Forum: Politik
Grenzschließung Griechenland-Mazedonien: Eine Lehre für die Europäische Union
AP

Zehn Stunden lang war die griechisch-mazedonische Grenze dicht. Die Zeit hat gereicht, um eins vor Augen zu führen: Was passiert, wenn die EU ihre Drohung wahr macht und Griechenland aus dem Schengenraum wirft.

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athinia 28.01.2016, 11:24
100.

"wir sollten wie Schweden alle Afghaner, Iraner und Irakis in ihre Länder abschieben"... ich wusste nicht, dass der Irak und Afghanistan sichere Herkunftsländer sind. Auch wenn die Berichterstattungen von Syrien überdeckt werden, herrscht dort auch immernoch zum großen Teil Krieg!

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spiegeljuf 28.01.2016, 11:25
101. Wie nett von den Griechen

Busse bereitzustellen um Migranten und Flüchtlinge an die mazedonische Grenze zu fahren....
Wenn man die Situation wieder vom Kopf auf die Füsse stellen will, muss man nach der europäischen Vereinbarung handeln.
I.e. Asylantrag im Land der Ankunft in der EU.
Das wird zumindestens die Wirtschaftsmigranten fernhalten, die Angela so grosszügig einlud und toleriert.
Dann wird es auch ganz schnell gehen, dass die griechische Marine und Küstenwache wiederentdecken, dass ihre Boote nicht nur zum Angeln da sind.

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Jugendlicher 28.01.2016, 11:25
102. Ein Wunschkonzert gibt es

Zitat von Malshandir
Also wenn ich solche Geschichten lese, bekomme ich Zweifel, ob es wirklich Kriegsflüchtlinge sind. Ein Flüchtling flieht in Sicherheit und nicht für ein besseres Leben. griechenland ist sicher, also kann und hat ein Flüchtling dort zu bleiben. Ein Wunschkonzert, welches Land man möchte, gibt es nicht. Natürlich muss Griechenland dann einiges schultern, aber da kann und muss die EU helfen. Es kann aber nicht sein, dass ein Flüchtling, der in Sicherheit ist, einfach sich niederlässt, wo er will.
man möge mich belehren wenn ich falsch liege. Wenn ich einen gültigen Pass habe und auf Europäischen Boden bin, kann ich mir das Land aussuchen, in welchem ich den Antrag auf Asyl stelle. Wir haben immer noch die national Staaten.

Was die Zahlungsmoral der EU angeht, da warten andere schon seit über einem Jahr auf das zugesagte Geld.

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wecan 28.01.2016, 11:29
103.

Zitat von HeisseLuft
Wenn zigtausende Eltern genau das tun, müssen Sie, lieber Forist, sich aber nicht fragen, ob die nicht vielleicht doch genug gute Gründe dafür haben?
Die nachvollziehbaren Gründe liegen doch auf der Hand: Deutschland hat sich das weltweite Image zugelegt, dass wir grundsätzlich jedem Menschen die Integration und eine Lebensperspektive bieten.

Weltweit gibt es sicherlich viele hundert Millionen Menschen, die ein Lebensstandard, wie wir ihn hier (noch) haben, in ihrer Heimat (oder dem Land, das sie aufgenommen hat) niemals erreichen können.

Ob nun Krieg oder Armut schuld sind, macht da in meinen Augen gar keinen so großen Unterschied. Geht es einem afrikanischen Bauer, der sich keinerlei ärztliche Versorgung für die eigene Familie leisten kann, besser als einem Syrer in einem türkischen Flüchtlingscamp? Darüber kann man lange diskutieren.

Die andere Frage lautet aber, ob wir tatsächlich alle aufnehmen und dauerhaft versorgen können, die aus nachvollziehbaren Gründen lieber hier leben wollen und bereit sind, die Risiken der Anreise in Kauf zu nehmen? Meine Meinung ist, dass wir das unmöglich schaffen können und der Versuch früher oder später die Destabilisierung unserer Gesellschaft zur Folge haben wird. Unser Sozialsystem ist nämlich leider kein Füllhorn, auch wenn viele Moralisten noch so sehr davon überzeugt sind.

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moistvonlipwik 28.01.2016, 11:32
104.

Zitat von jojack
Ein paar Stunden die mazedonische Grenze zu schließen, reicht eben nicht. Natürlich kommt es dann dazu, dass sich die Migranten, die schon unterwegs sind, dann an der geschlossenen Grenze stauen. Wäre die Grenze dauerhaft geschlossen und würden europäische Politiker das auch einmütig in jede Kamera sagen, dann würde der Migrationsdruck nachlassen.
Wunschdenken. Dann wird eine andere Route gewählt. Zudem würde jede Grenzschließung genau die wirtschaftliche Erholung unmöglich machen, die Grundlage der Forderungen der Troika nach "Reformen" waren.

