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Grafik zur Frankreich-Wahl : So mächtig wird En Marche
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Bis zu 455 Sitze könnte das Bündnis von Emmanuel Macron in der französischen Nationalversammlung erreichen. Unsere Grafik zeigt, wie deutlich sein Sieg im ersten Wahlgang ausfiel.

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statistic-man 12.06.2017, 14:17
30.

Zitat von m.sielmann
Ein Land, das mal die Wiege der Bürgerbeteiligung ist, unterwirft sein Land einem Trump/Macron. Eine der Gründe für die parlamentarische Demokratie (vor den "Populismus" oder "Antikommunissmus"-Platitüden) war die Erkenntnis, dass unterschiedliche Interessen und Sichtweisen bestehen und offen über die richtige Lösung gerungen werden muss. Frankreich bereitet jetzt den Weg für Le Pen mit einem Murks, der nicht zu überbieten ist und einem Macron, der nicht an Parlamentarismus glaubt, sondern mit Präsidentenerlasse wichtige soziale Errungenschaften über den Haufen werfen will.
Erdrutschsiege sind durchaus innerhalb einer Demokratie zulässig. Dwight D. Eisenhower gewann 1956 in 41 von 48 Bundesstaaten. Die USA blieben eine Demokratie, die nächste Präsidentschaft ging wieder an die Demokraten. 1968 sicherten sich die Rechten als Majorité présidentielle & PDM bei den Wahlen 394 von 485 Mandaten. Und diese Mehrheit bröckelte weg, bis sie 1981 wieder bei den Sozialisten lag.

Ein Erdrutschwahlsieg ist nicht undemokratisch oder widerspricht der parlamentarischen Demokratie. In einer stabilen demokratischen Gesellschaft ist er einfach eine Momentaufnahme der Stimmung.

Und ob sich ein Staats- bzw. Regierungschef allen Interessen im Land oder nur denen seiner Wählerschaft verpflichtet fühlt, entscheidet nicht, wie hoch er gewonnen hat.

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imo27 12.06.2017, 14:24
31.

Zitat von jojack
Frankreich hat beste Voraussetzungen, langfristig Deutschland wirtschaftlich zu überflügeln. Die demographische Entwicklung bevorzugt Frankreich - es fehlt nur an der wirtschaftsfreundlichen Reformpolitik, um Frankreich für wieder flott zu machen. Mit der Marginalisierung der Linken, ist nun freie Bahn für die ökonomische Gesundung des Landes.
Die demographische Entwicklung hat zunächst zu einer gewaltigen Jugendarbeitslosigkeit geführt (21,7%). Wo ist der Vorzug? Und Industrie 4.0 wird auch vor Frankreich nicht Halt machen. Wenn wachsende Bevölkerung Wohlstand schaffen würde, wären die Länder der Dritten Welt steinreich.

Die Frage ist, was beim französischen Arbeitnehmer übrig bleibt, wenn die Gewinne der Wirtschaft steigen. Prekäre Arbeitsverhältnisse, weniger Rente, Sozialabbau, Umverteilung von unten nach oben? Haben sie dafür Macron gewählt (bzw. Wahlenthaltung geübt)?
Das kann interessant werden.

Ich denke, Macron wird auch vor allem von Deutschland Reformen erwarten. Ansonsten Ausgleichszahlungen an Frankreich.

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j.oder 12.06.2017, 14:28
32. Kauforder umgehend abgeben

Alles was an Optionsscheinen, Aktien und sonstigen veräusserbaren Wertpapieren mit Baldrian zu tun hat: kaufen !!! Das Zeug wird demnächst megatonnenweise in Berlin verkauft.

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statistic-man 12.06.2017, 14:30
33. Subvention

Zitat von docmillerlulu
"Frankreich hat beste Voraussetzungen, langfristig Deutschland wirtschaftlich zu überflügeln." Wie sollte das geschehen? Deutschland benötigt nachhaltige Märkte um seine durch Dumping Löhnen subventionierten Produkte absetzen zu können.
Ich hoffe, Macron hat wirtschaftspolitische Berater, die den Terminus "Subvention" besser verstehen, als das ihr Post nahelegt.

