Forum: Politik
Glaubwürdigkeit: Die Medien und der böse Wulff

Aus der Affäre Wulff ist unversehens eine Affäre der Medien geworden. Immer mehr Leser glauben den Journalisten ebenso wenig wie der Politik. Die Profiteure sind Politakrobaten wie Guttenberg und der Bundespräsident.

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grauhut 12.01.2012, 15:06
200.

Zitat von sysop
Eine paradoxe Situation: In unserem Furor schreiben wir an unseren Lesern vorbei.
Werter Jakob, fragt euch lieber mal wie ihr euch so weit vom Volk entfernen konntet, daß ihr an ihm vorbeischreiben könnt...

Zu viele Schnittchen, zu viel Sekt mit falschen Freunden auf den falschen Parties?

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charlesamannub 12.01.2012, 15:06
201. Die Medien und der böse Wulff

Als seinerzeit ein baden-würtembergischer Ministerpräsident Anwürfe gegen seine Tätigkeit als Marinerichter, gegen Ende der Nazizeit, als ein Kampagne bezeichnet hat, war sich die Republik in weiten Teilen einig, daß dieser Herr sich politisch überlebt hatte. Im Zusammenhang mit der Bildzeitungskampagne gegen die inzwischen zur politischen Unperson mutierten Figur des Noch-Bundespräsidenten Wulff, ist das ähnlich. Der Mann hat sich – wie seinerzeit Filbinger - durch massives Fehlverhalten und dummdreiste Ignoranz längst ins Abseits begeben, jedoch, es war eine Kampagne und zwar eine der Bild-Zeitung !

Was dieses armselige Revolverblatt veranlaßte mit einem seiner Lieblinge zu brechen, bleibt unklar. Das Interessen wirklicher Informationsmedien an der causa Wulff ist verständlich, jedoch muß einmal mehr gefragt werden, inwieweit strafrechtlich oder politisch nicht geprüft werden muß, ob dem privatwirtschaftlich nutzbaren und genutzten Destruktionspotential.eines Nichtmediums, wie der Bild-Zeitung, nicht mediengesetzlich begegnet werden muß. Darf es dauerhaft möglich bleiben, daß die Monopolsituation eines drittklassichen Schmierenjournalismus plötzlich staatstragend, zerstörend, oder sonstwie beliebig und mißbräuchlich gegen Personen, Einrichtungen oder ganze Staaten genutzt werden kann ? Gerade weil die Pressefreiheit ein hohes Gut darstellt, sollte ihr Mißbrauchspotential minimiert werden

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nwj 12.01.2012, 15:07
202. Wulff Sieger über die Medien?

Eine solche Umfrage kenne ich nicht. Mit seinen öffentlichen Ankündingen Transparenz zu schaffen, hat Herr Wulff eine Bringeschuld. Immerhin ist Herr Wulff Jurist und hätte die Tragweite seiner Ankündigung kennen müssen. Nun sitzt er in der Falle, was mit den Medien nichts zu tun hat. Auch war es Herr Wulff, der die Bildzeitung bedroht hat und nicht umgekehrt. Ohne Zutun der Medien verhäddert sich Herr Wulff völlig selbständig in seinen Halbwahrheiten und Widersprüchen. Auch haben die Medien dem Herrn Wulff nicht vorgeworfen, dass er nicht für das Amt geeignet ist, das hat er selbst gemacht (TV-Interview, völlig unvorbereitet und überraschend ins Amt gekommen). Welche der Medien hat ihn dazu gezwungen? Ich kann keine Hetzjagt erkennen. Ein Bedauern kann man nur in der Person Wulff selbst ausmachen. Er allein wollte ohne Training als All. Nun steht der Absturz bevor. Pech gehabt. Der nächste bitte.

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trebsleg 12.01.2012, 15:07
203. Was ist das denn?

Zitat von gsm1800
[...] an der überproprotinalen Aufmerksamkeit die Greenpeace und ähnlichen Hemiterroristen anheimfällt.
Aus welcher Zeitmaschinen kommen Sie denn gekrochen? Unser Bundeskanzler heißt nicht mehr Adenauer.

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michael_silie 12.01.2012, 15:09
204. u.A.w.g.

Liebe Christianokraten, ich habe einige Fragen an alle, die sich überzeugt oder auch nur verschämt an die Seite von Mensch Bundespräsident Wulff stellen.

