Forum: Politik
Griechenland in der Krise: Das gedemütigte Volk

Hellas liegt am Boden, nicht nur finanziell, sondern auch moralisch - das Volk fühlt sich von Europa und besonders den Deutschen gedemütigt. So lautet der*drastische Befund des Journalisten Georgios Delastik. Egal, wer regiert - für ihre Politiker empfinden die Griechen nur Verachtung.

Seite 5 von 39
wolle0601 10.11.2011, 14:13
40. Der Artikel hört da auf, wo es interessant würde

Klar, gehaßt zu werden ist ein bißchen unangenehm. Da ist natürlich der erste Reflex: Oje...was kann ich tun, damit sie mich wieder lieben?
Daß die ganze Emotion ein bißchen daneben ist, haben andere schon geschrieben. Aber so ist das eben mit den Emotionen.

Nun hört aber der Artikel so auf: "Denn die EU läuft gefahr, sich aufzulösen, wenn sie nicht die politische Fahrtrichtung ändert".
Okay. Was mich nun wirklich interessieren würde: Welche Richtung soll es denn sein? Darüber würde ich gern vom gleichen Autor etwas mehr lesen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Darjaan 10.11.2011, 14:13
41. titel

wenn die Griechen sich gedemüdigt fühlen, dann sollen sie endlich mnal sagen was sie wollen...
im Moment sieht es ja so aus als ob sie gegen alles sind, was von irgendwem, irgendwann mal vorgeschlagen wurde...
dass die Griechen Jahrzehnte mit unserer Kohle auf diesem Niveau leben konnten, hat ihrer Demut damals keinen Abbruch getan.... schon komisch...
die sollen mal von ihrem hohen Ross herunter, denn die Zeiten als "Nesthäckchen" der EU inklusive des Bonus, sowas wie die Erfinder der Demokratie zu sein, nun, da kann man sich nicht 2000 Jahre drauf ausruhen...

wer ist den in Griechenland schon alles in Untersuchungshaft? wo sind die griechischen Protestler gegen jene, die die Bilanzen gefälscht und durch Betrug, den man in diesem Ausmaß schon als Wirtschaftsterrorismus gegen einen kompletten Währungskontinent bezeichnen kann, sich in die Eu hineingelogen haben?

immer schon Ursache und Wirkung vertauschen und am liebsten auf 2 Hochzeiten tanzen wollen... liebe Griechen, ihr demütigt euch selber... schonmal drüber nachgedacht?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Batistuta 10.11.2011, 14:14
42. .

Man sollte jetzt aber trotzdem mal auf dem Teppich bleiben. Es ist nicht so als würde man sofort als deutscher Tourist von einem durchgeknallten Mob zu Tode geprügelt werden wenn man nach Griechenland fährt.

Im Grunde mögen wir Deutschen die Griechen doch, sowohl als Urlaubsland als auch von der Mentalität der Menschen dort und umgekehrt schimpfen gerade sicher viele Griechen auf die Deutschen, aber damit meinen sie die Politiker und nicht das Land an sich.
Man sollte sich von solchen Artikeln in den Medien nicht immer gleich so anstacheln lassen. Es wird immer alles direkt auf die persönliche Ebene gezogen, wie ja der Focus mit seiner Stinkefinger-Athene zu Anfang der Krise wundervoll bewiesen hat!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
siegfriedderdrachentöter 10.11.2011, 14:15
43. Das gedemütigte Volk

bis zu dieser Enwicklung in den letzten Wochen war ich immer für die Hilfe für Griechenland, aber gleichzeitig dafür, dass Cash nur gibt, wenn endlich die Problemfelder angegangen werden. Aber wenn ich diesen Beitrag lese, so ist meine Geduld für mangelnde Dankbarkeit am Ende. So ist es immer, dass die finanzielle Abhängigen die Vorgaben umsetzen müssen, die von den Gläubigern kommen. Griechenland reißt alles in den Abgrund, nicht nur das eigene Land sondern Europa und die Welt. Lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende, denn so langsam glaube ich immer mehr, dass dieses Land aus der Euro-Zone muss. Dann sehen die Bürger selbst, was sie verursacht haben. denn jedes Volk hat die Politiker, die es verdient.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ingi1 10.11.2011, 14:17
44. So ist das Leben, "ungerecht"

Mitte 1989 wurde dem Ministerrat der DDR die wirtschaftliche Lage des Landes schonungslos offenbart:
"Der Lebensstandart müsse in der DDR SOFORT! um 30 % sinken, ein Jahrzehnt würde es dauern, bis dieser EInbruch wieder aufgeholt wäre."

Es kam trotz Wiedervereinigung trotzdem knüppelhart für die Ostdeutschen Länder.

Millionen wurden arbeitslos, wanderten aus, verloren ihre Existenz. Sie verachteten die DDR-Regierung aber auch arrogante Besserwisser.
Hat alles nix genützt. Jetzt, nach 20 Jahren wird es etwas besser im Osten.
Aber auch in Osteuropa, wo es den Menschen NOCH WESENTLICH schlechter erging als in Ostdeutschland, kam es zum totalen wirtschaftlichen Kollaps!

Weshalb glaubt Griechenland, irgend eine gute Fee würde die Probleme wegzaubern?

Meine arrogante Antwort wäre:

"Griechenland soll erstmal bei 25 - 30 % Arbeitslosigkeit ankommen, 20 % der Bevölkerung sollen auswandern und ganze Landstriche sollen entvölkert sein. Dann noch ordentlich Steuern zahlen und zu Niedrigstlöhnen arbeiten, was bisher die Immigranten erledigten."

