Forum: Politik
Gorbatschow über Ost-West-Beziehungen: "Der Vertrauensverlust ist katastrophal"
AFP

Mit scharfen Worten bewertet Michail Gorbatschow die aktuelle Weltpolitik. Im Gespräch mit dem SPIEGEL warnt der Friedensnobelpreisträger vor einem großen Krieg in Europa - und erhebt schwere Vorwürfe gegen Deutschland.

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haarer.15 11.01.2015, 10:12
60. Hat recht

Zitat von Normalbürger
Wie so viele ältere Ex-Statesmen wäre auch er an der Reihe, etwas leiser zu treten. Gorbi hat zu Recht viele Sympathien in Deutschland, und man kann der deutschen Politik vieles vorwerfen, aber revanchistisch ist Deutschland heute bestimmt nicht.
Von revanchistisch war auch gar nicht die Rede. Aber seine Kritik teile ich voll und ganz. Der Westen sollte mit seiner Erweiterungspolitik (EU und Nato) nach Osten aufpassen. Es war nicht Russland, das am am geostrategischen Status Quo gerüttelt hat.

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koenig777 11.01.2015, 10:12
61. Scheinwahlen...

Es gibt Leute die immer noch behaupten in Russland gäbe es scheinwahlen!
Wenn das so ist, warum sind dann fast alle russen für putin? Ist doch komisch oder?
Oder ist hier einfach nur der Wunsch des Westens dargestellt um andersdenkende zu diskreditieren?
Vorsicht mit solchen Aussagen!!

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scottbreed 11.01.2015, 10:19
62. Lieber noch nicht

Also das mit dem Krieg sollte sich wenn möglich noch 20 bis 30 Jahre hinziehen.. dann ist mir das egal was aus dieser Welt wird.. die meisten Menschen haben es nicht anders verdient. und gottseidank hab ich in dieser Welt keine Kinder gesetzt.. Also nur zu..

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rawapa 11.01.2015, 10:20
63. Recht hat er

Haben wir nicht genug faule Staaten in der EU. Müssen wir unbedingt noch die Ukraine dazu haben? Russland in der Nato hätte mir besser gefallen.

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claudio_im_osten 11.01.2015, 10:22
64. Interessant...

...endlich eine sachliche Diskussion in diesem Kommentarbereich, der russischen Troll-Fraktion hat's glatt die Sprache verschlagen.
Zur Sache: Das russische Weltbild, das hier auch bei Gorbi zum Vorschein kommt, ist gruselig ohne Ende. Wir Deutschen sollten uns weiterhin jedes militärischen Engagements enthalten und die Nato jeden Anschein einer angestrebten Osterweiterung vermeiden. Die höchsten Risiken trägt derzeit das ukrainische Volk, diesen Russen ist durchaus zuzutrauen, dass sie europäische Machtpolitik weiterhin militärisch durchsetzen wollen. Die Folgen werden sie in den nächsten Jahrzehnten ausbaden; wenn Russland diesen Weg weiter geht, wird's nichts mit einer Zugehörigkeit zu einer europäischen Werte- und Wirtschaftsgemeinschaft.
Gorbi tut einem leid, sich dermaßen zu verbiegen vor der Hegemonialpolitik Putins - das historische Ansehen des Nobelpreisträgers hätte eigentlich Besseres verdient.

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cdm.stern 11.01.2015, 10:23
65. Natürlich hat er Recht

Gorbi beginnt nicht beim Referendum auf der Krim an zu denken, sondern mindestens beim von USA und EU gestütztem Putsch in Kiew. Der hat die Leute an die Macht gebracht, die 2012 die Wahlen verloren haben. Er kann nur als Versuch gewertet werden, die EU und die NATO weiter nach Osten zu verschieben. Am 21.Februar 2014 habe ich meine Töchter gewarnt, "wir haben heute einen Riesenschritt hin zum dritten Weltkrieg erlebt". Damals habe ich sie aufgerufen, macht etwas dagegen, ich möchte nicht strahlend enden. Im Moment empfehle ich: https://www.openpetition.de/petition/bestaetigen/appell-wieder-krieg-in-europa-nicht-in-unserem-namen/

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dorettflorett 11.01.2015, 10:24
66. Weise Worte

Endlich aus berufenem und vertrauenswürdigem Munde die Bestätigung meines unguten Gefühls, seitdem fast täglich und wöchentlich in jeder unserer politischen Talkshows der Ukraine-Konflikt das Hauptthema war - das nahm schon hmm.. "weltpolizeiliche" Züge an und wird entscheidend eben NICHT zur De-Eskalation beigetragen haben - bei einem Typen wie Putin.
Sondern eben im Gegenteil.
Deutschland - verkörpert durch seine Medien - hat ein einziges Zeugnis der Einmischung abgegeben.

