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Greta Thunberg: "Anders zu sein ist eine Superkraft"
GRETA THUNBERG MEDIA HANDOUT/ EPA-EFE/ REX

Die junge Schwedin Greta Thunberg hat Menschen weltweit für den Klimaschutz mobilisiert. Nun wird sie verehrt - und gehasst. Auf Facebook postete sie eine Botschaft an die, die sie anfeinden.

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antelatis 01.09.2019, 13:13
1.

"Ein Jahr ist es her, dass die damals komplett unbekannte 15-Jährige sich mit einem Protestschild vor das Parlament in Stockholm setzte und zum "Schulstreik fürs Klima" aufrief. Seither hat sie erlebt, was die Kraft eines einzelnen Mädchens ausrichten kann."

Sie hat erlebt, dass man gar nichts ausrichten kann, denn es ist seitdem nichts passiert, im Gegenteil, es ist eher schlimmer geworden.

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salomohn 01.09.2019, 13:13
2. Mitleid mit den Hassern

Wir sollten nicht zu hart über die Menschen urteilen, die Greta anfeinden. Sie sind wohl auch oft allein und ohne Freunde. Einen davon kenne ich. Den hasst sogar seine Familie, er weiss es nicht.

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hans-rai 01.09.2019, 13:15
3. Zuviel professionelle PR, zu wenig Fakten...

...aber "Hass" ihr entgegenzubringen ist nicht akzeptabel. Sie hat niemand etwas getan. Ihr Umweltanliegen hat jedenfalls bewirkt, dass sich auch unsere Jugend mit dem Thema auseinandersetzt. Dass ihre mediale Publizität so voll durchgeschlagen hat, ist mehr als erstaunlich. PR-Auswüchse wie der Segeltörn nach USA - na ja, da kann man geteilter Meinung sein. Ich vermisse Fakten, die sich den jungen Leuten auch wirklich erschließen und Hinweise geben, wie sich ihr Leben zukünftig umweltbewusster gestalten lässt.

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Lagombra 01.09.2019, 13:21
4. Wohlfeiles greenwashing

Deutschland, uneingeschränkter Weltmeister im Angsthaben und Betroffensein, klickt like-Schaltflächen im Internet, bis die Mäuse krachen oder der Zeigefinger schmerzt, demonstriert sich wohlige Kümmergefühle herbei - und ist im ersten Halbjahr 4.8% mehr geflogen, hat 3.7% mehr Fleisch gegessen und hat 7% mehr Dieselfahrzeuge gekauft.

Während man sich also seinem Weltschmerz und Besorgnis hingibt, schreitet die Übernahme der Diskurse durch proto-Diktatoren, durch abholzende Bolsonaros und Dutertes, durch ölbohrende quasi-Idioten wie Trump, und osteuropäische Oligarchen- und Kleptokratencliquen fort.

Greta Thunberg hat, außer spitzenmäßigem Marketing, dank des familiären Hintergrunds, wie die vielen zum systemischem Denken nicht fähigen jugendlichen und berufsjugendlichen Romantiker, weder die richtigen Fragen, geschweige denn Antworten, im Angebot.

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theuwe 01.09.2019, 13:26
5. Verändert hat sie wenig

Daß Greta "anders" ist und nicht "normal" tickt, darin sind sich ihre Anhänger und Gegner wohl einig. Daß sie wirklich zusätzlich Menschen motiviert hat, ist indessen nur Speklulation. Ich denke eher, dass Leute, die zuvor schon sensibilisiert und bereits Klimaschützer waren hinter sich hat und Klimaskeptiker sie ablehnen. Denn keines ihrer Argumente bringt irgendeine neue Erkenntnis

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ad2 01.09.2019, 13:31
6. Sie setzt sich für unser aller Anliegen ein - und wird dafür angegriff