Kennen Sie §5 (4) des Niedersächsischen Ministergesetzes? Sind Ihnen die Begriffsbestimmungen nach Abschnitt*2*BelAnVerbRdErl - Landesrecht Niedersachsen geläufig? Verstehen Sie Bedeutung von „Es muss schon der Anschein vermieden werden, im Rahmen der Amtsführung für persönliche Vorteile empfänglich zu sein.“? Konnte Herr Wulff als Privatperson Herrn Geerkens, als Mitglied der Wirtschaftsdelegation Niedersachsens einladen, oder nur in seiner Funktion als Ministerpräsident? Muss man die Freundschaft zwischen Herrn Wulff und Ehepaar Geerkens danach nicht anders beurteilen? Kann man beim Aufsichtsratsvorsitzenden der drittgrößten deutschen Versicherungsgruppe ohne Bezug auf das Amt kostenlos Urlaub machen, wenn man zuvor dienstlich mit ihm zu tun hatte? Wenn ja, dürfen dann alle Beamten Belohnungen annehmen, wenn sie den Geber als privaten Freund einstufen? Wie begründet das Bundesarbeitsgericht die Rechtmäßigkeit von fristlosen Kündigungen bei Bagatelldelikten? Ist der Bundespräsident etwas Besseres als ein einfacher Angestellter? Ist es nicht die Gleichheit, die die Demokratie von allen anderen Staatsformen unterscheidet? Müssen nicht an eine Person, die über Gnadengesuche entscheidet, höhere moralische Anforderungen gestellt werden, als an den Durchschnittsbürger? Sagt Ihnen „UNCAC“ etwas? Wissen Sie weshalb die Bundesrepublik es nach 8 Jahren immer noch nicht ratifiziert hat? Sollte nicht der Bundespräsident die Ratifizierung durch den Bundestag anmahnen? Glauben Sie, ein Bundespräsident Wulff kann und wird das tun? Kennen Sie 'das' Presserecht und die Möglichkeiten, gegen Verstöße gegen die journalistische Sorgfaltspflicht und gegen unzulässige Äußerungen vorzugehen? Sollte dies nicht auch ein Berufspolitiker wissen und danach handeln? Werden nicht Menschen wie Farid Guendoul verhöhnt, die aus rassistischen, religiösen oder politischen Gründen gejagt und getötet oder auch 'nur' schwer verletzt oder gefoltert wurden, wenn im Zusammenhang mit der Berichterstattung über Herrn Wulff von Menschenjagd gesprochen wird?

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angste 12.01.2012, 15:10
205. ....

Zitat von bernhardfischer
Ich möchte mich Ihrer Meinung anschließen und dabei dann noch auf eine Metametaebene gehen: Die von Ihnen als Wulffsymphatisanten Beschreibenen kursieren bei mir unter der entlehnten Bezeichnung "Sockenpuppen" - bestallte Meinungsschreibenr i.A. Und damit wird die breite "Kritik" an "der Presse" auf eine andere Ebene gehoben - diejenigen, welche sich ihr Zubrot in Foren und Blogs als Meinungsmacher verdienen, weil Sie es aus....
...Die von Ihnen als Wulffsymphatisanten Beschreibenen kursieren bei mir unter der entlehnten Bezeichnung "Sockenpuppen" - bestallte Meinungsschreibenr i.A...

Nicht nur bei ihnen....verstärkt wird meine/unsere Meinung durch die Tatsache, daß Bettina Wulff in einer Internetfirma gearbeitet hat, die auf ihrer homepage ausdrücklich die Möglichkeit der Beeinflussung der öffentlichen Meinung anbietet.

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tschautsen 12.01.2012, 15:11
206. täglich ist nicht alltäglich oder gar üblich

Zitat von freemind2010
Leider haben Sie nicht verstanden, wie Immobilienkäufe abgewickelt werden. Ein bestätigter Bundesbankscheck, ist ein täglich ! verwendetes Zahlungsmittel, wenn der Verkäufer ! sicher sein will, daß das Geld fließt. Der Staat selber wickelt so Immobilienkäufe/verkäufe ab, da sicher gestellt ist, daß die Zahlung unwiderruflich ist. Der Scheck ist nicht ! anonym sondern nummeriert und nachvollziehbar. Antwort: Sehr lebensnah, täglich gelebte Praxis.
Sie verwechseln da was: Die überwiegende Anzahl von Immobiliengeschäften wird NICHT mittels bestätigten Bundesbankschecks abgewickelt, das ist einfach nicht wahr. Täglich bedeutet eben nicht alltäglich oder gar üblich. In der überwiegenden Anzahl solcher Geschäfte wird dem Kreditnehmer ein Darlehen auf einem Darlehenskonto eingebucht. Die Gegenbuchung erfolgt auf dem laufenen Konto des Kreditnehmers, sodass dieser dann den Kaufpreis bezahlen kann, natürlich auch eventuelle Rechnungen an z.B. Handwerker.