Hier ist das eigentlich ganz gut erklärt:
https://de.wikipedia.org/wiki/Subvention

Niedrige Löhne sind jedenfalls keine.

Nebenbei kann man die Produktivität auch erhöhen, ohne die Durchschnittslöhne zu senken, nämlich indem man die Ausbringungsmenge durch höhere Effizienz erhöht. Dann wird man auch mit Billiglohnländern konkurrenzfähig. Oder haben Sie sich noch nicht gewundert, warum Deutschland mit Ländern wie Bangladesch oder Indonesien überhaupt mithalten kann? Wenn es nur um Lohnkosten ginge, würden die uns doch brutal an die Wand spielen. ;-)

https://de.wikipedia.org/wiki/Produktivität

Zurück zum Thema: Wenn Macron den französischen Arbeitsmarkt flexiblisiert und das gewaltige Potential dieses Landes abruft, dann könnte La Grande Nation die Bundesrepublik in einigen Jahren tatsächlich überflügeln.

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SirTurbo 12.06.2017, 14:34
34.

Ein Drittel der abgegebenen Stimmen, die Hälfte der Wahlberechtigten hat sich das Ganze gleich geschenkt. Und die 17% sind dann die Volksbewegung, die gleich noch mit der absoluten Mehrheit der Sitze belohnt wird um den Arbeiter auszuplündern. Und wenn der Arbeiter zeigt was er davon hält, gibt es ja ganz zufällig den Ausnahmezustand.
Dass ausgerechnet in Frankreich zuerst die Masken fallen...

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bookwood74 12.06.2017, 14:38
35. Konsum in Fr

Mag sein dass wirtschaftsfreundliche Reformen in Frankreich notwendig sind. Ich verstehe aber nicht warum, man Macrons Plan als wirtschaftsfreundlich verkauft, Tarifverträge in jedem einzelnem Unternehmen auszuhandeln. Ich meine, daß ist eine Heidenarbeit, und die Energie die dafür auf der Ebene der Unternehmen verbraten wird, geht halt nicht in die Entwicklung, Produktion und Verkauf. Ein flächendeckender Tarifvertrag hat einen enormen Vorteil für beide Parteien: weniger Streß, mehr geballte Kompetenz, weit weniger Diskussionen und geringeres Konfliktpotential im Unternehmen. Ich würde sagen der flächendeckender Tarifvertrag (der wie in Deutschland in Frankreich die Norm war) ist bei weitem wirtschaftsfreundlicher !

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statistic-man 12.06.2017, 14:41
36. Subvention

Ich hoffe, Macron hat wirtschaftspolitische Berater, die den Terminus "Subvention" besser verstehen, als das ihr Post nahelegt.

Hier ist das eigentlich ganz gut erklärt:
https://de.wikipedia.org/wiki/Subvention

Niedrige Löhne sind jedenfalls keine.

Nebenbei kann man die Produktivität auch erhöhen, ohne die Durchschnittslöhne zu senken, nämlich indem man die Ausbringungsmenge durch höhere Effizienz erhöht. Dann wird man auch mit Billiglohnländern konkurrenzfähig. Oder haben Sie sich noch nicht gewundert, warum Deutschland mit Ländern wie Bangladesch oder Indonesien überhaupt mithalten kann? Wenn es nur um Lohnkosten ginge, würden die uns doch brutal an die Wand spielen. ;-)

https://de.wikipedia.org/wiki/Produktivität

Zurück zum Thema: Wenn Macron den französischen Arbeitsmarkt flexiblisiert und das gewaltige Potential dieses Landes abruft, dann könnte La Grande Nation die Bundesrepublik in einigen Jahren tatsächlich überflügeln.

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at.engel 12.06.2017, 14:57
37.