Ich habe selbst bei seriösen Zeitungen wie dem Hamburger Abendblatt erlebt, wie systematisch Angriffe gegen Greta gefahren werden. Ich finde das schockierend und unglaublich, insbesondere in Zeiten wo wir überhaupt keine Zeit zu verlieren haben, während Trump alle Klimaziele angreift und der brasilianische Regenwald in Flammen steht.
Erst schreibt dort ein Seite1-Kommentator, was für ein Theater Greta mit ihrem Boot veranstalte und dass ihr Boot eine Umwelbedrohung sei (Carbon, aha!). Geht‘s noch?! wie inhaltsreich!
Dann geht es in publiziertem Leserkommentar darum, dass ihre Mutter es wagt, ein Buch zu schreiben: Geldgier natürlich! Millionen Menschen veröffentlichen Bücher, aber ausgerechnet Gretas Mama hat bestimmt nur niedere Beweggründe.
Dann ging es zuvor über den Transport ihres Bootes. Davor über ihr „Schule schwänzen“. Und natürlich ist sie eine „Marionette“. Und wenn man dann nachhakte, heißt es „Wir wollen das arme Kind doch nur schützen! Dieser Rummel tut ihm doch gar nicht gut!“
Dieses Kind muss nicht geschützt werden (aka „=kalt gestellt werden“). Dieses Kind muss allenfalls vor den gehässigen Kommentatoren geschützt werden.
Sie ist auch kein Kind mehr, sondern eine junge Erwachsene.
Ich wünsche ihr viel Erfolg, denn viel zu wenige setzen sich wie sie so kompromisslos für ein Umdenken beim Klimawandel ein. Wir alle müssten es ihr gleich tun, dann würde sich auch etwas mehr bewegen.

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radioactiveman80 01.09.2019, 13:32
7. Selbstverständlich ist es unter aller Sau

was manche im Internet über dem Mädchen auskübeln. Andererseits ist es - gewollt oder ungewollt - sehr geschickt, die Debatte auf die emotionale Seite zu ziehen. Wo ist Gretas Antwort auf die rationale, sachliche Aspekte der Debatte? Wie ist ihre Haltung ggü. ungehemmten Umweltsündern wie z.B. China oder Indien? Was sagt sie zu dem Vorwurf dass westliche Länder die Bewegung zu massiven Steuererhöhungen nutzen könnten? Im Interesse ihrer Glaubwürdigkeit sollte Greta auf diese Dinge ebenso eine Antwort haben.

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j.c.nolte 01.09.2019, 13:32
8. Make our Planet Greata again

Zitat von antelatis
Sie hat erlebt, dass man gar nichts ausrichten kann, denn es ist seitdem nichts passiert, im Gegenteil, es ist eher schlimmer geworden.
Sie müssen langfristiger denken. Nachfolgend ein gekürzter Kommentar von mir aus einer anderen Diskussion hier auf Spiegel online von gestern:

"Meine beiden Kinder haben noch ein Halbgeschwister, sechs Jahre. Das Kind hat gestern den Wunsch geäußert, dass es Greta gern eine Dankespostkarte schicken möchte. Im Anschluss wurde eine Stunde über regenerative Energien gesprochen, inklusive Solar- und Windenergie. Wie gesagt, sechs."

Der Post von Greta ist so großartig, den habe ich mir direkt in Word kopiert. Ich weiß nämlich sehr genau, was sie meint ... wie man mit sechzehn jungen Jahren schon so reflektiert sein kann, incredible. Sie scheint sehr gute Eltern zu haben.

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genau.du 01.09.2019, 13:34
9. Mediale Publizität

Die mediale Publizität hängt in der Hauptsache damit zusammen, dass Medien massgeblich einen Hype geschaffen haben und ihren ureigensten Interessen nachgehen. Ich will jetzt nicht alle Journalisten in einen Topf werfen, gibt ja zb mit Fleischhauer auch kritischen Journalismus, aber viele sind doch eher im grünen Umfeld anzusiedeln. Auch die These das noch nichts passiert ist Richtung besserer Umwelt stimmt gerade für Deutschland nicht. Die Industrie hat schon in den 90‘ern und 00‘ern ne Menge getan, damit weniger Schadstoffe in die Luft gelangen. Zur Ehrlichkeit gehört im übrigen auch das Deutschland alleine einen verschwindend geringen Anteil am CO2 Ausstoß hat. Da stellt sich schon die Frage in wie weit das mögliche Ergebnis den zu befürchtenden Aufriss rechtfertigt.

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