Mit "anonym" soll wahrscheinlich auch nur ausgedrückt werden, dass nicht auf den ersten Blick auf den Scheck erkennbar ist, woher das Geld stammt. Da steht nämlich als Aussteller eben nicht der private Geldgeber (z.B. Frau Geerkens). Natürlich ist immer der Weg des Geldes nachvollziehbar, bei einem BuBa-Scheck muss man da allerdings schon etwas nachforschen

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Az. 12.01.2012, 15:13
207.

Zitat von sysop
Aus der Affäre Wulff ist unversehens eine Affäre der Medien geworden. Immer mehr Leser glauben den Journalisten ebenso wenig wie der Politik. Die Profiteure sind Politakrobaten wie Guttenberg und der Bundespräsident.
Eigentlich hätte ich von Spiegel-Leuten mehr Intelligenz erwartet.

Ihr wundert euch, wieso eure Meinungsmache nicht aufgegangen ist? Tja, ihr habt den Bogen überspannt.
Jede Nichtigkeit als die neue grosse Wulff-Sensation auf der Titelseite zu verkaufen war nicht sehr klug. Dämmert's euch jetzt?
Denn, Oh Wunder, eure Leser sind bei weitem nicht alle so dumm, wie ihr offenbar angenommen habt.
Also, wischt euch die Tränen ab und macht es das nächste Mal ein wenig subtiler.

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DMenakker 12.01.2012, 15:17
208.

Zitat von sysop
Aus der Affäre Wulff ist unversehens eine Affäre der Medien geworden. Immer mehr Leser glauben den Journalisten ebenso wenig wie der Politik. Die Profiteure sind Politakrobaten wie Guttenberg und der Bundespräsident.
Wer dachte, dass ich Augsteintatsächlich einmal recht gebe? Aber so einfach ist es ja auch wieder nicht. Augstein hat zwar erkannt, dass diese Affäre bei allen, die Wulff nicht sowieso, auch ohne irgendwelche Verfehlungen zum Teufel jagen wollten, eine iemliche Verunsicherung üer die Rolle der Medien ausgelöst hat, er schreibt dies aber in einem derart selbstgerecht rotzigen Ton, dass es nur zu offensichtlich ist, dass er nicht wirklich verstanden hat, WAS er da schreibt.

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crimsonking24 12.01.2012, 15:19
209. Qualitätsjournalismus und Unterschichten-TV

Zitat von kellitom
Es ist vollkommmen klar, dass die Menschen den Medien immer weniger glauben. Wenn die Bildzeitung als Leitmedium dient, verwundert der Verlust an Glaubwürdigkeit auch nicht
Eine Pauschalkritik an den Medien schlechthin ist nicht erfolgt. Nach meiner Wahrnehmung sind es die Vielzahl der Talkshows mit einer teilweise inkompetenten Besetzung und Artikulation. Aus elitärer Ecke formuliert: Unterschichten-TV. Es ist radikaldemokratisch die Komplexität so zu reduzieren, dass der Gegenstand so stark vereinfacht ist, dass auch der Uninformierte - um das einmal so zu formulieren - ihn irgendwie mehr emotional als rational nachvollziehen kann. Wulff-Bashing als Selbstzweck, Ablästern am Abend, ob er das Amt des Staatsoberhaupt bekleidet oder Vorstand des Karnevalsvereins ist, spielt keine Rolle, Hauptsache das Volk hat einen Sack, auf den es hauen kann. In diese Form der intellektuellen Selbstaufgabe sind manche Polit-Talkrunden abgesunken, aber interessant, denn zumindest mich hat das an die Geschichte der Französischen Revolution - Phase der Pariser Kommune und der Revolutionskomitees des 4. Standes. Ist das unser Anspruch? Und wenn nein, wohin mit dem Qualitätsjournalismus?

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