Wenn es den Griechen dann, in 10 - 20 Jahren, immernoch "so schlecht" geht, könnte man über Hilfe reden.

Ansonsten bleibt mir nur Verachtung für die Selbstgerechtigkeit der Griechen!

Wer hat den Osteuropäern geholfen? Die Griechen sicher nicht, weshalb die Ablehnung der Slowakei zum Rettungspaket auch gerechtfertig erscheint.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
manni-two 10.11.2011, 14:17
45. zuerst mal die griechischen "Großkotze"

Zitat von Bre-Men
Und wir als Deutsche können nur beten, dass diese Großkotzpolitik sich nicht mal zum Verursacher umdreht.
wie Reeder und Immobilienhaie Steuern zahlen lassen,die schaffen es aber offensichtlich (wie in allen Ländern) den Zorn des blöden Volkes auf andere umzulenken.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spreepirat 10.11.2011, 14:18
46. Gedemütigtes VolK? Oder nur gedemütigte Profiteure?

Eine Million von etwas über vier Millionen griechischer Erwerbstätigen sind im Staaatsdienst, in staatsnahen Unternehmen oder regulierten Branchen mit überhöten Preisen beschäftigt.

Sie beziehen, bezogen auf das Sozialprodukt Griechenlands, viel zu hohe Gehälter, und das auf Kosten der restlichen Griechen und der EU. Wenn bei dieser Gruppe jetzt 30% Lohnkürzung stattfindet, ist das nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.

Die Mehrheit der Griechen fühlt sich nicht gedemütigt, sondern endlich unterstützt bei dem Bemühen, diese Ausbeuterkaste in die Schranken zu weisen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
1mr 10.11.2011, 14:18
47. Ursache und Wirkung

Zitat von sysop
Hellas liegt am Boden, nicht nur finanziell, sondern auch moralisch - das Volk fühlt sich von Europa und besonders den Deutschen gedemütigt. So lautet der*drastische Befund des Journalisten Georgios Delastik. Egal, wer regiert - für ihre Politiker empfinden die Griechen nur Verachtung.
Der Kommentar kommt doch ziemlich selbstgerecht daher, und verwechselt Ursache und Wirkung. Griechenland hat schlicht über seine Verhaeltnisse gelebt, und nun ist die Party vorbei. Was jetzt dran ist, sind Erhoehung der Wettbewerbsfähigkeit, Sparen statt Konsumieren, Ausmerzen von Korruption und Steuerhinterziehung etc

Dieses Transformationsprogram ist heftig und wird den Griechen härtere Verzichte abnötigen, als uns die Agenda 2010. Aber es ist nichts gegen das, was die Laender in Ost- und Mitteleuropa erfolgreich umgesetzt haben.

Dabei benötigt und verdient Griechenland natürlich unsere Hilfe (Geld und Solidarität). Ich denke aber, EU und auch die böse deutsche Regierung tun gut daran, nicht einfach nur Geld zu ueberweisen. Das wäre ein Einladung zum Weiter So!, die auch nicht im Interesse Griechenlands sein kann.

Ich hoffe, die Griechen entwickeln wieder etwas an 'Idenitifikation'/'Verantwortungsgefühl'/'Bürgelichem Patriotismus' für Ihr Land (wie auch immer man das nennen will). Es gibt nicht Griechenland und die Griechen - die Griechen sind Griechenland.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
O.Kenobi 10.11.2011, 14:19
48. Ich kann es nicht mehr hören!

Eine griechische Regierung (nicht DIE Griechen) hat ihre EU-Partner vorsätzlich getäuscht und sich mit manipulierten Statistiken den Zugang zur Währungsunion erschlichen. Ich wäre sehr dafür, das aufzuklären und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen - ehemalige Ministerpräsidenten Griechenlands inklusive. Bezeichnenderweise halten sich "unsere" Politiker hier sehr zurück. Gerade wir Deutschen übernehmen nun die Hauptlast der Schadensbegrenzung. Und alles, was den griechischen Bankrotteuren dazu einfällt ist die Parole "Klappe halten, Nazis, und zahlen!". Wie sagte Herbert Wehner?: "Ich kann gar nicht so viel saufen, wie ich kotzen möchte!". Sagt doch einfach nur "Danke, ihr Deutschen! Schön, dass wir solche Freunde haben!", hört auf zu jammern, lernt aus euren Fehlern und macht es in Zukunft besser!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
FoxxyBrown1111 10.11.2011, 14:19
49. ...

Spinn ich?
Der erste Artikel im Spiegel der die Wahrheit auf den Punkt bringt. Und all die Poster die hier über die einfachen Griechen schimpfen, werden sich noch umgucken wenn bei ihnen, aufgrund der systembedingten Schulden-Krise, die fälschlicherweise oft als Euro-Krise tituliert wird, die Gehälter um bis zu 50% gesenkt werden. Hier findet gerade, zugunsten einer extrem reichen Minderheit, der grösste Raubzug in der Geschichte der Menschheit statt und viele Poster machen aus den Opfern die Täter. Absurd!

Wenn wir Glück haben geht´s bei uns glimpflich ab. Aber eher wird´s, so lehrt uns die Geschichte, so abgehen wie in den 70igern in Chile und Argentinien. Das ist die direkte Folge des Friedmanschen Neoliberalismus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 5 von 39