Forum: Politik
Glaubwürdigkeit: Die Medien und der böse Wulff

Aus der Affäre Wulff ist unversehens eine Affäre der Medien geworden. Immer mehr Leser glauben den Journalisten ebenso wenig wie der Politik. Die Profiteure sind Politakrobaten wie Guttenberg und der Bundespräsident.

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garfield 12.01.2012, 15:52
250. Immer noch kein Titel

Zitat von Zenzai
aber ganz interessant ist dazu der Beitrag von Wallraff:
Oje, oje, nur um Geld zu sparen, Wulff auf Lebenszeit for president?
Da habe ich ausnahmsweise mal andere Ansprüche als Wallraff. Mir ist das Amt so wichtig - gerade in einer Zeit, wo immer mehr meinen, auf Moral wäre gesch... - und natürlich, dass es von einem ausgefüllt wird, der des Amtes würdig ist, dass ich denke, wir könnten uns sogar alle 2 Jahre einen Rücktritt nebst üppige Pension auf Lebenszeit leisten.

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zehwa 12.01.2012, 15:53
251. Sieger?

[QUOTE=nwj;9439760]
...
Mit seinen öffentlichen Ankündingen Transparenz zu schaffen, hat Herr Wulff eine Bringeschuld...
... Nun sitzt er in der Falle, was mit den Medien nichts zu tun hat....
Auch war es Herr Wulff, der die Bildzeitung bedroht hat und nicht umgekehrt.
.... verhäddert sich Herr Wulff völlig selbständig in seinen Halbwahrheiten und Widersprüchen..
/QUOTE]

Ich höre kein Wulffsches Triumphgeheul oder ein Augsteinsches Eingeständnis einer Niederlage. Es geht nicht um Sieg oder Niederlage.
Augstein konstatiert lediglich, daß ein - im Wortsinne bemerkenswerter - Teil der Leser dieses einseitige mediale Dauerfeuer kritisiert hat. Zu Recht, wobei hauptsächlich die einseitige Berichterstattung Unbehagen schuf.
Ihr Kommentar ist ein gutes Beispiel:
-Wulff hat hinreichend Transparenz geschaffen, aber natürlich geht in den Augen seiner Kritiker immer noch mehr. Was soll er denn noch tun?
-In welcher Falle soll Wulff denn sitzen?
-Wulff hat nicht "die Bildzeitung" bedroht. Wie soll das denn gehen?
-Wulff hat sich de facto nie wiedersprochen. Die "400 Antworten" schenke ich ihm dabei.

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Dion 12.01.2012, 15:53
252. Warum soll ich Bild mehr glauben als Wulff?

Zitat von sysop
Aus der Affäre Wulff ist unversehens eine Affäre der Medien geworden. Immer mehr Leser glauben den Journalisten ebenso wenig wie der Politik.
Im Grunde ist dieses Phänomen ganz einfach zu erklären: Die ganze Affäre wurde von der Bildzeitung in Gang gesetzt und seitdem angeführt. Und wenn ein Lügenblatt wie Bild den Bundespräsidenten der Lüge bezichtigt, so stellt sich für mich die Frage: Warum soll ich Bild mehr glauben als Wulff?

Ich verstehe auch die sogenannte seriöse Presse nicht, denn sie tut so, als ob Bild plötzlich zur ihr gehörte. Nur weil Bild gedroht wurde und man sich nun solidarisch zeigen muss? Fritz Pleitgen, ein wahrlich erfahrener Journalist und Intendant, hat in einer Talkshow gesagt: Die Interventionen der Politiker abzuwehren ist das tägliche Brot der Chefredakteure, Verleger und Intendanten.

Wenn dem so ist, warum wird gerade hier so viel Aufhebens davon gemacht? Die Antwort ist klar: Um Auflage und Quoten zu steigern, und wenn dabei ein Mensch auf der Strecke bleibt, sprich aus dem Amt gejagt wird, was soll’s – wo gehobelt wird, fallen Späne.

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piesmann 12.01.2012, 15:53
253. Unfassbar!

Zitat von Gebetsmühle
man nennt es idiologie. wulff kann bei leuten wie ihnen eigentlich machen, was immer er will, er findet in ihren kreisen immer noch verteidiger. das war und ist übrigens bei hitler, stalin und idi amin noch heute genauso.
Willkommen im diskutierenden Deutschland! Es ist nicht zu fassen.