"... nehmen alle Kandidaten mit mindestens 12,5 Prozent an einer Stichwahl teil."
Das stimmt so allerdings nicht ganz. Nur die Kandidaten, die mindestens 12.5% der auf Wählerlisten eingetragenen Wähler reprâsneiteren, kommen in di die Stichwahl. Um so niedriger die Wahlbeteiligung, um so schwieriger wird es für drittplazierte Kandidaten in die Stichwahl zu kommen - die ersten beiden kommen, wen keiner im ersten Durchgang die absolute Mehrheit erhält, so oder so in die Stichwahl. In Wahlkreisen, in denen REM gegen den FN antritt, haben si e so oder so gewonnen, da der FN-Kandidat Wähler überzeugen müsste, die im ersten Wahlgang gegen ihn gestimmt haben - un d genau da liegt die Schwäche der extremistischen Parteien.
In Frankreich w¨halt man weder eine partei noch ein Programm - in Frnakreich hat Politik grundsätzlich etwas mit Überzeugen zu tun: Um Präsidentschaftskandidat zu werden muss man erst einmal 500 demokratisch gewählte ¨Personen überzeugen, dass man ein eventuell geeigneter Kandidat ist. Und bei den Legislaturwahlen muss eben ein Kandidat die Wähler seines Wahlkreises mehrheitlich überzeugen, dass er der richtige Mann bzw. die richtige Frau mit dme richtigen Projekt ist. Es langt eben nicht, landesweit soundso viel Stimmen zu haben, wenn es kein Kandidat schafft, eine irgendwie mehrheitsfähige Basis zu schaffen.
Das, was in Deutschland auf Parteiebene ausgehandelt wird - wie z.B. eine eventuelle Koalition - handelt in Frankreich - zuvor - der künftige Abgeordnete mit seinen Wählern aus. Wenn die Wähler Dupont-Aigans z.B. nicht wollen, dass den FN unterstützt, wählen sie eben einen andern Abgeordneten...

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statistic-man 12.06.2017, 14:59
38. Alte Hüte

Zitat von SirTurbo
Ein Drittel der abgegebenen Stimmen, die Hälfte der Wahlberechtigten hat sich das Ganze gleich geschenkt. Und die 17% sind dann die Volksbewegung, die gleich noch mit der absoluten Mehrheit der Sitze belohnt wird um den Arbeiter auszuplündern. Und wenn der Arbeiter zeigt was er davon hält, gibt es ja ganz zufällig den Ausnahmezustand. Dass ausgerechnet in Frankreich zuerst die Masken fallen...
Nichtwähler rausrechnen ist nicht zulässig. Wenn diese politisch informiert sind, wussten Sie, dass sie durch ihre Enthaltung Macron den Sieg schenken. Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung. Sie haben indirekt für Macron gestimmt.

Und auch die 30+x% in der ersten Runde resultieren bisher nur in 2 Sitzen in der Nationalversammlung. In den anderen Wahlbezirken müssen sich die REM-Kadidaten (sofern es sie gibt, nicht überall trat REM an) einer Stichwahl stimmen. Wenn alle anderen (wählenden) Franzosen total Anti-Macron sind, dann bleibt es bei 2 Sitzen.

Und welche Maske lässt Frankreich denn fallen? Welchen Arbeitern ist denn wegen des Ausnahmezustandes irgendwas passiert, weil er gezeigt hat, was er von Macrons Politik hält??? Bitte klären Sie uns auf!

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just_ice 12.06.2017, 15:00
39. Nur 4 der 577 Kandidaten wurden bisher direkt gewählt

Da dies in keinem Bericht in den deutschen Medien erwähnt wird, aber vielfach in den Diskussionsforen nachgefragt wird, möchte ich diese Information hier nachreichen:

Nur in 4 der 577 Wahlkreise erreichten Kandidaten im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit und gelten damit bereits als gewählt (sie müssen am nächsten Sonntag also nicht mehr antreten). Davon:
2 Sitze für LREM, 1 Sitz für UDI, und 1 Sitz für Linke.
In den restlichen Wahlkreisen treten die beiden Bestplatzierten nochmals gegeneinander an.
Theoretisch wäre es deshalb möglich, dass EM nach der Wahl nur mit 2 Sitzen im Parlament vertreten ist.

Da in den französischen Medien jetzt viel über ein Machtmonopol diskutiert wird, könnte es sein, dass es sich viele im Verlauf der Woche anders überlegen und am nächsten Sonntag nicht der LREM ihre Stimme geben, um eine Quasi-Diktatur zu verhindern.

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