - viel Vergnügen. Unklar, warum manche Kommentatoren hier die Legitimität eines zweiten schottischen Referendums anzweifeln - klar ist das legitim. Und wer mit naseweisem Hinweis auf "überschaubare Ölreserven" oder zurückgehende Touristenströme behauptet, Schottland hätte der EU nichts beizusteuern, der war ganz offensichtlich noch nie dort. Mal ganz abgesehen davon, dass Schottland schon ab Werk nie ein Land für ätzenden Massen- und Partytourismus mit allen widerlichen Nebenwirkungen war. Nein, ich freue mich auf deren Rückkehr. Und wenn die im Osten lachen und die Iren im Westen, werden wahrscheinlich auch die dazwischen hockenden Nordiren ins Grübeln kommen. "Well done, Mr David "Nolan" Cameron."

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gerd.orfey 05.05.2019, 07:28
35.

Der Unterschied zw Katalanien und Schottland besteht darin, dass Katalanien sich von einem EU-Mitglied abspalten will und dass dieses EU-Mitglied zwingend einer Aufnahme des neuen Landes zustimmen müsste. Das wird man von Spanien aber nicht erwarten wollen. Deswegen kann man ausschließen, dass Katalanien nach einer Abspaltung EU-Miglied würde. Bei Schottland gäbe es solche Hindernisse nicht - wenn die Briten erst Mal raus sind.

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nisse1970 05.05.2019, 07:48
36. Und schon..

.. wird Katalonien hervorgekramt. Nochmals zum Mitschreiben: Der Austritt Schottlands aus dem VK ist, im Gegensatz zu einer staatlichen Autonomie Kataloniens, eine durchaus von allen Seiten gesetzlich vorgesehene Option. Ich würde ja gerne "verfassungsgemässe" Option sagen-trifft aber nun mal im VK nicht zu. Ich freue mich auf die Schotten. Wir brauchen mehr Europäer diesen Kalibers. Ein schottisches Pfund wäre schnell gedruckt, und entgegen aller Unkenrufe wäre ein Verbleib im Binnenmarkt, bei kontrollierter Grenze zum VK, schnell/ohne Unterbrechung zu realisieren. Es folgen 1-2 Jahre der Aufbau der nötigen Institutionen. Voilà!

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jogola 05.05.2019, 07:52
37. Vergessen Sie die Franken

Zitat von Klarstellung
die Franken wollen und wollten nie zu Bayern gehören
in Hessen, Thüringen und Baden-Württemberg nicht.
https://de.wikipedia.org/wiki/Franken_(Region)#/media/File:Franken_Region_Uebersicht.png

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RalfHenrichs 05.05.2019, 08:26
38. Vergleich

Deutschland hat ca. 15 mal so viel Einwohner wie Schottland. Demonstrationen von 30.000 Menschen in Schottland sind in etwa vergleichbar mit Demonstrationen von 450.000 Menschen in Deutschland. Das ist durchaus beeindruckend, aber solche Demonstrationen gibt es auch in Deutschland häufiger (ca. einmal jährlich), ohne dass deren Forderungen zwingend umgesetzt werden. Ob es eine schottische Mehrheit ergibt, ist auch unklar. Sicher, die Schotten wollen in der EU bleiben und eigentlich auch nicht in Großbritannien. Am liebsten raus aus Großbritannien, aber England und Schottland in der EU. Das wird aber nicht möglich sein. Wenn England aber aus der EU rausgeht, wollen die Schotten dann wirklich eine Zollgrenze zwischen England und Schottland und verschiedene Währungen? Ich bin mir sicher, dass viele "nur" demonstrierten, um Druck auf England zu machen, in der EU zu bleiben. Denn viele Engländer wollen aus der EU raus, aber auch keine Zollgrenze zu Schottland mit unterschiedlichen Währungen. Kurz: Die Drohung der Schotten ist da solange Großbritannien noch in der EU ist, aber ob sie auch immer noch eine Mehrheit hat, wenn Großbritannien aus der EU raus ist, bezweifel ich.

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frankcrx 05.05.2019, 08:31
39.

Zitat von MagittaW
es ist schon erstaunlich, wie opportunistisch die EU Beführworter sein können: Einerseits gegen Nationalismus, andererseits für Schottlands Unabhängigkeit, als Druckmittel gegen England. Bei Katalonien gilt das allerdings nicht: da heißt es: Keine Chance für eine Unabhängigkeit - ist das nicht Heuchelei? Spanien - also Madrid - hat übrigens immer betont, dass ein unabhängiges Schottland NIEMALS EU-Mitgliedsland werden würde - siehe Katalonien! Im Gegensatz zum Rest der EU hat Großbritannien seinen Landesteilen Referenden über die Unabhängigkeit und den Verbleib in der EU erlaubt! Und hier kommt meine These: SO VIEL direkte Demokratie finde nicht nur die EU-Zentrale bedrohlich, auch die Mitgliedsländer sind strikt gegen mehr Volksbefragungen, weil die oft anders ausgehen, als sich eine abhobene Elite wünscht!
Niemand hat etwas gegen Volksbefragungen solange sie die Integrität des Landes nicht gefährdet. Was wäre den ein unabhängiges Katalonien? Ein kleines Land ohne Chance, die Wirtschaft würde, wie ja passiert, das Land fluchtartig verlassen. Eine Chance in die EU einzutreten hätte das Land auch nicht. Und wohin Volksbefragungen zu komplexen Fragen führen sieht man ja am Beispiel von GB.
Oder was glauben sie würde mit Bayern passieren wenn sich der Freistatt von Deutschland abspaltet? Eintritt in die EU? Unmöglich! Wirtschaft verlässt das Land da es keine Perspektiven mehr hat.
Man sollte also, was Volksbefragungen betrifft, die Kirche im Dorf lassen.

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