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warzenmeissel 12.01.2012, 15:53
254. Klar.

Zitat von Gebetsmühle
niemand zwingt sie und uns, den spiegel überhaupt nur zum lesen.
Aber Ihr Einwand beantwortet nicht meine Frage. Was sollte er also an dieser Stelle?

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philipwells 12.01.2012, 16:00
255.

Die Affäre ist viel älter und sie war schon immer eine um 'Bild' und 'Der Spiegel'. Wir Leser wollen einen Tatsachen aufdeckenden Journalismus. Die Tatsachen zu bewerten liegt bei uns, dafür brauchen wir weder die 'Döpfners' noch die 'Augsteins', die uns sagen wollen, wie wir die Sache zu sehen haben. Diese Meinungsmacher sind doch in ihrem eigenen Spiel gefangen: sie müssen die Nachrichten warmhalten, damit sie sie auch heute nochmal verkaufen können

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henniman 12.01.2012, 16:01
256. Während Augstein Porzellan zu kleben versucht

...rennen die Terrier noch immer durch den Laden und zerdeppern alles. Neue Wulff-Artikel im Stakkato, auch heute, von jedem Blatt, gleicher Tenor überall.

Man hat das Gefühl, die Redakteure wollen es noch nicht glauben, dass sie ihr Ziel nicht erreichen werden. Sowas kennen sie gar nicht, denn es wurden alle Hebel bedient: Breite der Kampagne: TV, Radio, Print. Stilmittel: alles erlaubt bis hin zu unflätigsten Bemerkungen und Bilddarstellungen. Und inhaltlich wurde gemutmaßt und verdreht bis zur Schmerzgrenze.

Ich nehme an, die Kiosk-Verkäufe dieser Woche waren ein echtes Fiasko. Und auch das lasten sie ihm nun an, dem Wulff: Er tritt nicht nur nicht zurück, sondern seine Story reißt sogar die Umsätze in den Keller.

Aber ich will nett sein. Drum hier ein Video des Spiegel, bei dem wir im Geiste die Person Wulff mal durch die deutschen Medien ersetzen mögen. Laßt uns schluchzen! Eventuell findet Jakob Augstein ja Anregungen für seine neue Pressekritik:

Präsidenten-Interview: Die Welt weint mit Wulff - Video - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten

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vegoma 12.01.2012, 16:02
257.

Zitat von tartaruga1
Verehrter Herr Augstein, vielleicht eine Erklärung, warum Journalisten (und Sie!) als bigott wahrgenommen werden: Ich höre ständig, daß der BP zu seiner MP-Zeit ein hohes moralisches Maß an anderer Leute "Verfehlungen" angelegt haben soll. Und daran will man ihn nun messen. Wie ist das mit Journalisten und.....
Volle Zustimmung!

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henniman 12.01.2012, 16:03
258. nebenbei ein Bravo allen Foristen !

Dieser Thread ist um Dimensionen gehaltvoller, sprachlich und intellektuell weit oberhalb der üblichen Wulff-Threads hier. Man erkennt, dass die Medienkritiker einen anderen Hintergrund haben als der übliche Wutbürger.

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Robert_Rostock 12.01.2012, 16:04
259.

Zitat von bernhardfischer
... Die von Ihnen als Wulffsymphatisanten Beschreibenen kursieren bei mir unter der entlehnten Bezeichnung "Sockenpuppen" - bestallte Meinungsschreibenr i.A. ...
Mit Verlaub, aber es ist allerunterste Schublade (um es mal ganz freundlich auszudrücken), alle als bezahlte Auftragsschreiber zu beleidigen, die es wagen, eine andere Meinung als Sie zu haben.

Weiterhin: Es gibt mehr als Schwarz und Weiß. Wer das Verhalten der Medien im Fall Wulff kritisiert, ist deshalb noch lange kein "Wulffsymphatisant".
Es ist durchaus möglich, sowohl Wulff als den unfähigsten Bundespräsidenten aller Zeiten anzusehen, als auch die Kampagne in Bild und SPON übertrieben zu finden.
Vesuchen Sie es mal.

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