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sir wilfried 28.01.2016, 11:33
105. Auswandern?

Zitat von xlabuda
Grenzen machen ? Töten ? Verhungern lassen ? Mit dem Bulldozer abschieben ? Hatten wir schon alles. Oder sollen die Griechen, Serben, Bulgaren, Türken unsere Drecksarbeit machen und wir zahlen dann nur für Schnelltötungsgewehre, Giftmittel, Bulldozer ???
Wenn Sie bei Millionen an der Grenze nur die Alternativen Töten, Bulldozer oder reinlassen sehen, bringe ich mal eine dritte Möglichkeit ins Spiel. Die Deutschen überlassen dies Land den Refugees und siedeln weg. Sonst wird's wirklich zu eng.
Eine vierte Möglichkeit wird gerade in Skandinavien angegangen, die ist aber ja auch für viele bäbä.

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HeisseLuft 28.01.2016, 11:33
106. Realistische Sichtweise ihres Vorredners, wirklich?

Zitat von Havel Pavel
Bliebe zu wünschen diese realistische Sichtweise würde auch zu unseren selbstverliebten und verblendeten Politikern vordringen aber das wird wohl noch einige Zeit dauern währenddessen der deutschen Bevölkerung noch viel abverlangt werden wird.
"Wohl nicht widerlegbare Aufdeckungen eines Praktikers"

Mich irritiert nur ein klein wenig, dass dieser Praktiker unter den deutschen Sozialarbeitern kaum einen Satz mit halbwegs korrekter Grammatik herausbekommt.

U.a.:
"Ich verzweifele an die Zurechnungsfähigkeit Frau Merkel! Ich sehe, dass Frau Merkel seit einige Jahren immer mehr Emotional reagiert und das ist keine gute Zeichen für eine Politikerin! Sie hat neulich in eine Ausstellung der Kunst aus Holocaust, was die jüdische Insassen der Konzentrationslager gemacht hatten so heftig emotionale Reaktionen gezeigt, dass manchen zweifel aufkam ob das echt ist oder sie täuscht etwas vor! Ich denke es ist Zeit, dass sie geht!"

Oder auch:
"Lt. die interne Zahlen der Bamf sind bisher über 1,8 Millionen Flüchtlinge registriert! Es sind auch mit höchste Wahrscheinlichkeit weitere 1 Million Flüchtlinge noch Unterwegs! Es ist einfach unmöglich solche Zahlen zu Veröffentlichen geschweige eine Lösung für die Unterbringung oder Versorgung diese Menschenmenge zu finden! Einzig und allein hilft jetzt eine Obergrenze, welche auch vom Volk akzeptiert wird, alles anderes wäre nur eine Bestätigung der AFD und möglicherweise der nächste Kanzler wird AFD stellen! Wenn die Bundesregierung jetzt nicht hart durchgreift und alle Flüchtlinge die keine Chance auf Asyl haben nicht sofort abschiebt, dann werden wir wirklich größere Probleme haben als 1945! Jetzt muss möglichst Schnell Länder wie Afghanistan, Irak, Iran zu sichere Länder erklärt werden und die Flüchtlinge abgeschoben werden! Ich bin absolut sicher, dass keine abgeschobene Flüchtling in seine Heimat Repressalien erwartet, wir sollten nur die Menschen aus Syrien aufnehmen die wirklich ein Grund für Asyl haben!"

Hm.

Sozialarbeiter? Kühler Praktiker? Wohl eher ein klassischer Fall von EinsElf.

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Peter Bernhard 28.01.2016, 11:39
107. Gruppen zu 500