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chalchiuhtlicue 11.01.2015, 10:24
67. Gestörte Sichtweise

"Der Westen" ist nicht an der grundlegenden Entwicklung in Russland, die mit Putins Herrschaft bereits vor etlichen Jahren begann, schuld. Putin ist es, der seit vielen Jahren das Land stückchenweise in die dunklen Zeiten der Sowjetunion zurückführt. Leider hat Putin zu wenig Gegenwehr aus dem eigenen Volk, da es zum einen noch genügend Anhänger der "glorreichen" Sowjetzeiten gibt, alles Menschen, denen es damals gut ging, weil sie Bestandteil des Systems waren und nun hoffen, dass sie durch Putins Politik wieder in gleiche Positionen kommen, zum anderen ist der Rest des Volkes wohl mit Saufen so beschäftigt, das es von denen keinen Widerstand gibt. Wenn "der Westen" dieser De-Evolution in Sowjetzeiten entgegensteht, so ist das eine nur all zu verständliche Reaktion. Zustimmen muss ich Gorbatschow aber in einem: Die Gefahr von Kriegen in Europa und den Ex-Sowjetstaaten ist gestiegen, nicht zuletzt, da ich vermute, dass Putin nach seinem Erfolg auf der Krim - und ja, bislang sehe ich das als Erfolg für ihn - es in den kommenden Jahren in Tschetschenien, Georgien und anderen Ex-Sowjetstaaten versuchen wird. Und Recht gebe ich auch den Menschen, die sagen, dass ein Abgang Putins (egal in welcher Weise) nicht zwangsläufig zu einer Besserung führen muss, da der nächste Machthaber noch schlimmer sein könnte. Das ist richtig, aber ein früherer "Abgang" von Putin wäre m.E. doch vorteilhaft, weil es jetzt noch einen halbwegs relevanten Rest von Opposition gibt und auch Personen in dieser, die Führungsrollen einnehmen könnten. Wenn Putin allerdings weiter Zeit hat, die Opposition zu zerstören, wie er es ja gerade mit voller Kraft tut, dann wird wirklich kein brauchbarer Politiker mehr da sein, der ihm folgen könnte, dann würde mit Sicherheit der nächste Ex-Sowjet auf dem Thron landen.

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wernerbenter 11.01.2015, 10:27
68. Europa verliert die Jugend Russlands

...und damit die Zukunft unserer friedlichen Beziehungen nach Putin. Gorbi hat vollkommen Recht -
Die Wahrnehmung dort - so wachsen sie auf, so werden sie indoktriniert, so fühlen sie aber auch - ist: Europa - das sind die Feinde! Gorbatschow selbst - einer der bewundernswertesten Politiker, den die Welt je gesehen hat - hat selbst Jahrzehnte darunter gelitten, dass man ihn für den Zerfall der Sowjetunion verantwortlich gemacht hat. Wir brauchen Jugendaustausch und Signale an die zukünftige Generation - der wir die Hand ausstrecken sollten. Sonst gibt es keine Zukunft und neuen kalten Krieg. Mit einem Land, das alles hat, was Europa braucht. Erdöl, Energie, Bodenschätze jeglicher Art. Mit einem Land, das Europa braucht, um sich zu modernisieren und zu demokratisieren. Cui Bono? Die Chinesen lachen sich jetzt einen Ast ab über uns dumme Europäer.

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cdm.stern 11.01.2015, 10:28
69. Natürlich hat er Recht

Gorbi beginnt nicht beim Referendum auf der Krim an zu denken, sondern mindestens beim von USA und EU gestütztem Putsch in Kiew. Der hat die Leute an die Macht gebracht, die 2012 die Wahlen verloren haben. Er kann nur als Versuch gewertet werden, die EU und die NATO weiter nach Osten zu verschieben. Am 21.Februar 2014 habe ich meine Töchter gewarnt, "wir haben heute einen Riesenschritt hin zum dritten Weltkrieg erlebt". Damals habe ich sie aufgerufen, macht etwas dagegen, ich möchte nicht strahlend enden. Im Moment empfehle ich: https://www.openpetition.de/petition/bestaetigen/appell-wieder-krieg-in-europa-nicht-in-unserem-namen/

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