Gruppen zu 500 - das ist nach Köln ja auch hierzulande in Germany ein denkbare Aufstellung. Weiterhin meinen Hut ab vor dem Gutmonarchischen, also dem Königtum als nationalem, um soziologisch-historisch zu versuchen, eine Präzision zu erreichen, god save the queen..., auch in Gestalt des Aachener Karnevalsdekorierten (Söder heißt er) - das es also und zwar nach Kant und Aufklärung eine Vernunft und Gleichheit in die armen Einzelmenschen zu bringen. Zuvor war also bis Luther und 30jährigem es vor allem jedwede Gruppe, die somit bezogen auf andere Gruppen ihre Regeln erarbeitete und intern per Mobbing, extern per notfalls Bürgerkrieg durchsetzte. Inter"essand", dass nun hier ein Übergang eben stattfindet aus evropaisigem Gruppenwelt und Versingelungswelt, wobei bei man sich per Schnittemengenbildung immer Günstiges oder leider Ungünstiges aus beiden Welten, Mengen heraus-aspektieren kann. Hier speziell erschütternd das Einzelschicksal - alles umsonst, da gehe ich also nicht in das Deutschland vernunftbeschulter Einzelmenschen ein, da bei Königs Lud-"Whigs", sondern kehre zurück in die Welt der 500er-Gruppen und sei es halt ein Speziell-Band von Ascis, da aber ganz genau sein. Grosso modo finde ich es kein staatliches Handeln, was sich da entspannt, sondern mir jedenfalls ein didaktisches, was also erst mal aus einem Versagen gemacht werden muss, noch mal Hut ab: ein Versagen wird so nämlich zweiseitig: zum einen ein Unmöglich, zum anderen ein Ermöglichen einer Lösung. Es wird also am Zaun gearbeitet, das ist schon was. Auch hätte man alles auch unter den Teppich kehren können - und nun wundert mich, was da eigentlich in Kalifornien zur Zeit der Mexikaner-Massenflucht politisch los war - ich glaube gar nichts.

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Sumerer 28.01.2016, 11:41
108.

Zitat von spontanistin
Totales Versagen der Weltpolitik. Die Studie des Club of Rome hat schon Ende der 60er Jahre auf derartige Probleme hingewiesen. Die Berufspolitiker hatten nichts Besseres zu tun, als die skizzierten Krisen zu maximieren!
Sie denken wahrscheinlich an die "Grenzen des Wachstums" von allerdings 1972? Das Buch ist immer noch lesenswert und heute noch aktuell.

Jedenfalls bekam ich eine ähnliche Assoziation. Ich dachte bei der Flüchtlingskrise ebenfalls an das in diesem Buch dargestellte Weltmodell.

Es handelt sich bei der Flüchtlingskrise (beginnenden Völkerwanderung) allerdings nicht nur um politisches Versagen, sondern um ein Versagen der Menschheit, die ihr gemeinsames Schicksal und damit verbundene Regelkreise nicht begreift. Das wird in diesem Buch auch verdeutlicht. Die chinesischen oder auch deutschen Bauern interessiert ihre jeweilige Feldbestellung (sinngemäß jetzt so dargestellt), nicht aber das Weltschicksal. Leider.

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lab61 28.01.2016, 11:46
109.

Zitat von jjcamera
Was treibt Eltern an, die ein sicheres Flüchtlingslager verlassen, um mit ihren Kindern auf einem maroden Boot in den Händen von Schleppern mitten in Winterstürmen das Mittelmeer zu überqueren? Welche Hoffnung treibt sie an, dass sie sogar das Leben ihrer Kinder riskieren? Wer weiß eine Antwort?
Die kann ich Ihnen geben.
Es treibt sie schlichtweg der pure Hunger.
Die Essensrationen für Flüchtlinge wurden vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen im letzten bereits schrittweise weiter und weiter gekürzt, weil das vorhandenen Geld auf immer mehr Flüchtlinge verteilt werden muss. Ergo bliebt für jeden einzelnen immer weniger übrig.

Die Leute haben in den Lagern in Jordanien und der Türkei schlichtweg nichts mehr zu fressen. Und auch Wohlhabenderen unter den Flüchtlingen, haben irgendwann ihre Geldreserven durch den Zukauf von Lebensmitteln usw. aufgebraucht.

Diese Entwicklung kommt auch nicht überraschend. Sowohl das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, als auch das Welternährungsprogramm, welches in vielen Regionen Afrikas Lebensmittel verteilt, haben schon seit langem darauf hingewiesen, dass ihnen die Gelder ausgehen. Deshalb kommen auch immer mehr Armutsflüchtlinge aus den Hungerregionen Afrikas.

Die UNO-Organisationen betteln also schon seit langem darum, dass die reichen Industrienationen mehr Geld zur Verfügung stellen, um die steigende Zahl von Bedürftige - Flüchtlingen sowie Hungernden - vor Ort helfen zu können. Aber die Länder "beraten" da seit Ewigkeiten drüber. Und in der Zwischenzeit zahlen einige Länder nicht einmal die Gelder, die sie bereits zugesagt hatten.

Also war völlig absehbar, dass sich die Flüchtlinge irgendwann aus den Lagern auf dem Weg machen, um in Europa Zuflucht zu suchen und hier wieder ausreichend versorgt zu werden.

Die Entwicklungen waren absehbar und durch die Industrienationen auch zu stoppen. Man hat es aber lieber ignoriert und die Hände in den Schoß gelegt.

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